Der Sport-Club Freiburg e. V. (kurz SC Freiburg, SCF oder SC) ist ein 1904 gegründeter Fußballverein aus Freiburg im Breisgau und gehört dem Südbadischen Fußball-Verband an. Die Herrenmannschaft des SC Freiburg spielt seit der Saison 2016/17 wieder in der Bundesliga. In der Ewigen Bundesligatabelle belegt der Verein den 18. Platz. Die Frauenmannschaft spielt seit dem Jahr 2011 ebenfalls wieder erstklassig in der Frauen-Bundesliga.

Die Vereinsfarben sind weiß-rot. Das Wappen enthält auf der linken Seite einen Greifenkopf und auf der rechten Hälfte das Kürzel SCF. Anfang Juli 2026 zählte der Verein 84.000 Mitglieder und ist damit der größte Verein in Baden und weltweit unter den größten Sportvereinen auf Platz 25. Die prägendsten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte sind Achim Stocker als Präsident sowie Volker Finke und Christian Streich als Trainer.

Geschichte 1904 bis 1933: Vorgängervereine und Frühzeit Die ältesten Vorgängervereine des SC waren der im März 1904 gegründete Freiburger FV 04 sowie der zwei Monate jüngere FC Schwalbe Freiburg. Am 3. März 1912 fusionierten der mittlerweile zu SV 04 umbenannte FV 04 und der erst zu FC Mars, dann zu FC Union umbenannte FC Schwalbe erstmals zum SC Freiburg. Der neu gegründete Verein hatte die Farben schwarz, weiß und gelb. Umgehend wurde eine Jugendabteilung gegründet. Zwei Jahre nach seiner Gründung unternahm der junge Verein eine erste Auslandsreise nach Norditalien, um zwei Freundschaftsspiele zu bestreiten. Gegen die SG Andrea Doria Genua, einem Vorgängerverein von Sampdoria Genua, erreichten die Breisgauer ein 2:2-Unentschieden, wenige Tage darauf folgte ein 1:4 beim FC Alessandria im Piemont.

1917, inmitten des Ersten Weltkriegs, konnte der Verein seinen ersten größeren Erfolg feiern. Im Bezirk 2 des Gau Oberrhein erlangte er die Meisterschaft vor dem Stadtrivalen Freiburger FC (FFC) und gewann mit einem Sieg gegen den SV Straßburg die Oberrhein-Meisterschaft. Gleiches gelang im Jahr darauf mit einer „Kriegsmannschaft“, die aus Spielern des SC sowie des FFC bestand. 1918 gewann sie dann auch die Südkreismeisterschaft gegen den SC Stuttgart, an dem man im Jahr zuvor noch gescheitert war.

Am 13. Dezember 1919 schloss sich der Verein der Freiburger Turnerschaft von 1844 (früher: Freiburger TV 1844) an. Im Juni stand mit Oskar Müller erstmals ein SC-Spieler im Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft. Im Zuge des Streits zwischen Turn- und Sportverbänden traten die Fußballer 1923 wieder aus, um wieder den SC Freiburg als eigenständigen Fußballverein zu bilden. Im selben Jahr stieg der Verein in die Bezirksliga Württemberg-Baden auf, damals die höchstmögliche Spielklasse. Nach einem Abstieg in die Kreisklasse Südbaden 1925 stieg der SCF erneut auf und hielt sich bis 1933 in der Bezirksliga Württemberg-Baden, mit dem bis dahin größten Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte: Nach einem dritten Platz im Jahr 1928 kommt es in einer Qualifikationsrunde zu einem Aufeinandertreffen mit dem amtierenden deutschen Meister, dem 1. FC Nürnberg, das mit einem 2:1-Sieg für die Freiburger endete.

1933 bis 1945: Die Zeit des Nationalsozialismus Die nationalsozialistische Machtergreifung spiegelte sich auch in den Vereinsstrukturen des SC Freiburg wider. Auf Anordnung des DFB durften von nun an weder jüdische noch kommunistische Personen mehr leitende Funktionen im Verein übernehmen. Im Zuge der Gleichschaltung wurde der NSDAP-Stadtrat Ludwig Siedler neuer "Vereinsführer", der den Verein gemäß Führerprinzip als einzelne Person leitet. Bekannt ist auch die Geschichte des jüdischen Kaufmanns Sigmund Günzburger. Dieser war bis 1920 Vizepräsident des Klubs, wurde später nach Auschwitz deportiert, wo er 1942 ermordet wurde.fussballmuseum.de: Sigmund Günzburger, abgerufen am 30. Mai 2024 In der neu gegründeten Gauliga Baden, in der die besten badischen Fußballvereine antraten, stieg der SC in der ersten Saison 1933/34 als abgeschlagener Tabellenletzter ab, Meister wurde der SV Waldhof Mannheim. Fortan spielten die Breisgauer in der Bezirksliga Oberbaden, in der sie in den Jahren 1935 und 1936 zwar Meister wurde, jedoch in der Aufstiegsrunde zur Gauliga scheiterte. 1937 wurde der Verein das dritte Jahr in Folge Meister in der Bezirksliga, doch das Wintererstadion, in dem bislang die Spiele ausgetragen wurden, wurde zerstört und abgebaut. In der Folge schloss sich der SC Freiburg erneut der Freiburger Turnerschaft an, um auf deren Plätzen zu spielen. Nach weiteren Jahren in der Bezirksliga gelang 1941 erneut die Meisterschaft, und dann – nach vier ungekrönten Meisterschaften – der Aufstieg in die sogenannte Bereichsliga, Nachfolger der Gauliga. Nach dem direkten Wiederabstieg in der Saison 1941/42 folgte ein erneuter Aufstieg und dann wieder ein Abstieg 1943/44, bis die FT und damit der Sport-Club von der Besetzungsmacht aufgelöst wurde.

