Mönichwald ist eine ehemalige Gemeinde mit 785 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2023) im Nordosten der Steiermark im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld.

Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie seit 2015 mit der Gemeinde Waldbach zusammengeschlossen,Steiermärkische Gemeindestrukturreform. die neue Gemeinde führt den Namen Waldbach-Mönichwald. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 4 Z 6 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 3. Eine Anfechtung der Zusammenlegung, welche von der Gemeinde Waldbach beim Verfassungsgerichtshof eingebracht worden war, war nicht erfolgreich.Erkenntnis G 44/2014-20, V 46/2014-20 des Verfassungsgerichtshofs vom 23. September 2014, abrufbar im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS).

Geografie Geografische Lage Mönichwald liegt im Joglland am Fuße des Wechsels ca. 18 km nördlich der Bezirkshauptstadt Hartberg. Die Gemeinde wird von der Lafnitz durchflossen und von ihren Nebenflüssen entwässert. Das Gemeindegebiet erstreckte sich durch das Karnerviertel nördlich der Lafnitz bis hin zum Hochwechsel, der mit den höchsten Punkt der Gemeinde bildet. Ein weiterer Berg im Gemeindegebiet ist der Steirerkogel ().

Ehemalige Gemeindegliederung Die Gemeinde Mönichwald bestand aus zwei Katastralgemeinden (Fläche ): Karnerviertl () Schmiedviertl ()

Die beiden entsprechenden Ortschaften waren (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Karnerviertel () Schmiedviertel ()

Nachbargemeinden

mini|hochkant|Kirche Mönichwald Geschichte Von der frühen Besiedlung bis zur Gründung Mönichwalds Diverse Einzelfunde wie Loch- und Flachbeile oder durchlöcherte Hämmer aus verschiedenen Serpentinen belegen die Anwesenheit von Menschen im Lafnitztal bereits im 4. bis 3. Jahrtausend vor Christus. Es wird angenommen, dass die Menschen im 4. Jahrtausend vor Christus aus dem Osten und Südosten, entlang der Täler der Flüsse Mur, Raab, Feistritz und Lafnitz eingewandert sind. Auch die Passstraßen über den Wechsel und die Fischbacher Alpen wurden vermutlich bereits in der Frühzeit benutzt. Stark besiedelt dürfte das Gemeindegebiet jedoch aufgrund seiner rauen Bedingungen weder durch die Römer noch durch die im 6. Jahrhundert in die Steiermark eingewanderten Slawen gewesen sein. Als 1043 unter Kaiser Heinrich III. die während der durch die Ungarneinfälle in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts verlorenen Gebiete der Oststeiermark zurückgewonnen werden konnten, erhielt Markgraf Arnold II. von Wels-Lambach die Grenzgebiete zugesprochen – so auch das Gebiet von Mönichwald.

Mit dem Aussterben der Linie Wels-Lambach nach 1050 erbten die Grafen von Formbach diese Gebiete. Nachdem sie 1094 das Benediktinerkloster Formbach in Bayern gründeten, schenkten sie diesem ausgedehnte Waldbesitzungen in der heutigen Nordoststeiermark. Jenes Waldstück, das sich zwischen dem Weißenbach im Westen – der Weißen Lafnitz –, dem Schwarzenbach im Osten – der Schwarzen Lafnitz – und der heutigen Lafnitz im Süden befindet und sich vollständig mit dem heutigen Gemeindegebiet von Mönichwald deckt, war eine Schenkung des Grafen Ekbert III. und erfolgte zwischen den Jahren 1148 bis 1158. Das Waldstück wurde nach den Mönchen von Formbach zunächst (1163) Munichwalt – „Mönch im Wald“ –, später Mönichwald genannt und blieb bis zur Aufhebung des Klosters im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses im Jahre 1803 in dessen Besitz, wurde jedoch von der Propstei Gloggnitz aus verwaltet. Die Rodung des Waldes dürfte bald nach der Schenkung erfolgt sein, bereits am 17. Dezember 1163 wurde die Kirche durch Erzbischof Eberhard I. von Salzburg persönlich geweiht und Mönichwald zur Pfarre erhoben. Die Pfarrerhebungsurkunde ist zugleich die älteste belegte Nennung des Ortsnamens und die drittälteste Urkunde im Archiv des Stiftes Vorau.

