Die Jagdfeld Real Estate ist ein Immobilienunternehmen, welches zur Jagdfeld-Gruppe gehört.
Unternehmensgeschichte mini|250px|Logo der Fundus-Gruppe
Fundus-Gruppe bis 2015 Der Familienkonzern Fundus-Gruppe, dessen Keimzelle 1975 gelegt wurde, war bis 2015 eines der größten Immobilienunternehmen in Deutschland. Er wurde von Anno August Jagdfeld gegründet. Geschäftsführer waren Anno August Jagdfeld und Helmut Jagdfeld (1957–2019).Helmut Jagdfeld verstorben, in: Tagesspiegel Online vom 6. Dezember 2019, abgerufen am 7. Dezember 2019 Der Firmensitz war Düren und Disternich.
Auch wenn die Hotels der Gruppe nur einen Teil des Umsatzes ausmachten, erlangte die Gruppe durch Betriebe wie das Hotel Adlon in Berlin, das Grandhotel Heiligendamm (G8-Gipfel), das Hotel Mercure in Leipzig und das Parkhotel Quellenhof in Aachen Bekanntheit.
Um 2015 wurde die Fundus-Gruppe in die Deutsche Immobilien Gruppe überführt, verbunden mit einem Besitzübergang auf Benedikt Jagdfeld, den Sohn von Anno August Jagdfeld.
Deutsche Immobilien-Gruppe (DI-Gruppe) Langjährig prägte Helmut Jagdfeld die DI-Gruppe bis später Benedikt Jagdfeld die Leitung übernahm.
Jagdfeld Gruppe Im August 2022 wurden alle Aktivitäten der Familie Jagdfeld – einschließlich der bisherigen DI-Gruppe – unter dem neuen Dach der „Jagdfeld Gruppe“ vereint. Die DI-Gruppe wurde in diesem Zuge in Jagdfeld Real Estate umfirmiert. Diese wird heute von Benedikt Jagdfeld geführt.
Projekte Mit der Fundus Fonds-Verwaltungen GmbH wurden geschlossene Immobilienfonds aufgelegt und werden noch heute von der Jagdfeld Gruppe verwaltet. Diese umfassen meist gehobene Objekte (so genannte Luxus-Immobilien), wie z. B. das Strandhotel Zingst-Darß auf der Halbinsel Zingst in Mecklenburg-Vorpommern das Grandhotel Heiligendamm (Fundus-Fonds 34), Geschäftsentwicklung siehe unten das Parkhotel Quellenhof in Aachen (Fundus-Fonds 33) das Hotel Adlon in Berlin (Fundus-Fonds 31), Geschäftsentwicklung siehe unten das Renaissance-Hotel in Chemnitz das Hotel Mercure am Gutenbergplatz in Leipzig das Hotel Mercure Berlin City Ost das Renaissance-Hotel in Atlanta, USA das Hotel Deutscher Kaiser in München (Fundus Fonds 12)
mini|Rathaus-Center Pankow Zur Gruppe gehören auch Wohnanlagen und Büro-/Geschäftshäuser in ganz Deutschland, wie z. B. Rathauscenter Pankow (Einkaufszentrum Berlin) Spreebogen Plaza (Büroimmobilie Berlin) Plaza Frankfurter Allee, Berlin (Fundus-Fonds 28) Gutenberg-Galerie, Leipzig (Fundus-Fonds 29) Die Pyramide (Hochhaus), Berlin (Fundus-Fonds 27), verkauft 2006
Rathaus-Center Wilhelmshaven KG i.L.
