Der Lichterfelder FC Berlin 1892 e. V., kurz LFC Berlin, war ein Fußballverein aus Berlin-Lichterfelde. Der Verein hatte zuletzt circa 1.200 Mitglieder und stellte mit fast 800 spielenden Kindern und Jugendlichen in jährlich über 40 Mannschaften die größte Fußball-Jugendabteilung Deutschlands. Die Leistungsmannschaften des LFC Berlin waren in den Spielklassen des DFB-Regionalverbandes NOFV, der Oberliga Nordost und der Frauen-Regionalliga, vertreten. Der Verein wurde am 30. Juni 2013 durch die Verschmelzung mit dem BFC Viktoria 1889 zum FC Viktoria 1889 Berlin aufgelöst.

Geschichte 1892 bis 1988 – Die Vorgängervereine des LFC Berlin Gründungsjahre Der Ursprung des LFC Berlin ging auf den FV Brandenburg 1892 zurück, welcher am 20. März 1892 gegründet wurde. Am 18. Juni 1912 folgte die Gründung des FC Lichterfelde 12, dessen Wappen mit den 3 Lichtern auf dem Felde, das Wappen des späteren Vereins maßgeblich prägte. Mit der Lichterfelder Sport-Union 1951 e. V., kurz LSU, wurde am 15. Februar 1951 schließlich der dritte und erfolgreichste Vorverein des LFC gegründet.

1951 bis 1965 – Der rasante Aufstieg von LSU Ligazugehörigkeit von LSU 1951 bis 1971 Saison Liga Klasse 1951/52 VBB 3. Klasse VI. 1952 bis 1959 VBB 2. Klasse V. 1959 bis 1962 VBB 1. Klasse IV. 1962 bis 1965 Amateurliga Berlin III. 1965 bis 1967 Regionalliga Berlin II. 1967/68 Amateurliga Berlin III. 1968 bis 1971 A-Klasse Berlin IV.

mini|links|LSU-LogoAls LSU 1951 gegründet wurde, war Lichterfelde 12 der erfolgreichste Club aus Lichterfelde und spielte viele Jahre in der Amateurliga Berlin, der zweithöchsten Spielklasse West-Berlins.

Gleich im ersten Jahr konnte LSU aus der untersten von damals 5 Berliner Spielklassen aufsteigen und Bezirkskonkurrent Brandenburg 92 hinter sich lassen. In der Folgesaison wäre LSU beinahe der Durchmarsch in die nächsthöhere Liga geglückt, aber man musste sich in den Relegationsspielen geschlagen geben und schaffte dann erst 1959 den Aufstieg.

Durch den Abstieg von Lichterfelde 12 aus der Amateurliga und dem Aufstieg von Brandenburg 92 in den Folgejahren, traten in der Saison 1961/62 erstmals alle drei Vereine in einer Liga gegeneinander an. Es sollte auch die einzige Saison bleiben, denn LSU schaffte in dem Jahr den Aufstieg in die Amateurliga Berlin.

LSU spielte in den folgenden drei Jahren erfolgreich in der oberen Tabellenhälfte mit und schaffte in der Saison 1964/65 begünstigt durch eine Umstrukturierung im deutschen Ligasystem mit einem 6. Platz den Sprung in die neue Regionalliga Berlin und damit in den bezahlten Fußball.

1965 bis 1971 – Ernüchterung bei LSU und die Fusion zu BraLi mini|links|BraLi-Logo

Nach sehr gutem Start mit 2 Siegen in der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse und der zwischenzeitlichen Tabellenführung wurde im Laufe der ersten Saison schnell klar, dass es für LSU nur um den Klassenerhalt in der Regionalliga ging. Mit einem 13. Platz konnte man in der Saison 1965/66 noch den Klassenerhalt feiern, aber bereits im Folgejahr ging es für die Lichterfelder wieder runter in die Amateurliga, welche man 1967/68 ebenfalls nicht halten konnte und damit in die A-Klasse durchgereicht wurde.

Aber auch bei den anderen beiden Vereinen lief in den letzten Jahren nicht viel zusammen. So kam es schließlich am 4. Juni 1971 zur ersten Fusion zweier Lichterfelder Vereine. Der FV Brandenburg 1892 und der FC Lichterfelde 12 schlossen sich zur Fußball-Vereinigung Brandenburg-Lichterfelde, kurz BraLi, zusammen, um die Spielstärke anzuheben und um bessere organisatorische Strukturen zu bilden.

