Carlernst Ortwein, Pseudonym Conny Odd, (* 21. Dezember 1916 in Leipzig; † 22. Dezember 1986 ebenda) war ein deutscher Pianist und Komponist.
Leben Ortwein wurde 1916 als Sohn des Musiklehrers Karl Ortwein in Leipzig geboren. Er war ab 1927 Mitglied des Thomanerchores. Nach dem Abitur an der Thomasschule folgte ein Studium am Kirchenmusikalischen Institut der Hochschule für Musik und Theater Leipzig: Orgel bei Karl Straube, Klavier bei Carl Adolf Martienssen und Robert Teichmüller sowie Komposition bei Kurt Thomas, Günter Raphael und Johann Nepomuk David.
Wegen der Hilfe für seinen „halbjüdischen“ Lehrer Günter Raphael nach dessen Entlassung aus der Hochschule musste auch Ortwein diese verlassen. Er studierte privat weiter. Ab 1937 begann er eine pianistische Tätigkeit an deutschen Rundfunksendern. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten Kompositionen. Von 1939 bis 1945 war er zum Militärdienst eingezogen. Nach weiterer Tätigkeit als Pianist war er von 1947 bis 1949 Leiter der Abteilung Ernste Musik beim Sender Leipzig. Da beim Sender Mangel an Unterhaltungskompositionen bestand, begann er auf diesem Feld zu komponieren und legte sich dafür das Pseudonym Conny Odd zu.
Von 1950 bis 1953 war er freischaffend tätig. Dann wurde er von 1953 bis 1961 Lehrbeauftragter am Musikpädagogischen Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1962 erhielt er eine Dozentur für Komposition und Instrumentation an der Leipziger Hochschule für Musik, an der er 1976 Professor wurde. Zu seinen Schülern gehören Volker Bräutigam, Michael Heubach, Walter Thomas Heyn, Karl Ottomar Treibmann, Volkmar Leimert und Rainer Lischka.
Ortwein schrieb über 100 Hörspielmusiken, ca. 50 Filmmusiken, zahlreiche Chansons, Chorlieder und Orchesterwerke. Von seiner Unterhaltungsmusik wurden seine „Vergnüglichen Reisebekanntschaften eines Pianisten“ von 1951 am bekanntesten. Als Conny Odd war er neben Gerd Natschinski der erfolgreichste Operettenkomponist der DDR, wobei einige Werke Musicalcharakter hatten.
In dem DEFA-Film Geliebte weiße Maus aus dem Jahr 1964, für den er die Musik schrieb, trat er auch als Pianist des Tanzorchesters auf.
Preise Kunstpreis der DDR (1964) Kunstpreis der Stadt Leipzig (1968) Kunstpreis des FDGB im Kollektiv mit den Bühnen der Stadt Gera (1971) Kunstpreis des Deutschen Turn- und Sportbundes (1977)
Musikalische Bühnenwerke (Heiteres Musiktheater (DDR)) mit Jahr und Ort der Uraufführung Zum Glück hat sie Pech, 1955, Volkstheater Rostock Alarm in Point l'Évêque, 1958, Städtische Bühnen Erfurt, bearbeitet Gangster lieben keine Blumen, 1974, Metropoltheater Berlin Hände hoch, Mister Copper!, 1962, Operettentheater Dresden Irene und die Kapitäne, 1967, Staatsoperette Dresden Karambolage, 1969, Städtische Bühnen Gera Man liest kein fremdes Tagebuch, 1974, Metropol-Theater Berlin
Filmografie 1954: Der Teufel und der Drescher 1957: Die Zauberschere 1959: Der Geisterbeschwörer 1960: Alarm im Kasperletheater 1961: Das Stacheltier – Die Mutprobe 1961: Da helfen keine Pillen 1961: Das Rabauken-Kabarett 1963: Der Teufelstaler 1963: Miau 1964: Wie Pumphut zu seinem Namen kam 1964: Aprikosenbäumchen 1964: Geliebte weiße Maus 1965: Der fliegende Großvater 1966: Steinzeitlegende 1966: Der gestiefelte Kater 1968: Die sieben Raben 1970: Der Teufel aus der Flasche 1979: Stern und Blume 1983: Erlebte Träume
Hörspielmusik 1952: Howard Fast: 30 Silberlinge – Regie: Günther Rücker (Berliner Rundfunk) 1953: Konstantin Trenjow: Ljubow Jarowaja – Regie: Günter Rücker (Berliner Rundfunk) 1958: Henrik Ibsen: Stützen der Gesellschaft – Regie: Erich-Alexander Winds (Rundfunk der DDR) 1964: Heinz von Cramer: Die Ohrfeige – Regie: Hans Knötzsch (Rundfunk der DDR)
Literatur Otto Schneidereit: Operette A – Z, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft Berlin 1981, S. 247–260
Weblinks
Die Vergnüglichen Reisebekanntschaften eines Pianisten von Conny Odd, gespielt von Siegfried Stöckigt auf youtube
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