Die Metro Delhi (englisch: Delhi Metro Rail; Hindi: ), auch Delhi Mass Rapid Transit System (DMRTS) genannt, ist das U-Bahn-System von Indiens Hauptstadt und zweitgrößter Metropole Delhi. Betreiber dieses Nahverkehrssystems ist die Delhi Metro Rail Corporation Limited, kurz DMRC. Der Aufbau eines U-Bahn-Netzes begann 1998, als Delhi bereits eine Bevölkerung von deutlich über 10 Millionen Menschen hatte und somit für eine Stadt dieser Größe vergleichsweise spät. Die erste Metrolinie wurde am 24. Dezember 2002 eröffnet. Aufgrund großer Ausbauanstrengungen in Zusammenhang mit den Commonwealth-Spielen 2010 hatte das Netz im Jahr 2011 bereits eine Länge von 181,8 Kilometern erreicht. Heute werden auf über 352 Kilometern insgesamt 257 Stationen bedient.

Die jährliche Fahrgastzahl der U-Bahn in Delhi betrug 2017 bereits 1,79 Milliarden und hat 2023 erneut die 2-Milliarden-Grenze überschritten.

Betrieb Liniennetz Das derzeitige 375 Kilometer lange Liniennetz (Stand März 2026) besteht aus neun Linien und einer Zweiglinie. Die Züge fahren zwischen 6 und 23 Uhr in einem Abstand von 2 Minuten 40 Sekunden bis 5 Minuten. Die Metro Delhi hat eine sehr hohe Pünktlichkeit von 99,5 Prozent (2008).

Darüber hinaus gibt es die Linie der Rapid Metro Gurgaon in Gurugram sowie die Aqua-Linie in Noida und Greater Noida, die formal zwar nicht zur Metro Delhi gehören, jedoch mit ihr verbunden sind und einen gemeinsamen Tarif haben.

Linie Strecke Eröffnung Länge Stationen Spurweite Shaheed Shtal ↔ Rithala 2002 34,7 km 29 1676 mm Samaypur Badli ↔ HUDA City Centre 2004 49,0 km 37 Noida Electronic City ↔ Dwarka Sector-9 2005 56,5 km 48 Yamuna Bank ↔ Vaishali 2010 8,5 km 8 Inderlok ↔ Bahadurgarh City Park 2010 28,8 km 24 1435 mm Kashmere Gate ↔ Raja Nahar Singh 2010 46,6 km 34 New Delhi ↔ Dwarka Sector 21 2011 22,7 km 7 Maujpur-Babarpur ↔ Shiv Vihar201873,5 km46 Botanical Garden ↔ Krishna Park Extension undDeepali Chowk ↔ Majlis Park201750,2 km33Dwarka ↔ Dhansa Bus20215,2 km4 Verbundene Linien in Gurugram sowie in Noida/Greater Noida Cyber City ↔ Sektor 55–5620138,4 km111435 mm Noida Sektor 51 ↔ Depot Station201929,7 km21

Stationen Zurzeit existieren 200 sowohl ober- als auch unterirdische Stationen. Die meisten Stationen sind außerdem mit Geldautomaten, Kiosken etc. versehen. Jeder Bahnhof wurde mit einem unverwechselbaren Design versehen. Die Wandmalereien an den Stationen wurden von indischen Hochschulstudenten entworfen.

Fahrscheine Den Nutzern des Metro-Systems stehen die folgenden Fahrschein-Optionen zur Verfügung:DMRC Metro Fare, abgerufen am 28. Oktober 2012 Travel card: Diese Karten werden überwiegend von täglichen Pendlern genutzt. Sie gelten ein Jahr lang und können mit 100 bis 1000 Rupien aufgeladen werden. Für die Karte ist ein rückzahlbares Pfand von 50 Rupien zu entrichten. Tourist card: Diese Karten erlauben für einen bestimmten Zeitraum die uneingeschränkte Nutzung der Metro. Dabei gibt es eine Touristenkarte, die für einen, sowie eine, die für drei Tage gültig ist. Der Preis dafür beträgt 100 beziehungsweise 250 Rupien. Das Kartenpfand beträgt ebenfalls 50 Rupien. Token (Jetons): Diese gelten für eine Einzelfahrt, wobei sich der Preis nach der Länge der Fahrt richtet. Je nach Strecke kostet die einfache Fahrt acht bis 30 Rupien.