1971 bis 1978 – LSU und BraLi im Gleichschritt LSU 1971 bis zur Fusion 1988 Saison Liga Klasse Platz (von) 1971/72 A-Klasse Berlin IV. LSU 14 (16) 1972/73 A-Klasse Berlin IV. BraLi 4, LSU 11 (16) 1973/74 A-Klasse Berlin IV. BraLi 4 ▲, LSU 5 (16) 1974/75 A-Klasse Berlin V. LSU 6 (16) 1975/76 A-Klasse Berlin V. LSU 1 (16) 1976/77 Amateurliga Berlin IV. LSU 3, BraLi 7 (16) 1977/78 Amateurliga Berlin IV. LSU 2, BraLi 3 ▲ (16) 1978/79 Oberliga Berlin III. LSU 5, BraLi 13 (16) 1979/80 Oberliga Berlin III. LSU 2, BraLi 16 ▼ (16) 1980/81 Oberliga Berlin III. LSU 8 (16) 1981/82 Oberliga Berlin III. LSU 6 (16) 1982/83 Oberliga Berlin III. LSU 4 (16) 1983/84 Oberliga Berlin III. LSU 6 (16) 1984/85 Oberliga Berlin III. LSU 10 (16) 1985/86 Oberliga Berlin III. LSU 6 (16) 1986/87 Oberliga Berlin III. LSU 12, BraLi 15 ▼ (16) 1987/88 Oberliga Berlin III. LSU 16 (16) Anmerkung: Grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg von LSU.

Pfeile kennzeichnen einen Auf- oder Abstieg von BraLi.

Beide Vereine, BraLi und LSU, standen nun vor einem Neuanfang, wobei LSU als höher eingestuft wurde. Doch spielte man in den nächsten zwei Jahren bei LSU gegen den Abstieg, konnte diesen aber vermeiden. BraLi hingegen schaffte im zweiten Jahr nach der Fusion einen respektablen 4. Platz in der A-Klasse, welchen man in der Folgesaison 1973/74 wiederholen konnte. Aufgrund der Einführung der 2. Fußball-Bundesliga reichte diese Platzierung zum Aufstieg in die Amateurliga Berlin. Zwei Jahre später sollte dann auch LSU folgen.

1975 sollte aber noch eine weitere Erfolgsgeschichte ihren Anfang haben. BraLi erkannte die Zeichen der Zeit und meldete erstmals eine Damen- und Mädchenmannschaft zum Spielbetrieb an.

BraLi und die 1976 aufgestiegene Mannschaft von LSU spielten in den beiden folgenden Jahren erfolgreich in der Amateurliga mit und schafften in der Saison 1977/78 gemeinsam den Aufstieg in die Amateur-Oberliga Berlin. Als Vorjahreshalbfinalist im Berliner Landespokal nahm LSU außerdem als erster Lichterfelder Verein am DFB-Pokal 1977/78 teil, musste aber in der 1. Hauptrunde nach einem Unentschieden im ersten Spiel, im Wiederholungsspiel gegen Alemannia Plaidt als Verlierer vom Platz gehen.

1978 bis 1988 – 10 Jahre Amateur-Oberliga und die Fusion zum VfB Lichterfelde Mit dem Aufstieg war man nun in der Amateur-Oberliga Berlin, der höchsten Berliner und dritthöchsten deutschen Spielklasse angekommen und traf auf den großen Rivalen aus dem Berliner Hauptbezirk Steglitz, den BFC Preussen, der in den folgenden Jahren die Amateur-Oberliga und den Berliner Landespokal dominieren sollte.

Die erste Saison sollte für beide Teams in dieser Liga wegweisend sein. LSU konnte sich von Beginn an behaupten und schaffte in der ersten Spielzeit einen guten 5. Platz und spielte im zweiten Jahr sogar um die Meisterschaft mit, aber verspielte diese mit einer Niederlage am letzten Spieltag und damit die Möglichkeit an der Relegationsrunde zur 2. Bundesliga teilzunehmen und wurde hinter den Preussen nur Vizemeister. BraLi hingegen wurde sofort in den Abstiegskampf gezogen und musste schließlich nach zweijähriger Zugehörigkeit den Gang nach unten antreten.

Nach dem Abstieg von BraLi in die nun als Landesliga bezeichnete Amateurliga hatte LSU mit dem BFC Preussen, die 1981 noch einmal das Berliner Double aus Meisterschaft und Pokalsieg wiederholen konnten, nur noch einen Bezirksnachbarn als Konkurrenten. Beide Teams spielten aber in den folgenden Jahren nur noch im Mittelmaß der Liga mit, mit Ausnahme der Saison 1984 als LSU sich bis ins Berliner Pokalfinale vorspielen konnte, aber gegen den späteren Bundesligisten Blau-Weiß 90 Berlin verlor.

Erst im Jahre 1986 gelang es der Mannschaft von BraLi wieder in die Amateur-Oberliga aufzusteigen und an der Berliner Meisterschaft 1986/87 teilzunehmen, aber es sollte nur ein einjähriges Intermezzo werden. Auch LSU wurde aufgrund fehlenden Budgets nach vielen Jahren erstmals in den Abstiegskampf gezogen, so dass man bei BraLi und LSU im Laufe der Saison zu ersten Gesprächen zwecks einer Fusion kam.

