mini|200px|Die Unterbezirke und Regionen des Nordbezirks Der Nordbezirk, auch Nördlicher Bezirk (amtlich ,Die arabische Wikipedia nutzt abweichend von der amtlichen arabischen Bezeichnung auch die Formulierung . ) ist einer der sechs Bezirke im Staat Israel. Er hat eine Fläche von 4473 km². Bezirkshauptstadt ist Nof HaGalil, die größte Stadt ist Nazareth.

Die Golanhöhen werden vom Israelischen Zentralbüro für Statistik (CBS) als Teil Israels gezählt, weshalb sie in Verwaltungsangelegenheiten als ein Teil des Nordbezirks gelten. Die Vereinten Nationen erkennen das nicht an, da die Voraussetzung für eine Anerkennung die Zustimmung Syriens zur israelischen Annexion der Golanhöhen wäre.

Geschichte Der Bezirk ist territorial im Wesentlichen eine Fortschreibung des nördlichen Distrikts im Mandatsgebiet Palästina, wie er seit 1937 umrissen war, zunächst bezeichnet als District of Acre and Galilee, ab 1939 dann einfach District of Galilee (Distrikt Galiläa) genannt.

Jisraʾel Koenig, 1968 bis 1986 Geschäftsträger ( [Beamter/Vertreter]) des Innenministeriums für den Nordbezirk, arbeitete einen Masterplan für die Verdichtung der jüdischen Bevölkerung im Bezirk aus (oft schlagwortartig Judaisierung Galiläas genannt), in dessen Rahmen das Wohnungsbauministerium schließlich 60 neue Orte gründete. Im April 1976 verfasste Koenig das später nach ihm benannte Koenig-Memorandum ( vom April 1976; PDF-Datei.) zum behördlichen Umgang mit Fragen des Arabischen Sektors in Galiläa. Nachdem ʿAl haMischmar das Memorandum im September 1976 geleakt hatte, löste dies öffentliche Empörung aus und leitete die grundsätzliche Neubestimmung der Regierungshaltung und -praxis gegenüber dem arabischen Gesellschaftssegment Israels ein. Die Regierung beließ Koenig dennoch noch lange im Amt, so dass er seine Pläne weiterverfolgen konnte.

Ursache der Spannungen war die Art der Standortwahl für neue Gründungen. Wie Stef Wertheimer in der Debatte über MiʿilyaIn der Debatte zu Punkt ‹2. Ereignisse in Miʿilya› vom 9. Juli 1979 der Sitzung der Knesset wurde einiges zu Vorgeschichte und Hintergründen der gewalttätigen Demonstration gegen Entzug von Bodenzuständigkeiten abgehandelt, wie den Protokollen des 18. Julis 1979 zu entnehmen ist. Vgl. Tagesordnungspunkt 2 “” (Ereignisse im Dorf Miʿilya), in: vom 23. Tammuz 5739 (Sitzungsprotokolle vom 18. Juli 1979), Jerusalem: Knesset, 1979, S. 3621–3630. in der Knesset ausführte, die er und Tawfiq Ṭubi per Antrag zur Geschäftsordnung am 18. Juli 1979 auf die Tagesordnung gebracht hatten,Tagesordnungspunkt 2 “” (Ereignisse im Dorf Miʿilya), in: vom 23. Tammuz 5739 (Sitzungsprotokolle vom 18. Juli 1979), Jerusalem: Knesset, 1979, S. 3621–3630, hier S. 3621. bot der dünn besiedelte Norden Israels doch genug Raum für neue Ortsgründungen wie in Jaʿad und später beim Gewerbegebiet Migdal Tefen, ohne die Menschen in bestehenden Ortschaften gegen die Entwicklung aufzubringen.Tagesordnungspunkt 2 “” (Ereignisse im Dorf Miʿilya), in: vom 23. Tammuz 5739 (Sitzungsprotokolle vom 18. Juli 1979), Jerusalem: Knesset, 1979, S. 3621–3630, hier S. 3625.

