Der Krefelder Fußballclub Uerdingen 05 e. V. (von 1905 bis 1953 FC Uerdingen 05, von 1953 bis 1995 FC Bayer 05 Uerdingen), kurz KFC Uerdingen 05 oder KFC Uerdingen genannt, ist ein 1905 in der damals selbständigen Stadt Uerdingen gegründeter Fußballverein, dessen Heimstadion im heutigen Krefelder Stadtteil Bockum beheimatet ist. Der Verein gewann 1985 den DFB-Pokal, dreimal den Niederrheinpokal (1982, 2001 und 2019) und 2026 die Amputierten-Meisterschaft. Nach Abschluss des fünften Insolvenzverfahrens spielt der KFC Uerdingen derzeit in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein.

Geschichte Der Verein, der 1905 als FC Uerdingen 05 gegründet In: kfc-uerdingen.de wurde, schloss sich 1953 mit der Betriebssportgruppe des Chemiekonzerns Bayer zusammen. Bis 1995 hieß der Verein FC Bayer 05 Uerdingen. Seit dem Rückzug der Bayer AG aus dem Sponsoring der Fußballabteilung agiert diese unter dem heutigen Namen. Der KFC Uerdingen 05 ist Rechtsnachfolger des früheren Vereins; die übrigen Abteilungen sind seither als SC Bayer 05 Uerdingen organisiert, welcher 2024 umbenannt wurde in SC Krefeld 05. Die Farben beider Vereine, Blau und Rot, entsprechen den Uerdinger Stadtfarben.

Beginn und Aufstieg (1905–1971) Saisondaten 1946–1971 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1946/47 Bezirkskl. Li. NR Kempen/Krefeld II 2. 50:25 28:10 1947/48 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 III 3. 52:19 26:10 1948/49 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 III 3. 42:22 25:17 1949/50 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 9. 49:41 27:29 1950/51 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 7. 46:40 25:23 1951/52 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 12. 56:58 27:37 1952/53 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 10. 48:45 33:31 1953/54 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 8. 45:42 30:30 1954/55 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 8. 47:50 26:30 1955/56 Bezirkskl. Li. NR Gr.2 IV 3. 82:45 41:19 1956/57 Landesliga Gr. 2 IV 12. 36:52 26:34 1957/58 Landesliga Gr. 2 IV 3. 67:42 38:22 1958/59 Landesliga Gr. 2 IV 3. 48:38 39:21 1959/60 Landesliga Gr. 2 IV 4. 56:41 34:26 1960/61 Landesliga Gr. 2 IV 2. 84:47 39:21 1961/62 Landesliga Gr. 2 IV 4. 55:39 34:26 1962/63 Landesliga Gr. 2 IV 1. 56:34 38:22 1963/64 Verbandsliga III 6. 58:56 35:33 1964/65 Verbandsliga III 10. 57:55 28:36 1965/66 Verbandsliga III 5. 51:45 32:28 1966/67 Verbandsliga III 2. 56:36 41:19 1967/68 Verbandsliga III 8. 45:44 29:31 1968/69 Verbandsliga III 2. 47:20 43:17 1969/70 Verbandsliga III 9. 45:44 30:30 1970/71 Verbandsliga III 1. 55:21 48:16

mini|Auswärtssieg im DFB-Pokal bei Holstein Kiel (1:0), 26. Oktober 1974 Der FC Uerdingen 05 wurde von 12 Bürgern am 17. November 1905 im Hotel Kellner auf der Oberstraße in Uerdingen am Rhein gegründet. Joseph Fischer wurde der erste Präsident des Vereins, der sich dem Westdeutschen Fußballverband anschloss. 1911 wurde man Meister der C-Klasse und stieg in die B-Klasse auf. Erste internationale Gegner wie der RSC Anderlecht (am 23. März 1913) sowie der Pariser Verein Étoile des Deux Lacs wurden als Gäste in Krefeld empfangen. Der Erste Weltkrieg unterbrach die Aufwärtsentwicklung des jungen Vereins, nur gemeinsam mit dem FC Rhenania Krefeld konnte eine Mannschaft gestellt werden. In der Saison 1919/20 wurde Uerdingen in seiner Spielklasse Meister und spielte fortan in der damals höchsten Liga, die schlicht „Liga“ hieß. Der Verein wuchs in dieser Zeit sehr stark, auch weil weitere Sportarten angeboten wurden. Im Jahr 1924 stellte die Stadt Krefeld einen neuen Sportplatz zur Verfügung, der jedoch neun Jahre später einer Auffahrt der neu errichteten Rheinbrücke weichen musste. Auch das eigene Vereinsgelände musste geräumt werden, da es zum Bau der damaligen „Adolf-Hitler-Brücke“ benötigt wurde. Der Verein spielte 1928 nur noch in der 2. Bezirksklasse. 1940 spielte man dann mit unter anderem Borussia Mönchengladbach in einer Liga mit den stärksten Mannschaften der Region. Ab 1. Oktober 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bildete der FC Uerdingen 05 zusammen mit dem rivalisierenden VfB Uerdingen 1910 die Kriegsspielgemeinschaft KSG Uerdingen. Im Juli 1945 fusionierten beide Vereine zur Spielvereinigung 05/10 Uerdingen. Am 20. April 1948 spaltete sich jedoch der VfB wieder ab – aus der Spielvereinigung entstand der FC Uerdingen 05.

