Scorpions ist eine deutsche Hard-Rock-Band aus Hannover, die 1965 in Sarstedt als Nameless gegründet wurde, 1972 ihr erstes Album veröffentlichte und bis heute besteht. Mit über 110 Millionen verkauften Tonträgern und über 60 Jahren auf der Bühne gehören die Scorpions zu den erfolgreichsten und langlebigsten Bands der modernen Musikgeschichte.Silvia Palmigiano und Peter Pippig: bei radiobremen.de

Zu den erfolgreichsten Songs der Scorpions zählen Rockhits wie Rock You Like a Hurricane, The Zoo, Big City Nights, No One Like You und Balladen wie Still Loving You, Send Me an Angel und Wind of Change, die international bis heute zu den Rockklassikern gezählt werden.

2010 wurden die Scorpions mit einem Stern und Handabdrücken der Mitglieder auf dem Rockwalk in Los Angeles geehrt und 2017 in die Hall of Heavy Metal History aufgenommen.

Geschichte 1965 bis 1973: Gründung und Debütalbum mit Michael Schenker Eine Vorgänger-Band wurde 1965 in Sarstedt vom Gitarristen Rudolf Schenker und dem Schlagzeuger Wolfgang Dziony im Zuge der Beat- und Rockära als Amateurband unter dem Namen Nameless gegründet, da man sich auf keinen geeigneten Namen einigen konnte. Rudolf Schenker und Wolfgang Dziony waren Nachbarn in Sarstedt. Sie kannten sich seit April 1964 und begannen kurze Zeit später gemeinsam Musik zu machen. Zur Anfangsbesetzung gehörten Joachim Kirchhoff (Bass), Rudolf Schenker (Gitarre), Karl-Heinz Vollmer (Gitarre) und Wolfgang Dziony (Schlagzeug). Geprobt wurde in der Kneipe von Wolfgang Dzionys Mutter, wenn dort Ruhetag war. Nachgespielt wurde alles, was in der englischen Hitparade ganz oben war, hauptsächlich die Songs der Beatles. Den ersten Live-Auftritt hatten „Nameless“ 1965 oder 1966 bei einem von ihnen organisierten Festival mit regional bekannten Gruppen im Zentral-Theater von Hannover vor rund 1200 Besuchern. Das Konzert war das bis dahin größte Rock-n-Roll-Konzert in Hannover.Matthias Blazek: Das Niedersächsische Bandkompendium 1963–2003. Celle 2006, ISBN 978-3-00-018947-0, S. 8.

Ein Jahr nach der Gründung nannte sich die Band Scorpions, laut Rudolf Schenker deshalb, weil es sich dabei um einen Namen handelt, der sowohl national als auch international verstanden werden könnte. Von 1965 bis 1967 gaben sie in Norddeutschland Konzerte und traten auch im Vorprogramm von Bands wie den Lords, Searchers oder Dave Dee auf. Im September 1966 traten sie beispielsweise im Legendären Star-Club in Hamburg auf. In dieser Zeit übernahm Rudolf Schenker auch den Gesang. 1967 kam der Sänger Werner Hoyer dazu und machte die Band zum Sextett. Nur sechs Monate später löste sich die Band auf, da der damalige Leadgitarrist Karl-Heinz Vollmer zur Bundeswehr eingezogen wurde. Rudolf Schenker und Wolfgang Dziony gründeten in dieser Zeit eine Soul-Band, die aber mit der Einberufung Rudolf Schenkers zur Bundeswehr zerbrach. Im Herbst 1968 ließ Schenker die Scorpions in der Besetzung Rudolf Schenker (Gitarre), Wolfgang Dziony (Schlagzeug), Lothar Heimberg (Bass), Ulrich Worobiec (Leadgitarre) und Bernd Hegner (Gesang) wieder aufleben.

