mini|Witali Jefimow Witali Nikolajewitsch Jefimow (, englische Transkription Vitaly Efimov; * 1938 in Leningrad) ist ein russischer theoretischer Physiker, der 1970 voraussagte, dass ein quantenmechanisches System von drei Bosonen unendlich viele gebundene Zustände bilden könne, auch wenn jeweils zwei davon zusammen dies nicht können.Energy levels arising from resonant two-body forces in a three-body system. In: Physics Letters B. Band 33, 1970, S. 563
Seine Efimov-Zustände stießen bei ihrer Einführung auf Unglauben, wurden aber 2005 von einer Arbeitsgruppe um Rudolf Grimm und Hanns-Christoph Nägerl am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck erstmals experimentell bestätigt und die entsprechende Arbeit 2006 in der Wissenschaftszeitschrift Nature veröffentlicht.Evidence for Efimov quantum states in an ultracold gas of caesium atoms. In: Nature, Band 440, 2006, S. 315–318.
Jefimow wurde 1966 am Joffe-Institut in theoretischer Physik bei Miron Amusia und Lev Sliv promoviert. Er ging 1989 in die USA und lehrt derzeit an der University of Washington in Seattle. Seit 2000 ist er Fellow der American Physical Society.
2018 wurde er gemeinsam mit Rudolf Grimm mit der erstmals vergebenen Faddeev-Medaille geehrt.derStandard.at: Innsbrucker Experimentalphysiker Rudolf Grimm mit Faddeev-Medaille ausgezeichnet. Artikel vom 10. Juli 2018, abgerufen am 11. Juli 2018.
Efimov-Zustände Efimov-Zustände (vorhergesagt 1970 von Vitaly Efimov) sind universelle, schwach gebundene Drei-Teilchen-Zustände, die auftreten, wenn die Zwei-Körper-Wechselwirkung resonant ist (große Streulänge |a| im Vergleich zur Reichweite der Kraft). Sie zeigen diskrete Skaleninvarianz und sind in der ultrakalten Atomphysik und Kernphysik (z. B. bei Triton) relevant. Bei resonanter Zwei-Körper-Wechselwirkung entsteht eine effektive langreichweitige Drei-Körper-Anziehung. Das führt zur (im idealen Nullreichweiten-Limit unendlichen) Folge von gebundenen Zuständen, deren Größen bzw. Bindungsenergien geometrisch skaliert sind. Die universelle Skalenkonstante ist dabei
wobei (circa 1,00624) die Lösung einer transzendenten Gleichung für identische Bosonen ist. Die Energien skalieren daher mit dem Quadrat dieses Faktors (circa 515). Diese Zahl ist unabhängig von Details der kurzreichweitigen Wechselwirkung und von der Masse der Teilchen. Sie beschreibt die diskrete Skalensymmetrie des Efimov-Effekts. Experimentell beobachtet wurde der Effekt in ultrakalten Atomgasen (Feshbach-Resonanzen).
Abgrenzung zu G. E. Efimov Quark-Confinement und Hadronbildung werden durch die nicht-perturbative QCD (Gluonen-Dynamik, String-Spannung, Instantonen usw.) beschrieben. Es gibt Modelle von G. V. Efimov (einem anderen Physiker) zum Quark-Confinement und zu baryonischen Drei-Quark-Zuständen (Quark-Diquark-Näherung), die nichts mit dem Efimov-Effekt zu tun haben. Hier besteht die Gefahr der Verwirrung durch zufällige Namensgleichheit.Efimov, G.V., Ivanov, M.A. & Lyubovitskij, V.E. Quark-diquark approximation of the three-quark structure of baryons in the quark confinement model. Z. Phys. C - Particles and Fields 47, 583–594 (1990). Artikel vom Dezember 1990, abgerufen am 8. September 2026.
Weblinks Bosonische Dreieinigkeit - Innsbrucker Physiker bestätigen 35 Jahre alte Theorie Evidence for Efimov quantum states in an ultracold gas of Cs atoms
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (University of Washington) Kategorie:Fellow der American Physical Society Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Mann