Matthias Klotz (* 25. Februar 1748 in Straßburg; † 21. März 1821) war ein deutscher Bühnenmaler und Lithograf. Als kurfürstlicher Hof- und Theatermaler in München prägte er über mehrere Jahrzehnte die Bühnenausstattung des kurbayerischen Hoftheaters. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit Fragen der Farbenlehre und gilt als Stammvater der bedeutenden Münchner „Künstlerfamilie Klotz“.
Leben Matthias Klotz wurde 1748 in Straßburg geboren. Er lernte zuerst bei Henri Haldenwanger in Straßburg, siedelte 1766 nach Stuttgart über und bildete sich dort bei dem Hofmaler Nicolaus Guibal und dem Theater- und Freskomaler Bartolomeo Scotti weiter. 1773 zog er nach Mannheim und bot dem kunst- und prachtliebenden Kurfürst Karl Theodor seine Dienste an. Schon bald hatte er sich mit seinen gefälligen, dem Geschmack der Zeit entgegenkommenden Porträts und Landschaftsstudien einen Namen gemacht.
Der Münchner Hoftheater-Architekt Lorenzo Quaglio wurde auf seine Fähigkeiten aufmerksam und bewirkte, dass der Kurfürst Matthias Klotz 1775 zum „Hoftheater-Maler im Landschaftsfache“ ernannte. Zu seinen Aufgaben gehörten die Gestaltung von Theaterdekorationen, Prospekten und Bühnenbildern für das Hoftheater sowie die Anfertigung dekorativer Malereien für höfische Festlichkeiten. Seine Tätigkeit fiel in eine Zeit, in der die Bühnenmalerei durch perspektivische Architekturkulissen und illusionistische Raumwirkungen einen hohen Stellenwert im höfischen Theaterbetrieb besaß.
Neben seiner praktischen Tätigkeit beschäftigte sich Klotz mit theoretischen Fragen der Malerei. Er entwickelte eine eigene Farbenlehre, mit der er die Wirkung und Harmonie von Farben systematisch zu erklären versuchte. Diese Arbeiten fanden zwar keine nachhaltige kunsttheoretische Verbreitung, dokumentieren jedoch sein Interesse an den wissenschaftlichen Grundlagen der Malerei.
Zu den frühen Künstlern, die sich nach der Erfindung der Lithographie durch Alois Senefelder mit dem neuen Druckverfahren befassten, gehörte auch Klotz. Er fertigte lithographische Arbeiten an und trug damit zur frühen Verbreitung dieser Technik in Bayern bei.
Matthias Klotz starb am 21. März 1821 im Alter von 73 Jahren in München.
Grabstätte mini|hochkant|Grab von Mathias Klotz auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Mathias Klotz befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 25 – Reihe 12 – Platz 29, ). Das hölzerne Grabmal befindet sich wegen Beschädigungen am Fuß des Grabkreuzes seit einiger Zeit in der Restauration.
Familie Matthias Klotz war mit der Miniaturmalerin Louise Klotz, geborene Ritter, verheiratet. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, die sämtlich künstlerische oder musische Berufe ergriffen:
Caspar Klotz (1774–1847), Miniaturmaler und Hofmaler. Simon Klotz (1777–1825), Porträtmaler, Lithograf, Zeichner und Professor der bildenden Künste an der Universität Landshut. Sophie Henriette Kramer, geborene Klotz (1778–1863), Hofschauspielerin; verheiratet mit dem Hofmusiker Franz Kramer (1790–1835). Joseph Klotz (25. April 1785 – 15. Februar 1830), Maler, Lithograf, Bühnenbildner und Hoftheatermaler.
Die Familie Klotz gehörte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zu den bedeutenden Künstlerfamilien Münchens und war insbesondere in den Bereichen Malerei, Bühnenkunst, Miniaturmalerei und Lithographie tätig.
Werk Das Werk von Matthias Klotz umfasst vor allem Bühnenmalereien und Theaterdekorationen für den Münchner Hof. Seine Kulissen verbanden die barocke Tradition der perspektivischen Architekturmalerei mit den klassizistischen Stilvorstellungen seiner Zeit.
Daneben schuf er Zeichnungen und lithographische Arbeiten. Seine Beschäftigung mit der Farbenlehre zeigt ihn als Künstler, der neben der praktischen Ausführung auch theoretische Fragestellungen der Malerei verfolgte.
Von Matthias Klotz sind nur wenige Zeichnungen, Aquarelle und Lithographien überliefert (heute zum großen Teil im Stadtmuseum München). Sie sind entweder mythologischen oder allegorischen Inhalts und kennzeichnen Klotz als konventionellen Zeichner, der zum Teil noch in der Tradition des Rokoko wurzelt, zum Teil aber – vor allem in seinen späten Zeichnungen und in den Lithographien – bereits dem Klassizismus zugewandt ist. Unter den Gemälden sind seine Hauptwerke das Porträt des Anton Graf von Törring-Seefeld, ein Ganzporträt mit Landschaftshintergrund und schwerer Draperie, das den Einfluss der englischen Malerei auf die Mannheimer Hofmaler beweist, und die Porträts eines Mannheimer Ehepaares (1790), das in seiner Qualität den Bildern seines Rivalen Edlinger bei weitem überlegen ist.
Von besonderer Bedeutung ist sein Einfluss als Lehrer innerhalb der eigenen Familie. Mehrere seiner Kinder erhielten ihre erste künstlerische Ausbildung im väterlichen Atelier und entwickelten sich zu angesehenen Künstlern des Königreichs Bayern.
Bedeutung Matthias Klotz zählt zu den wichtigen Münchner Theatermalern an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Seine Bedeutung liegt weniger in einem umfangreich erhaltenen Œuvre als vielmehr in seinem Wirken am kurfürstlichen Hoftheater, seiner frühen Beschäftigung mit der Lithographie sowie seinem nachhaltigen Einfluss auf die Münchner Künstlerfamilie Klotz.
Veröffentlichungen mini|Farbendreieck in Gründliche Farbenlehre von Matthias Klotz
Gründliche Farbenlehre. München 1816.
Literatur Franco Volpi, Julian Nida-Rümelin (Hrsg.): Lexikon der philosophischen Werke (= Kröners Taschenausgabe. Band 486). Kröner, Stuttgart 1988, ISBN 3-520-48601-6, Zur Farbenlehre (Johann Wolfgang von Goethe, 1810), S. 827 f. Balthasar Speth: Matthias Klotz (Nekrolog). In: Kunst-Blatt (Beilage zum Morgenblatt für gebildete Stände), 26. April 1821 (Nr. 34), S. 135 f. (Digitalisat auf BSB digital)
Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart (Thieme-Becker). Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts.
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Einzelnachweise
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