Die ÖFB Frauen-Bundesliga (so die Eigenschreibweise) ist die höchste Spielklasse im österreichischen Frauenfußball. Organisierter Frauenfußball wurde in Österreich schon 1936 ausgetragen. Seit 1972 wird eine Meisterschaft durchgeführt. Seit 2010 wird die ÖFB Frauen-Bundesliga mit zehn Mannschaften ausgespielt.
Im Rahmen der Bundesliga tritt jeder Verein in einem Hin- und Rückspiel gegen jeden anderen Verein an. Der Meister der ÖFB Frauen-Bundesliga ist seit 2001, der Vizemeister zwischenzeitlich für 2013/14 und von 2016/17 bis 2019/20, zur Teilnahme an der UEFA Women’s Champions League berechtigt. Amtierender Meister ist der FK Austria Wien.
Modus und Ausrichtung Austragungsmodus Während eines Meisterschaftsjahres, das sich in eine Hin- und Rückrunde unterteilt, treffen alle zehn Vereine der Bundesliga zweimal aufeinander, je einmal im eigenen Stadion und einmal im Stadion des Gegners. Eine Fußballsaison mit 18 Spieltagen erstreckt sich in der Regel von August oder September bis Mai oder Juni.
Die Mannschaft, die am Ende der Saison ersten Platz belegt, ist Österreichischer Meister und nimmt für Österreich an der UEFA Women’s Champions League teil. Der Vizemeister zwischenzeitlich für 2013 und seit 2016, zur Teilnahme an der UEFA Women’s Champions League berechtigt. Die letztplatzierte Mannschaft muss entweder in die 2. Liga, entweder in die 2. Liga Mitte/West für die Vereine der Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol oder Vorarlberg oder in die 2. Liga Ost/Süd für die Vereine aus Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Steiermark oder Wien, absteigen.
Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die bessere Tordifferenz über die Reihenfolge der Platzierung, bei gleicher Differenz danach die Anzahl der erzielten Tore. Sollte dieser Vergleich immer noch keine Entscheidung bringen, werden die folgenden Kriterien zu Rate gezogen: das Gesamtergebnis aus den Partien gegeneinander, die Anzahl der in diesen Partien erzielten Tore gegeneinander, die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich. Danach entscheiden die erzielten Auswärtstore in allen Spielen. Bringen diese Vergleiche nichts ein, wird auf neutralem Platz ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Dies war bisher in der Bundesliga jedoch noch nie der Fall.
Modusänderungen In den Anfängen der Damenliga, 1972, bis 1979 gab es nur eine Leistungsstufe, die Damenliga Ost. In der Saison 1979/80 wurde eine 2. Leistungsstufe mit dem gleichen Namen eingeführt. Ab 1982 übernahm die Ausrichtung der ÖFB und führte die zwei Ligen weiter. Zu Beginn der 1990er Jahre organisierten einige Bundesländerverbände Landesmeisterschaften für Frauenfußball. Die erste länderübergreifende Meisterschaft, außer die im Osten gegründete Damenliga Ost, war die Regionalliga West, an der Tiroler und Vorarlberger Frauenfußballmannschaften teilnahmen, später kam die 2. Division Mitte (2001) und die 2. Division Süd (2001) hinzu. Ab diesem Zeitpunkt könnten die Meister der 2. Liga direkt aufsteigen, ab 2005 wurde die erste Relegation zwischen dem Meister der 2. Division Ost und dem der 2. Division Mitte ausgespielt. Der Meister der Regionalliga West wollte wegen finanzieller Gründe an der Relegation nicht teilnehmen. In der Saison 2009/10 wird die 2. Liga Mitte/Ost gegründet, zwei Jahre später die 2. Liga Ost/Süd. Seitdem wird eine Relegation zwischen den zwei Zweitligameistern ausgetragen.
Ab der Saison 2024/25 spielt die österreichische ÖFB Frauen-Bundesliga mit 10 Teams in einem neuen Modus: Nach 18 Runden (Hin- und Rückspiel) wird die Liga geteilt. Die besten vier Teams spielen im Play-off um den Titel (Meistergruppe), während sechs Teams in der Qualifikationsgruppe gegen den Abstieg kämpfen. Anders als bis zur Saison 2025/26 in der Männer-Bundesliga gibt keine Punkteteilung.ÖFB
Ausrichter Ausgerichtet wird die Bundesliga durch den ÖFB, der sich um die Durchführung, die Lizenzierung und um das Schiedsrichterwesen kümmert.
