mini|SchlachtplanDie Schlacht bei Salamanca am 22. Juli 1812 war ein wichtiger Sieg der alliierten Truppen aus Großbritannien und Portugal unter dem Oberbefehl Lord Wellingtons gegen die französische Armee unter dem Oberbefehl Marschall Marmonts. Sie fand in der Nähe der Hügel der Arapiles südlich von Salamanca in Spanien (Kastilien-León) statt und wird daher in Frankreich auch „Schlacht an den Arapiles“ (Bataille des Arapiles) genannt.
Hintergrund
Nach der Einnahme von Rodrigo und Badajoz ging die Initiative an Wellington über. Da die Franzosen nicht genug Männer hatten, um ihn aufzuhalten, konnte er nach Spanien vorrücken. Er konnte auch wählen, wo er angreifen wollte. Er konnte entweder nach Südspanien marschieren und dort Marschall Soult stellen oder Marschall Marmont in Zentralspanien angreifen, der inzwischen nach Salamanca zurückgekehrt war. Wellington entschied sich schließlich für den Vorstoß nach Salamanca, da ein Sieg in Zentralspanien die Briten näher an die Pyrenäen bringen konnte. Den ganzen Mai und Anfang Juni über traf Wellington daher seine zahlreichen Vorbereitungen für den großen zentralen Vorstoß, einschließlich der Pläne für Ablenkungsangriffe.Glover: 2001, S. 188.
Auftakt
Wellington überquerte am 13. Juni den Agueda mit einer Armee von etwa dreiundvierzigtausend Mann, darunter drei- bis viertausend Spanier unter Carlos d'Espana. Am 16. Juni erreichte Wellington die Außenbezirke von Salamanca. Da Marmont nur zwei Divisionen in der Stadt hatte, zog er sich in der Nacht nach Nordosten in Richtung Douro zurück, wohin er bereits den Rest seiner Armee beordert hatte. In der Stadt selbst ließ er 800 Mann zurück, die sich in befestigten Klöstern verschanzten. Bis zum 27. Juni hatte er dort 40.000 Mann versammelt, musste aber noch auf die Division von Bonet aus Asturien warten, die er trotz des Verbots Napoleons hinzuzog. Am 7. Juli hatte Wellington die Klöster eingenommen. Wellington folgte Marmont bis zum Douro, unternahm aber keinen Versuch, einen Übergang zu erzwingen. Er wusste, dass Marmont nicht lange auf dem Nordufer bleiben konnte. Am 4. Juli stieß Bonets Division zu Marmont und brachte seine Armee auf eine Stärke von 50.000 Mann. Am 15. Juli ging Marmont in die Offensive. Wellington befahl daraufhin den Rückzug auf Salamanca, die nächstgelegene gute Verteidigungsposition in seinem Rücken. Durch Zufall fiel den Briten am nächsten Tag ein Brief in die Hände, den König Joseph I. am 9. Juli an Marmont geschrieben hatte. Da keine andere Hilfe zu erwarten war, hatte er beschlossen, seine Verpflichtungen in Zentralspanien auf einige wenige lebenswichtige Garnisonen zu reduzieren und mit allen verfügbaren Männern, etwa 13.000, zu Marmonts Unterstützung zu marschieren. Der Brief war verschlüsselt, aber George Scovell war es gelungen, den Code der Franzosen zu brechen. Diese Information veränderte den gesamten Verlauf von Wellingtons Feldzug. Sobald Marmont und der König ihre Kräfte vereint hätten, wären die Franzosen zu stark für ihn gewesen. Er würde sich auf Ciudad Rodrigo zurückziehen müssen. In den nächsten fünf Tagen marschierten beide Armeen auf parallelen Routen, die nur wenige hundert Meter voneinander entfernt waren.Glover: 2001, S. 193 ff.
Truppen Marschall Marmonts 50.000 Mann starke Armée du Portugal umfasste acht Infanterie- und zwei Kavalleriedivisionen. Die 1. Division unter General Maximilien Foy aufgeteilt in 8 Bataillone, die 2. Division unter General Bertrand Clausel 10 Bataillone, die 3. Division unter General Claude François Ferey mit 9 Bataillonen, die 4. Division unter General Jacques Thomas Sarrut 9 Bataillone, die 5. Division unter General Antoine Louis Popon de Maucune 9 Bataillone, die 6. Division unter General Antoine François Brenier de Montmorand mit 8 Bataillonen, die 7. Division unter General Jean Guillaume Barthélemy Thomières mit 8 Bataillonen und die 8. Division unter General Jean Pierre François Bonet mit 12 Bataillonen. Die leichte Kavallerie unter dem Kommando von General Jean-Baptiste Curto bestand aus 14 Chasseur- und 3 Hussareneskadronen. Die schwere Kavallerie unter General Pierre François Boyer setzte sich aus 6 Dragonereskadronen zusammen. Die Artillerie unter General Louis Tirlet bestand aus 78 Kanonen.Oman: 2004 S. 602 f.