mini|links|hochkant|Michael Schenker, 1983 Ende 1969 wurden Sänger Hegner und Gitarrist Worobiec entlassen und der Sänger Klaus Meine und Rudolfs jüngerer Bruder Michael Schenker von der Band Copernicus stießen zu den Scorpions. In den kommenden Monaten widmete sich die Band verstärkt dem Komponieren eigener Songs. Ihre Liedtexte schrieb sie von Beginn an auf Englisch, da sie von Anfang an das internationale Hard-Rock-Business erobern wollten. Für den Anti-Drogen-Film Das Kalte Paradies spielte sie 1971 drei Lieder ein. Bei den Aufnahmen lernte sie Conny Plank kennen, Produzent ihres ersten Albums Lonesome Crow. Es wurde 1972 in der Besetzung Rudolf Schenker (Gitarre), Michael Schenker (Gitarre), Klaus Meine (Gesang), Wolfgang Dziony (Schlagzeug) und Lothar Heimberg (Bass) eingespielt und veröffentlicht. Das Album öffnete der Band den Weg zu einer internationalen Karriere, die zunächst in den Benelux-Staaten, Frankreich, England und Japan Erfolge zeigte. In den USA waren sie seit 1972/73 in der Musik- und Underground-Szene aktiv und spätestens ab 1979 einem breiten Publikum bekannt. In Deutschland gehören sie seit Mitte der 1970er Jahre zu den bekanntesten Rockbands und genießen seitdem einen sehr guten Ruf als hervorragende Live-Band. Der große kommerzielle Erfolg begann spätestens ab 1984 mit dem Album Love at First Sting und dem Hit Still Loving You.Wieland Harms: The Unplugged Guitar Book. 20 der schönsten Songs für Akustikgitarre. Gerig Music, ISBN 3-87252-249-3, S. 57. Sie spielte auf einer Deutschlandtournee als Vorgruppe von Rory Gallagher, Uriah Heep und UFO. Da der Gitarrist von UFO nicht nach Deutschland einreisen konnte, bat die Band Michael Schenker um Hilfe, der die gesamte Tour als deren Aushilfsgitarrist spielte und anschließend die Scorpions verließ, um endgültig bei UFO einzusteigen. Lonesome Crow wurde auch von einer lokalen Plattenfirma in Chicago, USA, veröffentlicht und verkaufte sich dort etwa 25.000-mal. Die Scorpions spielten im Jahr 1972 über 130 Konzerte. Nachdem Michael Schenker mit UFO nach England gegangen war, stiegen auch Wolfgang Dziony und Lothar Heimberg aus, da sie für sich keine Zukunft in der Band sahen.

1973 bis 1978: Die Uli-Jon-Roth-Ära mini|hochkant|Roth fungierte nicht nur als Leadgitarrist, sondern bei einigen Songs auch als Komponist, Texter und Sänger der Band (Foto: 2013) mini|hochkant|Rudolf Schenker, 2006 mini|hochkant|Klaus Meine, 2007 Es fanden sich jedoch neue Mitstreiter: Die Mitglieder der Band Dawn Road, Uli Jon Roth (Leadgitarre), Francis Buchholz (Bass), Jürgen Rosenthal (Schlagzeug) und Achim Kirschning (Keyboards) bildeten mit den verbliebenen Scorpions Klaus Meine und Rudolf Schenker die neue Band. Gemeinsam unterzeichneten sie einen Plattenvertrag mit RCA Records und nahmen 1974 das zweite Album, Fly to the Rainbow, auf. Im Herbst des Jahres gingen sie mit Casey Jones auf Deutschlandtour.

Mit den Aufnahmen zum nächsten Album, In Trance, begannen sie ihre Zusammenarbeit mit dem Rockmusik-Produzenten Dieter Dierks, der für die nächsten vierzehn Jahre die Alben der Band produzierte. Mittlerweile saß Rudy Lenners am Schlagzeug. Auf der Platte zierte erstmals das Logo des Scorpions-Schriftzugs die Plattenhülle. Das Album stieg zum bestverkauften RCA-Album in Japan auf und machte die Scorpions dort populär.

Im Februar 1975 veröffentlichten sie unter dem Pseudonym The Hunters eine Single mit deutschen Coverversionen der Sweet-Hits Fuchs geh’ voran (Fox on the Run) und Wenn es richtig losgeht (Action). 1975 absolvierten die Scorpions ihre erste Europatournee und traten im Vorprogramm von The Sweet auf. Mit ihren Auftritten im durch die Beatles bekannt gewordenen Liverpooler Cavern Club (1975) und im Londoner Marquee Club (1975/76) machten sie sich in Großbritannien einen Namen.

Das Album Virgin Killer wurde 1976 veröffentlicht. Es brachte später die erste Goldene Schallplatte der Scorpions in Japan. In Deutschland erhielt es die Auszeichnung LP des Jahres. Während der Tournee zum Album tourte die Band 1976 wieder durch Großbritannien (und spielte dort 30 Konzerte) und als Vorgruppe von KISS durch Deutschland.

Für das 1977 veröffentlichte Album Taken By Force, das in Japan ebenfalls vergoldet wurde, übergab Rudy Lenners das Schlagzeug an Herman Rarebell, da Lenners kurzfristig erkrankt war. Nach Auftritten in Europa absolvierten die Scorpions anschließend eine Tournee durch Japan (dem zweitgrößten Musikmarkt der Welt). Bereits bei ihrer Ankunft am Tokyoter Flughafen wurden sie gefeiert. Rund 12.000 Zuschauer kamen zu den fünf Konzerten in Tokio (Nakano Sun Plaza, 2200 Plätze, 3 Konzerte), Osaka (Koseinenkinkaikan, 2400 Plätze) und Nagoya (Kokaido, 2300 Plätze). Lead-Gitarrist Ulrich Roth verließ nach der Tournee die Band, da er sich künstlerisch bei den Scorpions nicht mehr ausreichend gefordert fühlte. Höhepunkt und Abschluss der Ulrich-Roth-Jahre der Scorpions ist die bis heute weltweit als Insider-Tipp bekannte Doppel-LP Tokyo Tapes (1978), die während der Taken-By-Force-Tour am 24. und 27. April in der Sun Plaza Hall, Tokio aufgezeichnet wurde. Roth gründete derweil mit Electric Sun seine eigene Formation.