Namenshistorie Die österreichische Fußball-Frauen-Bundesliga wechselte in ihrer Geschichte mehrmals ihren Namen, meist sollte dies eine bestimmte Neuerung im System betonen. Schon in den 1930er Jahren wurde unter dem Namen ÖDFU-Liga eine Fußball-Frauenmeisterschaft ausgetragen. In den 1970ern gründete der Wiener Fußball-Verband unter dem Namen Damenliga Ost den Vorgänger der jetzigen österreichischen Frauen-Bundesliga. Zehn Jahre später wurde diese vom österreichischen Fußballbund übernommen und als Frauen-Bundesliga weitergeführt. Ab 2005 änderte der ÖFB die oberste Liga in ÖFB Frauenliga um, zwei Jahre später spielten die Vereine die Meisterschaft für drei Jahre in einem Play-off-System aus. Auf Wunsch der Erstligavereine wurde die Spielklasse 2013 in ÖFB Frauen Bundesliga umbenannt. Ab der Saison 2018/19 konnte erstmals in der Geschichte der Frauen-Bundesliga mit dem vorarlbergerischen Unternehmen für Wasch- und Reinigungsmittel Planet Pure ein Sponsor gewonnen werden.
1936 bis 1938: ÖDFU-Liga 1972/73: Damenliga Ost – 1. Leistungsstufe unter dem WFV 1982/83: Frauen-Bundesliga unter dem ÖFB 2002/03: Bundesliga Frauen 2005/06: ÖFB Frauenliga 2007/08: ÖFB Frauenliga (Play-off) 2010/11: ÖFB Frauenliga 2013/14: ÖFB Frauen-Bundesliga 2018/19: Planet Pure Frauen-Bundesliga 2023/24: ADMIRAL Frauen Bundesliga
Geschichte Erste österreichische Berichte über Frauenfußball in England und Deutschland zum Ende des 19. Jahrhunderts In den zeitgenössischen österreichischen Medien wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts erstmals von fußballspielenden Damen in England berichtet. Dabei wurde der Frauenfußball als unweiblich beschrieben und soll in der Öffentlichkeit auf weitgehende Ablehnung gestoßen sein, selbst unter Befürwortern anderer Frauensportarten. Dennoch gründeten sich Damenfußballklubs, die untereinander Spiele austrugen. Da Röcke als unpraktisch galten und auch Pumphosen – wie beim Radfahren gebräuchlich – als zu sturzgefährlich angesehen wurden, traten die Spielerinnen in enger Hose, mit Beinschienen, schweren Schuhen, Herrenhemd und kleinem Käppchen an. Das Spiel selbst entsprach in seinen Regeln dem der Männer. Kritiker der österreichischen Zeitungen beschrieben die Auftritte als ungraziös und führten an, dass Frauen aufgrund ihrer körperlichen Veranlagung weniger für schnelles Laufen geeignet seien. Zudem wurden Verletzungen, darunter auch Arm- und Beinbrüche, als häufige Begleiterscheinung genannt. Ebenso wurde zu dieser Zeit in österreichischen Medien über fußballspielende Damen in Deutschland berichtet, die 1898 anlässlich des Deutschen Turnfestes in Hamburg gegen einen fußballspielenden Turnklub aus Berlin antraten.
Der Frauenfußball in der Ersten Republik (1923–1938) ÖDU: ÖDFU-Liga Saison Meister 1936 x21px|zentriert|DFC Austria Wien DFC Austria Wien 1937 x21px|zentriert|DFC Austria Wien DFC Austria Wien 1938 Saison wurde nicht fertiggespielt In der Geschichte des Frauenfußballs nahm Österreich ursprünglich eine Vorreiterrolle ein. Nachdem kurz zuvor noch ein Ansuchen einer Milchverschleißerin, gemeinsam mit anderen Frauen am Platz der Gersthofer SV Fußball spielen zu dürfen, vom Verbandsvorstand lächelnd abgelehnt worden war, rief Ferdinand Swatosch, Stürmerstar der Wiener Austria, noch im Jahr 1923 zur Gründung einer Damenmannschaft auf. Insgesamt über 150 Spielerinnen meldeten sich. Ein paar Monate später, am 13. April 1924, wurde ein zweiwöchiger Theoriekurs mit 43 Frauen abgehalten und mit dem 1. Wiener Damenfußballklub „Diana“ der erste reine Frauen-Fußballverein Österreichs gegründet. Als Trainingsleiter fungierte Swatosch selbst. Mitte 1924 verebbte die Berichterstattung über den Frauenverein.