Die Airport-Express-Linie hat einen gesonderten Tarif, hier werden folgende Fahrscheine angeboten:, abgerufen am 4. November 2012 Einzelfahrten zu 20 bis 100 Rupien je nach Strecke Smart card, aufladbar mit verschiedenen Geldbeträgen; Studenten erhalten bei Benutzung der Smart card 25 Prozent Ermäßigung Mehrfahrtenkarten zu zehn, 45 oder 60 Fahrten innerhalb eines Monats für tägliche Pendler zu deutlich ermäßigten Preisen

Sicherheit Der Sicherheit dient insbesondere die Videoüberwachung, die von einer zentralen Stelle aus gesteuert wird. Außerdem sind in der Metro Sicherheitskräfte in zivil unterwegs, an den Stationen finden Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren und dem Durchleuchten des Gepäcks statt; zudem sind zahlreiche, teilweise bewaffnete Sicherheitskräfte vor Ort tätig. Im Notfall ist die Kommunikation zwischen den Fahrgästen in den Waggons und dem Fahrer gewährleistet.

Wagen für Frauen In jedem Zug ist der erste (oder auf der Linie 1 ggf. der letzte) Wagen ausschließlich für die Benutzung durch Frauen und Kinder reserviert. Dies ist besonders für ausländische Fahrgäste ungewöhnlich. Da die Züge auf allen Linien nicht wenden, sondern nur kehren, sind die Wagen nicht extra gekennzeichnet. Nur auf den Bahnsteigen weisen Schilder auf den separaten Frauenbereich hin. Für Männer stellt die Benutzung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet wird.

Geschichte mini|Entwicklung der Strecken

Planungen für ein Metronetz in Delhi gab es bereits seit den 1970er Jahren, als die zunehmende Motorisierung die Verkehrssituation in der Stadt zu immer mehr Staus und zu mehr Umweltverschmutzung durch Abgase führte. Das Central Road Research Institute (CRRI) unternahm daher eingehende Studien zu den Verkehrsflüssen, um künftige Entwicklungen und den konkreten Bedarf nach einem Metrosystem zu ermitteln. Die Empfehlungen des CRRI wurden dann vom Metropolitan Transport Team (MTT) der indischen Eisenbahnen begutachtet, die daraus ein detailliertes Konzept für eine Delhier Metro entwickelten. Es sah zwei Tunnelstrecken, in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung, mit einer Länge von 36 Kilometern, sowie weitere oberirdische Strecken mit einer Länge von 96 Kilometern vor. Daraufhin rief das indische Eisenbahnministerium das Metropolitan Transport Project ins Leben, das für die technische Umsetzung sorgen sollte.

Die Verkehrsplanung war zunächst auf den Bedarf bis zum Jahr 1981 ausgerichtet. Da für die weitere Zukunft ein noch höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten war, dehnte man die Planung bis zum Jahr 2001 aus. Bis dahin wollte man ein System mit einer Länge von unterirdisch 58 Kilometern und oberirdisch 195 Kilometern bauen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudien wurde der Untergrund der Stadt eingehend untersucht, um die beste Trassenführung zu ermitteln. 1984 wurde ein Entwicklungsplan für Delhi aufgestellt, der bis 2001 ein Stadtbahn-Netz von 200 Kilometer Länge sowie eine 10 Kilometer lange Straßenbahn und einen Ausbau des bestehenden Eisenbahnnetzes vorsah. Während sich die Planungen weiter hinzogen, dehnte sich die Stadt in den 1970er und 80er Jahren vor allem im Westen und Osten stark aus, so dass einer Ost-West-Verbindung zunehmend Priorität eingeräumt wurde. Zunächst wurde auch noch an eine Magnetschwebebahn als Pilotprojekt gedacht. Schließlich einigte man sich auf ein dreiteiliges Verkehrskonzept aus oberirdischen (Rail corridors) und unterirdischen (Metro corridors) Streckenabschnitten und einem Busnetz, wobei sich eine gesamte Streckenlänge von 184,5 Kilometer ergab, die später noch auf 198,5 Kilometer erweitert werden sollte.

Phase I Die ersten Bauarbeiten für die Metro begannen am 1. Oktober 1998, am 25. Dezember 2002 konnte das erste Stück der Linie 1 zwischen Shahdara und Tis-Hazari, nach der feierlichen Eröffnung durch Premierminister Atal Bihari Vajpayee am Vortag, in Betrieb genommen werden.Delhi gets Metro (The Tribune, Chandigarh vom 25. Dezember 2002) 2004 nahm die Linie 2 und 2005 die Linie 3 der Delhier Metrolinien ihren Betrieb auf.

Phase II Mit der Verlängerung der Linie 3 in die südöstliche Vorstadt Noida, die im Bundesstaat Uttar Pradesh liegt, wurde Ende 2009 erstmals die Stadtgrenze von Delhi überschritten. Der Bau dieser Verlängerungsstrecke wurde Anfang 2006 begonnen. Anfang 2010 wurde im Osten Delhis eine Zweiglinie der Linie 3 nach Anand Vihar eröffnet.