1978 bis 1992: Kommerzieller Höhepunkt in der Stammbesetzung mini|hochkant|Matthias Jabs, 2009 1978 bis 1981: Lovedrive und Animal Magnetism Um einen Nachfolger für Roth zu finden, inserierte Francis Buchholz im englischen Musikmagazin Melody Maker. So testeten die Scorpions in London etwa 140 Gitarristen, entschieden sich aber schließlich für den aus Hannover stammenden Matthias Jabs, der früher Mathematik-Nachhilfeschüler von Buchholz gewesen war.

Ende 1978 spielten die Scorpions noch ein paar Konzerte mit Jabs, bevor sie mit den Aufnahmen für das Lovedrive-Album begannen. Während der Aufnahmen meldete sich Michael Schenker zurück, der soeben UFO verlassen hatte. So wurde der eben erst engagierte Jabs wieder entlassen und Michael Schenker nahm seinen Platz ein. Schenker spielte gemäß „offiziellen“ Angaben Lead-Gitarre bei drei Liedern des Lovedrive-Albums: Lovedrive, Another Piece of Meat und Coast To Coast. Wie später bekannt wurde, spielte er die Lead-Gitarre auch bei Holiday sowie (zumindest teilweise) bei Loving You Sunday Morning. Aufgrund von Alkohol- und anderen Problemen brach er während der Deutschlandtournee im Winter 1979 bereits nach wenigen Konzerten zusammen. Die Scorpions konnten Jabs daraufhin überreden, bei den verbleibenden Deutschlandkonzerten als Ersatz für Michael Schenker zu spielen. Auf der Frankreichtournee 1979 erlitt Michael Schenker erneut einen Zusammenbruch und musste abermals durch Jabs ersetzt werden. Da sich die restlichen Bandmitglieder zu diesem Zeitpunkt eingestehen mussten, dass sie mit Michael Schenker definitiv nicht mehr arbeiten konnten, boten sie Jabs an, fortan fix bei der Band zu bleiben. Dieser sagte – nach drei Monaten Bedenkzeit – während der Japantournee im Juni 1979 zu. Jabs’ Virtuosität und Spielfreude trägt bis heute noch entscheidend zum Erfolg der Band bei.

Mit dem Album Lovedrive wurden die Scorpions auch in den USA aktiv. Der erste US-Auftritt fand 1979 vor etwa 60.000 Zuschauern in Cleveland beim World Series of Rock-Festival zusammen mit Bands wie Thin Lizzy, Aerosmith, Ted Nugent und AC/DC statt. Danach begleiteten die Scorpions Ted Nugent, Rainbow und AC/DC als Vorgruppe auf deren USA-Tourneen und spielten dort auch eigene Konzerte. In England spielten sie als Headliner beim Reading-Rock Festival und zum Abschluss der Hallentour durch Großbritannien im Hammersmith Odeon von London.

Die Platte Lovedrive stieg bis auf den 55. Platz der Billboard-Charts. Die Musikzeitschrift Melody Maker bezeichnete es als eines der besten Heavy-Metal-Alben des Jahres. Die Scorpions-Mitglieder zu dieser Zeit waren die „klassische“ Besetzung (1978–1992): Klaus Meine (Gesang), Rudolf Schenker (Gitarre), Matthias Jabs (Gitarre), Francis Buchholz (Bass) und Herman Rarebell (Schlagzeug). Lovedrive erreichte schließlich Goldstatus in den USA, was den Durchbruch für die Scorpions bedeutete. Das nächste Album, Animal Magnetism (1980), konnte den Status der Band ausbauen. Die Songs „The Zoo“ und „Make It Real“ wurden zu Hits, welche auch heute noch von der Band gespielt werden. Mit Don’t Make No Promises (Your Body Can’t Keep) ist auch Jabs’ erste eigene Komposition (der Text stammt von Herman Rarebell) auf dem Album vertreten. Während der anschließenden Welttournee traten die Scorpions auch zum ersten Mal beim Monsters-of-Rock-Festival in Castle Donington auf und spielten vor den Headlinern Rainbow und Judas Priest. In den USA gaben sie u. a. zusammen mit Judas Priest und Def Leppard Konzerte.

1981 bis 1983: Blackout