Wellingtons 48.500 Mann bestanden aus acht Infanteriedivisionen und zwei unabhängigen Brigaden, fünf Kavalleriebrigaden und 54 Kanonen. Die Armee schloss Bataillone der King’s German Legion (KGL), der Braunschweiger, der portugiesischen Armee und spanische Truppen ein. Die Infanterie-Divisionen wurden kommandiert von Major-General Henry Frederick Campbell (1. Division), Major-General Edward Pakenham (3. Division), Lieutenant-General Lowry Cole (4. Division), Lieutenant-General James Leith (5. Division), Major-General Henry Clinton (6. Division), Major-General John Hope (7. Division) und die light Division unter Major-General Carl von Alten. Carlos de España befehligte die spanische Division mit 3.400 Mann. Die Brigadegenerale Denis Pack und Thomas Bradford führten die zwei unabhängigen portugiesischen Brigaden. Die britische Kavallerie stand unter dem Kommando von Lieutenant-General Stapleton Cotton. Die 1. Kavalleriebrigade unter Major-General John Le Marchant mit dem 3. 4. und 5. Dragonerregiment, die 2. Kavalleriebrigade unter George Anson mit dem 11. 12. und 16. leichten Dragonerregiment, die 3. Kavalleriebrigade unter Viktor von Alten mit dem 14. leichten Dragonerregiment und dem 1. Husarenregiment (KGL) und der 4. Kavalleriebrigade unter Georg Bock mit dem 1. und 2. Dragonerregiment (KGL) Hinzu kam die Portugiesische Kavalleriebrigade unter Benjamin D’Urban mit dem 1. und 11. portugiesischen Dragonerregiment.Fletcher: 2005, S. 85ff.Glover: 2001, S. 380 f.
Aufmarsch
Am 20. Juli waren Wellington und seine Armee wieder in Salamanca, während die Franzosen etwa 16 km östlich von Heurta standen. In der Morgendämmerung des 21. Juli rückten die Alliierten bis zur Stellung von San Cristobal vor. Marmont wollte zunächst den Tormes hinauf nach Alba marschieren, die Stadt mit seiner Linken halten, und so seine Front im Westen voll auf die Flanke von Wellingtons Verbindungslinie ausrichten. General Foy war gegen dieses Vorhaben, da es nicht nur die französischen Pläne aufdecken, sondern auch Wellington die Möglichkeit geben würde, sie zu vereiteln. Es sei besser den Tormes sofort zu überqueren, als Wellington einen ganzen Tag Zeit zu geben, um die Hochebene von Calvarrasa de Arriba zu besetzen, von wo aus er den Übergang zu einer sehr schwierigen und gefährlichen Operation machen könne.
Marmont gab schließlich nach, und am Mittag überquerten die französischen Truppen den Tormes etwa 5 km flussaufwärts bei Huerta und Encinos de Abajo. Wellington machte keine Anstalten, ihren Marsch zu behindern, sodass sie bei Einbruch der Dunkelheit zwischen Alba und Salamanca, biwakierten während ihre vorgeschobenen Truppenteile Calvarrasa de Arriba und Nuestra Senhora de la Pena besetzten. Währenddessen hatte Wellingtons Armee den Tormes bei Salamanca und Santa Marta überquert. Die neue Stellung, lag mit der Linken auf dem Tormes in der Nähe der Furt von Santa Marta und mit der Rechten auf einem zerklüfteten Hügel in der Nähe des Dorfes Los Arapiles, während die vorgeschobene Kavallerie nach Calvarrasa de Abajo vorstieß. Die Bewegung war erst nach Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen.Fortescue: 1917, S. 477 ff.
