mini|270px|St. Johannes der Täufer

Kirchschletten (bambergisch: Kärchschliädn) ist ein Gemeindeteil des Marktes Zapfendorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Kirchschletten hat eine Fläche von 2,312 km² und ist in 270 Flurstücke aufgeteilt.

Geografie Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur an der Aspach, einem linken Zufluss des Mains. Die Kreisstraße BA 6 führt nach Oberoberndorf (1 km östlich) bzw. nach Roth (1,7 km südlich). Die Kreisstraße BA 47 führt die Bundesautobahn 73 unterquerend nach Zapfendorf (3 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Reuthlos (1 km nordwestlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Die Umgebung war bereits in der vorchristlichen Zeit besiedelt, wie zahlreiche Funde belegen.

Kirchschletten wurde im Jahre 1125 erstmals urkundlich erwähnt. Jedoch dürfte der Ort schon im 8. Jahrhundert bestanden und gegen Ende des 8. Jahrhunderts eine gewisse regionale Bedeutung gehabt haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit befand sich in Kirchschletten eine der 14 Slawenkirchen, die im Rahmen der Slawenmission Kaiser Karls des Großen errichtet wurden. Einer der Gründe für diese Annahme ist das Johannespatrozinium und die Gründung des Ortes durch die Slawen. Der Name Kirchschletten, 1124 Sleten und 1125 Sletin genannt, ist wohl slawischer Herkunft. Schletten (tschechisch Sletina) bedeutet salziges Wasser, Sauerwasser, Sumpf, Moorgrund. Der Talgrund des Aspachtals war in der Vergangenheit sehr sumpfig und ist heute noch sehr quellenreich.

Der Gutshof von Kirchschletten wurde 1143 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte bis zur Säkularisation den Fürstbischöfen von Bamberg.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kirchschletten aus 31 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Memmelsdorf aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten die Freiherren Karg von Bebenburg. Grundherren waren die Freiherren Karg von Bebenburg: 1 Schloss, 6 Sölden, 5 Gütlein, 2 Tropfhäuslein – 1 Hof mit Hofhäuslein, 2 Sölden; das Kloster Michelsberg: 1 Häuslein; die Bamberger Patrizier Zollner vom Brand: 1 Hof, 5 Sölden, 1 Sölde mit Wirtshaus, 1 Söldengütlein, 1 Haus mit Stadel; die Gemeinde: 1 Hirtenhäuslein, 1 Tropfhäuslein.Hildegard Weiß: Bamberg, S. 135 f.

Im Jahre 1802 kam Kirchschletten an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kirchschletten dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Oberoberndorf zugewiesen. 1818 entstand die Ruralgemeinde Kirchschletten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).Hildegard Weiß: Bamberg, S. 250. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 2,353 km².

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Kirchschletten im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.

Baudenkmäler In Kirchschletten gibt es 12 Baudenkmäler: Haus Nr. 2, 5, 6: Wohnstallhäuser Haus Nr. 4: Bauernhaus mit Stall und Scheune Haus Nr. 10, 18: Bauernhäuser Haus Nr. 13: Wohnteil eines Bauernhauses Haus Nr. 26: Pfarrhof Haus Nr. 27: Ehemalige Schule Haus Nr. 28: katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit Friedhofsmauer Haus Nr. 30: Abtei Maria Frieden mit Ziehbrunnen Bildstock

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 14: Fachwerkstadel

Bodendenkmäler In der Gemarkung Kirchschletten gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900Einwohner 143 172 154 154 169 164 163 162 172 177 164 167 160 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 34 30 30 29 28Quelle

Jahr 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2024Einwohner 158 160 167 149 133 136 175 172 149 146 123 114 Häuser 28 24 25 25 Quelle

Religion Kirchschletten ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Johannes der Täufer.

Vereine In Kirchschletten bestehen folgende Vereine: Freiwillige Feuerwehr Kirchschletten Soldaten- und Kameradschaftsverein Kirchschletten, Oberoberndorf, Reuthlos und Peusenhof Obst- und Gartenbauverein Kirchschletten, Oberoberndorf und Reuthlos

Literatur

Thomas Gunzelmann (Hrsg.): Pfarrei Kirchschletten 1698-1998. Festschrift zum 300jährigen Jubiläum der Pfarrei Kirchschletten. Zapfendorf 1998, darin u. a. Thomas Gunzelmann: Die Dörfer der Pfarrei Kirchschletten, S. 183–224 (PDF)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Zapfendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1125 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft