Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) in Düsseldorf ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung zur Aus-, Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), die gemeinsam von dreizehn Bundesländern getragen wird.Bekanntmachung des Abkommens über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Vom 24. Juni 1971. In: recht.nrw.de. Abgerufen am 2. Oktober 2025.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Über uns. Abgerufen am 2. Oktober 2025. Sie wurde 1971 als länderübergreifende Einrichtung gegründet.

Aufgaben Schwerpunkte der Angebote liegen in der fachlichen Ausbildung und der Berufspraxis. Die AÖGW betreibt außerdem angewandte Forschung im Bereich des Öffentlichen Gesundheitswesen.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Über uns. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Die AÖGW verzeichnet nach eigenen Angaben jährlich rund 30.000 Teilnehmende an Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Sie kooperiert mit Universitäten, Fachinstituten und Berufsverbänden.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Über uns. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Themenschwerpunkte ihrer Angebote sind u. a. Digitalisierung, Epidemiologie, Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsförderung und Prävention, Hygiene und Infektionsschutz, Integration und Migration, Kinder- und Jugendgesundheit, Klimawandel, Krisenmanagement, Behördliche Lebensmittelüberwachung in Deutschland, Medizinisches Begutachtungswesen, Arzneimittelüberwachung und Apothekenaufsicht, Medizinprodukterecht, Sozialpsychiatrischer Dienst und Zahngesundheit.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Über uns. Abgerufen am 2. Oktober 2025.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Fortbildungsübersicht 2025. Abgerufen am 2. Oktober 2025.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Aus- und Weiterbildungen 2025. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Geschichte Die AÖGW wurde in der jetzigen Form 1971 gegründet. Sie hat zwei Vorläuferorganisationen.Schagen, Udo; Schleiermacher, Sabine (Hrsg.): 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP). CD-ROM, Berlin 2005. Abgerufen am 2. Oktober 2025.Sons, Hans-Ulrich: Das Öffentliche Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Düsseldorf 1981.

Westdeutsche Sozialhygienische Akademie in Düsseldorf (1920–1933) 1920 wurde in Düsseldorf die Westdeutsche Sozialhygienische Akademie gegründet. Sie kann als Vorgängereinrichtung der AÖGW betrachtet werden. Der erste Leiter dieser Akademie war zwischen 1921 und 1933 der österreichische Arzt Ludwig Teleky. Er gilt als ein wegweisender Vertreter der Sozialhygiene beziehungsweise Sozialmedizin.Milles, Dietrich; Schmacke, Norbert (Hrsg.): Ludwig Teleky und die Westdeutsche Sozialhygienische Akademie. Arbeiten für eine soziale Medizin (1903–1939). Düsseldorf 1999.

Teleky war preußischer Gewerbearzt für den Regierungsbezirk Düsseldorf und veröffentlichte zahlreiche bedeutende Werke zur Arbeitsschutz und zu den Gewerbekrankheiten. Während des Nationalsozialismus wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1933 mit einem Berufsverbot (Deutschland) belegt. Im gleichen Jahr wurde die Westdeutsche Sozialhygienische Akademie in Düsseldorf geschlossen.Milles, Dietrich; Schmacke, Norbert (Hrsg.): Ludwig Teleky und die Westdeutsche Sozialhygienische Akademie. Arbeiten für eine soziale Medizin (1903–1939). Düsseldorf 1999.

Akademie für Staatsmedizin (1946–1970/71) Im Dezember 1945 wurden von der britischen Kontrollkommission für Deutschland zwei sozialhygienische Akademien – jeweils unter dem Namen „Akademie für Staatsmedizin“ – innerhalb der britischen Besatzungszone errichtet. Standorte waren Düsseldorf und Hamburg. Die Akademie für Staatsmedizin in Düsseldorf nahm im September 1946 ihre Arbeit auf.Düsseldorfer Stadtchronik 1946. In: duesseldorf.de. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Leiter der Akademie für Staatsmedizin waren: Ewald Gerfeldt (1946–1957), Josef Daniels (1957–1958, von 1964 bis 1969 auch Präsident des Bundesgesundheitsamtes), Heinz Reuter, Ministerialrat im Innenministerium (1958–1970).Schagen, Udo; Schleiermacher, Sabine (Hrsg.): 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. CD-ROM, Berlin 2005. Abgerufen am 2. Oktober 2025.[ https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=TEKTONIK-Tekt_beb8867d-d0b1-4c5e-b342-bd0b1de9d25d Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland: 4.4.1. Akademie für Staatsmedizin Düsseldorf. Abgerufen am 2. Oktober 2025.]

Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf (seit 1971) Unter dem Namen Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf ist die heutige Akademie 1971 durch einen Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gegründet worden. Die Akademien für Staatsmedizin in Düsseldorf und Hamburg gingen in die neu gegründete Akademie in Düsseldorf über.

Die AÖGW ist eine länderübergreifende Einrichtung zur Aus-, Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten im ÖGD Deutschlands. Die Finanzierung erfolgt aktuell durch dreizehn Trägerländer: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Neben Düsseldorf existiert ein weiterer Standort in Berlin.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Geschichte. Abgerufen am 2. Oktober 2025.Bekanntmachung des Abkommens über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Vom 24. Juni 1971. In: recht.nrw.de. Abgerufen am 2. Oktober 2025.[ https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=TEKTONIK-Tekt_beb8867d-d0b1-4c5e-b342-bd0b1de9d25d Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland: 4.4.1. Akademie für Staatsmedizin Düsseldorf. Abgerufen am 2. Oktober 2025.]

Organisation und Struktur Die AÖGW ist eine rechtsfähige Anstalt des Öffentlichen Rechts und steht unter der Rechtsaufsicht des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Ein Kuratorium bestimmt die Richtlinien der Tätigkeit der Akademie und überwacht die Erfüllung ihrer Aufgaben. Es besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Trägerländer der AÖGW.Bekanntmachung des Abkommens über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Vom 24. Juni 1971. In: recht.nrw.de. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Die Arbeit wird durch einen Förderverein unterstützt, der von Absolventinnen und Absolventen getragen wird.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Förderverein der Akademie. Abgerufen am 2. Oktober 2025. Leitung:Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Unser Team. Abgerufen am 2. Oktober 2025.Blickpunkt Öffentliches Gesundheitswesen. Jubiläumsausgabe. 38. Jahrgang. Düsseldorf 2021.

1971 bis 1974: Heinz Reuter 1974 bis 1978: Alfred Christian Eberwein 1978 bis 1990: Erich Kröger 1990 bis 1994: Wolfgang Müller (komm.) 1994 bis 1999: Norbert Schmacke 1999 bis 2001: Joachim Gardemann 2001 bis 2013: Wolfgang Müller 2014 bis 2022: Ute Teichert seit 2022: Dagmar Starke (komm.)

Arbeitsfelder In der AÖGW werden Aus- und Weiterbildungen in folgenden Berufsfeldern angeboten:Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Aus- und Weiterbildungen 2025. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Amtliche Fachassistentin/Amtlicher Fachassistent Fachapothekerin/Fachapotheker für Öffentliches Gesundheitswesen Fachärztin/Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen Fachzahnärztin/Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen Hygienebeauftragte Ärztin / Hygienebeauftragter Arzt Hygienekontrolleurin/Hygienekontrolleur Kinderschutz im ÖGD Lebensmittelkontrolleurin/Lebensmittelkontrolleur Master of Science in Public Health/Öffentliches Gesundheitswesen Medizinprodukterecht Sozialmedizinische Assistentin/Sozialmedizinischer Assistent

Daneben werden Fortbildungsveranstaltungen und E-Learnings zu allen Themenfeldern des Öffentlichen Gesundheitswesens angeboten.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Fortbildungsübersicht 2025. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Die AÖGW führt Veranstaltungen und Projekte zur Digitalisierung im ÖGD durch und betreibt die digitale Johann Peter Frank-Bibliothek mit Zeitschriften und weiteren Publikationen zur Öffentlichen Gesundheit.

Sie ist außerdem Herausgeber der ÖGD News App, der Zeitschrift Blickpunkt Öffentliches Gesundheitswesen, verschiedener Podcasts sowie von Fachpublikationen zu Themen des Öffentlichen Gesundheitswesens.Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen: Service. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Weblinks Website der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen

Einzelnachweise

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