mini|Springreiten mini|Galopprennen in München-Riem Der Pferdesport ist ein Teilbereich des Sports, der alle Sportdisziplinen umfasst, die mit dem Pferd als Partner ausgeübt werden. Er lässt sich grob in Reitsport, Fahrsport, Voltigieren und Bodenarbeit unterteilen. Wettkämpfe im Pferdesport werden als Turniere bezeichnet (zum Beispiel Springturniere oder Dressurturniere).

Reitsport

Reiten bezeichnet die Fortbewegung des Menschen auf dem Rücken eines Pferdes. Im Unterschied zum touristischen Reiten, das auch als „sich vom Pferd tragen lassen“ umschrieben wird, sitzt beim sportlichen Reiten der Reiter oder die Reiterin nicht passiv auf dem Pferd, sondern geht aktiv mit der Bewegung des Pferdes mit und beeinflusst sie. Junge Pferde werden dazu ausgebildet sich von den Hilfen führen zu lassen, etwa durch Gewichtsverlagerung, Schenkelimpuls und Zügelführung. Der Mensch, nicht das Pferd, bestimmt Tempo, Richtung, Gangart der gemeinsamen Bewegung. Eine Besonderheit im Pferdesport ist, dass Geschlechtertrennung nicht üblich ist. Die einzigen olympischen Sportdisziplinen, bei denen Frauen und Männer gemeinsam antreten, sind die Reitsportdisziplinen Dressur (seit 1952Noemi Steuerwald: Von Männersache zu Mädchentraum Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 2. April 2025), Springen und Vielseitigkeit. Von Ausnahmen abgesehen, gibt es auch bei Pferden keine Unterscheidung hinsichtlich Rasse und Geschlecht. Sie werden jedoch nach Größe in Ponys und Pferde unterteilt. In Deutschland gab es 2016 schätzungsweise 3,89 Millionen Reitende, rund 1,3 Millionen davon betrieben den Sport intensiv.

mini|Trakehner in der Dressur Dressurreiten

Die Dressurarbeit ist der Grundstock zur Ausübung aller Reitsportdisziplinen. Eine Dressur ist eine Aus- und Weiterbildung des Pferdes und seiner natürlichen Bewegungen. Sie beginnt mit dem Anreiten des jungen Pferdes und endet nach Durchlaufen der Ausbildungsskala, in der Versammlung und dem korrekten Ausführen der schweren Dressurlektionen.

Springreiten

mini|Springreiten Springreiten ist das Überwinden von Hindernissen zu Pferde. Es erfordert viel Geschicklichkeit, Balanciervermögen, Rhythmusgefühl und präzise Hilfengebung, um ein Pferd korrekt über Hindernisse zu reiten. Die Schwierigkeit beim Springreiten besteht darin, ein Pferd an den Sprung so heran zu reiten, dass das Pferd beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Das Pferd darf also nicht zu nah am Hindernis abspringen, und auch nicht in zu großer Entfernung. mini|Vielseitigkeitsreiten: Festes Hindernis und Graben im Gelände

Vielseitigkeitsreiten

Das Vielseitigkeitsreiten setzt sich aus drei Teilprüfungen der Disziplinen Dressur, Springen und Geländereiten innerhalb eines Wettbewerbes zusammen. Die Prüfung hat einen militärischen Ursprung. Bei der Vielseitigkeitsprüfung benötigen Pferd und Reiter oftmals sehr viel Mut, Vertrauen, Ausdauer und Flexibilität. Eine besondere Rolle spielen eine oder mehrere Verfassungsprüfungen des Pferdes um eine Überforderung des Pferdes zu vermeiden. Bereits ab der Eingangsstufe (Klasse E) sind die Strecken über einen Kilometer lang.

Jagdreiten

Unter Jagdreiten versteht man das Reiten in Jagdfeldern hinter einem Master. Geritten wird auf einer Geländestrecke mit natürlichen und angelegten Hindernissen. Anders als die Parforcejagd ist Jagdreiten reiner Pferdesport, es wird also kein Wild gejagt. Es gibt Schleppjagden, die mit Hundemeute geritten werden, sowie Fuchsjagden, welche ohne Hunde geritten werden.

Aus der Parforcejagd ist das berittene Bogenschießen entstanden. Während das Pferd innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine Bahn entlang galoppiert, werden mit dem Bogen Pfeile auf drei unterschiedlich ausgerichtete Scheiben in der Mitte der Bahn abgeschossen. Entsprechend der Scheibenausrichtung (nach vorne – mittig – nach hinten) und des jeweiligen Scheibenringes werden Punkte vergeben. Ist das Paar schneller als die vorgegebene Zeit, werden die Sekunden als Bonuspunkte gutgeschrieben.

