Der FC Eilenburg ist ein Fußballverein aus dem sächsischen Eilenburg. Die Farben des Vereins sind Blau-Rot. Der FCE bezeichnet sich als größten und erfolgreichsten Fußballverein im Landkreis Nordsachsen.
Geschichte 1912–1944 Der Verein sieht sich ausweislich seiner Vereinssatzung in der Tradition des am 14. April 1912 in der Eilenburger Schankwirtschaft „Zur Torgauer Höhe“ von acht Minderjährigen gegründeten FC 1912 Eilenburg.Steffen Tänzer u. a., Jetzt kommen die tapferen Eilenburger. Das Jahrhundertbuch zur Eilenburger Fußballgeschichte, ISBN 978-3-00-036326-9
Aufgrund einer Fusion benannte sich der Verein 1919 in „Spielvereinigung 1912 Eilenburg“ um. In der Weimarer Zeit war die Spielvereinigung zumeist in der 2. Klasse des Gaus Nordwestsachsen im Verband Mitteldeutscher Ballsportvereine (VMBV) vertreten. Innerhalb der Stadt konnte sie als bürgerlicher Verein jedoch weder die Spielstärke noch die Beliebtheit der im ATSB organisierten Sportvereinigung Vorwärts Eilenburg erreichen.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und dem Vorwärts-Verbot waren die „Zwölfer“, nunmehr im Kursachsen-Kreis (Gau Mitte) spielend, für kurze Zeit die Nummer 1 der Stadt. Da jedoch die Vorwärts-Sportler nach und nach zur Reichsbahnsportgemeinschaft (RB) Eilenburg wechselten, verlor die Spvg. 1912 Mitte der 1930er-Jahre diesen Status wieder. Im Juli 1939 fusionierten schließlich die Zwölfer und RB, wobei der Spielbetrieb als RB Eilenburg weitergeführt wurde. Den größten Erfolg erreichte dieser Verein 1943 mit dem Gewinn des Kursachsen-Meistertitels. Aufgrund der kriegsbedingten Umstände wurde das letzte Spiel am 14. November 1944 ausgetragen – danach wurde die Mannschaft abgemeldet.
1945–1990 Nach dem Zusammenbruch des Naziregimes wurden in Deutschland alle bis dahin bestehenden Vereine verboten. Die Löschung des Reichsbahnsportvereins im Vereinsregister erfolgte am 14. Mai 1946. Dennoch wurde auch in Eilenburg weiter Fußball gespielt. Ein Großteil der früheren Reichsbahnsportgemeinschaft fand sich Ende der 1940er-Jahre in der Mannschaft der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Fortschritt Eilenburg wieder, deren Trägerbetrieb die Eilenburger Fortschrittwerke waren. Einen beachtlichen Erfolg errang die Mannschaft am 3. August 1949. In der Kampfbahn „Am Zoo“ besiegten die Eilenburger im Endspiel des Landes-Pokals die Vertretung der BSG Waggonbau Dessau mit 3:1 und wurde auf diese Weise erster FDGB-Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit den Dessauern qualifizierte sich die BSG Fortschritt auch für den 1949 erstmals ausgetragenen Ostzonen-weiten FDGB-Fußballpokal-Wettbewerb. Während die Dessauer den Pokal gewannen, schied Fortschritt Eilenburg im Viertelfinale nach einer 1:3-Niederlage beim Zweitligisten BSG Carl Zeiss Jena aus.
