Bischbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld. mini|Bischbrunn von Norden
Geografie Geografische Lage Im Ort entspringt der Esselbach, der über den Wachenbach der Hafenlohr zufließt. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit auf dem Gipfel des Geiersberges, der höchsten Erhebung des Spessarts. Der niedrigste liegt am Haslochbach, in der Nähe der Zwieselmühle auf .
Gemeindegliederung Bischbrunn hat acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben), die sich teils auf der Gemarkung Bischbrunn, teils auf der Gemarkung Oberndorf befinden: Hier neun Gemeindeteile, da Kropfbrunn noch bei Bischbrunn aufgelistet wird. Bischbrunn (Pfarrdorf) Neubau (Einöde) Oberndorf (Kirchdorf) Schleifhof (Einöde) Schleifmühle (Einöde) Straßlücke (Weiler) Sylvan im Weihersgrund (Einöde) Torhaus Aurora (Einöde)
Der Weiler Breitsol ist kein Gemeindeteil.
Es gibt die Gemarkungen Bischbrunn, Bischbrunner Forst, Fürstl. Löwenstein’scher Park (nur Gemarkungsteil 0) und Oberndorf.
Nachbargemeinden
Name Etymologie Der Name Ortsname besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern Bischof und Brunne. Es bedeutet Bischofsquelle und geht auf einen Mainzer Erzbischof zurück. Nach der Beschreibung in der Gründersage ist wohl damit der Kändelsbrunnen gemeint.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1423 Bischofbrunnen 1791 Bischbrun 1819 Bischbrunn
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Als Teil des Erzstiftes Mainz fiel Bischbrunn im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 zu Bayern kam. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Verwaltungsgeschichte Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Bischbrunn lag. 1939 wurde reichsweit die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Bischbrunn war nun eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld. Mit der Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld kam Bischbrunn am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Oberndorf (mit Neubau und Sylvan im Weihergrund) eingegliedert. Auf Antrag der Gemeinde wurde durch Verordnung der Regierung von Unterfranken zum 1. Januar 2009 das bisher gemeindefreie Gebiet „Bischbrunner Forst“ mit 28,22 km² Fläche neues Hoheitsgebiet der Gemeinde Bischbrunn. Das Gemeindegebiet umfasst jetzt 36,18 km² mit dem 586 m hohen Geiersberg, der höchsten Erhebung des Spessarts. Dieser ist weithin sichtbar durch den Sender Breitsol.
Ausgemeindungen Am 1. Januar 2008 wurde Kropfbrunn in die Gemeinde Altenbuch ausgemeindet. Bereits früher war die Zwieselmühle zur Gemeinde Schollbrunn umgegliedert worden.Die Zwieselmühle ist im Ortsverzeichnis 1964 noch bei Bischbrunn, abgerufen am 28. Juni 2020
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1731 auf 1774 um 43 Einwohner bzw. um 2,5 %. 1961: 1633 Einwohner 1970: 1855 Einwohner 1987: 1723 Einwohner 1991: 1841 Einwohner 1995: 1904 Einwohner 2000: 1917 Einwohner 2005: 1866 Einwohner 2010: 1836 Einwohner 2015: 1796 Einwohner 2025: 1808 Einwohner
Gründersage Bischbrunn Am Fuße des Geyersberges, der höchsten Höhe des Spessartwaldes, zog von Alters her der Hauptverkehrsweg zwischen Aschaffenburg und Marktheidenfeld. Die Mainzer Bischöfe, einst Besitzer des Spessarts, pflegten hier oben nicht nur die Jagd auf Rot- und Schwarzwild, sondern passierten diesen Weg auch auf Reisen nach dem benachbarten Würzburg.
Bei einer solchen Gelegenheit war es, dass auf diesem ungastlichen Weg, man traf damals stundenlang hier keine menschliche Ansiedlung, dem Gefolge des Bischofs die Getränke ausgingen. Die Reise war beschwerlich und beim Abstieg vom Geyersberg machte sich die Mittagssonne, die hell vom blauen Himmel niederschien, durch Erregung allgemeinen Durstgefühls bemerkbar. Auch der Bischof wünschte einen frischen Trunk.
Da fand ein waldeskundiger Diener unfern der Straße, halbwegs zwischen dem heutigen Torhaus Aurora und Strasslücke einen frisch sprudelnden Quell. Er füllte den Becher und reichte den ersten Trunk dem Bischof. Dieser kostete das erfrischende Nass, gab dem Diener den Becher zurück und befahl hochbefriedigt, dass man die Quelle fortan den Bischofsbrunnen nenne. Unterhalb desselben erhob sich bald ein Forsthaus und an dasselbe schloss sich nach und nach eine Ansiedlung an, die den gleichen Namen, nur abgekürzt, Bischbrunn, führt.
Politik Von 1984 ab war Richard Krebs 30 Jahre Erster Bürgermeister. Ihm folgte von 2014 bis zu seinem frühen Tod am 23. April 2016 Joachim Engelhardt (Bürgerliste). Ab dem 25. August 2016 war Agnes Engelhardt (Bürgerliste) Bürgermeisterin. Sie wurde am 15. März 2020 mit 87,6 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 trat nur die Bürgerliste mit ihrem Kandidaten Fabian Beck an, der mit 74,0 % der Stimmen gewählt wurde. Mit ihm hat die Gemeinde Bischbrunn seit dem 1. Mai 2026 erstmals einen hauptamtlichen Bürgermeister.
Wappen
Religion Bischbrunn ist katholisch geprägt. Es gibt zwei Pfarrgemeinden.
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 88 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 861 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 773 Personen größer als die der Einpendler. 20 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es acht landwirtschaftliche Betriebe.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): Zwei Kindertageseinrichtungen mit 111 genehmigten Plätzen und 71 Kindern Eine Grundschule: Spessartgrundschule Bischbrunn mit Nachmittagsbetreuung im Rahme einer offenen Ganztagesschule
Sehenswürdigkeiten
Weblinks
Homepage
Chronik über die Flächenzuteilung von gemeindefreier Fläche im Jahr 2009
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1818