Das Maschinengewehr 42 (MG 42) ist ein Maschinengewehr im Kaliber 7,92 × 57 mm, das von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Die Waffe wurde am 11. Oktober 1943Verfügung zur Einführung des MG42 (OKH (Ch H Rüst u. BdE) 72d-AHA/In 2 II d.) vom 11. Oktober 1943 offiziell eingeführt, nachdem das Heereswaffenamt einen Nachfolger für das MG 34 suchte, dessen Produktion aufwendig und kostenintensiv war. Die für eine Massenfertigung im Blechprägeverfahren ausgelegte Neuentwicklung MG 42 wurde so konstruiert, dass sie problemlos von den mit der Vorgängerwaffe vertrauten Mannschaften eingesetzt werden konnte. Das MG 34/41 – eine verbesserte und vereinfachte Version des MG 34 – gelangte dagegen nicht zur Serienfertigung.

Geschichte Die Konstruktion des MG 42 stammt von Werner Gruner, der als Techniker bei der Metall- und Lackwarenfabrik Johannes Großfuß bei Döbeln in Sachsen arbeitete. Gruner war kein Waffenfachmann, sondern ein Spezialist für Serienfertigung, besonders im Blechprägeverfahren. Dabei wurde er vermutlich von Spezialisten für das Verschlusssystem unterstützt. Wer den Rollenverschluss des MG 42 konstruierte und ob diese Konstruktion von anderen Verriegelungsarten abgeleitet wurde, ist unbekannt.

Fertigungstechnik Das MG wurde im Wesentlichen aus Stanz- und Umformteilen hergestellt. Nur die wichtigsten Teile wurden aufwendig aus massivem Stahl gefräst. So konnte die Waffe schnell, preiswert und in großen Mengen produziert werden. Die etwas primitiv und unsauber aussehende Verschweißung der Teile ließ die Alliierten, die erste Exemplare in Nordafrika erbeuteten, anfangs glauben, dass Deutschland Probleme bei der Herstellung von Infanteriewaffen habe. Das MG 42 stellte jedoch insofern einen Meilenstein in der Waffenproduktion dar, als es die erste überwiegend in Blechprägetechnik hergestellte Schusswaffe war. Während der Preis des MG 34 noch bei 310 RM lag (entspricht heute  Euro)Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, auf 10 Euro gerundet und gilt für den zurückliegenden Januar, konnte das MG 42 für nur 250 RM ( Euro) produziert werden. Die Fertigungszeit konnte von 150 auf 75 Arbeitsstunden gesenkt werden.

Eigenschaften mini|MG 42 lafettiert als schweres MG auf Lafette 42 mini|Fallschirmjäger mit MG 42 auf Fliegerdreibein im Hintergrund Rommelspargel, 1944mini|Soldat der Waffen-SS mit MG 42 (1944) mini|MG 42 auf einem Sd.Kfz. 250 (1942) Das MG 42 konnte sowohl als leichtes MG auf Zweibein als auch als schweres MG auf Lafette und zur Fliegerabwehr auf Dreibeinlafette eingesetzt werden. Es bewies hohe Zuverlässigkeit, auch bei schlechten Witterungsverhältnissen, bei einer dennoch guten Schussgenauigkeit. Als Munition wurde die Gewehrpatrone 7,92 × 57 mm (auch bekannt als 8 × 57 IS) verwendet, die auch für den Wehrmacht-Karabiner Mauser 98k benutzt wurde. Durch eine einfache Klappe an der rechten Seite des Laufmantels konnte der Lauf innerhalb von Sekunden ausgetauscht werden, was wegen der starken Erhitzung bei längerem Feuer notwendig war. So führten die MG-Trupps bis zu fünf Ersatzläufe mit. Die späten Bauserien hatten als wesentliche Verbesserung hartverchromte Läufe und Mechanismen, die den Verschleiß erheblich minderten.

Das MG 42 erreichte eine für Infanteriewaffen hohe Kadenz von 1500 Schuss/min, also 25 Schuss/s. Diese hohe Schussfolge prädestinierte die Waffe auch für die Flugabwehr; bisweilen wurde der hohe Munitionsverbrauch auch kritisiert, wenngleich die Wirksamkeit hoch war.