Projekte in der Entwicklung: Kunsthaus Tacheles in Berlin, 1998 erworben, geplant: Quartier am Johannishof nach einem Entwurf von Andrés Duany, genehmigt 2003, bisher keine Investoren für das geschätzte 400-Mio.-Euro-ProjektNina Apin: Kunsthaus vor dem Aus – Tacheles an der Oranienburger. In: taz, 17. Januar 2008, abgerufen am 4. Februar 2010 die Halbinsel Wustrow bei Rerik in Mecklenburg-Vorpommern, 1998 erworben
Geschäftsentwicklung einzelner Fonds und öffentliche Wahrnehmung Über Fonds der Fundus-Gruppe wird in den Medien häufiger berichtet, Schwerpunkte bilden dabei die Hotel Adlon Kempinski und Grand Hotel Heiligendamm:
Hotel Deutscher Kaiser, München (Fundus-Fonds 12) Der Fonds hat mit Ausnahme von drei Jahren Ausschüttungen an seine Gesellschafter gezahlt, die jedoch deutlich hinter den Prospektangaben zurückblieben. 97 Prozent der Stimmrechte werden durch Anno August Jagdfelds Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner Steuerberatungs-GmbH (aufgrund der Stimmrechtsanweisungen der Treugeber) vertreten.Varinia Bernau: Gebrochene Versprechen, in: Süddeutsche Zeitung online vom 9. August 2010, abgerufen am 1. September 2010 Ende November 2010 meldete der Fonds den Verkauf der Immobilie für 38,5 Mio. Euro. Der Fonds kann damit über die bereits erfolgten 30 Prozent (andere Quellen nennen 69 Prozent)Der Platow Brief Immobilien Nr. 139 vom 1. Dezember 2010, S. 6. im Zuge seiner Abwicklung weitere 130 bis 135 Prozent des Kommanditkapitals ausschütten., Pressemeldung vom 26. November 2010, abgerufen am 21. Dezember 2010 Berechnet auf 26 Jahre Laufzeit entspricht dies einer jährlichen Verzinsung von etwa 2,31 Prozent (bzw. knapp 4 Prozent) bei vollständigem Kapitalrückfluss.
Plaza Frankfurter Allee, Berlin (Fundus-Fonds 28) 2002 sollten die Gesellschafter des Fundus Fonds 28 entscheiden, 4,8 Millionen Euro an die Bredero Deutschland GmbH zu zahlen, die zur Gruppe von Anno August Jagdfeld gehört. Hintergrund war eine Mietgarantie im Fondsprospekt, die nur für Verluste bei Vollvermietung, aber nicht bei Leerstand gelte. In den Jahren 1996 bis 1999 hatte Bredero, mit der Vermarktung des Objekts betraut, deshalb rund 14,7 Millionen Euro an den Fonds gezahlt. Rund ein Drittel wurde 2002 mit der Begründung zurückgefordert, die Mietgarantie hätte nur für Verluste bei Vollvermietung, aber nicht bei Leerstand gegolten. Kritiker äußerten deshalb die Meinung, es wäre für Bredero günstiger gewesen, das Objekt nicht zu vermieten, als Erträge unterhalb der Prospektversprechen zu erzielen. Auch die Investoren des Fundus Fonds 29 (Gutenberg-Galerie, Leipzig) sollen an Bredero zurückzahlen.Streit um Mietgarantien bei Fonds, in: Focus Magazin Nr. 17 vom 22. April 2002, abgerufen am 1. September 2010
Gutenberg-Galerie, Leipzig (Fundus-Fonds 29) mini|Gutenberg-Galerie in Leipzig (2025) Rund 1300 Investoren zeichneten 1994 Anteile im Wert von 56 Millionen Euro. Hinzu kamen Fremdmittel, so dass sich eine Gesamtinvestitionssumme von 78 Millionen Euro ergab. 2002 forderte die Bredero Deutschland GmbH gezahlte Mietgarantien zurück (siehe Fundus-Fonds 28). 2006, als die finanzierende Bank die Rückzahlung der Darlehen in Höhe von 25 Millionen Euro forderte, wies die Fondsbilanz etwa 22 Millionen Euro aus.Thieler Rechtsanwaltsgesellschaft mbH: Gutenberg-Galerie: Fundus-Immobilienfonds Nr. 29 geht schweren Zeiten entgegen, in: OpenPR.de vom 12. Oktober 2006, abgerufen am 1. September 2010 Ein Verkehrswertgutachten vom 15. Dezember 2006 taxierte das Objekt mit einem Wert von 17,5 Millionen Euro. Anfang 2009 wurde die Gutenberg-Galerie für 12,25 Millionen Euro versteigert und von einer der Gläubigerbanken, der Westdeutsche Landesbank AG erworben., Meldung vom 29. Januar 2009, abgerufen am 1. September 2010
Hotel Adlon Kempinski (Fundus-Fonds 31) mini|Hotel Adlon in Berlin (2004)Rund 4000 Anleger besitzen Anteile des Fonds. Bei Abstimmungen auf der Gesellschafterversammlung stimmen nur ca. 12 Prozent individuell, 88 Prozent kontrolliert Anno August Jagdfeld über seine Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner Steuerberatungs-GmbH aufgrund des Treuhandvertrages § 2 nach „pflichtgemäßem Interesse“.
