Phillip Jerome „Phil“ Hellmuth, Jr. (* 16. Juli 1964 in Madison, Wisconsin) ist ein professioneller US-amerikanischer Pokerspieler.
Hellmuth ist einer der populärsten und erfolgreichsten Pokerspieler der Welt und hat sich bei Live-Turnieren knapp 30 Millionen US-Dollar erspielt. Er gewann 1989 die Poker-Weltmeisterschaft sowie 2012 das Main Event der World Series of Poker Europe und ist mit insgesamt 17 Bracelets Rekordsieger der World Series of Poker. Der Amerikaner ist seit 2007 Mitglied der Poker Hall of Fame und wurde 2019 als einer der 50 besten Spieler der Pokergeschichte genannt. Aufgrund seines Temperaments am Pokertisch trägt er den Spitznamen „The Poker Brat“.
Persönliches Hellmuth, der 201 cm misst, wuchs als das älteste von fünf Kindern einer katholischen Familie in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin auf und besuchte die dort ansässige Madison West High School. Anschließend studierte er an der University of Wisconsin, an der sein Vater als Dekan arbeitete, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss, um eine Karriere als professioneller Pokerspieler zu starten. Während des Studiums lernte er seine spätere Ehefrau kennen, die als Psychiaterin an der Stanford University arbeitet. Das Paar heiratete im Jahr 1990 und hat zwei Söhne. Hellmuth lebt in Palo Alto.Das Leben des Phil Hellmuth: Vermögen, Größte Gewinne/Verluste und Privatleben auf somuchpoker.com vom 18. Juli 2019, abgerufen am 9. Juni 2020.World champ ‘Poker Brat’ Phil Hellmuth publishes memoir auf channel3000.com vom 14. Juni 2018, abgerufen am 9. Juni 2020 (englisch).
Er hatte Cameo-Auftritte im 2007 erschienenen Poker-Filmdrama Glück im Spiel sowie 2017 in einer Episode der Fernsehserie Billions. Als Schauspieler agierte er 2007 in der Filmkomödie The Grand sowie 2012 in einer Folge der Fernsehserie Touch.Phil Hellmuth in der Internet Movie Database, abgerufen am 9. Juni 2020 (englisch). Bis Ende des Jahres 2010 wurde der Amerikaner von der Onlinepoker-Plattform UltimateBet gesponsert.Die Sponsor-Suche von Phil Hellmuth auf pokerfirma.de vom 10. Januar 2011, abgerufen am 9. Juni 2020.
Pokerkarriere Anfänge Hellmuth kam während seines Studiums erstmals mit Poker in Berührung und begann, so viel wie möglich mit Freunden und der Familie zu spielen. In Madison baute er sich durch das Spielen von Cash Games gegen Profis, Ärzte und Geschäftsleute eine erste Bankroll auf, die er am Las Vegas Strip jedoch wieder verspielte. Hellmuth kehrte zu dieser Zeit immer wieder nach Madison zurück, um als Arbeiter auf einem Maisfeld Geld zum Pokern zu verdienen. Als er schließlich bei Spielen mit niedrigen Einsätzen am Las Vegas Strip Erfolg hatte, begann Hellmuth, um höhere Einsätze zu spielen und an Turnieren teilzunehmen.
Turnierpoker 1987–1989: Vom ersten Turniersieg zum jüngsten Weltmeister Seine erste Geldplatzierung bei einem Live-Turnier erzielte Hellmuth Ende Oktober 1987 im Grand Sierra Resort in Reno im US-Bundesstaat Nevada.Phil Hellmuth in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Dort gewann er im April 1988 mit einem 200 US-Dollar teuren Event der Variante No Limit Hold’em auch sein erstes Live-Turnier und sicherte sich den Hauptpreis von knapp 20.000 US-Dollar.1988 Pot of Gold ($ 200 No Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Im Mai 1988 war der Amerikaner erstmals bei der World Series of Poker (WSOP) im Binion’s Horseshoe in Las Vegas erfolgreich und erreichte einen Finaltisch in Seven Card Stud sowie den 33. Platz im Main Event.Phil Hellmuth in der Datenbank der World Series of Poker, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). In Bell Gardens erhielt er im August 1988 seine erste sechsstellige Auszahlung und fuhr einen mit 125.000 US-Dollar dotierten Turniersieg ein.4th Annual Diamond Jim Brady ($ 10,000 No Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Bei der WSOP 1989 erreichte Hellmuth einen Finaltisch in Pot Limit Omaha sowie eine weitere Geldplatzierung in Limit Ace to Five Draw. Anschließend gewann der damals 24-Jährige als bis dahin jüngster Spieler das Main Event der Turnierserie, nachdem er sich gegen 177 andere Spieler und letztlich im Heads-Up gegen Johnny Chan durchgesetzt hatte. Damit kürte sich Hellmuth zum Pokerweltmeister und sicherte sich sein erstes Bracelet sowie eine Siegprämie von 755.000 US-Dollar.20th World Series of Poker – WSOP 1989 ($ 10,000 No Limit Hold’em World Championship) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Den Rekord als jüngster Gewinner des WSOP-Main-Events hielt er bis 2008, ehe er vom Dänen Peter Eastgate abgelöst wurde.Youngest poker champ wins $16m auf odt.co.nz vom 14. November 2008, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch).
Zum Jahresende 1989 lag die Summe von Hellmuths gewonnenen Turnierpreisgelder bei rund 1,3 Millionen US-Dollar.
