Deutschfeistritz ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Steiermark in Österreich. Sie liegt im Norden des Bezirks Graz-Umgebung und Gerichtsbezirk Graz-West an der Mur.

Am 1. Jänner 2015 wurde im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform die vormals eigenständige Gemeinde Großstübing eingemeindet.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. Dezember 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Deutschfeistritz und der Gemeinde Großstübing, beide politischer Bezirk Graz-Umgebung. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 30. Dezember 2013. Nr. 185, 38. Stück. , S. 762.

Geografie Geografische Lage Deutschfeistritz liegt etwa 15 km nördlich der Landeshauptstadt Graz im Mittleren Murtal an der Mündung des Übelbachs in die Mur – und nicht, wie der Name vermuten lassen könnte, an der Feistritz. Die Gemeinde ist von der Nachbargemeinde Peggau auf der linken Seite der Mur nur durch den Fluss getrennt. Im Gemeindegebiet liegen die Gipfel Schartnerkogel, Gamskogel und Pfaffenkogel.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Arzwaldgraben () Deutschfeistritz () Großstübing () samt Bergwerk, Großstübing-Zerstreute Häuser, Hundsdorf, Kollmanngraben, Krienzgraben und Wartkogel Himberg () Kleinstübing () samt Dielach und SOS-Kinderdorf Kleinstübing Königgraben () Prenning () samt Eichberg und Zitoll Stübinggraben () samt Walchergraben Waldstein ()

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Deutschfeistritz, Großstübing, Kleinstübing, Königgraben, Prenning, Stübinggraben und Waldstein.

Eingemeindungen Im Zuge der steirischen Gemeindestrukturreform wurde die Gemeinde Deutschfeistritz am 1. Jänner 2015 mit der Gemeinde Großstübing fusioniert.

Nachbargemeinden

Geschichte

Der Ortsname geht auf urslawisch *Bystrica (Wildbach, Bach mit klarem Wasser) zurück. Der Name Deutschfeistritz entstand, um sich von Slovenska Bistrica (deutsch: Windisch-Feistritz) zu unterscheiden, einer Kleinstadt und Gemeinde in Slowenien.Slovenska Bistrica

Bei Deutschfeistritz befand sich ein Bergwerk, in dem hauptsächlich Blei und Zink abgebaut wurden. 1765 war sein erfolgreichstes Jahr mit 116 kg Silber, circa 22 Tonnen Blei und circa 104 Tonnen Bleiglätte. Der Bergbau wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingestellt.Leopold Weber: Die Blei-Zinkerzlagerstätten des Grazer Paläozoikums und ihr geologischer Rahmen. In: Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Band 12, Wien 1990, ISBN 978-3-900312-72-5, S. 261–269 (geologie.ac.at [PDF-Datei; 29 MB]).

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Thinnfeld mini|Pfarrkirche St. Martin und davor das denkmalgeschützte Mesnerhaus

Schloss Thinnfeld Sensenwerk Deutschfeistritz (heute Museum) 1849 von dem Hammerherrn Johann Pachernegg errichtet, wurden hier bis 1984 Sensen produziert. Zur Blütezeit verließen jährlich 60000 Sensen das Werk. Betrieben wurden die Hämmer durch sechs große Wasserräder. Seit der Restaurierung und Revitalisierung durch den „Kulturverein Sensenwerk Deutschfeistritz“ ist ein Industriedenkmal entstanden Gotische Pfarrkirche St. Martin und Kirchberg Der Kirchberg, das Wahrzeichen von Deutschfeistritz, ist eine 100 m hohe Erhebung im Ortskern nahe dem Marktplatz und der Marktmühle. Neben einem Ausblick über die in die grüne Landschaft eingebetteten Häuser bietet der Kirchberg auch zahlreiche Sportmöglichkeiten wie zum Beispiel Nordic Walking, Spazierwege, Rodelbahnen sowie Downhill-Möglichkeiten. Wirtschaftlich wird der Kirchberg als Weidefläche für die Schafszucht bzw. Ziegenzucht des örtlichen Pfarrers genutzt. Österreichisches Freilichtmuseum in Kleinstübing Schloss Stübing (ebenso in Kleinstübing; heute Teil des SOS-Kinderdorfes) Schloss Waldstein und Burgruine Waldstein in Waldstein Der Burgruine des Hungerturms in Waldstein Die Burgruine der Henneburg in Prenning Die Ruine der römerzeitlichen Villa rustica in Kleinstübing

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Straße: Deutschfeistritz liegt an der Pyhrn Autobahn A 9 und an der Brucker Schnellstraße S 35. Die nächstgelegene Anschlussstelle befindet sich im Knoten Peggau-Deutschfeistritz (165) in drei Kilometer Entfernung. Die Pyhrn Autobahn ist auch über die Anschlussstelle Übelbach (157) in sieben Kilometern erreichbar. Die Grazer Straße B 67, die parallel zur Pyhrn Autobahn in Richtung Graz verläuft, ist ebenfalls über den Knoten Peggau-Deutschfeistritz erreichbar. Im Gemeindegebiet befinden sich im Zuge der Pyhrn Autobahn die Autobahnraststätte Deutschfeistritz und der etwa 1200 m lange Schartnerkogeltunnel.

