Der SC Herford ist ein deutscher Sportverein aus Herford. Der Verein wurde am 16. Juni 1972 gegründet, hat über 800 Mitglieder und die Vereinsfarben schwarz und blau. Die erste Fußball-Herrenmannschaft spielt seit dem Aufstieg im Jahre 2026 in der sechstklassigen Westfalenliga. Zwischen 1976 und 1978 sowie von 1979 bis 1981 spielten die Herforder insgesamt vier Jahre lang in der Nordgruppe der seinerzeit zweigleisigen 2. Bundesliga. Darüber hinaus nahm die Mannschaft achtmal am DFB-Pokal teil, wurde zweimal Westfalenmeister und gewann 1984 den Westfalenpokal. Die erste Handball-Herrenmannschaft gehörte zwischen 1972 und 1983 der seinerzeit zweit- bzw. drittklassigen Regionalliga West an.

Vereinsgeschichte Der Gründung des heutigen SC Herford gingen zwei Vereinsfusionen voraus. Den Anfang machten im Jahre 1968 die im Jahre 1908 gegründete SpVgg Union Herford, die im Jahre 1908 als BV Union Herford gegründet wurde und im Jahre 1927 den Namen änderte, und der im Jahre 1907 gegründete VfB Einigkeit Herford, die sich zum Herforder SC 07/08 zusammenschlossen. Der Herforder SC 07/08 wiederum fusionierte am 16. Juni 1972 mit dem im Jahre 1928 gegründeten Verein SuS Herford zum heutigen SC Herford.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 374. Sämtliche Vereinsnamen der drei Stamm- und Vorgängervereine sind bis heute Bestandteil des offiziellen Vereinsnamens des SC Herford, der Sport-Club Herford – VfB Einigkeit 07 / Spielvereinigung Union 08 / Herforder Sport-Club 07/08 / Spiel und Sport 1928 – e. V. lautet. Laut der Satzung soll bei einer etwaigen Änderung des Vereinsnamens nicht auf die Gründungsmerkmale verzichtet werden.

Zur Saison 2016/17 schloss sich der Stadtteilverein FC Radewig dem SC Herford an und stellte von da an dessen zweite Fußballmannschaft. Der FC Radewig wurde im Jahre 1975 gegründet und spielte zuletzt in der Kreisliga C. Neben Fußball und Handball bietet der SC Herford noch die Sportarten Badminton, Judo, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Volleyball und Wasserball an. Zur Handballabteilung gehört auch der Bereich Freizeitsport, der Damen-Gymnastik und Hallenfußball für ältere Herren anbietet. Die Tischtennisabteilungen des VfB Einigkeit und SuS Herford richteten im Jahre 1953 gemeinsam die deutschen Meisterschaften aus. 500px|mini|links|Strukturelle Entwicklung des SC Herford

Geschichte der Fußballabteilung Die Vorgängervereine

Erfolgreichster Stammverein des heutigen SC Herford war die SpVgg Union Herford. Im Jahre 1922 stieg die Mannschaft in die Bezirksliga Westfalen, damals die höchste Spielklasse, auf. Der fünfte Platz in der Saison 1927/28 war das erfolgreichste Resultat dieser Ära. 1933 wurde Union Vorletzter und verpasste die Qualifikation für die neu eingerichtete Gauliga Westfalen um Längen. Mit durchschnittlichem Erfolg spielte die Mannschaft in den folgenden Jahren in der zweitklassigen Bezirksliga Ostwestfalen. Zur Saison 1944/45 wurde der Verein in die Gauliga berufen. Dort trug die Mannschaft jedoch nur ein Spiel gegen Arminia Bielefeld aus, welches mit 2:2 endete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es bis 1952, ehe Union Herford in die Landesliga aufstieg, die damals die höchste Amateurliga in Westfalen war. In der Saison 1955/56 waren Union und SVA Gütersloh punktgleich Erster. Da Gütersloh das Entscheidungsspiel im neutralen Brackwede mit 1:0 gewann, verpasste die Union die Teilnahme an der Westfalenmeisterschaft. Union Herford qualifizierte sich für die neu eingeführte zweigleisige Verbandsliga, aus der der Verein als Tabellenletzter 1957 abstieg. Nach dem Wiederaufstieg zwei Jahre später konnte die Union bis 1964 die Liga halten. Größter Erfolg war der vierte Platz 1962. Der direkte Wiederaufstieg wurde verpasst und der Verein geriet auch in der Landesliga in Abstiegsgefahr. Die Saison 1967/68 beendete die Mannschaft auf Platz zehn und fusionierte daraufhin mit dem VfB Einigkeit Herford zum Herforder SC 07/08. Unter diesem Namen wurde die Mannschaft 1971 Vizemeister mit einem Punkt Rückstand auf den TuS Sennelager, ehe der HSC ein Jahr später abgeschlagen Letzter wurde.