1990–1993: Vier weitere Bracelets Bei der WSOP 1990 erreichte Hellmuth einen Finaltisch in No Limit Hold’em. Ende Oktober 1991 gewann er beim Hall of Fame Poker Classic im Binion’s Horseshoe ein Turnier mit einem Hauptpreis von mehr als 80.000 US-Dollar.Hall Of Fame Poker Classic 1991 ($ 1,500 + 60 Pot Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Bei der WSOP 1992 saß der Amerikaner erstmals an einem Finaltisch der Variante Limit Hold’em und belegte hinter Erik Seidel den mit 84.000 US-Dollar dotierten zweiten Platz. Vier Tage später gewann Hellmuth ein Turnier in derselben Variante und sicherte sich sein zweites Bracelet sowie den Hauptpreis von 188.000 US-Dollar. Im Jahr darauf entschied er an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei Events der WSOP 1993 für sich und sammelte dadurch seine Bracelets drei bis fünf. Am 26. und 27. April gewann der Amerikaner jeweils ein Turnier in No Limit Hold’em, am 28. April 1993 folgte ein Sieg in Limit Hold’em, wodurch er sich Preisgelder von über 470.000 US-Dollar sicherte. Zum Abschluss der Turnierserie verpasste er ein weiteres Bracelet nur knapp, als er in No Limit 2-7 Draw hinter Billy Baxter Zweiter wurde.
Seine bei Turnieren erspielten Preisgelder lagen Ende 1993 bei knapp 2,5 Millionen US-Dollar.
1994–1999: Zahlreiche Turniersiege inklusive sechstem Bracelet Auch bei der WSOP 1994 belegte Hellmuth in No Limit Hold’em einen zweiten Platz und erhielt dafür knapp 100.000 US-Dollar. Im Dezember 1995 spielte er beim Hall of Fame Poker Classic und entschied zunächst ein Turnier in Limit Hold’em mit einer Siegprämie von 117.000 US-Dollar für sich,Hall of Fame Poker Classic 1995 ($ 1,500 + 60 Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). ehe er wenige Tage später bei der Hall of Fame Championship mit einem Hauptpreis von 236.000 US-Dollar siegte.Hall of Fame Poker Classic 1995 ($ 5,000 + 80 Hall of Fame Championship) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Bei der WSOP 1997 gewann der Amerikaner bei einem Event in Pot Limit Hold’em sein sechstes Bracelet und sicherte sich ein Preisgeld von 204.000 US-Dollar. Im Rio All-Suite Hotel and Casino am Las Vegas Strip setzte er sich Mitte Januar 1998 bei einem Event des Carnivale of Poker durch und erhielt 78.000 US-Dollar.Carnivale of Poker ($ 1,500 + 70 Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Wenige Tage später wurde er beim Main Event der Turnierserie Zweiter, was ihm weitere 153.000 US-Dollar einbrachte.Carnivale of Poker ($ 5,000 + 80 Championship Event – No Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Bei der WSOP 1998 und 1999 platzierte sich Hellmuth jeweils zweimal auf den bezahlten Rängen.
Bis Ende des Jahres 1999 erspielte sich Hellmuth Turnierpreisgelder von knapp 4 Millionen US-Dollar.
2000–2003: Europameister und drei weitere Bracelets Bei der WSOP 2000 saß der Amerikaner an zwei Finaltischen. Anfang Oktober 2000 gewann er die Poker-Europameisterschaft in Seven Card Stud und erhielt über 100.000 US-Dollar.Poker EM 2000 ($ 250 Limit 7 Card Stud) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Mitte Dezember 2000 gewann er in Cardiff die dritte Staffel der Fernsehshow Late Night Poker, die mit umgerechnet knapp 65.000 US-Dollar dotiert war.Late Night Poker Series 3 (No Limit Hold’em – Grand Final) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Bei der WSOP 2001 sicherte sich der Amerikaner sein siebtes Bracelet und gewann mehr als 315.000 US-Dollar in No Limit Hold’em. Darüber hinaus belegte er einen zweiten Platz in Omaha Hi-Lo sowie den fünften Rang im Main Event, wodurch Hellmuth weitere Preisgelder von über 400.000 US-Dollar einstrich. Im Jahr darauf unterlag er bei einem Heads-Up-Event der WSOP 2002 im Finale Johnny Chan. Beim zweiten Main Event der neu gegründeten World Poker Tour (WPT) saß Hellmuth Ende August 2002 in Bell Gardens am Finaltisch und wurde Achter.2002 Legends of Poker ($ 5,000 + 80 No Limit Hold’em Championship – WPT) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Auch rund zwei Monate später gelangte er beim WPT-Main-Event in San Francisco an den letzten Tisch und erhielt als Vierter 34.000 US-Dollar.3rd Annual 49’er Gold Rush Bonanza ($ 3,000 + 150 No Limit Hold’em – Main WPT Event) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Bei der WSOP 2003 erreichte der Amerikaner vier Finaltische. Davon entschied er je einen in Limit Hold’em und No Limit Hold’em für sich, erhielt seine Bracelets acht und neun sowie über die Turnierserie Auszahlungen von insgesamt rund 660.000 US-Dollar. Mitte September 2003 wurde er beim Main Event der United States Poker Championship im Trump Taj Mahal in Atlantic City, New Jersey, Dritter und sicherte sich mehr als 115.000 US-Dollar.2003 United States Poker Championship ($ 9,800 + 200 No Limit Hold’em Main Event) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch). Zum Jahresabschluss belegte er beim Main Event der WPT in Mashantucket ebenfalls den dritten Platz und wurde mit über 280.000 US-Dollar ausbezahlt.2003 World Poker Final ($ 10,000 + 200 No Limit Hold’em WPT Event) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. Februar 2023 (englisch).
Insgesamt lagen Hellmuths Turniergewinne bis Jahresende 2003 bei über 6,5 Millionen US-Dollar.
2004–2007: Als WSOP-Rekordsieger in die Hall of Fame mini|Hellmuth beim WSOP-Circuit im Caesars Palace (2006)