Zur weiteren Aufarbeitung der SC-Geschichte im Nationalsozialismus gab der Verein eine Studie in Auftrag, die im November 2024 im Herder Verlag erschien. Die Studie räumt mit einigen gängigen Vereinsmythen auf.

1945 bis 1978: Die Nachkriegszeit mini|Logo des VfL Freiburg (1946 bis 1949)

Im Februar 1946 erlaubte die französische Besatzungsmacht die Wiedergründung von Sportvereinen, jedoch mussten alle Vereine ihren Namen wechseln. Daraufhin entstand aus der Freiburger Turnerschaft inklusive Sport-Club der VfL Freiburg. Der größte Erfolg des VfL, der vor allem in der Landesliga Südbaden spielte, war das Erreichen des südbadischen Pokalfinales, in dem er im Freiburger Möslestadion dem VfL Konstanz mit 1:2 unterlag. Ab 1949 lautete der Vereinsname wieder Freiburger Turnerschaft von 1844/Sport-Club. In den Folgejahren spielte der Verein in niedrigen Amateurligen, bis 1952 die Fußballer erneut austraten und den bis heute bestehenden SC Freiburg e. V. gründeten. Der erste Vorsitzende der Vereinsgeschichte war Hubert Pfaff, die Vereinsfarben von nun an weiß-rot.

Ab 1950 spielte der Verein in der neu gegründeten drittklassigen 1. Amateurliga Südbaden. Nach einigen Platzierungen im Tabellenmittelfeld in den frühen 1960er-Jahren wurden die Freiburger 1965 und 1968 unter Trainer Hans Diehl Meister, scheiterten aber in der Aufstiegsrunde 1965 und in der Aufstiegsrunde 1968 zur Regionalliga Süd. 1970 wurde die Südtribüne des Dreisamstadions fertiggestellt, das noch Jahre danach die Spielstätte des Vereins bleiben sollte. mini|Achim Stocker, 1972 bis 2009 Vereinspräsident|links|280x280px Im selben Jahr wurde Achim Stocker zum 3. Vorsitzenden gewählt, 1972 wurde er dann 1. Vorsitzender – ein Amt, das er bis zu seinem Tod im November 2009 ausfüllte. Im Jahr 1972 teilten Helmut Köbele (2. Vorsitzender) und Achim Stocker (3. Vorsitzender) dem Spieler Manfred Brief mit, dass er das Traineramt zu übernehmen habe, was dieser für die nächsten 7 Jahre ohne Trainerschein tat. Rückblickend sagte Brief über seine Verpflichtung: „Mehr oder minder im Vorbeigehen wurde mir mitgeteilt, dass ich von morgen an Trainer des SC Freiburg zu sein hätte“

In der Saison 1974/75 platzierte sich der SC als Vizemeister der Amateurliga Südbaden vor dem lokalen Konkurrenten Freiburger FC.

1978 bis 1991: Aufstieg unter Brief und 15 Jahre 2. Bundesliga mini|Historisches Logo des SCF (1952 bis 1958)

In der Saison 1977/78 gewann der SCF unter Trainer Manfred Brief die Meisterschaft in der 1. Amateurliga Südbaden, wurde nach Spielen gegen den SSV Ulm 1846, den SSV Reutlingen und den FV Weinheim Erster der Gruppe Baden-Württemberg in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga Süd, und stieg damit erstmals in die 2. Bundesliga (Süd) auf.

Für die Saison 1978/79 wurde Joachim Löw als Spieler von den Sportfreunden Eintracht Freiburg verpflichtet, der in Folge Rekordtorschütze des Vereins wurde und dies bis 2020 blieb. In der damals noch zweigeteilten 2. Bundesliga traf der SC wieder auf den Rivalen FFC, der bereits seit 1977 in der zweithöchsten Spielklasse vertreten war. In der ersten Saison im Profifußball landete der SC auf Rang 15 und entging nur knapp dem direkten Abstieg. Aufstiegstrainer Brief legte nach 7 Jahren sein Amt während der Saison im Einvernehmen mit der Vereinsführung nieder. mini|Manfred Brief (rechts), Trainer von 1972 bis 1978|280x280px In der Saison 1979/80 wurde der SC sechster und landete damit vor dem Rivalen FFC, der die Saison nur auf Rang neun abschloss. Gegen den Karlsruher SC, der am Saisonende als Tabellenzweiter in die 1. Bundesliga aufstieg, gelang den Freiburgern ein überraschender 1:0-Erfolg.