Mittelalterliche Quellen Mittelalterliche Urbare von Mönichwald aus den Jahren 1338 und 1343 zählen zu den frühesten in der Oststeiermark. Daraus geht unter anderem hervor, dass es zu der Zeit rund 80 zinspflichtige Untertanen gab. Diese waren großteils Bauern, aber auch mehrere Handwerker mit geringem Grundbesitz finden sich darunter. Rückschlüsse auf die Bewirtschaftung des Gemeindegebietes lassen die ebenfalls verzeichneten Naturalabgaben zu, die von den einzelnen Bauern zu leisten waren. Demnach wurden Roggen und Hafer, sowie in geringerem Ausmaß Flachs angebaut. Besonders auffällig sind die hohen Mohnabgaben, welche wohl zur Versorgung der gesamten Grundherrschaft der Propstei Gloggnitz ausgereicht haben. Auch Schweine („Schweinedienst“), Kastraune (kastrierte Schafwidder), ein Schlachtochse und Käse mussten abgeliefert sowie Robot geleistet werden. Zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1548, von dem ein weiteres Urbar erhalten ist, hat sich daran nur wenig verändert, abgesehen davon, dass anstelle der Schweine nun Schweinegeld bezahlt werden musste.

16. und 17. Jahrhundert Türkenkriege und Kuruzzeneinfälle 1529 und 1532 wurde das Gebiet von türkischen Streifscharen, die tief in die Steiermark eindrangen, heimgesucht. 79 Mönichwalder versuchten, die Türken mit Paidnhanter, Dusägge, Schweinsspieß, Halbspieß und Helmbarte abzuwehren, drei von ihnen hatten auch ein Gewehr. Trotzdem waren die Schäden beträchtlich, mehrere Höfe im Gemeindegebiet waren Opfer von Bränden und Raub, Menschen wurden entführt, erschlagen und – so auch der Pfarrer – erschossen.

Ab 1603 drangen türkisch-tatarische Streifscharen bis Radkersburg und Mureck in vor. Ende Mai 1605 kamen überraschend die Heiducken unter Gergely Nemethy. Im Juni belagerten sie Hartberg und überfielen Schloss Aichberg, deren Besitzer, die Herrschaft Steinpeiß, jedoch auf Stift Vorau geflüchtet waren. Dort und in den dahinter liegenden Wäldern suchte auch die Bevölkerung von Mönichwald und weiterer umliegender Ortschaften Zuflucht.

Als die Türken im Jahr 1683 Richtung Wien zogen und auch die Kuruzzen die Oststeiermark heimsuchten, floh ein Teil der Bevölkerung Mönichwalds gemeinsam mit dem Pfarrer Benedikt Schnurer auf die Burg Festenburg. Die Zufahrtswege in den Bezirk Hartberg wurden mit hölzernen Sperren verhackt, ebenso Straßen und Wege über den Wechsel. Von Mönichwald aus wurde eine Tschartake auf dem Pass errichtet. Als die Türken Aspang in Brand steckten, wurden die Verhacke am Wechsel doppelt und dreifach verstärkt. Die Angreifer konnten jedoch im Kringwald östliche von Vorau durch ein Aufgebot an Bauern, Bürgern und Soldaten aufgehalten werden. Als die ungarischen Aufständischen unter Franz Rákóczi in den Jahren 1704–1709 in die Oststeiermark einfielen, war Mönichwald zwar nicht direkt in Gefahr, jedoch wurde die männliche Bevölkerung immer wieder zum Grenzschutz eingezogen.

Reformation Die Reformation fand in Mönichwald praktisch nicht statt. Am 15. Mai 1528 vermerkte eine Visitationskommission, dass die Mönichwalder eins im Glauben seien. Lediglich der Pfarrer selbst scheint von seinem Glauben etwas abgekommen zu sein, wie ein Mahnschreiben des Propstes Benedikt von Perfall aus dem Jahr 1607 vermuten lässt: Darin wird der Pfarrer ermahnt, er solle sich endlich eines priesterlichen Lebenswandels befleißigen. Er soll einen Vorauer Chorherrn und den Pfarrer aus Wenigzell negativ beeinflusst haben, indem er sie mehrmals in die Mönichwalder Pfarrhof-Taverne zum „Nonnen-Täding“ mit Chorfrauen aus Kirchberg am Wechsel eingeladen habe. Die Androhung harter Konsequenzen scheint gewirkt zu haben, da im Weiteren nichts mehr darüber aufscheint. Bischof Martin Brenner ließ 1588 die Ulrichskapelle erbauen, deren unterer Teil als Beinhaus diente.

