mini|hochkant|August Friedrich Mockel (Kupferstich von Johann Alexander Böner, 1695) August Friedrich Mockel (* 2. Dezember 1628 in Schwäbisch Hall; † 7. August 1694 in Heilbronn) war von 1686 bis 1694 einer der drei Bürgermeister von Heilbronn.

Leben Schwäbisch Hall August Friedrich Mockel war ein Sohn des Juristen und württembergischen Kammerrates August Mockel (1599–1659),Immatrikuliert in Tübingen am 29. Oktober 1616; Johann Heinrich Boeckler, Johann Joachim Frantz: Vivat Memoria Viri Nobilissimi … Dn. Avgvsti Mockelii Consiliarii Würtembergici … Vitam Mortalem Orsvs Est Anno Svperioris … MDCLIX. Johannes Pickel, Straßburg 1659. eines Sohns des Tübinger Ratsverwandten Johannes Mockel (1567–1631) aus Kirchheim unter Teck und der Wirtin „Zum Goldenen Schaf“ Margaretha geborener Motzer (1561–1627) aus Tübingen.Friedrich Seck, Monika Balzert: Johannes Kepler - Sämtliche Gedichte. Olms, Hildesheim 2018, S. 333–336 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau). August Friedrich Mockels Eltern hatten 1626 in Tübingen geheiratet, seine Mutter war Anna Dorothea geborene Beuerlin (* 1606; † um 1636) aus Schwäbisch Hall, Tochter des Vogts zu Comburg Johann Heinrich Beurlin (1580–1631) und der Anna Maria geborener Moser von Filseck (1581–1634).Tochter von Balthasar Moser V. (1556–1610), Bürgermeister von Hall. Der spätere Straßburger „Dreizehner“ Christoph Jakob Mockel (1630–1704)Franciscus Reisseissen († 1710), Rudolf Reuss (Hrsg.): Strassburgische Chronik von 1657-1677. C. F. Schmidt, Straßburg 1880, S. 68 und 119 (Google-Books). war sein Bruder.

Flucht mit den Eltern nach Straßburg Seine Eltern flohen nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 wie Herzog Eberhard III. von Württemberg nach Straßburg. Die Mutter Anna Dorothea Mockel starb kurz darauf, als August Friedrich und Christoph Jakob noch Kleinkinder waren. Auch die Tante Corona Mockel (1602–1636), die die Familie auf der Flucht begleitete, starb kurz nach ihrer Ankunft in Straßburg.Threni Ad Tumulum Nobilissimae Et Pientissimae Virginis, Dominae Coronae Mockelianae, Quam Deus Ter Opt. Max. … ad coeleste Beatorum Consortium … avocavit Argentorati, 9. die Maii … 1636. aetatis 35. Wilhelm Christian Glaser, Straßburg 1636 (Digitalisat der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel). August Mockel heiratete Barbara Kummerell (1614–1638) aus Ulm,Ihre Eltern waren vermutlich der Ulmer Handelsmann Hans David Kommerell (1575–1655) aus Tübingen, dessen Mutter und Schwester „Barbara“ hießen, Sohn von Nicolaus Kommerell, und (⚭ 1602 in Ulm) Sabina Ammann (1579–1657) aus Ulm. die nach kurzer Ehezeit ebenfalls verstarb.Leich-Schrifften Uber den frühzeitigen und trawrigen Abscheid Der … Frawen, Barbarae, Geborner Kummerellin, von Ulm, Deß … August Mockels … Ehelichen Haußfrawen, Welche … sanfft und seelig eingeschlaffen, Mittwochs den 15. Augusti … 1638. Johann Philipp Mülbe, Straßburg 1638 (Digitalisat der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel). 1640 heiratete August Mockel in dritter Ehe Susanna Margareta Diepold († nach 1649), die einzige Tochter des hohenlohe-waldenburgischen und hohenlohe-schillingsfürstischen Kanzlers zu ÖhringenJuristische Doktorpromotion 1604 in Basel; Daniel Diepoldus Franc.: Velitatio iuridica e medio tum scripto civili et canonico, tum consuetudinario feudali iure collecta. Conrad Waldkirch, Basel 1604. Daniel Diepold († 1647)Epithalamia Felicißimi Nuptiis Viri Nobilis & Eminentissimi Dn. Augusti Mockelii, Cum … Susanna Margareta … Danielis Diepoldi JCti, & … Comitum ab Hohenloe & c. Waldenburgensium, Cancellarii meritissimi, unica Filia solenniter celebratis Argentorati VII. VIIbris Anno Christi M.DC.XL. Johann Repp, Straßburg 1640.Aus dem fränkischen Eibelstadt; 1600 immatrikuliert als „Daniel Diepoldus Eiffelstadensis“ in Marburg. und seiner Frau Barbara († 1641).Grabplatten im Kreuzgang der Stiftskirche Öhringen; Harald Drös: DI 73, Hohenlohekreis, Nr. 858 (Digitalisat) und Nr. 879 (Digitalisat bei www.inschriften.net).

August Mockel war vermögend. Graf Johann Friedrich von Eberstein (1611–1647) nahm bei ihm in Straßburg ein Kapital von 300 Gulden auf.Bürgschaftsstreitigkeiten, 1645–1678; Generallandesarchiv Karlsruhe (110 Eberstein, Nr. 236). 1644 war August Mockel schwedischer Einnahmeverwalter (Praefectus redituum) für das Elsass,Widmung in Johann Rebhan, Johann Balthasar Schlingwolf: Isagoges Iustinianeae. Disputatio VI. De adquisitione rerum Dominii ex iure civili. Johann Andreae, Straßburg 1644 (Google-Books). 1649 kaufte „August Mockhel, gegenwärtig königlich schwedischer Ministro im Elsaß“, eine Mühle mit Zubehör im Dorf Biberach für 750 GuldenKaufverträge vom 2. Februar 1649 und 4. März 1650; Staatsarchiv Ludwigsburg (B 342 Deutscher Orden: Kommende Horneck/Neckaroberamt, U 245 und U 246; vgl. U 173). und plante, das gesamte Dorf für ein Darlehen von 4600 Gulden an die Reichsstadt WimpfenAugust Mockels Großmutter Christina Wurtzelmann († nach 1606) war eine Tochter des Goldschmieds Dietrich Wurzelmann aus Wimpfen; Siegwalt Schiek, Wilfried Setzler (Hrsg.): Das älteste Tübinger Ehebuch 1553–1614. (Beiträge zur Tübinger Geschichte 11). Theiss, Stuttgart 2000, Nr. 726, S. 57. pfandweise zu übernehmen; das Vorhaben zuschlug sich jedoch.August von Lorent: Wimpfen am Neckar. A. Werther, Stuttgart 1870, S. 115; Ludwig Frohnhäuser: Geschichte der Reichsstadt Wimpfen. Historischer Verein, Darmstadt 1870, S. 353f (Google-Books).

Studium und Grand tour August Friedrich Mockel und sein Bruder Christoph Jakob studierten seit dem 23. April 1645 an der Alten Universität Straßburg. Im August 1649 verteidigten die Brüder in Disputationen unter Jakob Schaller jeweils Thesen über die Epitoma historiarum philippicarum Pompeii Trogi des Marcus Iunianus Iustinus. Mittellateinische oder deutsche Gratulationsgedichte zu den beiden Disputationsschriften trugen bei Paul Christoph Forstner von Dambenois aus Montbéliard,Sohn des Mömpelgarder Kanzler Christoph Forstner. Johann Jakob Reussner (1629–1686) aus Lichtenau (Liechtenoâ-Hanoicus),1645 immatrikuliert in Straßburg, Dr. jur. utr., Ratsprokurator und Advokat zu Straßburg, Sohn des Gräflich Hanauischen Pfarrers Jacob Reußner. Magister Abraham Fischer (1628–1681) aus Straßburg,1645 immatrikuliert in Straßburg, Pfarrer in Barr und an Alt-St.-Peter in Straßburg. Johann Heinrich Copp (* 1625/30; † vor 1683)1646 immatrikuliert in Straßburg, „XIII. Secretarÿ“ in Straßburg. aus Straßburg, Johannes Friedrich Krauth (1628–1678) aus Straßburg, der Professor der Theologie und Beredsamkeit Robert Koenigsmann d. J (* um 1606; † 1663) und der Stiefgroßvater der Brüder, Hans David Kummerell (1575–1655). August Friedrich Mockel widmete seine Ausarbeitung dem Juristen Andreas Burckhardt, Kanzler des Herzogs Eberhard III. von Württemberg. Am 14. Mai 1650 immatrikulierte sich „Augustus Fredericus Mockil, Suevus, 22“ wiederum zusammen mit seinem Bruder Christoph Jakob an der Universität Leiden für „Politices et Eloquentia“.

Im Anschluss an das Studium unternahmen August Friedrich und Christoph Jakob Mockel eine ausgedehnte Studienreise.Rühmlichst geführter … Lebens-Lauff Deß weyland … Herrn Christoph Jacob Mockels, Gewesenen … Dreyzehners. Johann Welper, Straßburg 1704, S. 6. Die Reise führte durch Holland über Helsingør und Kopenhagen nach Stockholm zu den Krönungsfeierlichkeiten für Königin Christina von Schweden am 20. Oktober 1650. Anschließend wurden Uppsala – dort lehrte inzwischen ihr früherer akademischer Lehrer Johann Heinrich BoecklerRühmlichst geführter … Lebens-Lauff Deß weyland … Herrn Christoph Jacob Mockels, Gewesenen … Dreyzehners. Johann Welper, Straßburg 1704, S. 5. – und schwedische Bergwerke besichtigt. Die Brüder hörten an der Universität Uppsala wahrscheinlich die Lectio (= Vorlesung) Livii librum primum ac secundum des Politikwissenschaftlers Johannes Scheffer aus Straßburg,Eric Michael Fant: Minne öfver Joh. Schefferus, Eloq. och Polit. Professor Skyttianus … i Upsala. Carlbohm, Stockholm 1782 (Google-Books); Ewert H. G. Wrangel: Sveriges litterära förbindelser med Holland särdeles under 1600-talet. In: Lunds universitets årsskrift 33,VI (1897), S. 1–208, bes. S. 103f = De betrekkingen tusschen Zweden en de Nederlanden op het gebied van letteren en wetenschap, voornamelijk gedurende de zeventiende eeuw. E. J. Brill, Leiden 1901, S. 196f (Digitalisat der Digitale Bibliotheek voor de Nederlandse Letteren). der „Fridericum et Christophorum Mockelios, Suetici apud Argentoratenses ministri filios (= Friedrich und Christoph Mockel, die Söhne des schwedischen Gesandten bei den Straßburgern)“ zu seinen Schülern zählte.Vgl. Johannes Scheffer: Ioannis Schefferi Argentoratensis vita. (Äldre Svenska Biografier 1. Uppsala universitets årsskrift 1915, Heft 2). Almqvist & Wiksell, Uppsala 1915, S. 1–36, bes. S. 20f (Digitalisat im Internet Archive). Weitere Stationen der Grand tour waren Lübeck, Hamburg, Bremen, Antwerpen, Ostende und Flandern, London und Dieppe, Orléans, Paris, Lyon, Genf und die Schweiz bis zurück nach Straßburg.

Heilbronn August Friedrich Mockel heiratete Maria Magdalena Jeßlin (* um 1635; † nach 1683), eine Tochter von Michael Jesslin, Bürgermeister von Heilbronn. Er war 1656 Mitglied des Gerichts und gehörte 1676 dem kleinen, inneren Rat („von den burgern“) zu Heilbronn an, war ab 1684 Steuerherr und seit dem 23. Dezember 1686 Schultheiß. 1675 widmete Wilhelm Christian Schmidt aus Winnenden dem Rat Jakob Friedrich Rühle und dem „Vice-Praetorius“ des Heilbronner Richterkollegiums August Friedrich Mockel eine bei Professor Sebastian Schmidt in Straßburg verteidigte theologische Disputations-Schrift.Sebastian Schmidt, Wilhelmus Christianus Schmidt: Disputatio theologica de statu beatorum in vita aeterna. Johann Friedrich Spoor, Straßburg 1575 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Rostock).