In der Saison 1980/81 belegte der SC unter Trainer Karl-Heinz Bente den siebten Platz und qualifizierte sich damit für die ab 1981/82 in Deutschland nur noch eingleisige 2. Bundesliga. Konkurrent FFC wurde zehnter und konnte sich damit gerade auch noch qualifizieren. Allerdings stieg dieser in der Folgesaison 1982 ab, womit der Sport-Club seither der höherklassige Freiburger Fußballverein ist.

Der DFB-Pokal 1980/81 brachte für den jungen Zweitligisten einen beachtlichen Erfolg: Nach einem Erstrundensieg über den Bremer SV hieß der Gegner in der zweiten Hauptrunde 1. FC Köln. Vor 17.000 Zuschauern im Möslestadion gewannen die Freiburger das Wiederholungsspiel gegen den Bundesligisten mit 3:1, nachdem das erste Spiel in Köln mit 1:1 endete. Auch die dritte Pokalrunde überstand der SC – hier wurde Hessen Kassel nach Verlängerung mit 2:1 besiegt, ehe er im Achtelfinale am Erstligisten Eintracht Braunschweig scheiterte. 280x280px|mini|Zweitligakader 1986/87 Während der 15 Jahre, die der Sport-Club in Folge in der 2. Bundesliga spielte, hatte die Mannschaft 20 verschiedene Cheftrainer. 1987 wurde Christian Streich als Spieler von den Stuttgarter Kickers verpflichtet.

1991 bis 2007: Die Ära Finke mit dem historischen Aufstieg und zehn Bundesligaspielzeiten +Ligaplatzierungen 1991–2007 Saison Liga Platz Tore Punkte 1991/92 2. Bundesliga Süd 3 52:41 37:27 1992/93 2. Bundesliga 1 102:57 65:27 1993/94 Bundesliga 15 54:57 28:40 1994/95 Bundesliga 3 66:44 46:22 1995/96 Bundesliga 11 30:41 42 1996/97 Bundesliga 17 43:67 29 1997/98 2. Bundesliga 2 57:36 61 1998/99 Bundesliga 12 36:44 39 1999/00 Bundesliga 12 45:50 40 2000/01 Bundesliga 6 54:37 55 2001/02 Bundesliga 16 37:64 30 2002/03 2. Bundesliga 1 58:32 67 2003/04 Bundesliga 13 42:67 38 2004/05 Bundesliga 18 30:75 18 2005/06 2. Bundesliga 4 41:33 56 2006/07 2. Bundesliga 4 55:39 60 grün unterlegt: Aufstieg in die Bundesligarot unterlegt: Abstieg in die 2. Bundesliga

1991 wurde Volker Finke als Trainer verpflichtet, der vom 1. SC Norderstedt kam, nachdem er zuvor 1990 den TSV Havelse bis in die 2. Bundesliga geführt hatte. Mit Stefan Beneking, Jens Todt und Thomas Vogel brachte dieser drei weitere Spieler aus Havelse mit. Co-Trainer wurde Achim Sarstedt. Finke brachte eine neue erfolgreiche Spielweise mit. Er teilte das Spielfeld in Zonen ein, für die seine Spieler je nach Position verantwortlich waren. Dass ein Akteur seinen Gegenspieler übers ganze Feld verfolgt, wie in Zeiten der Manndeckung üblich, war bei Finke verpönt. "Übergeben" hieß das Zauberwort. Finke forderte Überzahl in Ballnähe und führte das Kurzpassspiel ein. Der Homburger Gegenspieler Michael Hubner kommentierte die Spielweise wie folgt: "Was seid ihr eigentlich für eine Truppe? Man hat das Gefühl, bei euch sind immer zwei Mann mehr auf dem Platz." Zur ersten gesamtdeutschen Saison 1991/92 wurde die 2. Bundesliga in die Staffeln Nord und Süd mit je zwölf Mannschaften aufgeteilt, deren Tabellenerste in die Bundesliga aufstiegen. Nachdem der SC Freiburg zunächst Platz 1 belegt hatte und auch Herbstmeister war, zog im Laufe der Aufstiegsrunde der 1. FC Saarbrücken an ihm vorbei, wodurch der Aufstieg verpasst wurde. 280x280px|mini|Aufstiegsfeier vor dem Rathaus am 27. Mai 1993 Zu Beginn der folgenden Saison 1992/93 lobte Finke ein besseres Ergebnis wie im Vorjahr aus. Achim Stocker hingegen, versuchte die aufkommende Euphorie und die damit verbundene Erwartungshaltung zu bremsen und Finkes Ehrgeiz einzudämmen: