mini|Barbra Streisand (2018) rahmenlos|klasse=skin-invert-image|Signatur Barbara Joan „Barbra“ Streisand (* 24. April 1942 in New York City) ist eine US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin, Filmproduzentin und Regisseurin. Sie begann 1961 beim Musical und ist mit über 145 Millionen verkauften Tonträgern eine der weltweit erfolgreichsten Sängerinnen. Seit ihrem Durchbruch 1968 mit der Hauptrolle in dem Film Funny Girl wird sie auch zu den Stars des New Hollywood gezählt und konnte sich später mit eigenen Filmproduktionen und Regiearbeiten etablieren.

Für ihre musikalischen Leistungen wurde sie mehrmals mit dem Grammy Award ausgezeichnet, außerdem gewann sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin (Funny Girl) und für den besten Filmsong (Evergreen (Love Theme from A Star Is Born)) sowie mehrere Emmys, Golden Globe Awards und einen Special Tony Award. Sie ist die einzige Künstlerin, die in sechs aufeinanderfolgenden Jahrzehnten mit jeweils mindestens einem Album Platz eins der US-Charts belegt hat.

Leben Familiärer Hintergrund Streisand wurde 1942 als Tochter jüdischer Eltern im Brooklyner Stadtteil Williamsburg geboren., Rogue Magazine November 1963, abgerufen am 8. August 2012 Die Großeltern väterlicherseits stammten aus Galizien. Ihr Vater Emanuel Streisand war Grundschullehrer und starb, als sie 15 Monate alt war. Ihre Mutter Diana Ida Rosen war Schulsekretärin und hatte mit Barbras Vater, ihrem ersten Ehemann, noch einen Sohn. Als Barbra sieben Jahre alt war, heiratete ihre Mutter Louis Kind. Aus dieser Ehe stammt Streisands Halbschwester Roslyn Kind, die ebenfalls Schauspielerin, Sängerin und Songschreiberin geworden ist. Ein Jugendfreund war der spätere Schachweltmeister Bobby Fischer, der ebenfalls die Erasmus Hall High School in Flatbush besuchte.

Musikkarriere mini|Barbra Streisand (1962) mini|Empfang für Streisand nach ihrem Oscar-Gewinn (1969) Im Dezember 1955 nahm die 13-jährige Barbra Streisand zwei Lieder für ein Demoband auf. Eine der Einspielungen war You’ll Never Know. Im Herbst 1957 war sie Honors Student (Schülerin mit sehr guten Leistungen) in ihrem Jahrgang. Im Schulchor sang sie gemeinsam mit Neil Diamond; beide lernten einander allerdings erst viele Jahre später zur Zeit ihres gemeinsamen Duetts You Don’t Bring Me Flowers persönlich kennen und sind bis heute befreundet.

Bereits als Teenager trat Streisand als Nachtklubsängerin auf. Weil sie eigentlich Schauspielerin werden wollte, spielte sie in dem Musical Driftwood und einigen anderen Sommertheaterproduktionen (Summer stock) mit. Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte sie bereits 1958, als sie am Clinton Theater in drei Stücken auftrat. 1961 hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt in der Tonight Show. Den ersten Plattenvertrag unterzeichnete sie 1962 bei Columbia Records. Ein geplantes Live-Album als Debüt wurde verworfen; stattdessen erschien The Barbra Streisand Album mit Studioaufnahmen. Es folgten weitere Gastspiele im Fernsehen, etwa in der Judy Garland Show 1963, wo sie Happy Days Are Here Again und Judy Garlands Get Happy sang. Beide Songs wurden von Garland zu einem Duett arrangiert. Nach diesen Erfolgen brachte sie bereits im Herbst 1963 mit The Second Barbra Streisand Album ihr zweites Album heraus. Für ihr erstes Album wurde sie 1964 mit zwei Grammys ausgezeichnet.

Ab 1961 bekam sie auch Engagements am Broadway. Ihre erste Rolle spielte sie in dem Musical I Can Get It For You Wholesale, eine weitere 1964 als Fanny Brice im Musical Funny Girl. Ihre ersten Schallplattenerfolge und der Hit am Broadway mit Funny Girl brachten ihr einen mehrjährigen Fernsehvertrag mit der Fernsehanstalt CBS, die bis Ende der 1960er Jahre TV-Specials mit ihr produzierte. Höhepunkt dieser Shows war die Live-Aufzeichnung eines Konzerts im New Yorker Central Park vor 300.000 Zuschauern bei freiem Eintritt. Den Oscar für die beste Hauptdarstellerin gewann sie 1969 für Funny Girl, eine Verfilmung des gleichnamigen Musicals. 1970 wurde Streisand mit einem Special Tony Award für ihre Broadway-Karriere im vorigen Jahrzehnt ausgezeichnet.

Nachdem Streisand in den 1960er Jahren mit künstlerischen und sehr erfolgreichen Songs aus Broadway-Musicals und Interpretationen im Bereich traditioneller Pop- und Jazzstandards bekannt geworden war, wechselte sie 1969 mit dem Album What About Today? erstmals in eine zeitgenössische musikalische Richtung unter Einfluss des Softrock. In den 1970er und frühen 1980er Jahren zählte sie mit ihrem unverwechselbaren, immer etwas dramatisch klingenden GesangsstilVgl. Harenberg Personenlexikon, Harenberg Lexikon Verlag 2000, S. 956 zu den bedeutendsten Popsängerinnen, mit einem Repertoire zahlreicher Balladen, teilweise aus Filmsoundtracks. Ab dem Album Lazy Afternoon (1975) nahm sie auch immer wieder Songs im damals populären Disco-Stil auf. Dies gipfelte in dem Nummer-eins-Erfolg No More Tears (Enough Is Enough), einem Duett mit der damaligen „Queen of Disco“, Donna Summer.

mini|Barbra Streisand, Foto von Allan Warren, 1973 Einen zweiten Oscar erhielt sie 1977 für ihre Komposition Evergreen (Love Theme from A Star Is Born) für den Film A Star Is Born. Sie war die erste Frau, die mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt. Zwischen 1970 und 1980 erhielt sie für ihre Leistungen auf der Musikbühne mehrmals den renommierten AGVA Georgie Award der Vereinigung amerikanischer Varietékünstler.

1980 erschien Streisands kommerziell erfolgreichstes Pop-Album Guilty, das von den Bee Gees produziert und aus dem der Welthit Woman in Love ausgekoppelt wurde. Erst mit The Broadway Album kehrte sie 1985 zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, als sie unter der Leitung Stephen Sondheims einige seiner Musicalsongs aufnahm. Das Album wurde ein Verkaufsschlager und brachte ihr 1987 erneut den Grammy Award für die beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung ein.

Insgesamt veröffentlichte sie einschließlich ihrer Filmsoundtracks mehr als 60 Alben, für die sie mit über 50 Goldenen, über 30 Platin- und mehr als 18 Multi-Platin-Schallplatten ausgezeichnet wurde, womit sie in den All-Time-Charts an zweiter Stelle vor den Beatles und den Rolling Stones steht und nur von Elvis Presley übertroffen wird. Im Sommer 2007 ging Streisand zum ersten Mal in Kontinentaleuropa auf Konzertreise, mit Stationen in Zürich, Wien, Paris, Berlin sowie Manchester, Dublin und London. 2012 ging Streisand in den USA auf ihre Back-to-Brooklyn-Tour. Diese führte sie 2013 erneut nach Europa mit Stationen in London, Amsterdam, Köln, Berlin und Tel Aviv.

Filmkarriere Ihr erster Film, Funny Girl, die 1968er Kinoversion des gleichnamigen Musicals, war ein großer Erfolg, für den sie einen Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielt. Einen weiteren bedeutenden Erfolg feierte sie 1972 in der weiblichen Hauptrolle des Filmes Is’ was, Doc? unter der Regie von Peter Bogdanovich an der Seite von Ryan O’Neal. 1972 gründete sie außerdem die Produktionsfirma Barwoods Films, mit der sie ihre eigenen Filme produziert. Mit großem Erfolg produzierte sie Yentl, Nuts… Durchgedreht, Herr der Gezeiten und Liebe hat zwei Gesichter. Streisand führte bei mehreren Filmen auch Regie, etwa bei Yentl, bei dem sie Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin war. Die Beschäftigung mit dem in Yentl thematisierten Judentum zieht sich wie ein roter Faden durch Streisands Werke.

In ihren ersten Filmen wurde sie meist von Sabine Eggerth synchronisiert; seit den 1980er Jahren war Dagmar Heller ihre feste deutsche Stimme. Im März 2026 teilte der Veranstalter der Filmfestspiele von Cannes mit, dass Streisand mit der Ehrenpalme für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird.

Persönliches mini|Streisands Anwesen in Malibu (2002) mini|Barbra Streisand (2013) Von 1963 bis 1971 war Streisand mit dem Schauspieler Elliott Gould verheiratet, mit dem sie den gemeinsamen Sohn Jason Gould hat. Dieser ist als Nebendarsteller in Streisands Film Herr der Gezeiten zu sehen. 1998 heiratete sie den Schauspieler James Brolin.

