Die Österreichische Fußballmeisterschaft 1957/58 wurde vom Österreichischen Fußball-Bund ausgerichtet. Als Unterbau zur Staatsliga A diente die ebenfalls professionell geführte Staatsliga B, in der jedoch nur Vereine aus Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Steiermark spielten. Für die Klubs aus dem Westen Österreichs, in dem noch kein Profibetrieb bestand, wurden die Tauernliga Nord (Salzburg), die Tauernliga Süd (Kärnten) sowie die Arlbergliga (Tirol, Vorarlberg) auf Amateurbasis ausgerichtet. Als dritte Leistungsstufe fungierten die jeweiligen Landesligen der Bundesland-Verbände.
Erste Leistungsstufe – Staatsliga A Allgemein Die Meisterschaft 1957/58 sah mit dem Wiener Sport-Club einen überlegenen Sieger, die Dornbacher übernahmen am 5. Spieltag die Tabellenführung und gaben diese nicht mehr bis zur letzten Runde ab. Lediglich ein einziges Spiel gegen Titelverteidiger Rapid wurde verloren (2:4-Heimniederlage am 30. November 1957). Letzterer wahrte allerdings bis zum letzten Spieltag (10. Mai 1958) seine theoretische Chance zum Meisterschaftsgewinn. Im direkten Duell auf der überfüllten Pfarrwiese musste ein 5:0 her, das Spiel endete allerdings 2:2 (damit war es auch unerheblich, dass Ernst Happel mit einem Foulelfmeter, der einen 3:2-Sieg Rapids gebracht hätte, an Tormann Rudolf Szanwald scheiterte (Quelle: "Arbeiterzeitung Wien" vom 11. Mai 1958, S. 28)). Es war der zweite Meisterschaftsgewinn des Sport-Clubs nach 1923, insbesondere die Sturmreihe Horak-Knoll-Hof-Hamerl-Skerlan überzeugte. Im Europacup der Landesmeister 1959 sah es nach einem Auswärts-1:3 gegen Juventus Turin nach einem frühen Ausscheiden für den Sport-Club aus, doch das Rückspiel konnte am 1. Oktober 1958 sensationell 7:0 gewonnen werden. Über Dukla Prag kam der Verein schließlich bis ins Viertelfinale, wo erst gegen Seriensieger Real Madrid Schluss war. Als Absteiger mussten währenddessen SK Sturm Graz sowie der Aufsteiger FC Wien den Gang in die B-Liga antreten. Die Meisterschaft erlebte im Herbst mehrere Unterbrüche, so gab es zwischen der 5. Runde (7./8. September) und der 6. Runde (5./6. Oktober) wegen der Länderspiele gegen Jugoslawien und inkl. der Vorbereitung auf das Weltmeisterschafts-Qualifikationsmatch gegen Luxemburg eine dreiwöchige Pause – und am 13. Oktober erneut eine wegen des Länderspiels gegen die Tschechoslowakei; außerdem fielen in der 6. Runde noch drei Matches ausFußball in Österreich, Version 2.0. Ein bemerkenswertes Spiel gab es am 8. März 1958, als sich im Praterstadion in Wien die beiden Lokalrivalen Rapid und Wacker mit 5:5 trennten, wobei Wacker bereits 4:2 und zur Pause 5:3 geführt hatte. Kurios entwickelte sich auch die Entscheidung über das Spiel am 2. März 1958 auf der Hohen Warte in Wien bei Vienna gegen Sturm Graz: In der 65. Minute (Spielstand 3:0 für Vienna) gab es einen Unterbruch wegen Schneefalls. Während die Gäste aussagten, Referee Schnaubelt habe »abgebrochen«, behauptete dieser, er habe nur »unterbrochen, um die Linien nachziehen zu lassen. Als er nach 20 Minuten wieder anpfeifen wollte, sei Sturm nicht mehr angetreten«. Daraufhin belegte der »Struma« (Straf- und Meldeausschuss) der Staatsliga die Grazer am 12. März mit einer Geldstrafe von 500 Schilling wegen unberechtigten Abtretens, enthob zudem deren Sektionsleiter Pumich für zwei Monate seiner Funktionen. Schlussendlich gab es aber (offensichtlich waren die Aussagen des Referees unklar gewesen) am 23. April ein Wiederholungsspiel, welches von den Döblingern 7:1 gewonnen wurde und die Grazer einer zweistelligen Niederlage entgingen.
