mini|Wandbild von Kurt Hanf im DDR-Neubau (1968) im Stil des sozialistischen Realismus mini|Zugang (2017) mini|hochkant|Lage des Bahnhofs im Stadtgebiet Der Saalbahnhof ist ein Bahnhof in Jena, im Stadtteil Jena-Nord, am Streckenkilometer 25,50 der Saalbahn.
Geschichte Die auf 144,32 Metern Höhe gelegene Station wurde am 30. April 1874 mit Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Großheringen und Saalfeld in Betrieb genommen. Schnell wurde der Saalbahnhof zum Jenaer Hauptbahnhof, der von 1909 bis zur Inbetriebnahme des provisorischen Haltepunktes Jena Paradies am 26. September 1999 der wichtigste Fernverkehrshalt der Stadt in Nord-Süd-Richtung war. Sämtliche Züge der Relation Berlin–München hatten hier einen Zwischenhalt.
Aufgrund der Verlagerung des Fernverkehrshaltes der Saalebahn vom Saalbahnhof zum Haltepunkt Paradies, die mit der Inbetriebnahme des Paradiesbahnhofs im Rahmen des kleinen Fahrplanwechsels im Sommer 2005 abgeschlossen war, wurde der Saalbahnhof zwischen Mai 2006 und März 2007 den neuen Erfordernissen angepasst. Auf dem Bahnsteig wurden alle nicht mehr als dringend notwendig erachteten Anlagen abgerissen, unter anderem auch das Dach der Gleise 2/3, das durch Wartehäuschen ersetzt wurde.
Heute halten im Saalbahnhof die Regionalbahnen aus und in Richtung Großheringen/Naumburg, Saalfeld sowie Pößneck. Der ehemalige Bahnhof II. Klasse wird deshalb nur noch in die Preisklasse 6 eingestuft.
Empfangsgebäude Erster Bau durch die Saal-Eisenbahn-Gesellschaft Mit der Eröffnung der kompletten Saalbahn 1874 durch die 1871 gegründete und 1895 an Preußen verkaufte Saal-Eisenbahn-Gesellschaft wurde auch das erste provisorische Empfangsgebäude in Jena in Betrieb genommen. Erst 1879 folgte die Eröffnung eines modernen elfachsigen, dreiflügeligen Bahnhofsgebäudes im Gründerzeitstil, in dem sich auch die Zentrale der Eisenbahngesellschaft befand. Es war seit 1890 mit elektrischer Beleuchtung ausgestattetVergleiche die Ausführungen und Abbildungen auf der Website des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde, und um 1889 verzeichnet der Baedeker Nordwest-Deutschland das Vorhandensein von Logi[e]rzimmern im Gebäude.Baedeker-Nordwestdeutschland (23. Aufl.). Karl Baedeker, Leipzig 1889, S. 131 Im Zweiten Weltkrieg, am 9. April 1945, wurde der Saalbahnhof mit dem Empfangsgebäude und den Gleisanlagen fast vollständig durch einen amerikanischen Bombenangriff zerstört.
Neubau in der DDR Nach einem erneuten langjährigen Bahnhofsprovisorium (Barackenbau) wurde von 1961 bis 1965 ein neues Empfangsgebäude mit einer Schalterhalle sowie einer Selbstbedienungsgaststätte im Erdgeschoss und einer Gaststätte im Obergeschoss errichtet. Der Entwurf stammte von Georg Prinz, Rudolf Boller und anderen. Die Wandgestaltung von 1968 in der Schalterhalle durch eine 13 Meter lange Metallarbeit aus Aluminium-Bändern beruht auf einem Entwurf von Kurt Hanf. Autorenkollektiv: Architekturführer DDR. Bezirk Gera. Verlag für Bauwesen, Berlin 1981, S. 125 (Abb. 210).Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 64/65 In einem eingeschossigen Anbau, der auch als Verbindungsaufbau zu einem zehngeschossigen Hochhaus (Apartmentgebäude) diente, waren unter anderem ein Reisebüro, eine Kreisfiliale der Staatsbank und eine Intershop-Verkaufsstelle untergebracht.
Kulturbahnhof Jena Infolge der in jüngerer Zeit eingetretenen Nutzungs- und Eigentumsänderungen entstand aus dem Empfangsgebäude und seinen Nebenanlagen der Kulturbahnhof Jena. Das ehemalige Empfangsgebäude steht heute unter Denkmalschutz.Denkmalkarte Jena. Stadt Jena, FB Stadtumbau, Team Geoinformationen, Dr. Zippel, Ausgabe 14. Juli 2011. Abgerufen am 11. Mai 2014 (PDF-Datei) Die ehemaligen Betriebsgebäude des Güterbahnhofs sind zu Geschäftshäusern und Gastronomieeinrichtungen umgebaut worden, und auf dem Großteil des umliegenden Geländes wurden Wohnheime des Studierendenwerks Thüringen gebaut.
Anlagen Bahnsteige Gleis 1 liegt an einem Seitenbahnsteig, Gleis 2 und 3 liegen an einem gemeinsamen Mittelbahnsteig. Gleis Länge in m Höhe in cm 1 120 55 2 120 55 3 120 55 Stellwerke Seit dem 27. November 2011 wird der Saalbahnhof durch ein elektronisches Stellwerk von Siemens aus Jena-Göschwitz gesteuert. Einen Tag zuvor ging das Fahrdienstleiterstellwerk „Jm“ außer Betrieb. Gleiches betraf das Wärterstellwerk „Js“. Bis September 2006 gab es noch ein weiteres Wärterstellwerk „Jn“. Alles waren mechanische Stellwerke der Bauart Jüdel.
Verkehrsanbindung Regionalverkehr Linie Linienverlauf Takt (min) EVU RE 14 Camburg – Jena Saalbahnhof – Rudolstadt – Saalfeld – Lichtenfels – Bamberg – Nürnberg einzelne Züge DB Regio Bayern RE 15 Leipzig – Weißenfels – Naumburg – Jena Saalbahnhof – Rudolstadt – Saalfeld 120 Abellio Rail Mitteldeutschland RB 25 Halle – Merseburg – Weißenfels – Naumburg – Jena Saalbahnhof – Rudolstadt – Saalfeld 60 RB 28 Jena Saalbahnhof – Rothenstein – Kahla – Orlamünde – Pößneck 120 Erfurter BahnStand: 14. Dezember 2025
Öffentlicher Nahverkehr An der Haltestelle Spittelplatz verkehren (Stand Dezember 2019) die Linien 1 und 4 der Straßenbahn. Diese Haltestelle liegt südwestlich des Bahnhofes an der Saalbahnhofstraße. Sie ist wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Die Haltestelle Saalbahnhof der Stadtbuslinie 15 verkehrt unmittelbar am Bahnhof vom Spitzweidenweg. Die Linie 15 verkehrt zwischen Rautal – Stadtzentrum und Westbahnhof.
Literatur Werner Drescher: Die Saal-Eisenbahn und ihre Anschlußbahnen. transpress, Berlin 1987 Erich Preuß: Jena. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 56. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2005, (1 Bl., 6 S.).
Weblinks
Lage, Verlauf und zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap
Saalbahnhof beim Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde Unser Saalbahnhof Fotos von Jan Kobel vom Kulturbahnhof
Einzelnachweise
Saalbahnhof Kategorie:Bahnhof in Europa Saalbahnhof Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Kategorie:Bauwerk in Jena Kategorie:Verkehrsbauwerk in Jena