My Fair Lady ist eine Musicalverfilmung aus dem Jahr 1964, deren Handlung auf dem gleichnamigen Bühnenmusical von Alan Jay Lerner (Text) und Frederick Loewe (Musik) nach dem Stück Pygmalion von George Bernard Shaw basiert. Der Film wurde bei der Oscarverleihung 1965 als beste Produktion des Jahres ausgezeichnet.
Der Film beschreibt die Entwicklung eines ungebildeten Blumenmädchens aus der Vorstadt in eine feine Dame. Diese Entwicklung wurde durch den Unterricht eines Phonetiker ermöglicht, da dieser gewettet hatte, aus ihr eine Dame der Gesellschaft machen zu können.
Handlung Die Handlung des Films folgt direkt der Fassung des Bühnenstücks: Der Phonetiker Professor Higgins wettet mit seinem Freund Colonel Pickering, aus der ungebildeten und derben Blumenverkäuferin Eliza Doolittle eine Dame der Gesellschaft machen zu können. Diese ist zunächst gar nicht angetan von der Idee, den Unterricht zu nehmen, welchen ihr Higgins aufdrängt, doch als es darum geht, dass sie, die meist auf den Straßen Londons leben musste, ein Dach über dem Kopf bekommt, stimmt Eliza zu.
Mit der Zeit wird aus Eliza Doolittle eine „Mayfair Lady“, die jedoch eines Tages bei einem Pferderennen einen Eklat verursacht und in ihr altes Schema zurückfällt, als sie in Anwesenheit des Professors, seiner Mutter und Colonel Pickerings dem Rennpferd „Pfeffer in den Arsch“ streuen will, wenn es nicht schneller laufe. Nun wird der junge Freddy Eynsford-Hill auf Eliza aufmerksam. Das große Finale stellt ein Ball in der feinen Gesellschaft Londons dar, zu dem Higgins und Pickering sie begleiten. Hier fällt sie durch ihre gewählte Aussprache auf und tanzt mit dem Prinzen von Transsilvanien. Von einem anwesenden ausländischen Sprachforscher wird sie sogar für eine ungarische Prinzessin gehalten.
Der Professor, nun sichtlich erfreuter als am Tag des Rennens, wird von Pickering beglückwünscht. Higgins hat die Wette gewonnen. Beide vergessen Eliza, die nun versteht, dass sie für die Wette nur benutzt worden ist. Wütend verlässt sie ohne Nachricht das Haus von Higgins und sucht noch einmal voller Wehmut ihr altes Milieu in Covent Garden auf. Doch hier ist sie nicht mehr zu Hause, hat sie sich doch schon zu sehr in eine Dame verwandelt und wird von alten Bekannten nicht mehr erkannt. Sie findet schließlich Trost und Zuspruch bei Higgins’ Mutter, die sie in ihrer neuen Selbstständigkeit bestärkt und ermutigt, Higgins’ rauen Manieren zu trotzen. Obwohl sie gegenüber Higgins, der plötzlich bei seiner Mutter auftaucht und Eliza wie einen entlaufenen Hund zurückholen will, aus Trotz zunächst behauptet, sie wolle Freddy heiraten, nun selbst (mit dem Sprachforscher, der sie für eine Prinzessin hielt) Phonetik unterrichten und dabei seine Methoden anwenden, kehrt sie am Ende doch zu ihm zurück. Offen bleibt, wie sich ihre Zukunft mit dem Professor gestaltet, der doch so gerne Junggeselle war.
Hintergrund mini|Audrey Hepburn mit Kameramann Harry Stradling Sr. Mit einem Budget von 17 Millionen US-Dollar in den Warner-Bros.-Studios im kalifornischen Burbank gedreht, spielte der Film an den Kinokassen 72 Millionen Dollar ein – ein voller Erfolg, wenn man berücksichtigt, dass Warner Bros. die Rechte für nur 5,5 Millionen Dollar erwarb.
Zunächst hätte Vincente Minnelli die Regie führen sollen, doch als seine Gagenansprüche zu hoch waren, fiel die Wahl auf George Cukor.
Auch in Sachen Besetzung hatte man nicht immer die Erste Wahl. Obwohl Rex Harrison und Julie Andrews in der Broadway-Inszenierung spielten, die dort sehr erfolgreich 6,5 Jahre aufgeführt worden war, hatte Jack Warner zuerst ursprünglich Cary Grant für den Part des Professor Higgins im Gespräch. Dieser lehnte aber ab und verwies auf Rex Harrison, (er soll gesagt haben, dass er sich den Film nicht ansehen werde, wenn Harrison nicht Higgins spiele). Bei der Wahl der Hauptdarstellerin blieb das Studio aber hart und setzte Audrey Hepburn gegen die unbekannte Andrews durch. Wie Audrey Hepburn Jahre später verriet; im Falle ihrer Absage hätte zuerst Elizabeth Taylor, und nur dann, vielleicht Julie Andrews die Rolle der Eliza erhalten. Pikanterweise gewann später Julie Andrews für ihre Rolle in Mary Poppins den Oscar als beste Hauptdarstellerin, während Audrey Hepburn nicht einmal für einen Oscar nominiert wurde. Elizas Vater sollte eigentlich James Cagney spielen, doch als er sich aus dem Projekt zurückzog, ging die Rolle in letzter Minute an Stanley Holloway, der Alfred Doolittle schon am Broadway gespielt hatte.