Abschlusstabelle
(M) Österreichischer Meister 1956/57 (C) kein Pokalbewerb in der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Gewinner der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga A
Aufsteiger Staatsliga B: Linzer ASK
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga Nord/Tauernliga Süd/Arlbergliga: WSV Donawitz (Relegation zur Staatsliga A)
Torschützenliste
siehe auch Liste der besten Torschützen Österreichs
Meistermannschaft Rudolf Szanwald, Karl Dobias – Erich Hasenkopf, Heinrich Büllwatsch, Alois Jaros, Rudolf Oslansky, Leopold Barschandt Walter Horak, Adolf Knoll, Johann Howanietz, Erich Hof, Josef Hamerl, Karl Skerlan, Johann Mach, János Kuszmann, Franz Gletzl – Trainer: Johann Pesser
Zweite Leistungsstufe Staatsliga B In der Staatsliga B errang der Linzer ASK den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Gewinner der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga B
Aufsteiger Landesliga Niederösterreich: SC Ortmann
Qualifiziert über die Relegation Landesliga Oberösterreich/Wiener Liga: KSV Ankerbrot Montelaa (Relegation zur Staatsliga B) Landesliga Burgenland/Steiermark: WSV Fohnsdorf (Relegation zur Staatsliga B)
Torschützenliste
Tauernliga Nord In der Tauernliga Nord wurde der SV Austria Salzburg Meister.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga A
Aufsteiger Landesklasse Salzburg Nord: ASK Salzburg Landesklasse Salzburg Süd: WSK Kaprun
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga Nord/Tauernliga Süd/Arlbergliga: SV Austria Salzburg (Relegation zur Staatsliga A)
Tauernliga Süd In der Tauernliga Süd konnte sich der WSG Radenthein den Meistertitel sichern.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga A
Aufsteiger Kärntner Landesklassen: Post SV Klagenfurt
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga Nord/Tauernliga Süd/Arlbergliga: WSG Radenthein (Relegation zur Staatsliga A)
Arlbergliga In der Arlbergliga feierte der FC Lustenau 07 den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga A
Aufsteiger Landesliga Tirol: FC Wacker Innsbruck Landesliga Vorarlberg: FC Kennelbach
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga Nord/Tauernliga Süd/Arlbergliga: FC Lustenau 07 (Relegation zur Staatsliga A)
Dritte Leistungsstufe
Landesliga Burgenland Im Burgenland erspielte der ASV Neufeld den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger ASK Riedlingsdorf
Qualifiziert über die Relegation Landesliga Burgenland/Steiermark: ASV Neufeld (Relegation zur Staatsliga B)
Landesliga Kärnten In Kärnten wurde der Post SV Klagenfurt Kärntner Landesmeister, der in die Tauernliga Süd aufstieg. Leider liegen keine Informationen über den Tabellenendstand dieser Saison vor.
Landesliga Niederösterreich In Niederösterreich konnte der SC Ortmann den Meistertitel feiern.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger FC Voith St. Pölten SC Raxwerke Wiener Neustadt ESV Rabensburg
Landesliga Oberösterreich In Oberösterreich fixierte der SK VÖEST Linz den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga B
Aufsteiger Welser SC SV Post-Admira Linz
Qualifiziert über die Relegation Landesliga Oberösterreich/Wiener Liga: SK VÖEST Linz (Relegation zur Staatsliga B)
Landesklasse Salzburg Nord und Süd In Salzburg sicherte sich der ASK Salzburg in der Landesklasse Salzburg Nord den Meistertitel, der WSK Kaprun in der Landesklasse Salzburg Süd.
