Zigeunerliebe (ungarisch Cigányszerelem) ist eine romantische Operette in drei Akten von Franz Lehár. Das Libretto stammt von Alfred Maria Willner und Robert Bodanzky. Die Uraufführung fand am 8. Januar 1910 am Carltheater in Wien statt. Franz Lehár komponierte diese Operette zeitgleich mit seinen beiden Operetten Der Graf von Luxemburg und Das Fürstenkind.

Werk Für die Dramatik und die romantische Stimmung des Stoffs hat Lehár wieder die Klänge der ihm vertrauten ungarischen Zigeunermusik eingesetzt, aber nicht nur die Csárdásrhythmen oder den typischen Zymbalklang, sondern vor allem vielfache Moll-Eintrübungen der Melodik und Harmonik.Anton Würz: Reclams Operettenführer. 18. Auflage. 1985. Philip Reclam jun. Stuttgart, S. 149/150.

Die Rolle des Jonel Bolescu wurde bei der Uraufführung von Max Rohr gesungen.

1943 bearbeitete Lehár das Werk für die Budapester Bühne als Oper, Garabonciás.

Handlung Zorikas Verlobung mit dem charmanten und zugleich grundsoliden Jonel steht unmittelbar bevor. Doch eigentlich hat es ihr dessen Halbbruder, der feurige und flatterhafte Zigeunergeiger Józsi viel eher angetan, mit dem sie am liebsten auf und davon gehen würde. Ratlos, wie sie sich entscheiden soll, entsinnt sich Zorika des alten Volksglaubens, dass ein Mädchen, das in der Verlobungsnacht Wasser aus dem Fluss Czerna trinkt, die Zukunft voraussehen kann. Sie trinkt von dem Wasser, wird vom Nixengesang in den Schlaf gesungen und erlebt im Traum den Verlauf ihrer möglichen Verbindung zu Józsi. Wieder aufgewacht, ist sie froh, nur geträumt zu haben. Sie erkennt ihre wahren Gefühle und weiß, wohin sie gehört: zu Jonel.

Orchester Die Orchesterbesetzung der Oper umfasst die folgenden Instrumente:

Holzbläser: zwei Flöten (2. auch Piccolo), zwei Oboen, zwei Klarinetten, Tárogató, zwei Fagotte Blechbläser: vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba Pauken, Schlagzeug: große Trommel, Becken, hängendes Becken, kleine Trommel, Triangel, Tamtam, Glockenspiel, Zimbal Harfe Streicher Bühnenmusik: Zigeunerkapelle (Streichquintett, zwei Klarinetten, Zimbal), Glocken, Orgel oder Harmonium, Violine (virtuos)

Bekannte Lieder Ich bin ein Zigeunerkind War einst ein Mädel Glück hat als Gast nie lange Rast Es liegt in blauen Fernen Hör' ich Cymbalklänge Zorika, Zorika, nun bist du mein Endlich, Józsi, bist du hier Schöne Tage Nur die Liebe macht (hält) uns jung Sag mir, o sag mir was die Liebe ist (Heckenröslein-Lied)

Verfilmungen 1974 gab es eine Fernsehverfilmung mit Janet Perry (Zorika), Ion Buzea (Józsi), Adolf Dallapozza (Jonel), Colette Lorand (Ilona). Regie: Václav Kašlík.

Literatur Volker Klotz: Operette. Porträt und Handbuch einer unerhörten Kunst. Bärenreiter, Kassel 2004, ISBN 3-7618-1596-4.

Weblinks Zigeunerliebe im Operetten-Lexikon

Einzelnachweise

Kategorie:Operettentitel Kategorie:Werk von Franz Lehár Kategorie:Operette aus dem 20. Jahrhundert Kategorie:Musik 1910 Kategorie:Alfred Maria Willner