Stets im Schatten der Union stand der 1928 gegründete Verein SuS Herford. Im Jahre 1934 stieg die Mannschaft in die damals zweitklassige Bezirksliga Ostwestfalen auf und belegte auf Anhieb den dritten Platz. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte der Verein in den frühen 1960er Jahren in der Landesliga. Nach einer Vizemeisterschaft 1964 hinter dem SV Brackwede rutschte die Mannschaft in der Tabelle immer weiter nach unten und konnte 1972 erst nach einer Entscheidungsspielrunde gemeinsam mit TuRa Löhne gegen den VfL Schildesche die Klasse halten. Der VfB Einigkeit Herford wiederum pendelte zumeist zwischen Bezirks- und Kreisklasse. Im Jahre 1960 stand die Mannschaft kurz vor dem Aufstieg in die Landesliga, verlor aber das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen die FT Dützen mit 1:3.

Fusion und Profifußball (1972 bis 1981) Saisondaten 1972–1981 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1972/73 Landesliga, Gr. 1 IV 1. 73:26 50:14 1973/74 Verbandsliga, Gr. 1 III 2. 52:27 38:22 1974/75 Verbandsliga, Gr. 1 III 2. 70:35 46:22 1975/76 Verbandsliga, Gr. 1 III 1. 84:26 54:14 1976/77 2. Bundesliga Nord II 14. 62:63 36:40 1977/78 2. Bundesliga Nord II 17. 51:58 33:43 1978/79 Oberliga Westfalen III 1. 59:33 46:22 1979/80 2. Bundesliga Nord II 17. 48:69 31:45 1980/81 2. Bundesliga Nord II 16. 48:65 32:52

Trotz zahlreicher Bedenken fusionierten am 16. Juni 1972 der Herforder SC 07/08 und SuS Herford zum SC Herford. Sportlich verliefen die ersten Jahre erfolgreich. Gleich in der ersten Saison unter dem neuen Namen wurde die Mannschaft mit einem Punkt Vorsprung auf den SV Porta Neesen Landesligameister und kehrte in die Verbandsliga zurück. Nach der Vizemeisterschaft in der Saison 1973/74 schloss der SC Herford die folgende Saison 1974/75 punktgleich mit Arminia Gütersloh ab. Beide Entscheidungsspiele um die Staffelmeisterschaft konnten die Gütersloher für sich entscheiden. Ein Jahr später wurden die von Otmar Calder trainierten Herforder Meister seiner Staffel und setzte sich in den Endspielen um die Westfalenmeisterschaft knapp mit 3:1 und 2:1 gegen den SV Holzwickede durch. In der folgenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga Nord traf die Mannschaft auf die SV Arminia Hannover und den SC Union 06 Berlin. Durch einen 5:0-Sieg am letzten Spieltag in Berlin sicherte sich der SC Herford den zweiten Platz und stieg auf. Dabei profitierte die Mannschaft vom Aufstieg von Borussia Dortmund in die Bundesliga, wodurch mögliche Entscheidungsspiele gegen den Bonner SC verhindert wurden.

Der Start in die Zweitligasaison 1976/77 verlief gut. Einem 3:1-Sieg über die SG Wattenscheid 09 folgte ein 1:0-Sieg bei Bayer 05 Uerdingen. An den ersten beiden Spieltagen führte der SC Herford die Tabelle an. Das Fachmagazin Kicker bezeichnete den SC als „Herfords besten Werbeträger“ und berichtete über eine „riesengroße Begeisterung beim Neuling“. Während der gesamten Saison geriet die Mannschaft nie in akute Abstiegsgefahr und konnte im Schnitt 6934 Zuschauer bei Heimspielen begrüßen. Der 5:0-Sieg über Wacker 04 Berlin ist bis heute der höchste Zweitligasieg der Vereinsgeschichte. Nach einem schlechten Rückrundenstart fand sich der SC Herford ein Jahr später im Abstiegskampf wieder. In der Winterpause musste Trainer Otmar Calder gehen und wurde durch Erhard Ahmann ersetzt. Nach einer Serie von sechs Siegen in sieben Spielen schöpfte die Mannschaft noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. Höhepunkt war der 2:0-Sieg über Arminia Bielefeld am viertletzten Spieltag. Vor 17.000 Zuschauern brachte der SC durch Tore von Wolfgang Flüshöh und Manfred Wehmeier der Arminia die erste Derbyniederlage gegen einen ostwestfälischen Verein in der 2. Bundesliga bei. Am letzten Spieltag kam Herford zu Hause gegen Alemannia Aachen nicht über ein 0:0 hinaus. Der direkte Konkurrent VfL Osnabrück erreichte gleichzeitig ein torloses Remis bei Bayer 05 Uerdingen. Das um ein Tor bessere Torverhältnis sicherte Osnabrück den Klassenerhalt, während Herford absteigen musste.