Landesklasse Salzburg Nord
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. ASK Salzburg 22 21 0 1 159:26 42 2. SV Seekirchen 22 14 2 6 94:63 30 3. SC Schwarz-Weiß Salzburg 22 13 4 5 59:42 30 4. Amateur SV Salzburg (A) 22 12 5 5 66:32 29 5 USK Anif 22 9 5 8 75:50 23 6. SV Straßwalchen 22 9 2 11 65:77 20 7. SK Olympia Hallein 22 6 6 10 51:63 18 8. SC Golling (N) 22 7 3 12 46:77 17 9. SV Grödig 22 7 3 12 46:78 17 10. SV Kuchl 22 7 1 14 43:102 15 11. TSV Neumarkt 22 6 1 15 43:87 13 12. SV Konkordiahütte 22 4 2 16 37:87 10
(A) Absteiger der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger SV Verkehrsbetriebe
Landesklasse Salzburg Süd
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. WSK Kaprun 20 16 1 3 67:32 33 2. SV Schwarzach (A) 20 16 0 4 80:36 32 3. ESV Saalfelden 20 13 2 5 97:39 28 4. FC Bad Gastein 20 12 2 6 64:39 26 5. SC Mittersill 20 11 1 8 61:53 23 6. WSK Mühlbach/Hochkönig 20 8 5 7 57:54 21 7. SC Bad Hofgastein 20 9 1 10 50:54 19 8. SC Mühlbach/Pinzgau 20 5 4 11 43:69 14 9. TSV St. Johann/Pongau 20 6 1 13 35:59 13 10. SV Lend 20 2 2 16 33:100 6 11. SK Taxenbach 20 2 1 17 43:95 5
(A) Absteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger keine Aufsteiger in die Landesklasse Salzburg Süd
Landesliga Steiermark In der Steiermark errang der WSV Fohnsdorf den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1956/57 zur Staatsliga B
Aufsteiger Red Star Knittelfeld SV Straßgang
Landesliga Tirol In Tirol konnte der FC Wacker Innsbruck den Meistertitel sichern.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1956/57 (N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger keine Information über Aufsteiger
Landesliga Vorarlberg In Vorarlberg feierte der FC Kennelbach den Meistertitel
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger SV Lochau
Wiener Liga In Wien erspielte der KSV Ankerbrot Montelaa den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1956/57
Aufsteiger SC Vorwärts XI Donaufelder Rasenspieler
Relegation
Relegation zur Staatsliga A Die beiden Aufstiegsplätze in der Saison 1957/58 wurden einerseits an dem Meister der B-Liga vergaben, der zweite in einer Relegationsrunde ausgespielt. Der Arlbergmeister Lustenau 07 spielte zunächst gegen den Tauernliga-Nord-Meister SV Austria Salzburg um die Qualifikation zu den Relegationsspielen für die Staatsliga A. Der SV Austria Salzburg durfte antreten, da er den der Tauernliga-Süd-Meister WSG Radenthein zuvor besiegt hatte. Die Salzburger konnten sich gegen Lustenauer deutlich durchsetzten, unterlagen allerdings im Entscheidungsspiel um den Aufstieg für die Staatsliga A dem Zweitplatzierten der B-Liga, WSV Donawitz, mit 3:7. Qualifikationsrunden Entscheidungsrunde Legende: (St.B): Staatsliga B, (A): Arlbergliga, (TN): Tauernliga Nord, (TS): Tauernliga Süd
Relegation zur Staatsliga B Entscheidungsrunde Legende: (B): Landesliga Burgenland, (O): Landesliga Oberösterreich, (St): Landesliga Steiermark, (W): Landesliga Wien,
Weblinks Österreich 1 (Staatsliga A) 1957/58 bei austriasoccer.at und Österreich 2 (Staatsliga B) 1957/58 bei austriasoccer.at Austria 1957/58 Staatsliga A und Staatsliga B bei rsssf.org
Einzelnachweise
Osterreichische Fussballmeisterschaft 1957/58 #1957/58