Hubert Distler (* 13. Juli 1919 in Lindau; † 1. Juni 2004 in Grafrath) war ein deutscher Maler und Grafiker. Für sein Lebenswerk wurde Distler 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Leben Distler lebte vorwiegend in Grafrath bei München. Während des Kriegsdienstes entstanden erste Aquarelle und Zeichnungen. 1942 nahm er an der Akademie der bildenden Künste in München sein Studium bei Prof. Franz Klemmer auf, der unter anderem Kirchenmalerei lehrte. 1943 wurde er wieder einberufen und bei Odessa schwer verwundet, er verlor ein Bein.

Nach Kriegsende setzte er in den Jahren von 1947 bis 1952 sein Studium bei Klemmer fort.

In der Mitte der 1950er Jahre ergab sich eine Zusammenarbeit mit den Architekten Franz Lichtblau, Olaf Andreas Gulbransson und Theo Steinhauser, die seinen häufig christliche Symbolik stark abstrahierenden Stil besonders schätzten. Distler übernahm für sie in erster Linie die künstlerische Gestaltung von Kirchen, wie Glasfenster, Holzreliefs, Fresken, Antependien, Kreuze und weitere Innenausstattungen.

Zudem schuf er mehrere Tausend freie Arbeiten wie Skizzen, Bilder, Grafiken mit eigenen Techniken und persönlichem Stil. Inhaltlich angeregt wurde er vor allem durch zahlreiche Studienreisen, Fragen zu religiösen Themen, Krieg und Frieden.

Werke (Auswahl) Evangelische Krankenhauskapelle Ingolstadt: Fenster, 1955 (jetzt Evangelische Jakobuskirche Wettstetten) Evangelische Johanneskirche in Taufkirchen (Vils): Fresken, 1956 Evangelische Auferstehungskirche Großwendern: Fresken und textiles Altarbild, 1957 Evangelische Auferstehungskirche Oberaudorf: 1957/8 Evangelische Akademie Tutzing: Wandfresko im Auditorium („Rotunde“) der Akademie mit dem Titel „Ordnung des Chaos“ (1959)Newsletter der Akademie, Dezember 2016 mit Abbildung sowie Deckenfresko in der Schlosskapelle (1956)Pressemitteilung der Akademie, 22. Januar 2016 und Geschichte von Schloss Tutzing Katholische Heilig-Kreuz-Kirche Augsburg: drei Fenster Evangelische Thomaskirche Augsburg: Fresken, Altargemälde 1961 Evangelische Martinskirche Hamburg-Rahlstedt: Fenster, 1961 Evangelisch-lutherische Michaelskapelle (Dietramszell): Altarrosette und Holzrelief, 1961 Kreuzkirche Kulmbach: Fenster, 1962 Evangelisch-lutherische Christuskirche Steinen (Baden): Altarfresko, Altarkreuz, Glasfenster, 1962 Evangelische Immanuelkirche in Kassel-Forstfeld: Glasfenster, 1963 Lukaskirche Kelheim (Bauernsiedlung): Altarfenster 1962, Kirche entwidmetVgl. 2016 Evangelische Stadtkirche Witzenhausen: 7 Chorfenster, 1962 Evangelisch-lutherische Christophoruskirche Göttingen-Weende: Altarraum- und Emporenrelief, Altarfenster, 1964 Evangelisch-lutherische Immanuelkirche München-Denning: Altarfresko und Fenster, 1966 Evangelisch-lutherische Versöhnungskirche Geretsried: Holzfries, 1970 Emmauskirche München-Harlaching: Ausmalung der Kirche, 1970 Johanneskirche Bad Tölz: Deckengemälde, 1970 Evangelischer Thomaskirchsaal Aschaffenburg: Altar, Kanzel, Kreuz, Leuchter, Altarbild, 1971 Evangelische Martin-Luther-Kirche Penzberg: Innenraumgestaltung, 1977 Evangelisch-lutherische Laurentius-Kirche Unterringingen: Bilder an Empore und Kanzel, 1979 Evangelisch-lutherische Vaterunser-Kirche München-Oberföhring: Fresken, 1979 Kreuzkirche München-Schwabing: Ausgestaltung des Gemeindesaals, 1980 Kirche St. Thomas Pretzien: Fresko zum Thema Himmlisches Jerusalem, offiziell übergeben am 9. August 1980Distlers Arbeit entstand als Geschenk an die Kirchengemeinde, mit deren Pfarrer Rüdiger Meussling und dessen Frau Anna-Maria Meussling er befreundet war. Quelle: Anna-Maria Meussling: Unser Freund Hubert Distler. S. 73–79 in: Anna-Maria und Rüdiger Meussling: Um uns herum – Alltägliches und Gewesenes, Selbstverlag, Plötzky 2021, ohne ISBN Evangelische St. Johanneskirche Ingolstadt: Altar- und Deckenausmalung ca. 1980 Evangelische Stadtkirche Bad Reichenhall: Altarfresko, 1981 Evangelisch-lutherische Christuskirche Bad Aibling: Ausmalung der Apsis, 1982 St. Peter und Paul Augsburg: Fenster, 1985 Evangelische Michaelkirche Grafrath: Fries, 1987 Evangelische St. Laurentius-Kirche in Fröhstockheim: bemalte Holz-Kassettendecke Evangelisch-lutherische Erlöserkirche, Mykolajiw (russisch: Николаев/Nikolajew): Glasfenster „Auferstehung Christi von den Toten“

Literatur DG-Künstlerlexikon (Hefte der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst), NF 2, 1995. Das Münster, Zeitschrift für christliche Kunst, Heft 22, 1969, S. 149–167

Andreas Hildmann: Die evangelische Johanneskirche zu Bad Tölz. Hrsg.: Evang.-Luth. Pfarramt Bad Tölz. Lindenberg 2005. ISBN 3-89870-233-2 Karin Berkemann: "Die Himmel wechseln ihre Sterne". Begegnungen mit modernen Gottesdiensträumen der hannoverschen Landeskirche, in: Heinrich Grosse u. a. (Hrsg.): Kirche in bewegten Zeiten. Proteste, Reformen und Konflikte in der hannoverschen Landeskirche nach 1968, Hannover 2011, S. 421–446 Peter Poscharsky: Kirchen von Olaf Andreas Gulbransson. München 1966 Annette Jansen-Winkeln (Hrsg.): "Künstler zwischen den Zeiten – Hubert Distler", Wissenschaftsverlag für Glasmalerei, Eitorf 2002 Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (Hrsg.): Hubert Distler Malerei und Grafik. München, 1980

Weblinks

Distler-Kunst.de Informationen zu Hubert Distler und Eva Distler Hubert-Distler.de Informationen zu Hubert Distler

Einzelnachweise

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