Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Ulm Gliederung: 30 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 71.000 Adresse desDekanatamtes: Pfarrstraße 45, 73033 Göppingen Dekan Hartmut Zweigle

Der Evangelische Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er entstand 2026 durch Fusion der vorigen Kirchenbezirke Geislingen an der Steige und Göppingen.

Geografie Der Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen liegt im Osten der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst überwiegend das untere und obere Tal der Fils und deren Seitentäler sowie die südlich anschließende Hochfläche der Schwäbischen Alb. mini|Lage des Kirchenbezirks Geislingen an der Steige innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg (Stand 2006) mini|Lage des Kirchenbezirks Göppingen innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg (Stand 2006) Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen grenzt an folgende Kirchenbezirke: Ostalb, Heidenheim, Ulm/Alb-Donau (alle Prälatur Ulm), Kirchheim unter Teck (Prälatur Stuttgart) und Schorndorf (Prälatur Heilbronn) sowie Bad Urach-Münsingen (Prälatur Reutlingen).

Geschichte Der Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen entstand zum 1. Januar 2025 durch Fusion der vorigen Kirchenbezirke Geislingen an der Steige und Göppingen.

Geislingen an der Steige gehörte vor 1803 zur Freien Reichsstadt Ulm. Von dort wurde 1531 die Reformation eingeführt. Als erster evangelischer Stadtpfarrer ist Paul Beck überliefert. 1810 kam das Gebiet um Geislingen an Württemberg. Von dort wurde am 23. November 1810 das Dekanat Geislingen errichtet, dessen Dekan jedoch zunächst mit der Pfarrei Altenstadt (das damals noch eine selbständige Gemeinde war) verbunden wurde. Das Dekanat gehört zum Generalat Ulm, aus der später die heutige Prälatur Ulm hervorging.

1833 wurde der Stadtpfarrer von Geislingen zum Dekan ernannt und der Sitz des Dekanats von Altenstadt nach Geislingen verlegt. Das Dekanat war identisch mit dem alten württembergischen Oberamt Geislingen, doch veränderte sich seine Grenzen dann mehrmals. Als das Oberamt Geislingen 1938 aufgelöst wurde, blieb der Kirchenbezirk Geislingen bestehen.

Das Dekanat Göppingen (damalige Bezeichnung Spezialsuperintendentur) wurde schon 1532, kurz nach der Reformation in Württemberg errichtet und gehört somit zu den ältesten Dekanaten der Landeskirche. Zum Dekan wurde der Pfarrer der Stadtkirche in Göppingen ernannt. Im 16. Jahrhundert war zeitweise der Dekanssitz in Ebersbach, weil der Göppinger Pfarrer zugleich Generalsuperintendent war. Das Dekanat Göppingen veränderte seine Grenzen mehrmals und zu Beginn des 19. Jahrhunderts war sein Gebiet identisch mit dem alten württembergischen Oberamt Göppingen. Es gehört zunächst zum Generalat Adelberg, ab 1598 zum Generalat Denkendorf, ab 1810 zum Generalat Urach und seit 1823 zum Generalat Ulm, aus dem die heutige Prälatur Ulm hervorging.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan bzw. der Dekanin. Derzeitiger Dekan ist Hartmut Zweigle, vormals Dekan von Göppingen.

Dekane des Kirchenbezirks Göppingen 1803–2024

1803–1811: Georg Friedrich Fischhaber

1812–1840: Erhard Wilhelm Gottfried Burk 1840–1870: Johann Ernst Osiander 1870–1886: Karl Friedrich Klaiber 1887–1889: Karl Ludwig Kalchreuter (1827–1889) 1889–1901: Karl August Schnaidt (1837–1902) 1902–1912: Karl Heinrich Adolf Hoffman (1844–1912) 1912–1913: Paul Hornberger 1913–1928: Julius Karl August Kalchreuter (1857–1943) 1928–1946/47: Otto Stahl(1876–1972) 1947–1950: Gotthilf Weber (1900–1987) 1950–1967: Gerhard Pfänder (1901–1981) 1967–1979: Karl Philippi (1914–1998) 1979–1991: Frieder Mörike (1929–2015) 1992–2008: Dieter Kunz (* 1944) 2008–2019: Rolf Martin Ulmer (* 1958) 2020–2024: Hartmut Zweigle (* 1962)

