Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: km² Gliederung: 23 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 31.900 (2005) Adresse desDekanatamtes: Kirchstaffel 674189 Weinsberg Dekan: Matthias Bauschert Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Weinsberg innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Weinsberg war bis Ende 2019 einer von 46 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Weinsberg. Zum 1. Januar 2020 fusionierte er mit dem Kirchenbezirk Neuenstadt am Kocher zum Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt.Website des Evangelischen Kirchenbezirks Weinsberg-Neuenstadt
Geografie Der Kirchenbezirk Weinsberg lag im Norden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste das so genannte „Weinsberger Tal“, das von der Sulm durchflossen wird, also den Osten des Landkreises Heilbronn mit den politischen Städten und Gemeinden Eberstadt, Ellhofen, Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Obersulm, Untergruppenbach (nur Ortsteil Unterheinriet), Weinsberg und Wüstenrot sowie die Gemeinde Bretzfeld im Westen des Hohenlohekreises.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Weinsberg grenzte an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Westen): Heilbronn, Neuenstadt am Kocher, Öhringen, Schwäbisch Hall und Backnang (alle Prälatur Heilbronn) sowie Marbach (Prälatur Stuttgart).
Geschichte Das Dekanat (damalige Bezeichnung Spezialsuperintendentur) wurde schon kurz nach der Reformation in Württemberg errichtet. Es veränderte seine Grenzen mehrmals bzw. war zwischen 1586 und 1714 nicht existent. Damals gehörte das Gebiet um Weinsberg zum Dekanat Möckmühl, ab 1612 zu Neuenstadt. 1714 wurde in Weinsberg dann aber wieder ein eigenes Dekanat gegründet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war sein Gebiet identisch mit dem alten württembergischen Oberamt Weinsberg. Auch als dieses aufgelöst wurde, blieb der Kirchenbezirk bestehen. Ab 1823 gehörte das Dekanat Weinsberg zum Generalat Heilbronn, aus dem die heutige Prälatur Heilbronn hervorging.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurde mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Mainhardt in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Der Dekan war zugleich einer der Pfarrer an der Johanneskirche in Weinsberg.
Dekane des Kirchenbezirks Weinsberg noch nicht komplett ? Johann Dieterich (?) 155?–1572 Wilhelm Binß (?) 1573–1586 David Bab (?) 1586–1710 gab es keinen Kirchenbezirk Weinsberg 1710–1714 Johann David Hermann (1667–1714) 1714–1727 Joseph Malblanc (1654–1727) 1727–1742 Friedrich Wilhelm Schmid (?–1742) 1742–1752 Philipp Gottfried Faber (?) 1752–1759 Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782) 1759–1761 Friedrich Christoph Steinhofer (1706–1761) 1761–1770 Sixt Jacob Kapff (1714–1770) 1770–1795 Johann Albrecht Klüpffel (1727–1795) 1795–1799 Philipp Christoph Gratianus (1742–1799) 1799–1812 Franz Christian Neuffer (1755–1835) 1812–1836 Friedrich August von Heyd (1749–1840) 1836–1857 Ferdinand Ludwig Immanuel Dillenius (1791–1871) 1857–1864 Carl Gottlieb Fr. Hegelmaier (1804–?) 1864–1872 Hermann Bauer 1872–1881 Otto Schmoller (1826–1894) 1881–1896 Johann Wilhelm Philipp Ammon (1829–1897) 1897–1913 D. Johann August Friedrich Baur 1914–1920 Johann Georg Horn (1858–1936) 1921–1926 Theophil Laissle 1927–1939 Hermann Konrad Zeller (1883–1953) 1939–1952 Erich Weismann (1885–1970) 1953–1959 Otto Mörike (1897–1978) 1959–1968 Christoph Duncker (1914–1998) 1968–1983 Paul Veith (1918–2007) 1984–1997 Christoph Planck (* 1932) 1998–2008 Otto K. Friedrich (* 1952) 2008–2018 Georg Ottmar (* 1957) 2019–2020 Matthias Bauschert
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Weinsberg gab es insgesamt 23 Kirchengemeinden. Davon hatten sich vier Kirchengemeinden zu insgesamt zwei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, blieben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Weinsberg gehörte überwiegend zu Württemberg, durch welche ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Daher ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In allen Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu und errichteten dort zum Teil eigene Kirchengemeinden und Kirchen.
Verbundkirchengemeinde Obersulm See Die Verbundkirchengemeinde Obersulm SeeWebsite der Verbundkirchengemeinde Obersulm See wurde zum 1. Dezember 2019 von den Kirchengemeinden Affaltrach, Eschenau und Weiler-Eichelberg gebildet.