Durch den erneuten Abstieg von BraLi wurden die Gespräche forciert, denn durch die Oberligazugehörigkeit von LSU würde der neue Lichterfelder Großverein zukünftig in der Oberliga Berlin spielen können. Aber die Saison 1987/88 sollte nicht wie erhofft verlaufen. LSU musste nach 10 Jahren Zugehörigkeit in der Amateur-Oberliga und nach 1968 zum zweiten Mal in die Viertklassigkeit absteigen. Nun lag alle Hoffnung auf BraLi, die in der Landesliga lange Zeit um den Aufstieg mitspielten, aber letztendlich nur Dritter wurden und damit den Aufstieg in die Oberliga knapp verpassten. Somit musste der am 2. Juni 1988 gegründete VfB Lichterfelde 1892 e. V. in der Landesliga an den Start gehen.

1988 bis 2013 – Der VfB Lichterfelde und der LFC Berlin 1988 bis 1998 – Der Fall der Mauer und seine Folgen + Saisondaten 1988 bis 2004 Saison Liga Klasse Platz (von) 1988/89 Landesliga Berlin IV. 1 (16) 1989/90 Oberliga Berlin III. 5 (17) 1990/91 Oberliga Berlin III. 13 (16) 1991/92 Oberliga Nordost (Mitte) III. 9 (22) 1992/93 Oberliga Nordost (Mitte) III. 12 (17) 1993/94 Oberliga Nordost (Mitte) III. 8 (16) 1994/95 Oberliga Nordost (Nord) IV. 2 (16) 1995/96 Oberliga Nordost (Nord) IV. 2 (17) 1996/97 Oberliga Nordost (Nord) IV. 5 (15) 1997/98 Oberliga Nordost (Nord) IV. 8 (15) 1998/99 Oberliga Nordost (Nord) IV. 11 (16) 1999/00 Oberliga Nordost (Nord) IV. 7 (16) 2000/01 Oberliga Nordost (Nord) IV. 8 (18) 2001/02 Oberliga Nordost (Nord) IV. 10 (17) 2002/03 Oberliga Nordost (Nord) IV. 6 (19) 2003/04 Oberliga Nordost (Nord) IV. 16 (19) grün: Aufstieg, rot: Abstieg mini|hochkant=0.5|links|VfB-Logo Gleich im ersten Jahr nach der Fusion gelang es dem neuen Verein das gesteckte Ziel zu erreichen und ins Berliner Oberhaus aufzusteigen. Gleiches gelang der Damenmannschaft, die fortan in der Verbandsliga Berlin spielten.

Die Saison 1989/90 endete für die Mannschaften positiv, denn sowohl die Herren als auch die Damen konnten mit guten Platzierungen in ihren Ligen überzeugen. Aber diese Saison war von einem wichtigeren Ereignis positiv überschattet, dem Fall der Berliner Mauer. Als dann im Jahr darauf die Wiedervereinigung folgte, war klar, dass es Veränderungen im deutschen Fußball und für den VfB Lichterfelde geben würde.

1991/92 fand die erste Saison unter dem neuen Regionalverband NOFV statt. Für viele Vereine aus Berlin kam es zu einem Novum und man musste erstmals zu einigen Auswärtsspielen die Grenzen Berlins verlassen. So führten die Reisen des VfB bei den Herren unter anderem zum 1. FC Magdeburg und Energie Cottbus und bei den Damen beispielsweise zu Hansa Rostock und Turbine Potsdam.

In den folgenden zwei Jahren konnte der Verein bei den Herren die NOFV-Oberliga Mitte halten, aber leider musste die Damenmannschaft nach der Saison 1992/93 in der neu gegründeten Frauen-Regionalliga Nordost aus finanziellen Gründen zurückgezogen werden und fortan wieder in der Verbandsliga Berlin starten. Mit der Wiedereinführung der Regionalliga bei den Herren, diesmal als dritte Liga, musste der VfB Lichterfelde erstmals seit der Fusion wieder in der Viertklassigkeit antreten. Man spielte aber weiterhin auf überregionaler Ebene in der NOFV-Oberliga Nord und das in den ersten zwei Jahren ziemlich erfolgreich, aber auch mit viel Pech. 1994/95 und 1995/96 konnte man jeweils Vizemeister werden und verpasste damit denkbar knapp den Aufstieg in die Regionalliga, versank aber in den darauffolgenden Jahren förmlich im Mittelmaß der Liga.

Trotzdem schaffte man in der Saison 1997/98 den Sprung ins Berliner Pokalfinale und traf dort auf den Aufsteiger in die 2. Bundesliga, Tennis Borussia. Trotz der Endspielniederlage freute man sich beim VfB Lichterfelde sehr, denn aufgrund des Aufstiegs von TeBe hatte man sich zum ersten Mal nach LSU im Jahre 1977 für den DFB-Pokal qualifiziert. Der VfB hatte auch noch das Glück mit dem FC Schalke 04 einen Topverein aus der Bundesliga zugelost zu bekommen und musste deshalb das Spiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark austragen. 4.500 Zuschauer erschienen zu dieser Partie und bekamen eine erwartungsgemäße 0:6-Niederlage mit trotzdem nicht aufsteckenden Lichterfeldern zu sehen.

1998 bis 2004 – Im Wandel der Zeit