1953 fusionierte der FCÜ mit den Uerdinger Werkssportgruppen der Bayer AG und hieß fortan FC Bayer Uerdingen 05. Den Fußballern der ersten Mannschaft von „Bayer 05“ gelang in den folgenden Dekaden mehrfach der Aufstieg: 1956 in die Landesliga, 1963 in die Verbandsliga Niederrhein und 1971 in die damals zweitklassige Regionalliga West. Zudem erreichte man im Jahr 1967 das Halbfinale bei der Deutschen Amateurmeisterschaft.

Regionalliga und Bundesliga (1971–1983) Saisondaten 1971–1983 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1971/72 Regionalliga West II 7. 49:51 35:33 1972/73 Regionalliga West II 3. 73:50 43:25 1973/74 Regionalliga West II 3. 82:40 51:17 1974/75 2. Bundesliga Nord II 2. 66:38 51:25 1975/76 1. Bundesliga I 18. 28:69 22:46 1976/77 2. Bundesliga Nord II 4. 78:52 43:33 1977/78 2. Bundesliga Nord II 7. 75:64 41:35 1978/79 2. Bundesliga Nord II 2. 83:44 53:23 1979/80 1. Bundesliga I 15. 43:61 29:39 1980/81 1. Bundesliga I 18. 47:79 20:48 1981/82 2. Bundesliga II 12. 47:57 38:38 1982/83 2. Bundesliga II 3. 65:44 48:28 Im Profifußball der Regionalliga West konnte Bayer 05 mithalten und wurde dank guter Platzierungen in den Jahren 1971 bis 1974 (Siebter, Dritter, Dritter) in die neu geschaffene 2. Bundesliga Nord aufgenommen. In der Saison 1974/75 wurde man Zweiter und konnte sich in den Aufstiegsspielen gegen den Zweiten aus dem Süden, den FK Pirmasens, durchsetzen und stieg erstmals in die Bundesliga auf.

In der Bundesligasaison 1975/76 gelang Uerdingen am vierten Spieltag mit einem 2:1-Sieg über Bayern München der erste Sieg in der Bundesliga. Dabei gelangen Lorenz Günther-Köstner zwei Tore in der zweiten Halbzeit, die Münchener Gästeführung in der Grotenburg hatte Gerd Müller erzielt. Da Bayer jedoch nur noch fünf weitere Siege sowie zehn Remis bei achtzehn Niederlagen gelangen, endete die erste Saison in der Bundesliga mit dem sofortigen Wiederabstieg. Als Zweitligist sorgte der Club 1977 im DFB-Pokal für Furore. Nach Heimsiegen über die Bundesligaklubs 1. FC Kaiserslautern (3:1), Werder Bremen (2:0) und Eintracht Frankfurt (6:3 n. V.) erwies sich erst im Halbfinale Hertha BSC (0:1) als stärker. 1979 stieg Bayer 05 erneut in die Bundesliga auf, jedoch bereits 1981 wieder ab.

Erfolgreichste Zeit (1983–1995) Saisondaten 1983–1995 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1983/84 1. Bundesliga I 10. 66:79 31:37 1984/85 1. Bundesliga I 7. 57:52 36:32 1985/86 1. Bundesliga I 3. 63:60 45:23 1986/87 1. Bundesliga I 8. 51:49 35:33 1987/88 1. Bundesliga I 11. 59:61 31:37 1988/89 1. Bundesliga I 13. 50:60 31:37 1989/90 1. Bundesliga I 14. 41:48 30:38 1990/91 1. Bundesliga I 17. 34:54 23:45 1991/92 2. Bundesliga Nord II 1. 47:29 39:25 1992/93 1. Bundesliga I 17. 35:64 24:44 1993/94 2. Bundesliga II 2. 49:30 47:29 1994/95 1. Bundesliga I 15. 37:52 25:43 1983 gelang den Uerdingern zum dritten Mal der Aufstieg in die Bundesliga. In den Relegationsspielen wurde der hoch favorisierte FC Schalke 04 bezwungen. Bayer Uerdingen schaffte anschließend souverän den Klassenerhalt und belegte mit Platz 10 einen vor der Saison kaum für möglich gehaltenen Mittelfeldplatz.