Spitznamen Das MG 42 war akustisch durch das Rattern seiner Feuerstöße zu erkennen, da die Geräusche der einzelnen Schüsse ineinander übergingen. Es wurde daher auch „elektrisches MG“ genannt. Bei den Westalliierten, vor allem bei den Briten, wurde das MG 42 wie auch das MG 34 „Spandau“ genannt. Dies ging vermutlich auf die MG 08 des Ersten Weltkriegs zurück, auf deren Typenschildern der Schriftzug „Spandau“ stand, wenn diese in der Gewehrfabrik Spandau hergestellt worden waren. Das MG 42 wurde allerdings nicht in der ehemals preußischen Gewehrfabrik Spandau bei Berlin hergestellt. Die deutschen Soldaten gaben dem MG 42 Spitznamen wie „Hitlersäge“, „Singende Säge“ oder auch „Knochensäge“. Öfter ist auch die Bezeichnung „Hitlersense“ zu finden, die sich aufgrund der Ähnlichkeiten zwischen der angewendeten Schusstechnik der MG-Schützen und der schwingenden Bewegung des Erntewerkzeuges bei seiner Benutzung ergibt. Weiterhin kursierte in Anlehnung an die „Stalinorgel“ auch der Begriff „Hitlergeige“. Unter der amerikanischen Bevölkerung ist der Begriff „Hitler's Buzzsaw“ für das MG 42 heute noch bekannt.

Weiterentwicklungen mini|Maschinengewehr-Prototyp T24 auf Dreibein (1944) mini|Bundeswehrsoldaten mit MG1 (1960) Das MG 42 wurde auch an im Zweiten Weltkrieg mit dem Deutschen Reich verbündete Staaten wie Finnland, Sozialrepublik Italien, Slowakei sowie Ungarn geliefert. Gegen Ende des Krieges wurde das Nachfolgemodell MG 45 in sehr geringer Stückzahl (≈ 10 Stück) als Prototyp hergestellt. Dieses Modell erhielt einen beweglich abgestützten Rollenverschluss (massenübersetzter Verschluss) und einen feststehenden Lauf ähnlich dem des G3 sowie des HK21E.

Das Maschinengewehr wurde als ausgereifte Waffe nach dem Krieg mit nur wenigen Veränderungen ab 1951 beim Bundesgrenzschutz, in der Bundeswehr als MG1 (Neubauten angepasst an 7,62×51-mm-NATO-Munition, ab 1956) bzw. MG2 (nach Umrüstung auf die NATO-Standard-Patrone 7,62 × 51 mm, ab 1965) eingeführt. Im Jahre 1969 wurde das MG 42 nochmals grundlegend überarbeitet und als MG3 bei der Bundeswehr eingeführt. Bis Mitte der 1970er-Jahre waren auch Einheiten der Bereitschaftspolizei damit ausgerüstet. Lediglich Details an Verschluss, Lauf, Gehäuse, Staubschutzdeckel, Zweibein, Rückstoßverstärker sowie das Kaliber der Waffe wurden geändert. In Westdeutschland und Österreich wurden Altbestände des MG 42 auf die NATO-Patrone 7,62 × 51 mm umgerüstet (Lauf, Deckel, Gurtdeckel und Rückholfeder) und weiterhin als MG 42 bezeichnet. Wichtigste Änderung war ein schwererer Verschluss sowie der Einbau einer Verschlussbremse, durch den die theoretische Kadenz auf 1200 Schuss pro Minute gesenkt wurde, um Laufverschleiß und Munitionsverbrauch zu verringern.

Auch zahlreiche andere Armeen verwenden diesen Typ, beispielsweise Italien (MG 42/59), Österreich (MG 42/59 und später MG 74) und Pakistan (MG 3). Auch das in der Schweiz eingeführte Mg 51 war eine an die Anforderungen der Schweizer Armee angepasste Variante des MG 42. Die Stützrollen wurden durch Stützklappen ersetzt und die Kadenz war auf 1000 Schuss/min begrenzt. In Jugoslawien wurde das M42/M53 entwickelt, genannt šarac (Schecke).

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die US-Armee den Zuführmechanismus des MG 42 weitgehend für ihr Maschinengewehr M60. Bereits während des Krieges hatte man mit dem T24 erfolglos versucht, das MG42 auf das Kaliber .30-06 umzustellen.

Das leichte Maschinengewehr LMG M/62 der dänischen Verteidigungskräfte mit 7,62 mm Natomunition basiert ebenfalls auf dem MG 42 und wurde von Rheinmetall gefertigt.Nationalmuseet, abgerufen am 20. Januar 2026.

Aufbau Das MG besteht aus folgenden Baugruppen: Gehäuse Bodenstück mit Puffer, Schließfeder und Schulterstütze Deckel mit Gurtzuführeroberteil Rohr (Lauf) Verschluss (auch Schloss genannt) Rückstoßverstärker Rohrführungshülse Griffstück mit Abzugvorrichtung Zweibein