Im September 2010 wurde die Linie 2 bis in die südwestliche Vorstadt Gurgaon, die im benachbarten Bundesstaat Haryana liegt, vervollständigt. Die insgesamt 45 Kilometer lange „Yellow Line“ verläuft 25 Kilometer im Tunnel und 20 Kilometer aufgeständert; sie stellt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung dar. Die Strecke, die ursprünglich unmittelbar am Qutb Minar vorbeiführen sollte, wurde mit einigem Abstand daran durch Saket geführt aus Sorge, das historische Bauwerk könne sonst beeinträchtigt werden.

Bereits im April 2010 wurde die normalspurige, grüne Linie 5 („Green Line“) von Inderlok, wo sie von der Linie 1 Richtung Westen abzweigt, nach Mundka eröffnet. Wenige Stunden vor der Eröffnung der Commonwealth-Spielen wurde am 3. Oktober 2010 die neue, violette Linie 6 eröffnet, die auch einen Bahnhof am Jawaharlal Nehru Stadium hat. Sie beginnt am Umsteigebahnhof zur gelben Linie, Central Secretariat und führt 20 Kilometer in Richtung Süden bis zur Station Badarpur. Diese Linie ist in Normalspur ausgeführt und weist mit 160 Sekunden die bisher dichteste Taktzeit auf.

Erst nach den Commonwealth-Spielen konnte der Airport-Express am 23. Februar 2011, acht Monate später als geplant, eröffnet werden. Diese fast 23 Kilometer lange Linie schließt den Flughafen Indira Gandhi International Airport an die gelbe Linie in New Delhi Railway Station im Nordosten und an die blaue Linie im westlich gelegenen Bahnhof Dwarka Sector 21 an. Damit ist die erste Phase des Ausbaus des Metronetzes abgeschlossen. Die Flughafenlinie wurde am 8. Juli 2012 aufgrund technischer Baufehler geschlossen, abgerufen am 4. November 2012, nach der Reparatur ist die Wiederaufnahme des Betriebes für Diwali (13. November 2012) geplant.Airport Metro will be back on track around Diwali: DMRC, The Indian Express, 28. Oktober 2012

Phase III mini|275px|Karte mit Erweiterungen der Phase III

In der Phase III sollen die bisher auf das Zentrum von Delhi ausgerichteten Linien verlängert und mit zwei Ringlinien (bzw. Teilringen) ergänzt werden, um die zentralen Umsteigeknoten zu entlasten und die Fahrtzeiten zwischen den Außenbereichen der National Capital Region zu verkürzen (z. B. zwischen Noida und Gurugram bzw. Faridabad). Hierfür wurden zwei neue Linien geplant. Die Linie 7 folgt weitestgehend der Ring Road und sorgt für eine Erschließung im zentrumsnahen Bereich. Die Linie 8 folgt der Outer Ring Road, erschließt den IGI Flughafen und sorgt für eine Verkürzung der Fahrtzeit zwischen den südlichen und östlichen Vorstädten der National Capital Region.

Der erste Teil der Linie 8 zwischen Botanical Garden und Kalkaji Mandir erfolgte am 25. Dezember 2018 und verbindet Noida zunächst mit der Linie 6 und verkürzt die Fahrtzeit nach Faridabad. Der verbleibende Abschnitt bis nach Janakpuri West wurde am 28. Mai 2018 eröffnet. Damit kann hier auch in die Linie 4 umgestiegen werden.

Der erste Abschnitt der Linie 7 von Majlis Park nach Durgabai Deshmukh South Campus wurde am 14. März 2018 eröffnet. Weitere Abschnitte der Phase III sollen im Verlauf des Jahres 2018 eröffnet werden.

Mit der Eröffnung der Verlängerungen der Linie 1 von Dilshad Garden nach Shaheed Shtal in Ghaziabad und der Linie 3 von Noida City Centre nach Noida Electronic City am 8. März 2019 sind die wesentlichen Projekte der Phase III abgeschlossen. Lediglich die Linie 9 und der Lückenschluss der Linie 7 bei Trilokpuri fehlen noch.

Besondere Verdienste beim Bau der Metro Delhi werden dem Ingenieur E. Sreedharan zugeschrieben.50 Power People, Platz 30, India Today 16. März 2009 Vorbild für die Metro Delhi war die Metro in Kolkata, die die in Indien gebräuchliche Breitspur verwendet. Daher wurde diese Spurbreite zunächst auch für Delhi übernommen.