Distanzreiten mini|Distanzreiten

In Deutschland wurde das Distanzreiten als Wettkampfsport Ende der 1960er Jahre entdeckt.

Wie bei anderen Wettbewerben auch, gibt es beim Distanzreiten eine Unterteilung in verschiedene Kategorien, von kurzen Strecken bis zur härtesten von 160 Kilometer Länge. Das Paar müssen die jeweilige Strecke in Mindestgeschwindigkeit zurücklegen, nur in der Bronze-Kategorie bzw. Anfangsstufe wird eine Höchstgeschwindigkeit vorgegeben. Die Pferde werden regelmäßig tierärztlich kontrolliert und müssen alle Stationen gesund und mit einer Pulsfrequenz von höchstens 64 Schlägen pro Minute (nach 20 min) erreichen. Wenn das Pferd die tierärztliche Prüfung nicht besteht, wird es disqualifiziert, um Überlastung zu vermeiden.

Orientierungsreiten (TREC) mini|Orientierungsreiten: Hindernis an der Hand, Geländeprüfung

Orientierungsreiten ist Wanderreiten nach Tempovorgabe mit Karte und Kompass als Wettkampf. TREC-Ritte nach FITE-Reglement gliedern sich in drei Kategorien: Der Orientierungsritt (POR, bis zu 60 Kilometer, inkl. Marschzahlenroute und Point-to-Point-Aufgaben), die Geländehindernisstrecke (PTV, 16 Natur- und naturnahe Hindernisse auf einer drei bis fünf Kilometer langen Strecke) sowie der Rittigkeit (MA, jeweils ohne Taktfehler: 150 m im langsamen Galopp und 150 Meter im schnellen Schritt).

Westernreiten mini|Westernreiten, Sliding Stop

Das Westernreiten ist eine ursprünglich aus dem Westen der USA stammende Reitweise, die sich an den Erfordernissen der Cowboy-Arbeit zu Pferde anlehnt, zu der es Prüfungen in unterschiedlichen Disziplinen und Schweregraden gibt. Die Disziplinen sind u. a. Western Pleasure, Westernhorsemanship, Trail, Westernriding, Reining, Superhorse, Hunter under Saddle, Hunt Seat Equitation, Hunter Hack, Pleasure Driving, Cutting, Working Cowhorse, Team und Cattle Penning, Rodeo, Pole Bending und Barrel Racing. Beliebte Westernpferde sind Quarter Horses, Paint Horses und Appaloosas, aber auch andere Rassen, beispielsweise Haflinger und Ponys werden eingesetzt.

Working Equitation

Die Working Equitation, auch Arbeitsreitweise (englisch: Working Equitation), ist eine Turnierdisziplin, welche auf traditionellen Reitweisen beruht. Sie erfreut sich konstant zunehmender Popularität und besteht meist aus den vier Teildisziplinen Dressur, Stiltrail, Speedtrail und Rinderarbeit.

Hestadagar

Das Hestadagar-Konzept entstammt der Islandpferde-Reiterei. Hestadagar sind Veranstaltungen mit Wettbewerben für das Freizeitreiten. Hestadagar haben ein eigenes Aufgabenprogramm mit speziellem Leitgedanken für den Breitensport. Hestadagar sind prinzipiell offen für alle Pferderassen, wenn diese für die jeweilige Aufgabe geeignet sind.

Freizeitreiten

Freizeitreiter sind eine große und heterogene Gruppe. Sie legen oft Wert auf eine harmonische Beziehung zwischen Mensch, Pferd und Natur. Sie halten ihre Pferde häufig im Offenstall und reiten oftmals gemäß der Leichten Reitweise (siehe auch: Ursula Bruns) oder dem Westernreiten. Sie nehmen selten an Turnieren, jedoch zunehmend an Breitensportwettbewerben teil, beispielsweise Hestadagar oder Gelassenheitsprüfung.