1949/50 war die BSG Fortschritt Eilenburg ebenfalls Zweitligist und erreichte zum Saisonende in der Südstaffel der Landesklasse von Sachsen-Anhalt Platz sechs. Am 1. Juli 1950 übernahm der VEB Eilenburger Celluloid-Werk die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft, die danach den Namen BSG Chemie Eilenburg führte. Sie spielte bis 1952 weiter in der inzwischen drittklassigen Landesklasse (Einführung der DDR-Liga). Im Sommer 1952 wurden in der DDR die Länder zugunsten von Bezirken abgeschafft, was zur Folge hatte, dass auch das DDR-Fußball-Ligensystem geändert werden musste. An die Stelle der Landesklassen traten die drittklassigen Bezirksligen, Eilenburg wurde zur Saison 1952/53 in die Bezirksliga Leipzig eingegliedert. Dort war die BSG Chemie zunächst drei Spielzeiten lang vertreten, ehe sie 1955 in die Bezirksklasse Leipzig absteigen musste. Diese war nach Schaffung der II. DDR-Liga bis 1963 fünftklassig. Bis 1988 wechselten die Eilenburger, die zwischen 1972 und 1976 eine Spielgemeinschaft mit der Armeesportgemeinschaft Vorwärts Eilenburg (SpG Chemie/Vorwärts Eilenburg) bildeten, zwischen Bezirksklasse und Bezirksliga. 1978 wurde die BSG Chemie als Bezirksligist durch einen 5:4-Sieg nach Verlängerung über die BSG Lok Delitzsch Bezirkspokalsieger und nahm am DDR-weiten Fußballpokal-Wettbewerb 1978/79 teil. Dort unterlag sie zuhause dem Hallenser Bezirksligisten BSG Stahl Thale mit 0:2 im Elfmeterschießen. 1988 stieg die BSG Chemie Eilenburg aus der Bezirksklasse ab, in die sie bis zum Ende des DDR-Fußballspielbetriebes 1991 nicht mehr zurückkehrte.
Seit 1990 Nachdem das Chemiewerk nach der politischen Wende 1990 die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft eingestellt hatte, gründeten BSG-Mitglieder im gleichen Jahr den eingetragenen Verein FSV Grün-Weiß Eilenburg. 1998 wurde dieser sächsischer Hallenlandesmeister und unter Trainer Joachim Fritzsche Zweiter der Bezirksliga. Dies konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein in Eilenburg hinter dem mittlerweile zweimaligen Bezirksmeister MFC Eilenburg (hervorgegangen aus dem Mörtitzer SV) in der Stadt erneut nur die Nummer 2 war. Nachdem auch im Folgejahr der Aufstieg in die Landesliga verpasst wurde und sich auch die BSG Lok 1998 bereits dem MFC angeschlossen hatte, kam es 2001 zur Fusion.
mini|150px|Ehemaliges Logo Als FC Eilenburg spielt der Verein seither in der Spitze des sächsischen Fußballs eine sehr gute Rolle. 2004 gelang unter Trainer Martin Polten der Gewinn des Hallenlandesmeistertitels, der Gewinn des Sachsenmeistertitels und der Aufstieg in die Fußball-Oberliga Nordost, in der sich der Verein fünf Jahre halten konnte. Größter Erfolg war dabei Platz drei in der Serie 2006/07 vor ostdeutschen Traditionsvereinen wie dem FC Sachsen Leipzig, dem Halleschen FC oder dem FSV Zwickau. Ab der Saison 2009/10 spielte der Verein wieder in der Landesliga Sachsen. In der Saison 2016/17 gelang dem FC Eilenburg der erneute Aufstieg in die Oberliga. In der Saison 2019/20 qualifizierte sich der Verein nach Siegen gegen die SpVgg Reinsdorf-Vielau (4:0), den VfB Fortuna Chemnitz (4:3), die BSG Chemie Leipzig (1:0), den LSV Neustadt/Spree (5:1) und den 1. FC Lokomotive Leipzig (1:0) für das Finale des sächsischen Landespokals. Dort unterlag der FC Eilenburg am 22. August 2020 im Finale, das im Ilburg-Stadion ausgetragen wurde, gegen den Chemnitzer FC mit 1:2 und verpasste so knapp die Qualifikation für die 1. Runde des DFB-Pokals. Nachdem 2021 die Saison aufgrund der COVID-19-Pandemie abgebrochen werden musste, stieg der Verein als Staffelerster in die Regionalliga Nordost der Serie 2021/22 auf, aus der Eilenburg direkt wieder abstieg. In der Saison 2022/23 folgte der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga Nordost. Im Zuge des Abstiegs in der Saison 2025/26 trat Eilenburg dann wieder in der Oberliga an.