Das Hotel wird von der Kempinski-Gruppe betrieben, der Vertrag läuft bis 2032. Vereinbart ist die Zahlung von fünfzehn Millionen Euro Miete jährlich. Das Hotel Adlon ist Mitglied im Hotelverbund The Leading Hotels of the World. Seit etwa 2008 betreibt die Adlon Holding mit dem Geschäftsführer Julius Jagdfeld, Sohn von Anno August Jagdfeld, im südlichen Gebäudeteil vier Restaurants (die Wellnesslandschaft Adlon Day-Spa wird inzwischen vom Hotel Kempinski selbst betrieben). Inhaber dieser Betriebe ist die Jagdfeld-Gruppe. Aufgrund der Verluste, die diese Holding schreibt, soll diese frühestens 2012 die volle Jahresmiete zahlen können; bisher wurde keine Miete gezahlt. Ein Besserungsschein steht Ende 2009 bereits bei 3,57 Millionen Euro. Die Zustimmung für den weiteren Mietverzicht zugunsten der Adlon Holding konnte Anno August Jagdfeld mit seiner Stimmmehrheit beschließen. Im Auftrag von rund 120 Anlegern laufen derzeit drei Gerichtsverfahren gegen die Geschäftsführung des Fonds vor dem Landgericht Aachen. Die Anteilseigner des Fonds erhielten 2009 keine Ausschüttung.Wo eine schwarze Null das Höchste der Gefühle ist. In: Immobilien-Zeitung, Nr. 11, 18. März 2010, S. 3 Ebenso wird auch 2010 keine Ausschüttung gezahlt.Peter Maurer: Kein Geld für Adlon-Anleger. Immobilien Zeitung online vom 2. Dezember 2010, Ausgabe 48/2010, S. 3, abgerufen am 21. Dezember 2010 Das Landgericht verurteilte die Fondsgeschäftsführung, die Namen der rund 5000 Anleger den anderen Anlegern bekannt zu geben, um eine gemeinsame Interessenvertretung organisieren zu können. Die Fondsgeschäftsführung kündigte die Revision gegen das Urteil an.Daniel Schönwitz: Jagdfeld mauert weiter. Wirtschaftswoche online, 7. Juli 2010; unter Bezugnahme auf das Urteil 8 O 466/09 des Landgerichts Aachen, abgerufen am 1. September 2010 Der Bundesgerichtshof urteilte in anderer Sache,Urteil des Bundesgerichtshofes Az. II ZR 187/09 vom 11. Januar 2011 dass Gesellschafterdaten auf Verlangen anderer Gesellschafter herausgegeben werden müssen, und die rund 4.400 Gesellschafter des Fundus-Fonds 31 wurden in der Folge anderen Gesellschaftern offengelegt.Steffen Uttich, Nadine Oberhuber: Machtkampf um das Adlon. In: faz.net, 13. Juli 2011, abgerufen am 5. März 2015 Eine Interessensgemeinschaft aus Gesellschaftern hat für die Gesellschafterversammlung am 26. August 2011 die Abwahl und Neuberufung der Geschäftsführung auf die Tagesordnung der Versammlung setzen lassen, August Jagdfeld konnte jedoch 74 % der Stimmen hinter sich sammeln, so dass die Abwahl scheiterte. Im September 2012 erhob die Kölner Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte Anklage vor dem Landgericht Aachen in mehreren Punkten, unter anderem wegen Untreue, gegen Anno August Jagdfeld als Geschäftsführer des Fonds.Jens Brambusch: . In: Financial Times Deutschland, 6. September 2012, abgerufen am 7. September 2012 Die Anklage wurde jedoch vom Landgericht Aachen durch Beschluss vom 17. Dezember 2013 (86 KLs-115 Js 601/09 -2/12) in allen Anklagepunkten nicht zugelassen. Die hiergegen durch die Staatsanwaltschaft Köln eingelegte Beschwerde wurde durch Beschluss des Oberlandesgerichtes Köln am 26. Juni 2014 verworfen (2 Ws 189/14). Im November 2012 konnte Jagdfeld seine Abberufung als Fondsgeschäftsführer verhindern und 70 % der Stimmen für seine Entlastung gewinnen. Zugleich stimmten die rund 4.400 Anleger mit 95 % für eine vorzeitige Verlängerung des Pachtvertrags bis 2032 mit der Hotelkette Kempinski.Gerda Gericke: Adlon-Gesellschafter stehen zu Jagdfeld. In: Immobilien-Zeitung, 30. November 2012, abgerufen am 30. November 2012 Zudem steht ein Rechtsstreit über die Namensrechte „Adlon“ im Raum.Alexander Krex: Krach ums „Adlon“ – Kempinski zieht vor Gericht. In: Die Welt, 10. Februar 2009, abgerufen am 8. April 2010
Grand Hotel Heiligendamm (Fundus-Fonds 34) mini|Kurhaus und Haus Mecklenburg im Ensemble in Heiligendamm (2007)