Dekane des Kirchenbezirks Geislingen seit 1810–2024 1810–1814: Johann Jakob Miller, Dekan in Altenstadt, bereits ab 1790 dort Pfarrer 1814–1821: Karl Ulrich Gaab, Dekan in Altenstadt 1821–1832: Karl August Faber, Dekan in Altenstadt 1833–1835: Friedrich August Scholl, Dekan in Geislingen, bereits seit 1830 Stadtpfarrer 1836–1844: Franz Gottlieb Kapff 1845–1875: Ludwig Majer 1875–1889: Georg August Friedrich Roth (1826–1897) 1889–1896: Karl Albert Wilhelm Bacmeister (1845–1920) 1896–1906: Hermann Paul Dopffel (1851–1943) 1906–1933: Theophil Aichelin 1933–1949: Rudolf Brügel (1884–1959) 1949–1958: Karl Knoch (1894–1976) 1958–1968: Jakob Straub (1913–1997) 1969–1980: Paul Lempp (1915–1999) 1981–1995: Hermann Stahl (1931–2026) 1995–2014: Gerlinde Hühn (* 1949) 2014–2024: Martin Elsässer (* 1958)

Dekane des Kirchenbezirks Geislingen-Göppingen seit 2025

seit 2025: Hartmut Zweigle (* 1962)

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen gibt es insgesamt 30 Kirchengemeinden, die in 4 Distrikte gegliedert sind. Die Kirchengemeinden gehören zu politischen Städten und Gemeinden die überwiegend dem Landkreis Göppingen angehören.

Kirchengemeinde Albershausen-Schlierbach Die Kirchengemeinde Albershausen-Schlierbach umfasst die Gemeinden Albershausen und Schlierbach.

Eine Kirche wurde in Albershausen 1275 erstmals erwähnt. Das Patronat kam über das Stift Wiesensteig an Württemberg. Die spätgotische Johanneskirche wurde um 1455 erbaut und 1701, 1800, 1869–87, 1953 und 1971 erneuert. Sie hat einen Chor mit Kreuzrippengewölbe, in dem sich bis 1971 eine Orgelempore befand. Der Westturm wurde nach einem Brand von 1781 neu erbaut. Das Weilheimer Künstlerehepaar Gisela Dreher-Richels und Gerhard Dreher waren 1971/1972 für die künstlerische Renovierungskonzeption und die ornamentale Chorverglasung (Ausführung: Kunstglaserei Hack in Weilheim) verantwortlich. Bis 1970 gehörte auch die Filialkirchengemeinde Bünzwangen zu Albershausen, bevor diese mit Wirkung vom 1. Januar 1971 von Albershausen getrennt und der neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Ebersbach als vierte Teilkirchengemeinde angegliedert wurde.

Eine Kirche in Schlierbach wurde bereits 1275 erwähnt. Der Kirchensatz gelangte über die Hofwart von Kirchheim an die von Randeck, dann an Salome von Lichtenstein und schließlich an das Stift Kirchheim, dem die Kirche 1465 inkorporiert wurde. Die Kirche steht in einem erhöht gelegenen ehemaligen Kirchhof. Das Schiff mit netzrippengewölbtem Chor wurde 1497, der Turm 1498 erbaut.

Kirchengemeinde am Hohenstaufen Zur Kirchengemeinde am Hohenstaufen gehören die Orte Wäschenbeuren, Wäscherhof, Lindenbronn, Hohenstaufen, Hohrein, Maitis, Lenglingen und Reitprechts.

