Die Qualifikationsspiele für die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2008 fanden vom 16. August 2006 bis zum 24. November 2007 statt. 50 von 52 Mitgliedsländern der UEFA spielten die 14 Startplätze für die Euro 2008 aus, die zwei Gastgeber sind direkt qualifiziert. Zum ersten Mal nahm Kasachstan, das 2002 in die UEFA wechselte, an einer EM-Qualifikation teil. Serbien trat die Nachfolge des Staatenbundes Serbien und Montenegro an. Da Montenegro zu Beginn der Qualifikationsrunde noch kein Mitglied der UEFA war, nahm der Balkanstaat nicht an der Qualifikation für die Euro 2008 teil. Österreich und die Schweiz waren als Gastgeberländer gesetzt und vervollständigten das Feld der 16 Endrundenteilnehmer. mini|500px|Qualifizierte Länder
Qualifikationsmodus mini|220px| Die Qualifikation beinhaltete 308 Spiele, die allesamt im Gruppenmodus ausgetragen wurden. Die 50 Mannschaften wurden bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen am 27. Januar 2006 in Montreux jeweils einer von sieben Gruppen zugelost. Gruppe A bestand aus acht Mannschaften, den Gruppen B bis G waren jeweils sieben Mannschaften zugeordnet. Jedes Team bestritt gegen jeden seiner Gruppengegner jeweils ein Hin- und Rückspiel.
Direkt für die Endrunde qualifizierten sich jeweils die beiden besten Teams innerhalb einer Gruppe. Durch diesen Modus wurden die 14 Mannschaften, die neben den Gastgebern an der Endrunde teilnahmen, direkt ermittelt, es waren also keine Relegationsspiele nötig.
Zur Ermittlung der Reihenfolge in den Gruppen, bzw. der Abschlussstände der jeweiligen Gruppen-Tabelle, wurde die Drei-Punkte-Regel angewandt. Bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Mannschaften nach den Gruppenspielen wurden folgende Kriterien nacheinander berücksichtigt, um über die Platzierung zu entscheiden:
a) Direkter Vergleich (Punkte, Tordifferenz, Tore, Auswärtstore) b) Wiederholung von Kriterium a) unter den verbliebenen Mannschaften c) Ergebnisse aus allen Gruppenspielen (Tordifferenz, Tore, Auswärtstore, Fair-Play-Wertung) d) Das Los
Qualifikationsgruppen nach Auslosung Für die Auslosung wurden die Mannschaften in sieben Lostöpfe aufgeteilt. Griechenland wurde als amtierender Europameister gesetzt und als Gruppenkopf der Gruppe C zugelost. Für die Aufteilung der restlichen Mannschaften auf die jeweiligen Töpfe dienten die Ergebnisse der Qualifikationsrunden zur Europameisterschaft 2004 und zur Weltmeisterschaft 2006 als Grundlage. Die Zuteilung erfolgte nach einem Beschluss der UEFA am 14. Oktober 2005.
Folgende Gruppen wurden ausgelost, wobei die später qualifizierten Mannschaften in Fettdruck dargestellt sind:
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D ** * Gruppe E Gruppe F Gruppe G
* Bei der Auslosung zur Qualifikation war noch die serbisch-montenegrinische Fußballnationalmannschaft gelistet. Nach der Unabhängigkeitserklärung Montenegros trat Serbien die Rechtsnachfolge von Serbien und Montenegro an, daher spielte in der Qualifikation die serbische Nationalmannschaft. Die Montenegriner mussten erst die Zulassung beantragen und nahmen daher erst an der WM-Qualifikation 2010 teil.
** Am 12. Juli 2006 hob das FIFA-Dringlichkeitskomitee die Suspendierung des Griechischen Fußballverbandes (HFF) wieder auf. Diese war am 3. Juli 2006 gegen den amtierenden Europameister ausgesprochen worden, da durch die nationalen Sportgesetze eine Unabhängigkeit des Verbandes (der Schiedsrichter und des Disziplinarwesens) nicht garantiert war. Diese wurden vom griechischen Parlament hieraufhin geändert.