Einen ersten Höhepunkt erreichte der österreichische Damenfußball in den 1930er Jahren. 1935 wurde die Österreichische Damenfußball-Union, kurz ÖDU oder DFU, gegründet, die sich um die Ausrichtung einer eigenen Meisterschaft für Frauen bemühte. Die erste Meisterschaft kam 1936 mit neun Vereinen aus dem Wiener Raum zur Austragung, wobei die Heimspiele der Vereine durchschnittlich von 3000 Zuschauern besucht wurden. Diese Entwicklung widerstrebte der damaligen politischen Führung Österreichs, die einer sportlichen Betätigung von Frauen grundsätzlich ablehnend gegenüberstand. Das vorzeitige Ende des österreichischen Frauenfußballs kam 1938 mit der Annexion durch das Deutsche Reich.
Wiederbelebung und die Einführung der Meisterschaft (1968–1982) WFV: Damenliga Ost – 1. Leistungsstufe Saison Meister 1972/73 x21px|zentriert Favoritner AC 1973/74 USC Landhaus Wien 1974/75 x21px|zentriert KSV Ankerbrot Wien 1975/76 USC Landhaus Wien 1976/77 x21px|zentriert|FS Elektra Wien FS Elektra Wien 1977/78 USC Landhaus Wien 1978/79 x21px|zentriert|FS Elektra Wien SV Elektra Wien 1979/80 x21px|zentriert|FS Elektra Wien SV Elektra Wien 1980/81 USC Landhaus Wien 1981/82 USC Landhaus Wien Die Unterdrückung des Frauensports in der Zeit des Nationalsozialismus wirkte nach Kriegsende noch lange nach. 1957 verbot der ÖFB außerdem Frauenabteilungen. Ende der 1960er Jahre kam es dennoch zu einer Wiederbelebung des Frauenfußballs in Österreich. Als eine der ersten Mannschaften gründete sich 1968 jene des USC Landhaus Wien. Da der Frauenfußballsport nach seiner Wiederbelebung noch in den Kinderschuhen steckte und es für die Wienerinnen in Österreich keine Gegnerinnen gab, absolvierte der Verein vorerst nur Freundschaftsspiele gegen ausländische Teams, vor allem gegen spielstarke Vereine aus der damaligen Tschechoslowakei. Die Aufnahme des offiziellen Spielbetriebes der Landhausdamen erfolgte am 1. Januar 1969, die Aufnahme als erste Frauenmannschaft in den Wiener Fußballverband im Jahr 1971.
Durch das Beispiel des USC Landhaus angespornt, gründeten sich vor allem im Wiener Raum innerhalb weniger Jahre zahlreiche Frauenmannschaften, die als eigene Sektionen in bereits bestehenden und bekannten Herrenvereinen Einzug hielten. Nach einem stetigen Zuwachs an Frauenmannschaften schrieb der Wiener Fußballverband im Jahr 1972 erstmals seit den 1930er Jahren eine Österreichische Meisterschaft im Frauenfußball aus. Zu den Gründungsmitgliedern der damaligen Damenliga Ost gehörten neben dem USC Landhaus der Favoritner AC, DFC Ostbahn XI, SV Kagran, SV Antonshof Rannersdorf und die Gersthofer Sportvereinigung. Als erster Meister nach der Reaktivierung des Frauenfußballs in Österreich trug sich der Favoritner AC in die Geschichte ein. Zur selben Zeit wurde ein Pokalwettbewerb für Frauenvereine eingeführt, der seinen ersten Gewinner im USC Landhaus fand. Durch die stetig wachsende Teilnehmerzahl – 1979 nahmen bereits Vereine aus Wien, Niederösterreich der Steiermark und dem Burgenland an der Meisterschaft teil – wurde im selben Jahr eine zweite Leistungsstufe eingeführt. 1980 gründete sich in Linz mit der Union Kleinmünchen der erste große reine Frauenfußballverein Österreichs in der Zweiten Republik.
Übernahme durch den ÖFB und die Entwicklung bis heute (1982–heute) ÖFB: Frauen-Bundesliga Saison Meister 1982/83 USC Landhaus Wien 1983/84 x21px|zentriert SV Aspern 1984/85 x21px|zentriert DFC Ostbahn XI 1985/86 x21px|zentriert|1. DFC Leoben 1. DFC Leoben 1986/87 x21px|zentriert|1. DFC Leoben 1. DFC Leoben 1987/88 USC Landhaus Wien 1988/89 USC Landhaus Wien 1989/90 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1990/91 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1991/92 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1992/93 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1993/94 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1994/95 USC Landhaus Wien 1995/96 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1996/97 USC Landhaus Wien 1997/98 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1998/99 x21px|zentriert|Union Kleinmünchen Union Kleinmünchen 1999/2000 USC Landhaus Wien 2000/01 USC Landhaus Wien 2001/02 x21px|zentriert|Innsbrucker AC Innsbrucker AC