Weite Teile israelischen Bodens, sowohl innerhalb von Gebietskörperschaften wie in gemeindefreien Gebieten sind nach massenhaften Verstaatlichungen in osmanischer Zeit bis heute so genanntes staatliches Miri-Land,Die Bezeichnung für Miri-Land lautet auf ; sinngemäß Staatsboden. befindet sich also nicht im Eigentum Privater oder nichtstaatlicher Körperschaften (wie Religionsgemeinschaften, Firmen). Doch mit Deckung seiner Vorgesetzten bestimmte Koenig, neue jüdisch bewohnte Orte in sichtbarer Nähe zu bestehenden arabisch bewohnten Ansiedlungen zu gründen – soweit geographisch möglich – in exponierter Lage oberhalb dieser. Entsprechend bezeichnet die Bezirksraumplanung solch Neugründungen als Mizpim (Pluralform von ).Tagesordnungspunkt 2 “” (Ereignisse im Dorf Miʿilya), in: vom 23. Tammuz 5739 (Sitzungsprotokolle vom 18. Juli 1979), Jerusalem: Knesset, 1979, S. 3621–3630, hier S. 3623.

Demographie Der Nordbezirk ist der einzige Bezirk Israels mit einer arabischen Bevölkerungsmehrheit.

Die Bevölkerungsdaten des Israelischen Zentralbüros für Statistik aus dem Jahr 2005 ergeben folgendes Bild:Statistical Abstract of Israel 2006 – No. 57. Israel Central Bureau of Statistics, (PDF) cbs.gov.il (PDF; hebräisch, englisch) Gesamtbevölkerung: 1.185.400 Ethnische Zusammensetzung: Araber: 622.400 (52,5 %) Juden: 523.400 (44,2 %) Andere: 39.600 (3,3 %) Religiöse Zusammensetzung: Juden: 523.400 (44,2 %) Muslime: 443.800 (37,4 %) Drusen: 93.000 (7,8 %) Christen: 87.500 (7,4 %) Unbekannt: 35.400 (3 %) Bevölkerungsdichte: 265/km²

Gliederung Der Nordbezirk ist in fünf Unterbezirke () unterteilt, gliedert sich in 17 Stadtverwaltungen (), 61 Gemeindeverwaltungen () und 15 Regionalverwaltungen () (Stand 2005).

Unterbezirke:Nafot milog.co.il Stadtverwaltungen: ʿIrijjot milog.co.il Gemeindeverwaltungen: Moʿazot Meqomijjot milog.co.il Regionalverwaltungen: Moʿazot Asorijjot milog.co.il Unterbezirk Akko () Akkon () Karmiʾel () Maʿalot-Tarschicha () Naharija () Sachnin () Schagor () Schfarʿam () Tamra () Abu Sinan () ʿArraba () Bayt Dschann () Biʿina () Bir al-Maksur () Deir al-Asad () Dschudayda-Makr () Dschulis () Fassuta () Churfaysch () Iʿbillin () Januch-Dschatt () Javneʾel () Jirka () Kabul () Kafr Jasif () Kaukab Abu al-Hidscha () Kfar Wradim () Kisra-Sume () Madschd al-Kurum () Masraʿa () Miʿilja () Nachf () Peqiʿin () Rama () Sadschur () Schaʿab () Schlomi () HaGalil haʿElion () Maʿale Josef () Matteh Ascher () Misgav () Unterbezirk Golanhöhen () Bukʿata () ʿAyn Qunije () ʿAdschar () Katzrin () Madschdal Sams () Masʿade () Golan () Unterbezirk Jisreʾel (im Gebiet der Jesreelebene) () Afula () Bet Scheʾan () Migdal haʿEmeq () Nazareth () Nof HaGalil () Basmat Tabʿun () Buʿejne-Nudschedat Daburiyya () ʿAyn Mahil () Iksal () ʿIllut () Jaffa bei Nazareth () Kaʿabja-Tabasch-Chadschadschra () Kfar Kama () Kafr Manda () Maschad () Rayna () Ramat Jischai () Schibli-Umm al-Ghanam () Turʿan () Sarsir () ʿEmeq haMaʿejanot () Bustan al-Mardsch Gilboʿa () einschließlich des Bezirks Chevel Ta'anach ()

ʿEmeq Jisreʾel () Megiddo () Unterbezirk Zefat bzw. Safed () Kirjat Schmona () Safed () Dschisch () Chazor haGlilit () Jesud haMaʿala () Metulla () Rosch Pinnah () Tuba-Sangharija () Merom haGalil () Mevoʾot haChermon () Unterbezirk Kinneret (das Gebiet im Bereich des Sees Genezareth bzw. Tiberiassee) () Tiberias () Dayr Channa () ʿEylabun () Kafr Kanna () Kfar Tavor () Maghar () Migdal () Al-Batuf HaGalil haTachton () ʿEmeq haJarden ()

Siehe auch Galiläa Liste der Städte in Israel UNDOF

Weblinks

Anmerkungen

Kategorie:Bezirk in Israel

Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1953