Gruppe A Abschlusstabelle Als amtierender Vize-Europameister und WM-Vierter galt Portugal als Favorit der Gruppe, erreichte jedoch hinter den starken Polen, die sich als Gruppensieger erstmals für eine Europameisterschaft qualifizierten, nur den zweiten Platz. Die überraschend starken Finnen hatten im letzten Spiel in Portugal sogar noch die Möglichkeit, sich durch einen Sieg für das Turnier zu qualifizieren, verpassten diese Möglichkeit jedoch durch ein 0:0. Serbien gelang es nicht, die Leistungen aus der Qualifikation zur WM 2006 zu wiederholen; die Belgier bestätigten ihre mehrjährige Formkrise und scheiterten erneut. Die Spiele Armeniens und Aserbaidschans gegeneinander wurden von der UEFA aufgrund des weiterhin ungelösten Grenzkonfliktes um Bergkarabach annulliert.
Spielergebnisse 16.08.2006 Belgien – Kasachstan 0:0 02.09.2006 Serbien – Aserbaidschan 1:0 (0:0) 02.09.2006 Polen – Finnland 1:3 (0:0) 06.09.2006 Aserbaidschan – Kasachstan 1:1 (1:1) 06.09.2006 Armenien – Belgien 0:1 (0:1) 06.09.2006 Finnland – Portugal 1:1 (1:1) 06.09.2006 Polen – Serbien 1:1 (1:0) 07.10.2006 Armenien – Finnland 0:0 07.10.2006 Kasachstan – Polen 0:1 (0:0) 07.10.2006 Serbien – Belgien 1:0 (0:0) 07.10.2006 Portugal – Aserbaidschan 3:0 (2:0) 11.10.2006 Belgien – Aserbaidschan 3:0 (1:0) 11.10.2006 Kasachstan – Finnland 0:2 (0:1) 11.10.2006 Serbien – Armenien 3:0 (0:0) 11.10.2006 Polen – Portugal 2:1 (2:0) 15.11.2006 Finnland – Armenien 1:0 (1:0) 15.11.2006 Portugal – Kasachstan 3:0 (2:0) 15.11.2006 Belgien – Polen 0:1 (0:1) 24.03.2007 Polen – Aserbaidschan 5:0 (3:0) 24.03.2007 Portugal – Belgien 4:0 (0:0) 24.03.2007 Kasachstan – Serbien 2:1 (0:0) 28.03.2007 Aserbaidschan – Finnland 1:0 (0:0) 28.03.2007 Polen – Armenien 1:0 (1:0) 28.03.2007 Serbien – Portugal 1:1 (1:1) 02.06.2007 Finnland – Serbien 0:2 (0:1) 02.06.2007 Kasachstan – Armenien 1:2 (0:2) 02.06.2007 Aserbaidschan – Polen 1:3 (1:0) 02.06.2007 Belgien – Portugal 1:2 (0:1) 06.06.2007 Finnland – Belgien 2:0 (1:0) 06.06.2007 Kasachstan – Aserbaidschan 1:1 (0:1) 06.06.2007 Armenien – Polen 1:0 (0:0) 22.08.2007 Finnland – Kasachstan 2:1 (1:1) 22.08.2007 Armenien – Portugal 1:1 (1:1) 22.08.2007 Belgien – Serbien 3:2 (2:0) 08.09.2007 Aserbaidschan – Armenien annulliert 1 08.09.2007 Serbien – Finnland 0:0 08.09.2007 Portugal – Polen 2:2 (0:1) 12.09.2007 Armenien – Aserbaidschan annulliert 1 12.09.2007 Finnland – Polen 0:0 12.09.2007 Kasachstan – Belgien 2:2 (1:2) 12.09.2007 Portugal – Serbien 1:1 (1:0) 13.10.2007 Aserbaidschan – Portugal 0:2 (0:2) 13.10.2007 Belgien – Finnland 0:0 13.10.2007 Armenien – Serbien 0:0 13.10.2007 Polen – Kasachstan 3:1 (0:1) 17.10.2007 Kasachstan – Portugal 1:2 (0:0) 17.10.2007 Aserbaidschan – Serbien 1:6 (1:4) 17.10.2007 Belgien – Armenien 3:0 (0:0) 17.11.2007 Finnland – Aserbaidschan 2:1 (0:0) 17.11.2007 Portugal – Armenien 1:0 (1:0) 17.11.2007 Polen – Belgien 2:0 (1:0) 21.11.2007 Aserbaidschan – Belgien 0:1 (0:0) 21.11.2007 Serbien – Polen 2:2 (0:1) 21.11.2007 Portugal – Finnland 0:0 21.11.2007 Armenien – Kasachstan 0:1 (0:0) 24.11.2007 2 Serbien – Kasachstan 1:0 (0:0)
1Aufgrund von Streitigkeiten zwischen den beiden Verbänden um den Austragungsort der Qualifikationsspiele wurden beide Partien am 23. Juni 2007 von der UEFA annulliert; beide Teams erhalten keine Punkte. 2Da der Platz im Partizan-Stadion aufgrund starken Schneefalls nicht bespielbar war, wurde das Spiel vom 17. zunächst auf den 18. November 2007 verlegt. Nach einer erneuten Platzbesichtigung des spanischen Schiedsrichters Luis Medina Cantalejo und des UEFA-Delegierten Peter Forusek (Tschechien) wurde der 24. November 2007 als Nachholtermin festgelegt.Serbien-Kasachstan abgesagt. kicker.de, 17. November 2007
Gruppe B Abschlusstabelle In einer der stärksten Qualifikationsgruppen dominierten über weite Strecken nicht Weltmeister Italien und Vizeweltmeister Frankreich, sondern das schwächer eingeschätzte Schottland, das beide Partien gegen Frankreich gewinnen konnte. Zwei Niederlagen in den letzten beiden Qualifikationsspielen gegen Georgien und Italien kosteten die Schotten jedoch das Ticket zur Endrunde. Weltmeister Italien spielte über weite Strecken schmucklosen, aber erfolgreichen Fußball und erreichte dank zweier Siege gegen Schottland den Gruppensieg. Die Ukraine konnte ihre Erfolgsserie nach dem Einzug ins WM-Viertelfinale nicht fortsetzen und wurde aufgrund stark schwankender Leistungen nur Vierter. Georgien und Litauen gelangen einige Prestigeerfolge, die Färöer-Inseln beendeten die Qualifikation mit zwölf Niederlagen aus zwölf Spielen.
Spielergebnisse 16.08.2006 Färöer – Georgien 0:6 (0:3) 02.09.2006 Schottland – Färöer 6:0 (5:0) 02.09.2006 Georgien – Frankreich 0:3 (0:2) 02.09.2006 Italien – Litauen 1:1 (1:1) 06.09.2006 Ukraine – Georgien 3:2 (1:1) 06.09.2006 Litauen – Schottland 1:2 (0:0) 06.09.2006 Frankreich – Italien 3:1 (2:1) 07.10.2006 Italien – Ukraine 2:0 (0:0) 07.10.2006 Färöer – Litauen 0:1 (0:0) 07.10.2006 Schottland – Frankreich 1:0 (0:0) 11.10.2006 Ukraine – Schottland 2:0 (0:0) 11.10.2006 Georgien – Italien 1:3 (1:1) 11.10.2006 Frankreich – Färöer 5:0 (2:0) 24.03.2007 Schottland – Georgien 2:1 (1:1) 24.03.2007 Färöer – Ukraine 0:2 (0:1) 24.03.2007 Litauen – Frankreich0:1 (0:0) 28.03.2007 Ukraine – Litauen 1:0 (0:0) 28.03.2007 Georgien – Färöer 3:1 (2:0) 28.03.2007 