Eisenbahn: Deutschfeistritz besitzt eine Haltestelle an der Lokalbahn Peggau–Übelbach, die von den Steiermärkischen Landesbahnen betrieben wird. In den Ortsteilen Zitoll, Viertler/Prenning, Prenning, Waldstein und Himberg befinden sich ebenfalls Haltepunkte. Der Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz an der Südbahn mit stündlichen Schnellbahnanschlüssen (S1) befindet sich in der Nachbargemeinde Peggau in etwa einem Kilometer Entfernung. Im drei Kilometer entfernten Kleinstübing befindet sich der einzige Bahnhof der Marktgemeinde.

Flugverkehr: Der Flughafen Graz befindet sich in etwa 30 km Entfernung.

Tourismusverband Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Peggau, Übelbach, Gratkorn und Gratwein-Straßengel den Tourismusverband „OberGraz“. Dessen Sitz ist in Deutschfeistritz. Bis März 2016 firmierten Deutschfeistritz, Peggau und Übelbach als Tourismusverband „Deutschfeistritz-Peggau-Übelbach“.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 300. S. 624.

Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 6 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 7 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 7 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 5 SPÖ, 3 FPÖ, 1 GRÜNE und 1 Unabhängig.Neutral.Sozial für Deutschfeistritz. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 4 SPÖ, 3 FPÖ und 2 GRÜNE. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 5 SPÖ, 5 FPÖ und 1 GRÜNE.

Tabelle: Partei2020 2015 2010 2005 2000 Großgemeinde Deutschfeistritz Großstübing Deutschfeistritz Großstübing Deutschfeistritz GroßstübingStimmen%M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP11705512 1283 51 11 1230 51 12 172 63 6 1436 62 14 205 73 7 1378 61 14 191 73 7 SPÖ401194 582 23 5 797 33 7 100 37 3 797 34 7 75 27 2 642 29 6 70 27 2 FPÖ371173 344 14 3 260 11 2nicht kandidiert 88 4 0nicht kandidiert 143 6 1nicht kandidiert Die Grünen19392 187 7 1 102 4 0nicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiert U.N.S. (Unabhängig. Neutral.Sozial für Deutschfeistritz)nicht kandidiert 113 5 1nicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiert Menschen für Menschennicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiert 78 3 0nicht kandidiertnicht kandidiert Wahlbeteiligung60 % 74 % 77 % 91 % 76 % 87 % 79 % 85 %

Bürgermeister

seit 2011 Michael Viertler (ÖVP)

Wappen 80px|links

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 15. Juni 2016.61. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. Juni 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Deutschfeistritz (politischer Bezirk Graz-Umgebung), abgerufen am 17. Juni 2016 Die Blasonierung lautet: „In rotem Schild über silbernem, je dreifach gespitztem Dreiberg springend ein goldener Hirsch mit einem goldenen beblätterten Zweig im Äser.“

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde

2014: Wilma E. Schmidt-Högl (* 1949), Historikerin Hannes Bammer (1922–2017), Landesrat a. D. Rudolf Klug (1865–1950), Forstrat in Schloss Waldstein

Söhne und Töchter der Gemeinde

Peter Tunner (1809–1897), Eisenhüttenpionier Victor Franz Hess (1883–1964), Physiker und Nobelpreisträger Vincenz Liechtenstein (1950–2008), österreichischer Politiker, Enkel von Kaiser Karl I. Rudolf Egger (* 1959), Pädagoge und Hochschullehrer Marie-Theres Härtel (* 1983), Musikerin

Personen mit Bezug zu Deutschfreistitz Ernst Fischer (1899–1972), österreichischer Schriftsteller und Politiker (Bildungsminister), gestorben in Deutschfeistritz

Weblinks

Website der Gemeinde Steiermark360, 360°-Panorama Deutschfeistritz (Luftaufnahme)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort an der Mur Kategorie:Lavanttaler Alpen