Schon 1228 wurde in Hohenstaufen ein Dekan erwähnt. Graf Ulrich schenkte die Pfarrkirche, die ab 1589 St. Jakobskirche genannt ist, dem Kloster Adelberg, dem sie 1454 inkorporiert wurde. Dieses seit 1859 als Barbarossakirche benannte Gotteshaus im Eigentum der evangelischen Gemeinde, eine spätgotische Chorturmanlage des 15. Jahrhunderts, wird von der katholischen Gemeinde St. Maria in Göppingen für Gottesdienste genutzt. Die benachbarte heutige evangelische Pfarrkirche wurde 1833 von Karl Marcell Heigelin entworfen, posthum 1838/39 erbaut und 1934 von Hans Seytter erweitert und restauriert. Dabei schuf Walter Kohler das farbige Rundbogenfenster und in zwei Abschnitten das große Weltgerichtsfresko: 1934 das Mittelteil (Weltenrichter in der Mandorla, mit zwei Chören der Seligen und zwei Engels-Chören, Krone und Marterwerkzeuge tragend) und 1940 die Seitenteile mit endzeitlichen Gleichnissen und Motiven, darunter optisch markant der Kampf Michaels mit dem Drachen als (auch zeitgeschichtliches) Symbol des Bösen. Das Fresko korrespondiert inhaltlich mit Walter Kohlers Westfenster in der benachbarten Barbarossakirche.

Lenglingen ohne Kirchengebäude, politisch zum Klosteramt Lorch, ab 1807 zur Gemeinde Großdeinbach, mit dieser ab 1. März 1972 zur Stadt Schwäbisch Gmünd und erst seit 1. Januar 1973 zur Stadt Göppingen gehörig, war kirchlich zunächst Filiale von Straßdorf. Nach der Reformation wurde es der Pfarrei Hohenstaufen zugeordnet.

Maitis gehörte politisch bis 1826 zur Gemeinde Hohenstaufen. Kirchlich war es zunächst Filiale von Lorch, seit 1680 von Hohenstaufen. Die spätgotische Kirche St. Leonhard und Maria in Maitis wurde 1464 erbaut. Seit 2014 ist die Kirchengemeinde Maitis Teil der Kirchengemeinde Hohenstaufen.

Ottenbach blieb nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Hohenstaufen zugeordnet. Seit 2015 gehört Ottenbach zur Christuskirchengemeinde Eislingen.

Bis 1933 gehörte auch der Täleshof (damals Großeislingen, heute Eislingen/Fils) zur Kirchengemeinde Hohenstaufen. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 3. März 1933 wurde der Täleshof der damaligen Kirchengemeinde Großeislingen (heute Kirchengemeinde Eislingen-Ottenbach) zugeordnet.

Zum 1. Januar 2018 wurde der Ort Wäschenbeuren, der bis dahin zu Rechberghausen gehörte, mit der Kirchengemeinde Hohenstaufen verbunden. Wäschenbeuren und Rechberghausen waren nach der Reformation katholisch geblieben. Überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu. Diese gehörten im Falle Wäschenbeurens und den zugehörigen Weilern Beutenmühle, Lindenbronn, Schützenhof, Wäscherhof und Ziegelhütte zur Kirchengemeinde Lorch (damals Kirchenbezirk Welzheim, heute Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd). Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Januar 1955 wurde die Filialkirchengemeinde Rechberghausen als Tochtergemeinde der Muttergemeinde Bartenbach errichtet und eine eigene Pfarrei in Rechberghausen errichtet, schließlich durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. Oktober 1974 von der Mutterkirchengemeinde Bartenbach getrennt und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Gleichzeitig wurden ihr die evangelischen Bewohner aus Wäschenbeuren und den zugehörigen Weilern zugeordnet. Später wurde in Wäschenbeuren ein eigenes Pfarramt und ein Gemeindehaus errichtet. Wäschenbeuren wurde dann zum 1. Januar 2018 von Rechberghausen gelöst und mit der Kirchengemeinde Hohenstaufen zur neuen Kirchengemeinde am Hohenstaufen verbunden. Das Gemeindehaus Wäschenbeuren wurde 2008 erweitert und in Martin-Luther-Kirche umbenannt.

Kirchengemeinde Amstetten mini|Laurentiuskirche in Amstetten-Dorf Die Kirchengemeinde AmstettenWebsite der Kirchengemeinde Amstetten umfasst den Kernort der gleichnamigen Gemeinde Amstetten. Die Kirchengemeinde hat zwei Kirchen, die Laurentiuskirche (erbaut 1498/99) in Amstetten-Dorf und die Friedenskirche (erbaut 1966) in Amstetten-Bahnhof.

Kirchengemeinde Bad Boll