Mannschaft – Kader der Saison 2026/27 Stand: 17. August 2026 Nr. Nat. Spieler Geboren im Verein seit vorheriger Verein Tor 1 Niclas Edelmann 02.05.2003 2024 FSV Schöningen 40 Jean-Marie Plath 20.06.2002 2026 Hallescher FC Abwehr 3 Lukas Griebsch 28.10.2003 2026 BSG Chemie Leipzig 4 Fabian Mehlitz 16.09.2007 2026 FC Erzgebirge Aue 5 Adrian Jarosch 02.04.2001 2022 FSV Union Fürstenwalde 16 Alexander Vogel 09.02.1997 2026 FC Grimma 22 Liam Bräunig 22.04.2007 2026 FC Erzgebirge Aue 23 Pascal Wendisch 10.03.2007 2026 FC Erzgebirge Aue 30 Franco Schädlich 16.04.2004 2025 FC Erzgebirge Aue Mittelfeld 6 Cerno Kaba 24.12.2006 2026 SG Taucha 99 7 Nick Poser 07.08.2002 2025 VfB Germania Halberstadt 8 Tom Weiß 26.02.2002 2024 Rostocker FC 10 Noah Baumann 28.02.2002 2021 FC Erzgebirge Aue 13 Konstantin Lorenz eigene Jugend 15 Janek Müller 15.09.2005 2026 BSG Stahl Riesa 17 Jeronimo Mattmüller 07.11.2002 2025 SV Lichtenberg 47 18 Malcolm Hille 02.07.2007 2021 1. FC Lokomotive Leipzig 19 Maxim Kindel 02.02.2007 2026 FC Erzgebirge Aue 29 Michael Schlicht 13.11.1993 2022 1. FC Lokomotive Leipzig Angriff 9 Corvin Kosak 27.12.2004 2025 Greifswalder FC 14 Lasse Timpelan 23.04.2006 2026 BSG Chemie Leipzig 25 Julian Stephan 18.02.2007 2024 FC Erzgebirge Aue
Stadion mini|Ilburg-Stadion mini|Front des Ilburg-Stadions mini|Ilburg-Stadion Der FC Eilenburg trägt die Heimspiele seiner ersten Männermannschaft im Ilburg-Stadion aus. Dieses Stadion verfügt über 5600 Plätze, davon 443 Sitzplätze (253 überdacht). Es ist mit einer Flutlichtanlage ausgestattet. Die Spiele der Nachwuchsmannschaften finden im Sparkassen-Fußball-Zentrum auf zwei Rasen- und einem Kunstrasenplatz unweit des Ilburg-Stadions statt.