Die Schlacht In der Morgendämmerung des 22. Juli befand sich Wellingtons Armee, fast völlig verdeckt auf der von Santa Marta nach Süden verlaufenden Höhenlinie. Die Front war etwa 5 km lang, aber es war nur wenig davon zu sehen. Das Einzige, was die Franzosen sehen konnten, war die 7. Division im Wald gegenüber von Nuestra Señora de la Peña und die entfernten Truppen, die die Franzosen für die Trosskolonne hielten, die sich bereits auf der Straße nach Ciudad Rodrigo absetzte. Die französische Armee war für Wellington etwas besser sichtbar, so konnte er nicht nur die Division von Foy hinter Calvarisa de Ariba ausmachen, sondern auch mehrere andere Truppenteile weiter südlich und östlich, vor dem langen Waldgürtel, der sich beiderseits des Dorfes Utrera über etwa 3 km erstreckt. Marmont hielt Wellington für einen sehr vorsichtigen Mann hielt, der sich sofort zurückziehen würde, wenn seine Flanke bedroht wurde.
Marmont plante daher, die Briten im Süden zu umgehen, um sie dann entweder direkt anzugreifen oder weiter nach Westen zu marschieren und ihre Verbindungslinie zu bedrohen. Um die beiden Hügel, (Arapil Chico und Arapil Grande) die zwischen den beiden Armeen lagen, zum Schutz seiner Armee zu nutzen, befahl Marmont General Bonnet, beide Hügel einzunehmen. Wellington hatte diesen Schritt erwartet und das portugiesische 7. Jäger Bataillon entsandt, um den gegnerischen Vorstoß zu unterbinden. Der Arapil Chico, der sich in der Nähe der alliierten Stellung befand, wurde von den Portugiesen ohne Schwierigkeiten eingenommen, während der Arapil Grande von den Franzosen besetzt wurde.Oman: 2004, S. 420 f.
Marmont war versucht, die eine sichtbare britische Division anzugreifen, mit der bereits ein Scharmützel der Voltigeure von Foys Division begonnen hatte. Die Division von Foy war nach vorne beordert worden, um die Briten auf der Höhe von Nuestra Señora de la Peña zurückzudrängen. Diese gehörten zur 7. Division, die den dahinter liegenden Wald besetzte. Wellington schickte das 68. Infanterie und das 2. portugiesische Jäger-Bataillon aus, um die Franzosen von der Anhöhe und der Kapellenruine auf dem Gipfel zurückzudrängen. Marmont verstärkte daraufhin seine Feuerlinie und stellt eine Batterie auf, die das weitere Vordringen der Briten stoppen sollte. Nachdem er den Arapile Grande gesichert hatte, gab Marmont Befehl nach Westen zu marschieren.
Auf seiner ursprünglichen Stellung der Hochebene von Calvarisa de Ariba, ließ er Foy’s und Ferey’s Division sowie die Dragoner Division unter Brigadegeneral Pierre Boyer zurück, um die Flanke gegen einen möglichen Angriff der britischen Kavallerie zu decken. Clausel, Sarrut, Maucune und Brenier, mit insgesamt über zwanzigtausend Mann, erhielten den Befehl, am Rande des großen Waldes entlang zu marschieren, der hinter der französischen Linie lag, und sich südöstlich des Arapil Grande zu sammeln, von wo aus sie sich in jede Richtung bewegen konnten. Die Division von Thomieres, die etwa 4500 Mann stark war, hatte den Befehl, sich mit der leichten Kavallerie von Brigadegeneral Jean-Baptiste Curto an ihrer äußeren Flanke auf einen Bergrücken namens El Sierro zu begeben, der etwas weiter südlich lag.Fortescue: 1917, S. 483 f.
Als Wellington die Bewegungen Marmonts sah, ergriff er sofort Maßnahmen, um ihnen zu begegnen. Die 4. Division um den Arapil Chico herum wurde so aufgestellt, dass sie für die alliierte Armee denselben Zweck erfüllte, den Bonnet für die Franzosen am Arapil Grande verfolgte. Das 3. Bataillon/27. Regiment of Foot wurde auf dem Gipfel aufgestellt, das 1. Bataillon/40.Regiment of Foot am hinteren Hang. Neben dem Hügel befand sich die unabhängige portugiesische Brigade von Brigadegeneral Pack. Das 1. Bataillon des Royal Welch Fusilier Regiment sowie die portugiesische Brigade von Colonel Stubbs wurden auf der rechten Seite des Hügels aufgestellt und reichten bis zum Dorf Arapiles. So wurde der Arapil Chico zum stumpfen Winkel einer „en potence“ Formation, mit Pack und zwei Brigaden der 4. Division zu ihrer Rechten und der 7. Division der 1. und der light Division zu seiner Linken.