Kirchengemeinde Affaltrach mini|120px|Evang. Johanneskirche Obersulm-Affaltrach Die Kirchengemeinde AffaltrachWebsite der Kirchengemeinde Affaltrach umfasst den Ortsteil Affaltrach der Gemeinde Obersulm. Mittelpunkt der Kirchengemeinde ist die Johanneskirche Affaltrach, die wohl aus dem 15. Jahrhundert stammt. Aufgrund der Besitzgeschichte des Ortes mit Besitzanteilen katholischer (Johanniterorden beziehungsweise Malteserorden) und protestantischer Herrschaften gibt es in Affaltrach seit Jahrhunderten eine katholische und eine evangelische Kirchengemeinde. Um 1755 wurde ein neuer Chor erbaut und der Turm verlängert. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche durch eine neobarocke Umgestaltung 1903. Von 1706 bis zum Bau der katholischen Kirche 1898/99 diente das Kirchengebäude als Simultankirche. Ein gleichberechtigtes und rücksichtsvolles Verhältnis zwischen den Konfessionen entwickelte sich erst, als 1806 die geistlichen Landesherren, also auch die Orden, ihre herrschaftlichen Rechte verloren. Affaltrach kam dabei als Ganzes zu Württemberg. Seit 1889 plante die katholische Gemeinde, eine eigene Kirche zu errichten. Nach der Fertigstellung der katholischen Kirche St. Johann Baptist im Jahr 1899 wurde die evangelische Kirchengemeinde Alleineigentümerin der alten Pfarrkirche, die sie daraufhin mit Architekt Theophil Frey bis 1902 um ein Querhaus erweiterte und renovierte. 1991/92 wurde die Kirche außen und 1996/97 innen renoviert. Das Chorfenster mit dem Motiv Jesus segnet die Kinder entwarf der Stuttgarter Künstler Theodor Bauerle, ausgeführt und eingebaut wurde es 1902 von der Stuttgarter Glasmalwerkstatt Waldhausen & Ellenbeck. 1997 wurde das Gemälde Christus als Weltenherrscher von 1812 des aus Heilbronn stammenden Wiener Künstlers Heinrich Friedrich Füger gestiftet.
Von alters her gehörten auch die evangelischen Bewohner aus dem Ortsteil Eichelberg zur Kirchengemeinde Affaltrach. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 28. August 1984 wurden diese jedoch der Kirchengemeinde Weiler zugeordnet. Beide Kirchengemeinden (Affaltrach und Weiler) bildeten bis 1989 die Gesamtkirchengemeinde Affaltrach. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 20. März 1989 wurde die Gesamtkirchengemeinde Affaltrach jedoch aufgehoben.
Kirchengemeinde Eschenau mini|links|120px|Wendelinskirche Die Kirchengemeinde EschenauWebsite der Kirchengemeinde Eschenau umfasst den gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Obersulm. Bis 1573 war Eschenau eine Filiale von Affaltrach. Die Wendelinskirche hat einen mittelalterlichen Sockel des oktogonalen Turmaufbaus, das barocke Kirchenschiff erhielt seine heutige Gestalt im 18. Jahrhundert durch den Baumeister Johann Michael Krauß aus Windsheim, vermutlich nach Plänen von Philippe de la Guêpière, ist jedoch seit der Renovierung durch Architekt Hannes Mayer 1959 wieder schlichter ausgestaltet. 1790 hat die Ortsherrschaft der Freiherren von Killinger unter dem Sockelgeschoss des Turms eine Gruft einrichten lassen, die jedoch nur für wenige Jahrzehnte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Beisetzungen genutzt und dann geschlossen, in jüngerer Zeit aber wieder zugänglich gemacht wurde. 2006/08 erhielt der Westgiebel der Kirche eine Sanierung. Aus dem späten 15. Jahrhundert stammen drei farbig gefasste Standfiguren aus Lindenholz. Rechts an der Chorbogenwand befinden sich die Grabplatten des Ehepaars von Gemmingen-Fürfeld († 1597 und 1601). Das hölzerne Taufbecken von 1706 sowie ein stilistisch übereinstimmender großer Kerzenständer erinnern mit ihrer Farbigkeit und Ornamentik noch an die frühere barocke Ausstattung der Kirche. Die Orgel wurde 1879 von Karl Schäfer erbaut.
Kirchengemeinde Weiler-Eichelberg mini|120px|Die Kirche von Weiler Die Kirchengemeinde Weiler-Eichelberg umfasst die Ortsteile Weiler und Eichelberg der Gemeinde Obersulm. Der bis 1480 kirchlich zu Sülzbach gehörige Ort Weiler besitzt eine alte Kirche „Unserer lieben Frau zu Weiler“. Sie ist eine Chorturmanlage von 1399 und wurde 1758 erweitert. Wegen feuchten Untergrunds und Mauerwerks musste das Schiff 1931 neu errichtet werden. Der Architekt war vermutlich Emil Weippert aus Stuttgart. Auch wurde im Osten eine Sakristei angebaut und ein kleines Turmchor-Fenster in Glasmalerei mit christlichen Symbolen versehen: Alpha und Omega, die Christus-Initialen Chi und Rho sowie das Auge Gottes. Die Kirche enthält zwei Glocken aus dem 15. Jahrhundert und Grabdenkmäler der Herren von Weiler. In der Friedhofskapelle, einer ehemaligen Wallfahrtskapelle, befindet sich die Gruft der Herren von Weiler.
Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 28. August 1984 wurden die evangelischen Bewohner des Ortsteils Eichelberg von der Kirchengemeinde Affaltrach, zu der sie seit alters her gehörten, der Kirchengemeinde Weiler zugeordnet. Beide Kirchengemeinden (Affaltrach und Weiler) bildeten bis 1989 die Gesamtkirchengemeinde Affaltrach. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 20. März 1989 wurde die Gesamtkirchengemeinde Affaltrach jedoch aufgehoben.
Kirchengemeinde Bitzfeld mini|links|120px|Kirche St. Laurentius