Ligazugehörigkeit Zeitraum Liga 1990–1993 Bezirksliga Leipzig 1993–1994 Landesliga Sachsen 1994–1997 Bezirksliga Leipzig 1997–2004 Landesliga Sachsen 2004–2009 Oberliga Nordost (Staffel Süd) 2009–2017 Landesliga Sachsen 2017–2021 Oberliga Nordost (Staffel Süd) 2021–2022 Regionalliga Nordost 2022–2023 Oberliga Nordost (Staffel Süd) 2023–2026 Regionalliga Nordost 2026–Oberliga Nordost (Staffel Süd)
Statistik + Platzierungen Saison Liga Platz Tore Punkte 1990/91 Bezirksliga 3. 54:30 38:18 1991/92 Bezirksliga 7. 62:47 33:27 1992/93 Bezirksliga 1. 70:25 49:11 1993/94 Landesliga 13. 26:57 16:36 1994/95 Bezirksliga 5. 53:28 36:24 1995/96 Bezirksliga 6. 58:42 44 1996/97 Bezirksliga 1. 71:30 68 1997/98 Landesliga 14. 43:71 27 1998/99 Landesliga 8. 55:54 43 1999/2000 Landesliga 7. 56:45 46 2000/01 Landesliga 12. 35:39 28 2001/02 Landesliga 5. 44:27 47 2002/03 Landesliga 3. 48:27 56 2003/04 Landesliga 1. 68:25 60 2004/05 Oberliga 12. 42:52 41 2005/06 Oberliga 12. 32:39 31 2006/07 Oberliga 3. 45:32 55 2007/08 Oberliga 12. 42:48 34 2008/09 Oberliga 14. 28:46 27 2009/10 Landesliga 3. 55:27 64 2010/11 Landesliga 5. 56:40 54 2011/12 Landesliga 12. 30:37 34 2012/13 Landesliga 10. 31:31 38 2013/14 Landesliga 2. 62:32 65 2014/15 Landesliga 6. 49:33 49 2015/16 Landesliga 6. 50:43 48 2016/17 Landesliga 1. 74:27 68 2017/18 Oberliga 5. 50:32 50 2018/19 Oberliga 3. 62:36 57 2019/20 Oberliga 5. 35:25 30 2020/21 Oberliga 1. 22:9 20 2021/22 Regionalliga 16. 41:79 33 2022/23 Oberliga 1. 65:33 71 2023/24 Regionalliga 16. 42:60 36 2024/25 Regionalliga 16. 44:62 32 2025/26 Regionalliga 17. 35:68 23 2026/27 Oberliga Farblegende: ,
Personen Trainerhistorie Eine chronologische Übersicht über die Trainer des Vereins seit 1990. Amtszeit Trainer bis 12.1994 Gerd Stephan 01.1995 bis 06.1996 Hans-Joachim Hobusch 07.1996 bis 10.1997 Gerd Stephan 11.1997 bis 12.2001 Jörg Wunderlich 01.2002 bis 06.2002 Hans-Joachim Klinger 07.2002 bis 06.2005 Martin Polten 07.2005 bis 11.2005 Frank Pohl 11.2005 bis 06.2006 Wolfgang Letzian 07.2006 bis 05.2008 Joachim Steffens 05.2008 bis 06.2008 Carsten Hänsel 07.2008 bis 11.2008 Roman Müller Amtszeit Trainer 11.2008 bis 12.2008 Carsten Hänsel 01.2009 bis 05.2009 Thomas Matheja 05.2009 bis 06.2010 Carsten Hänsel 07.2010 bis 06.2011 Béla Virág 07.2011 bis 06.2012 Rico Winkler 07.2012 bis 06.2013 Olaf Schaller 07.2013 bis 08.2015 Tomislav Piplica 08.2015 bis 06.2022 Nico Knaubel 07.2022 bis 06.2025 Sascha Prüfer 07.2025 bis 03.2026 Kevin Rodewald seit 03.2026 Karsten Oswald
kursiv: Interimstrainer
Bekannte Spieler Silvio Adzic (2009) Markus Aerdken (2003–2004) Noah Baumann (2021–) Heinz Bernhardt (–1949) Christopher Bibaku (2023–2024) Maik Georgi (2022) Wilfried Gröbner (1958–1967) Sebastian Heidel (2014–2021) Besian Idrizaj (2009) Maik Kischko (2001–2004) Hans-Jörg Leitzke (1996–1999) Tomislav Piplica (2012–2013) Danny Röhl (2009) Franco Schädlich (2025–) Michael Schlicht (2022–) Béla Virág (2009–2010) Gottfried Weber (–1951)
Literatur D.F.S.F (Hrsg.): DDR-Chronik – DDR-Fußball 1949–1991. Berlin 2007–2011.
Weblinks
Website des Vereins
Einzelnachweise
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