1985 gewannen die Uerdinger den DFB-Pokal, indem sie im ersten Endspiel im Berliner Olympiastadion den FC Bayern München mit 2:1 bezwangen. Die Tore beim historischen Uerdinger Sieg erzielten Horst Feilzer und Wolfgang Schäfer. Beim nächsten Aufeinandertreffen der beiden Vereine in der Bundesliga gewann Uerdingen mit 1:0 durch ein Eigentor des Müncheners Helmut Winklhofer, das als erstes Eigentor überhaupt zum Tor des Monats gewählt wurde. Durch den Sieg im DFB-Pokal startete Uerdingen im Europapokal der Pokalsieger, wo es nach Siegen gegen den FC Zurrieq (12:0) und Galatasaray Istanbul (3:1) zum Duell gegen Dynamo Dresden kam. Das 7:3 wurde zum sogenannten Wunder von der Grotenburg: Nach einer 0:2-Hinspiel-Niederlage in der DDR und einem 1:3-Pausenstand konnte das Spiel am 19. März 1986 in einer legendären zweiten Spielhälfte noch gedreht werden. Statt der notwendigen fünf Tore wurden in der zweiten Halbzeit sogar sechs Treffer erzielt. Mehr als 200 Journalisten, Spieler und Trainer wählten diese deutsch-deutsche Begegnung im Januar 2007 bei einer Umfrage des Magazins 11 Freunde zum größten Fußballspiel aller Zeiten. Im Halbfinale unterlag man dann Atlético Madrid. In der Bundesliga belegten die Uerdinger hinter Bayern München und Werder Bremen einen sensationellen dritten Rang. 1987 verließ Feldkamp die Uerdinger, um Trainer bei Eintracht Frankfurt zu werden. Uerdingen wurde in der Bundesliga Achter, im DFB-Pokal setzte es nach Siegen gegen den VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg und 1. FC Köln im Viertelfinale ein 2:9 bei Borussia Mönchengladbach. Außerdem erreichte man das UEFA-Cup-Achtelfinale, in dem man dem FC Barcelona unterlag. 1988 gewann der Verein den DFB-Hallenpokal.

In der Saison 1990/91 stieg Bayer Uerdingen in die 2. Bundesliga ab. Es gelang aber der direkte Wiederaufstieg. 1993 konnte die Klasse wieder nicht gehalten werden, die Rückkehr in die Bundesliga gelang aber 1994 erneut. Am letzten Spieltag konnte Uerdingen mit Platz 15 den Klassenerhalt sichern.

International waren die Krefelder speziell im Intertoto Cup erfolgreich in einer Zeit, als die UEFA diesen noch nicht als eigenen Wettbewerb ansah – Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre gewannen sie diesen gleich viermal.

In dieser Zeit waren auch die Jugendfußballer des Vereins erfolgreich. 1987 wurden sowohl die A-Jugend (2:1 gegen Eintracht Frankfurt) als auch die B-Jugend (4:0 gegen den 1. FC Nürnberg) Deutscher Meister. Im Jahr darauf gewann die A-Jugend den DFB-Junioren-Pokal. In: kfc-uerdingen.de

Trennung von der Bayer AG und Absturz in die Amateurligen (1995–2008) Saisondaten 1995–2007 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1995/96 1. Bundesliga I 18. 33:56 26 1996/97 2. Bundesliga II 9. 46:44 44 1997/98 2. Bundesliga II 13. 36:40 43 1998/99 2. Bundesliga II 16. 34:57 31 1999/00 Regionalliga W/SW III 11. 52:52 48 2000/01 Regionalliga Nord III 12. 50:62 48 2001/02 Regionalliga Nord III 5. 49:41 53 2002/03 Regionalliga Nord III 10. 43:51 45 2003/04 Regionalliga Nord III 7. 46:48 46 2004/05 Regionalliga Nord III 9. 43:50 49 2005/06 Oberliga Nordrhein IV 11. 38:41 38 2006/07 Oberliga Nordrhein IV 10. 45:45 48 2007/08 Oberliga Nordrhein IV 13. 55:67 43 200px|mini|Eintrittskarte der Saison 1996/97

Obwohl in der Saison 1994/95 die Klasse (Bundesliga) gehalten wurde, gab die Bayer AG den Ausstieg aus dem Sponsoring der Fußball-Bundesligamannschaft bekannt. Die Fußballabteilung heißt als Rechtsnachfolger des FC Bayer 05 Uerdingen seither KFC Uerdingen 05; der übrige Verein nannte sich von 1995 bis 2024 SC Bayer 05 Uerdingen und heißt heute SC Krefeld 05.

1996 stieg 05 in die Zweite Liga ab. 1998 erhielt man die Lizenz für die kommende Spielzeit erst im letzten Anlauf. Der folgende personelle Aderlass (Auflösung der Amateurmannschaft eingeschlossen) führte in der Saison 1998/99 zum Absturz in die Drittklassigkeit. Einen Erfolg feierte die A-Jugend des Vereins, die in der Saison 1997/98 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt den DFB-Jugend-Kicker-Pokal gewann. In der Regionalliga Nord gelang dann unter großen Schwierigkeiten ein Neuaufbau. 2004/05 wurde jedoch gegen Lizenzauflagen verstoßen; der DFB entzog dem Verein deshalb am 25. Mai 2005 die Lizenz für die zu diesem Zeitpunkt noch laufende, sportlich durchaus erfolgreiche Saison. Dies bedeutete den Abstieg in die viertklassige Oberliga Nordrhein.