Streisand engagiert sich seit 1986 mit der Streisand Foundation für zahlreiche Wohltätigkeitsprojekte. Sie hat sich immer für die liberale demokratische Partei der USA engagiert. Sie war 1971 auch aus diesem Grund Teil der Feindesliste des republikanischen Präsidenten Richard Nixon.

2016 wurde sie zur Vorsitzenden eines Komitees für ein Kunstzentrum am Ground Zero in Manhattan ernannt. 2023 veröffentlichte Streisand mit My Name Is Barbra ihre Autobiografie, deren deutschsprachige Übersetzung 2024 erschien.

Barbra Streisand wohnt seit 1995 auf einem etwa 12.000 Quadratmeter großen Anwesen in Malibu, in der Nähe des Point Dume State Beach, wo sich auch ihr Tonstudio befindet.Kathryn Schultz, Barbra Streisand’s houses have always been as fabulous as the singer herself, in: House & Garden, 9. Mai 2o25

Erwähnungen in der populären Kultur Streisand wird oft in der Animationsserie South Park erwähnt, in der Folge Robo Streisand der ersten Staffel ist sie sogar eine Hauptperson. In der Sitcom Die Nanny war sie immer wieder Thema und wurde dort als großes Vorbild der von Fran Drescher dargestellten Hauptfigur bezeichnet, genauso wie in Glee, wo sie von Rachel Berry als eines ihrer Idole genannt wird. Auch in Filmen wie In & Out oder Fear and Loathing in Las Vegas wird Streisand erwähnt. Im Film Mrs Doubtfire beispielsweise wird der von Robin Williams gespielte Protagonist als eine Barbra Streisand ähnelnde Dame maskiert, der daraufhin einen Ausschnitt ihres Songs Don’t Rain on My Parade aus dem Musical-Film Funny Girl singt. Im Musikvideo zu dem Lied Barbra Streisand der Band Duck Sauce wird sie von einer Schauspielerin dargestellt.

Ebenfalls auf Barbra Streisand zurückzuführen war 2003 die Benennung des Streisand-Effekts, mit dem das mediale Phänomen beschrieben wird, dass der Versuch der Unterdrückung einer Information diese einem größeren Publikum erst bekanntmacht. Sie hatte versucht, die Veröffentlichung einer von 12.000 Luftaufnahmen der Küste Kaliforniens gerichtlich untersagen zu lassen, weil ihr Haus darauf zu sehen war. Das bis dahin unwichtige Foto verbreitete sich lawinenartig im Internet.

Filmografie Kinofilme

Fernsehspecials

Bühnenauftritte Broadway 1961–1963: I Can Get It for You Wholesale 1964–1965: Funny Girl

West End 1966: Funny Girl

Diskografie

Künstlerauszeichnungen Academy Award Auszeichnungen 1969: Beste Hauptdarstellerin (Funny Girl) 1977: Bester Filmsong (Evergreen (Love Theme from „A Star Is Born“))

Nominierungen 1974: Beste Hauptdarstellerin (So wie wir waren) 1992: Bester Film (Herr der Gezeiten) 1997: Bester Filmsong (I Finally Found Someone)

AGVA Georgie Award 1970: Entertainer des Jahres 1972: Sänger(in) des Jahres 1977: Sänger(in) des Jahres 1980: Sänger(in) des Jahres

American Film Institute 2001: AFI Life Achievement Award

Cable ACE Award 1995: Beste Leistung in einem Musical oder einer Serie (Barbra Streisand: The Concert) 1995: Beste Regie in einem Musical oder einer Serie (Barbra Streisand: The Concert)

David di Donatello 1974: Beste ausländische Hauptdarstellerin (So wie wir waren) (gemeinsam mit Tatum O’Neal für Paper Moon)

Emmy Auszeichnungen 1965: Herausragende Leistungen in der Unterhaltung (My Name Is Barbra) 1995: Herausragendes Varieté-, Musik- oder Comedyspecial (Barbra Streisand: The Concert) 1995: Herausragende Individuelle Leistung in einer Varieté- oder Musiksendung (Barbra Streisand: The Concert) 2001: Herausragende Individuelle Leistung in einer Varieté- oder Musiksendung (Barbra Streisand: Timeless)

Nominierungen 1964: Herausragende Leistung in einer Varieté- oder musikalischen Sendung (The Judy Garland Show) 1969: Herausragende Varieté- oder musikalische Sendung (Barbra Streisand: A Happening in Central Park) 1974: Herausragendes Comedy-Varieté-, Varieté- oder Musikspecial (Barbra Streisand … and Other Musical Instruments)