Größere technische Probleme bereitete Rex Harrisons Gesangsstil. Aufgrund seines speziellen Sprechgesangs war es unmöglich, die Gesangsnummern vorher aufzunehmen und ihn dann zum Playback lippensynchron zu filmen. Daher wurde sein Gesang live aufgenommen, wofür erstmals ein drahtloses Mikrofon verwendet wurde, welches unter seiner Krawatte versteckt wurde. Audrey Hepburn nahm zwar die Lieder vorher auf, doch wurde im fertigen Film dann ihre Gesangsstimme durch die von Marni Nixon (durch „Dubbing“) ersetzt. Auch Jeremy Bretts Gesangsstimme wurde durch die eines ausgebildeten Sängers, Bill Shirley (Tenor) (* 1921; † 1989), ersetzt. Brett behauptete lange Zeit, er selbst habe das Lied On the Street Where You Live und die Reprisen des Liedes im Film gesungen und Mr. Shirley habe lediglich die höheren Töne gesungen. Erst 1994 gab er zu, dass Shirley es war, der das Lied sang, und er bis zur Premiere nichts davon gewusst hätte. Die erfolgreichste aufgenommene Version von dem Lied war von dem Sänger Vic Damone 1956.
In den 1990er-Jahren drohte das Originalnegativ verlorenzugehen, da es aufgrund der vielen Kopien stark abgenutzt war und sich zu zersetzen begann. Eine aufwendige Restaurierung von Bild und Ton ermöglichte eine Wiederaufführung von My Fair Lady pünktlich zum 30. Jubiläum. Bei der Restaurierung wurden erstmals digitale Techniken eingesetzt, so war die Ouvertüre nur noch durch die Digitalisierung der erhalten gebliebenen Bilder wiederherstellbar.
Die Choreographie zum Film übernahm der Oscarpreisträger Hermes Pan.
Deutsche Fassung Die deutsche Synchronfassung entstand 1964 in den Ateliers der Ultra-Film Berlin. Sie war eine der aufwendigsten und teuersten der 1960er-Jahre.Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 33 und 267–277 Eine Besonderheit dabei war die Entscheidung, die einfachen Leute der Straße „berlinern“ zu lassen – entsprechend dem britischen Cockney im Original.
Rolle Darsteller Deutscher SynchronsprecherEliza DoolittleAudrey Hepburn (Gesang: Marni Nixon)Uta Hallant (Gesang: Monika Dahlberg)Professor Henry HigginsRex HarrisonFriedrich SchoenfelderColonel Hugh PickeringWilfrid Hyde-WhiteRobert KluppAlfred P. DoolittleStanley HollowayKlaus W. KrauseMrs. HigginsGladys CooperRoma BahnFreddy Eynsford-HillJeremy Brett (Gesang: Bill Shirley)Joachim Ansorge (Gesang: Karl-Ernst Mercker)Zoltán KárpáthyTheodore BikelKlaus MiedelMrs. PearceMona WashbourneUrsula GrableyMrs. Eynsford-HillIsobel ElsomUrsula KriegPrinz GregorHenry DaniellCurt AckermannLady BoxingtonMoyna MacGillTina EilersJamieJohn AldersonGerd DuwnerButlerJohn HollandKurt MühlhardtBallgastGrady SuttonCurt Ackermann
Filmpreise mini|Von Cecil Beaton entworfenes Kostüm aus dem Film
Oscars 1965 Auszeichnungen Bester Film: Jack L. Warner Beste Regie: George Cukor Bester Hauptdarsteller: Rex Harrison Beste Kamera – Farbe: Harry Stradling Sr. Bestes Szenenbild – Farbe: Gene Allen, Cecil Beaton, George James Hopkins Bestes Kostümdesign – Farbe: Cecil Beaton Beste Filmmusik (Bearbeitung): André Previn Bester Ton: George Groves
Nominierungen Bester Nebendarsteller: Stanley Holloway Beste Nebendarstellerin: Gladys Cooper Bester Schnitt: William H. Ziegler Bestes adaptiertes Drehbuch: Alan Jay Lerner
Golden Globes Auszeichnungen Bester Film – Komödie oder Musical Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical: Rex Harrison Beste Regie: George Cukor Nominierungen Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical: Audrey Hepburn Bester Nebendarsteller: Stanley Holloway
Sonstige Filmpreise British Film Academy Awards: Bester Film: George Cukor Nominierung für den British Film Academy Award: Bester britischer Darsteller: Rex Harrison David-Auszeichnung: Bester fremdsprachiger Film: Jack L. Warner Directors-Guild-of-America-Auszeichnung – Beste Regieführung in einem Spielfilm: George Cukor, David Hall (Regieassistent) Writers-Guild-of-America-Nominierung – Bestes Drehbuch (Musical): Alan Jay Lerner Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat „besonders wertvoll“. 2018 wurde My Fair Lady in das National Film Registry aufgenommen.
Kritiken
Literatur Alan Jay Lerner, Frederick Loewe: My Fair Lady. Nach Shaws Pygmalion (Originaltitel: My Fair Lady). Deutsch von Robert Gilbert. Vollständige Ausgabe. Droemer-Knaur, München und Zürich 1963.
Filmdokumentationen The Making of „My Fair Lady“. Video-Dokumentation von Suzie Galler. USA 1994, CBS/Galler West Productions.
Einzelnachweise
Weblinks
Französische Filmseite mit vielen Bildern Tonträger mit der Filmmusik
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