Mit einem Punkt Vorsprung auf den TuS Schloß Neuhaus wurde der von Dieter Garbers trainierte SC Herford erster Meister der Oberliga Westfalen und kehrte in die 2. Bundesliga zurück. Nach einem erneut guten Start in die Saison 1979/80 belegte die von Günter Luttrop trainierte Mannschaft bis zum 10. Spieltag einen Platz unter den ersten drei. Nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld am 32. Spieltag rutschten die mittlerweile von Horst Witzler trainierten. Herforder auf einen Abstiegsplatz. Ein 3:2-Sieg über Hannover 96 konnte den sportlichen Abstieg nicht verhindern. Da der DSC Wanne-Eickel seine Lizenz aus finanziellen Gründen freiwillig zurückgab blieb Herford in der 2. Bundesliga. In der Saison 1980/81 ging es um die Qualifikation zur eingleisigen 2. Bundesliga. Mit dem maltesischen Nationaltorhüter John Bonello und dem späteren finnischen Nationalspieler Vesa Mars wurden erstmals zwei ausländische Spieler verpflichtet. Über weite Strecken der Saison hielt sich die von Hannes Baldauf trainierte Mannschaft im Tabellenmittelfeld auf, ehe eine Serie von neun Spielen ohne Sieg zum Abrutschen auf den 16. Rang führte. Die eingleisige 2. Bundesliga wurde damit um Längen verpasst und der SC Herford verabschiedete sich aus dem Profifußball.

Amateurfußball (1981 bis 2001) Saisondaten 1981–2001 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1981/82 Oberliga Westfalen III 14. 53:65 39:41 1982/83 Oberliga Westfalen III 11. 55:56 34:34 1983/84 Oberliga Westfalen III 6. 58:60 36:32 1984/85 Oberliga Westfalen III 8. 54:53 32:36 1985/86 Oberliga Westfalen III 15. 45:60 27:37 1986/87 Verbandsliga, Gr. 1 IV 13. 52:54 31:37 1987/88 Verbandsliga, Gr. 1 IV 11. 42:47 31:33 1988/89 Verbandsliga, Gr. 1 IV 7. 42:42 33:27 1989/90 Verbandsliga, Gr. 1 IV 13. 31:47 27:33 1990/91 Verbandsliga, Gr. 1 IV 7. 44:46 30:30 1991/92 Verbandsliga, Gr. 1 IV 7. 37:29 31:29 1992/93 Verbandsliga, Gr. 1 IV 3. 40:26 38:22 1993/94 Verbandsliga, Gr. 1 IV 6. 46:39 37:27 1994/95 Verbandsliga, Gr. 1 V 6. 53:47 35:25 1995/96 Verbandsliga, Gr. 1 V 10. 38:47 34 1996/97 Verbandsliga, Gr. 1 V 8. 52:43 43 1997/98 Verbandsliga, Gr. 1 V 5. 53:40 41 1998/99 Verbandsliga, Gr. 1 V 2. 56:34 56 1999/2000 Oberliga Westfalen IV 4. 54:48 46 2000/01 Oberliga Westfalen IV 17. 31:67 29

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hatte der Verein mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen, so dass an eine Rückkehr nicht zu denken war. Seit 1976 engagierte sich die Heidapal-Gruppe in Person von Hauptgeschäftsführer Hans Heidemann als Trikotsponsor des Vereins. Nachdem die Heidapal-Gruppe zusammenbrach fehlten dem Verein eingeplante Gelder, so dass die Mannschaft monatelang auf vereinbarte Prämien und Fahrkostenersatz warten musste. Die Zeitschrift Fußball-Woche meldete am 4. Januar 1982, dass Hans Heidemann, der zugleich Leiter der Fußballabteilung des SC Herford war, von der Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen bewussten Bankrotts verhaftet wurde.Zeitspiel. Magazin für Fußball-Zeitgeschichte, Ausgabe 17. Seite 10

In den ersten Jahren in der Oberliga Westfalen belegte die Mannschaft Platzierungen im Mittelfeld der Tabelle. Im Westfalenpokal verloren die Herforder 1983 das Endspiel gegen Rot-Weiss Lüdenscheid mit 0:2 nach Verlängerung. Dafür setzte sich der SC Herford ein Jahr später im Finale mit 3:1 gegen den 1. FC Paderborn durch. Nach einem sechsten Platz in der Oberligasaison 1983/84 und einem achten Platz ein Jahr später folgte in der Saison 1985/86 der Abstieg in die Verbandsliga als Drittletzter. Auch in den ersten vier Jahren in der Verbandsliga kämpfte der SC Herford gegen den Abstieg. 1988 hatte die Mannschaft am Saisonende drei Punkte Vorsprung auf den Bünder SV auf dem ersten Abstiegsplatz. Zwei Jahre später waren es nur deren zwei auf den ersten Absteiger TSG Dülmen.