Wanderreiten

Wanderritte können allein, in kleinen oder großen Gruppen, selbst organisiert oder geführt, über einzelne oder mehrere Tage bis Wochen durchgeführt werden. Beim Wanderreiten steht das gemeinsame Erleben der Natur im Vordergrund. Es gibt spezielle Reitwanderkarten, in denen getestete und teilweise speziell fürs Wanderreiten gepflegte Wege mit allen notwendigen Stationen verzeichnet sind. Auch Kurse, Lehrgänge, Wettkämpfe und Abzeichen werden angeboten.

mini|Quadrillereiten Formations- und Quadrillereiten Das Formationsreiten bezeichnet das koordinierte Reiten von verschiedenen Hufschlagfiguren mit einer Gruppe von Reitern. Bereits Xenophon berichtet von solchen Ritten. Systematisiert und perfektioniert wurde das Formationsreiten in den Kavallerieschulen. Das Quadrillereiten ist eine Spezialform des Formationsreitens mit einer durch vier teilbaren Anzahl von Teilnehmern. Die Bezeichnung Quadrille stammt vom gleichnamigen formalen, ursprünglich französischen Tanz. Es gibt Dressurquadrillen,Quadrille reiten auf equiva.com beispielsweise den Pas de deux, Springquadrillen und Fahrquadrillen mit mehreren Gespannen.Merkblatt Quadrillenreiten, Deutsche Reiterliche Vereinigung (PDF) Das Abteilungsreiten ist eine Vorbereitung für das Quadrillereiten.Pro und Contra Abteilungsreiten, Britta Schön, Pferde fit & vital

mini|Stuntreiten

Kunstreiten

Beim Kunstreiten und beim Stuntreiten werden akrobatische Übungen auf einem sich bewegenden Pferd ausgeführt. Anders als beim Voltigieren, geht das Pferd nicht an einer Longe, sondern wird vom Sattel aus gelenkt.

Pferderennen

Unter Pferderennen versteht man meist Galopp- oder Trabrennen. Hauptsächlich werden Vollblüter eingesetzt, es gibt aber auch Kaltblut- und Warmblutrennen.

Reitspiele Buzkashi

Buzkashi (: ‚Ziege‘ + ‚herausnehmen‘) ist ein traditionelles Reitspiel in Afghanistan, ähnlich dem Polo, nur dass bei diesem Spiel statt um einen Ball um eine tote Ziege bzw. totes Kalb gespielt wird.

Gymkhana

Gymkhana ist eine Bezeichnung für Reitspiele, bei denen es um Geschicklichkeit geht. Es können verschiedene Hindernisse vorkommen. Wie: Brücken, Podeste, Flatterforhänge, Stangentunells etc.

Horseball

mini|Horseball Horseball ist eine Art Basketball zu Pferde. Dabei gibt es zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern, davon zwei Auswechselspielern. Gespielt wird 2 × 10 Minuten mit drei Minuten Halbzeitpause. Der Ball ist ähnlich wie ein Fußball, wobei jedoch außen sechs Schlaufen zum Festhalten angebracht sind. Jede Mannschaft versucht, den Ball in den Korb der gegnerischen Mannschaft zu werfen, wobei mindestens drei Spieler Kontakt zum Ball gehabt haben müssen. Dabei darf man sich den Ball untereinander zuwerfen, darf ihn aber nicht länger als zehn Sekunden in der Hand behalten. Fällt der Ball auf den Boden, wird er vom Pferd aus wieder aufgenommen, wobei das Pferd mindestens im Schritt sein muss.

Mounted Games

mini|Mounted Games Mounted Games („Spiele zu Pferde“) sind ein Mannschafts-Reitsport, der in Indien entstand, um die Kavallerie in Friedenszeiten fit zu halten. Mit Ausnahme von Deutschland werden Mounted Games ausschließlich auf Ponys geritten.

Ein Mounted Games-Team besteht aus fünf Reitern mit ihren Ponys, wobei pro Spiel immer nur vier Reiter hintereinander zum Einsatz kommen. Wie bei Staffelrennen in der Leichtathletik spielen immer mehrere Teams direkt gegeneinander. Zwischen den 54 Meter auseinander liegenden Start- und Wechsellinien sind dabei von jedem Paar bestimmte Aufgaben (Spiele) zu bewältigen. Die Spiele werden in drei Kategorien eingeteilt: Tempo-, Technik- und Aufspringspiele. Werden Fehler gemacht, müssen diese zunächst korrigiert werden, bevor das Rennen fortgesetzt werden darf. Der letzte Reiter ist mit einem Kappenband gekennzeichnet und bestimmt beim Überqueren der Ziellinie die Position seines Teams. Auf Turnieren finden in der Regel zwei Qualifikationsläufe mit jeweils sechs bis acht Spielen statt. Die erfolgreichsten Teams kämpfen anschließend im A-Finale mit meist zehn Spielen um den Turniersieg, die anderen Teams treten im B-, C- oder D-Finale gegeneinander an.

Pato

Pato ist eine mit dem Polo verwandte Reitsportart, die vor allem in Argentinien gespielt wird.

Patrouillenritt