1. Das Gehäuse nimmt Lauf und Verschluss auf, dient zur Führung von Lauf und Verschluss, schützt das Innere der Waffe gegen Beschädigung und Verschmutzung und verbindet alle Teile zu einem Ganzen. Es ist aus stabilem Stahlblech in Prägetechnik kalt gepresst. Die Oberfläche ist durch Brünierung vor Korrosion und Verzunderung geschützt. Der vordere Gehäuseteil, der den Lauf umfasst, ist zur besseren Wärmeabfuhr mit Durchbrüchen versehen. In das vordere Ende ist eine Buchse zur Laufführung mit Gewinde für den Rückstoßverstärker eingepresst. In das hintere Ende wird das Bodenstück eingesetzt. An der Oberseite befindet sich eine Nut für die Aufnahme des Rollenbolzens und eine Öffnung zur Patronenzuführung. Die Unterseite besitzt eine Öffnung für die Abzugvorrichtung und ein Auswurffenster zum Hülsenauswurf. Das Auswurffenster kann durch einen federnden Staubschutzdeckel verschlossen werden. An der rechten Seite ist die Rohrwechselklappe angebracht, durch die das hintere Laufende seitlich ausgeschwenkt und der Lauf nach hinten aus dem Gehäuse gezogen werden kann. Im Inneren des Gehäuses sind die beiden Führungsschienen und das Kurvenstück angenietet. Am Gehäuse sind ein Schiebevisier von 200 bis 2000 Meter, je hundert Meter steigend, und ein abklappbares Flugabwehr-Visier angebracht.

2. Das Bodenstück verschließt das Gehäuse nach hinten und nimmt den Verschlusspuffer auf. Der Verschlusspuffer dient zum Abbremsen des Verschlusses und wird als Widerlager von Schließfeder und Auswerferbuchse benutzt. Auf das Bajonettgewinde des Bodenstückes ist die Schulterstütze aufgeschraubt.

3. Der Deckel schließt die Waffe nach oben ab und nimmt das Gurtzuführeroberteil mit den Schaltorganen (Transporthebel, Verbindungshebel und Gurtschieber) zur Zuführung des Patronengurtes auf. Er ist nach vorn oben um einen Deckelbolzen abklappbar. Unter dem Deckel liegt das Zuführerunterteil, das den Patronengurt führt und die zuzuführende Patrone mittels eines Anschlags ausrichtet.

4. Das Rohr dient zur Führung des Geschosses. Im Patronenlager wird die Patrone gezündet und während des Druckaufbaues abgestützt. Der gezogene Teil besitzt vier schraubenförmige Nuten, die in der Waffentechnik Züge genannt werden. Die Züge bewirken eine schnelle Rotation des Geschosses um seine Längsachse. Durch diesen Drall wird das Geschoss auf seiner Flugbahn ähnlich einem Kreisel stabilisiert. Auf das hintere Laufende ist ein Gewinde geschnitten. Es dient zum Aufschrauben des Verriegelungsstückes. Das vordere Ende besitzt einen Bund zur Laufführung.

5. Der Verschluss ist ein Stützrollenverschluss. Er besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, dem Verschlussgehäuse und dem Verschlusskopf. Am Verschlusskopf befinden sich die beiden Verriegelungsrollen und der Auszieher. Die verschiebbare Auswerferhülse und der Transportbolzen sind am Verschlussgehäuse befestigt. Schlagbolzenhalter, Schlagbolzen, Auswerfer und Auswerferstange sind lose eingesetzt. Der Verschluss bewirkt das Ausstoßen der Patrone aus dem Patronengurt, das Einführen der Patrone in das Patronenlager, die Zündung der Patrone, das Ausziehen der Patronenhülse und das Auswerfen der Patronenhülse. Kurz vor der Schussauslösung verriegelt er mit dem Verriegelungsstück und schließt den Lauf nach hinten ab. Außerdem treibt der Verschluss über den Transportbolzen den Zuführmechanismus im Deckel an.

6. Der Rückstoßverstärker bewirkt einen steilen Druckaufbau vor der Laufmündung. Dadurch wird der Rückstoß von Lauf und Verschluss wesentlich verstärkt und eine schnelle und sichere Entriegelung nach dem Schuss gewährleistet. Er besteht aus drei Teilen: eigentlicher Rückstoßverstärker mit Mündungsfeuerdämpfer, Rückstoßdüse und Rohrführungshülse. Der trichterförmige Mündungsfeuerdämpfer bewirkt durch Divergenz, Verwirbelung und schnellere Abkühlung eine erhebliche Abschwächung des Mündungsfeuers.

7. Das pistolenförmige Griffstück nimmt den Abzugmechanismus auf und dient zur leichten Handhabung der Waffe beim Schießen. Es besitzt eine einfache, aber effektive Schiebesicherung. Die Waffe kann normalerweise nur im gespannten Zustand gesichert werden. Eine Einstellung auf Einzelfeuer ist nicht möglich.

8. Das Zweibein dient zur vorderen und mittleren Unterstützung der Waffe. Es kann am Gehäuse zusammengeklappt werden.

Funktion mini|Verschiedene Versionen des MG 42 im Panzermuseum Munster. Rechts hinten Fliegerdreibein, unten lafettiert als sMG