18. Jahrhundert Tabakschmuggel und Bauernaufstand 1730 Mit Beginn der Besteuerung des Tabakkonsums in der Steiermark im Jahr 1678 wurde das alleinige Recht zur Einfuhr mangels anderer Bewerber an zwei Venezianer vergeben. Der Schmuggel von Tabak aus Ungarn in die Steiermark begann zu blühen. Als Gegenmaßnahme wurden Tabaküberreiter eingesetzt, die die Schmuggler ausfindig machen sollten. Es kam jedoch immer wieder zu Übergriffen der Tabaküberreiter auf die Bevölkerung und harmlose Reisende oder heimkehrende Schnittlohnarbeiter, während die Schmuggler in bewaffneten Gruppen von zehn bis fünfzehn Mann zumeist unbehelligt ihrer Wege ziehen konnten. Dass auch Mönichwalder unter den Schmugglern waren, war amtsbekannt, und so wurden auf Geheiß der Tabakverleger mehrere Verdächtige vom Pfarrer für den 2. Dezember 1730 zu einer Einvernahme vorgeladen, zu der auch die Tabakverleger samt Helfern anreisten. Nachdem zunächst nur einige der Beschuldigten erschienen sind, umstellte eine aus 60 – 70 Männern und Frauen bestehende, mit Tremmeln, Morgensternen, Streitkolben und einigen Gewehren bewaffnete und von einem Söldner angeführte Gruppe den Pfarrhof und verlangte die Verhafteten heraus. Nachdem die aufständischen Bauern den Pfarrhof fünf Stunden lang belagert hatten, ließ man ihre Kollegen wieder frei. Ab Jänner 1731 wurde der Aufstand untersucht, danach wurden beim innerösterreichischen Hofkriegsrat 50 – 60 Soldaten angefordert. Es kam eine Abordnung des Guido Starhembergischen Regiments, mit deren Hilfe die Verdächtigen schließlich am 7. Mai 1731 verhaftet werden konnten. Die von dem für alle todeswürdigen Vergehen (und somit für die schwerer belasteten Rädelsführer) zuständigen Landrichter mit Sitz in Thalberg im April vorgeschlagen und am 10. Mai 1732 vom Kaiser bestätigten Urteile waren angesichts der drohenden Todesstrafe gering: Die drei am schwersten Verurteilten mussten jeweils einen Monat lang öffentliche Arbeit in Eisen verrichten und abschließend fünfzehn Karbatschenstreiche hinnehmen. Hinzu kam jedoch die ebenfalls auferlegte Bezahlung der Prozesskosten.

Laut den Aufzeichnungen wurde an der zuständigen Hinrichtungsstätte in Dechantskirchen, dem Hochgericht für das Thalberger Landgericht, während der Jahrhunderte nur eine Person aus Mönichwald hingerichtet.

Aufgliederung des Gemeindegebietes Im Jahr 1705 findet sich im Urbar der Herrschaft Gloggnitz eine Einteilung Mönichwalds in Rotten. Dieselbe Einteilung kennt das Grundbuch von 1770, jedoch wurden die Rotten nun als Viertel bezeichnet. Demnach gab es die Saagerrott (Saager- oder Grabnerviertel), welche nach dem Hof vulgo in der Sag benannt wurde; von Georg, Josef und Franz Khärner und deren drei Höfen in Karndorf erhielt die Khärner Rott (Kärnerviertel) ihren Namen; Namensgeber für die Dörffler Rott (Derfler Viertel) waren die Höfe von Johannes, Benedikt und Hans Dörfler im Dörfl, für die Grueber Rott (Gruber Viertel) der Hof von Josef Gruber in Wetzelberg; die Schmidt Rott ist benannt nach dem Schmied in Reifegg und die Münichbauer Rott (Mönichbauernviertel) nach dem Hof vulgo Minibauer. Noch vor der Volkszählung im Jahr 1770 wurden die Viertel in nur zwei Nummerierungsabschnitte geteilt, das Karnerviertel und das Schmiedviertel. Das Karnerviertel wurde aus Saager-, Khärner- und Münichbauerrott gebildet und das Schmiedviertel aus der Dörfler- und Gruberrott. Diese Einteilung und Benennung wurde später auch für die Steuer- und Katastralgemeinden übernommen. 1770 wurden zudem erstmals Hausnummern vergeben.

1771 wurde das Land zwecks Rekrutierung von Soldaten für die habsburgische Armee in Werbebezirke eingeteilt. Mönichwald gehörte gemeinsam mit Ratten, Sankt Jakob im Walde und Waldbach zum Werbebezirk Thalberg. Nur vorübergehend (1798–1810) war Mönichwald ein eigener Werbebezirk, zu dem auch Waldbach gehörte.

mini|Das 1878 errichtete Schulhaus Aufnahme des Schulbetriebs