Italien – Schottland 2:0 (1:0) 02.06.2007 Färöer – Italien 1:2 (0:1) 02.06.2007 Litauen – Georgien 1:0 (0:0) 02.06.2007 Frankreich – Ukraine 2:0 (0:0) 06.06.2007 Frankreich – Georgien 1:0 (1:0) 06.06.2007 Litauen – Italien 0:2 (0:2) 06.06.2007 Färöer – Schottland 0:2 (0:2) 08.09.2007 Georgien – Ukraine 1:1 (0:1) 08.09.2007 Schottland – Litauen 3:1 (1:0) 08.09.2007 Italien – Frankreich 0:0 12.09.2007 Ukraine – Italien 1:2 (0:1) 12.09.2007 Frankreich – Schottland 0:1 (0:0) 12.09.2007 Litauen – Färöer 2:1 (1:0) 13.10.2007 Schottland – Ukraine 3:1 (2:1) 13.10.2007 Italien – Georgien 2:0 (1:0) 13.10.2007 Färöer – Frankreich 0:6 (0:2) 17.10.2007 Georgien – Schottland 2:0 (1:0) 17.10.2007 Ukraine – Färöer 5:0 (3:0) 17.10.2007 Frankreich – Litauen 2:0 (0:0) 17.11.2007 Litauen – Ukraine 2:0 (1:0) 17.11.2007 Schottland – Italien 1:2 (0:1) 21.11.2007 Italien – Färöer 3:1 (3:0) 21.11.2007 Georgien – Litauen 0:2 (0:0) 21.11.2007 Ukraine – Frankreich 2:2 (1:2)
Gruppe C Abschlusstabelle Titelverteidiger Griechenland qualifizierte sich trotz einer 1:4-Heimniederlage gegen den türkischen Erzrivalen souverän und mit den meisten Punkten aller Qualifikanten für die Endrunde. Dahinter gab es einen Zweikampf zwischen Norwegen und der Türkei, den Norwegen bereits am vorletzten Spieltag durch einen Heimsieg gegen die Türken für sich hätte entscheiden können. Doch die Mannschaft verlor nach Führung noch mit 1:2, so dass den Türken zum Schluss ein 1:0 gegen Bosnien reichte, um sich zum ersten Mal seit dem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2002 wieder für ein Turnier zu qualifizieren. Dass die türkische Mannschaft ihre Qualifikation nur äußerst knapp sichern konnte, lag vor allem daran, dass gegen Malta und Moldau jeweils einmal Unentschieden gespielt wurde.
Spielergebnisse 02.09.2006 Malta – Bosnien-Herz. 2:5 (1:3) 02.09.2006 Ungarn – Norwegen 1:4 (0:3) 02.09.2006 Moldau – Griechenland 0:1 (0:0) 06.09.2006 Norwegen – Moldau 2:0 (0:0) 06.09.2006 Bosnien-Herz. – Ungarn 1:3 (0:1) 06.09.2006 Türkei – Malta 2:0 (0:0)* 07.10.2006 Moldau – Bosnien-Herz. 2:2 (2:0) 07.10.2006 Ungarn – Türkei 0:1 (0:1) 07.10.2006 Griechenland – Norwegen 1:0 (1:0) 11.10.2006 Bosnien-Herz. – Griechenland 0:4 (0:1) 11.10.2006 Malta – Ungarn 2:1 (1:1) 11.10.2006 Türkei – Moldau 5:0 (3:0)* 24.03.2007 Moldau – Malta 1:1 (0:0) 24.03.2007 Griechenland – Türkei 1:4 (1:1) 24.03.2007 Norwegen – Bosnien-Herz. 1:2 (0:2) 28.03.2007 Türkei – Norwegen 2:2 (0:2)* 28.03.2007 Malta – Griechenland 0:1 (0:0) 28.03.2007 Ungarn – Moldau 2:0 (1:0) 02.06.2007 Griechenland – Ungarn 2:0 (2:0) 02.06.2007 Norwegen – Malta 4:0 (1:0)** 02.06.2007 Bosnien-Herz. – Türkei 3:2 (2:2)