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Die Feistritzwaldbahn, auch „Frauenwaldbahn“ oder „Waldbahn Steinhaus–Rettenegg“ genannt, war eine bis 1958 betriebene Waldbahn zwischen Steinhaus am Semmering und Rettenegg in der Steiermark.

Anlage der Bahn mini|hochkant=1|links|Güterzug der FWB passiert die Alfredhütte, April 1941 Das besondere an der Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 600 mm waren die beiden Schrägaufzüge, mit denen die Waggons vom oberen Feistritztal auf den Feistritzsattel und vom Fröschnitzsattel über den Bremsberg in den Fröschnitzgraben gelangten. Dieser Streckenteil mit Resten des Bremshauses ist im Wald in der Nähe des Fröschnitzsattels deutlich erkennbar. Vom Bremshaus sind noch Reste zu sehen. Der Bahndamm der Steilstrecke ist verwachsen, aber deutlich erhöht und aus Steinen errichtet.

Streckenverlauf Ausgangspunkt der Strecke mit einer Gesamtlänge von 22 km war der Bahnhof Steinhaus am Semmering, der heute noch eine Haltestelle der Semmeringbahn ist. Vom Bahnhof Steinhaus ausgehend führte die Bahn zunächst unter dem Steinhaus-Viadukt der Semmeringbahn hindurch, an Steinhaus und an der Alfred-Hütte vorbei weiter in den Fröschnitzgraben. Die Steigung vom Fröschnitzgraben auf den Fröschnitzsattel wurde über den Bremsberg mit Hilfe eines Schrägaufzugs bewältigt. Der oben anschließenden Scheitelstrecke vom Fröschnitzsattel zum Feistritzsattel folgt der heutige Weitwanderweg 02. Vom Feistritzsattel zum Ambach hinab führte wieder ein mit Wasserkraft betriebener Schrägaufzug. Vom Ambach an folgte die Strecke dem Oberlauf der Feistritz über Frauenwald bis nach Rettenegg. Der Bahndamm ist an einigen Abschnitten auch heute noch gut zu erkennen.

Geschichte Erbauer und Eigentümer der Waldbahn war die Forstverwaltung Graf Karl Lanckoroński, die ausgedehnte Waldungen im oberen Feistritztal besaß und die Bahn in mehreren Abschnitten zwischen 1902 und 1917 errichten ließ. Der Forstbetrieb sollte nach modernen Gesichtspunkten geführt werden, deshalb wurde der Waldbesitz systematisch durch die Waldbahn erschlossen. Neben dem Transport von Holz der Forstverwaltung fand noch ein beschränkt-öffentlicher Güterverkehr für die Anwohner der Bahn statt. Der Personentransport war ausdrücklich verboten, wurde aber gelegentlich toleriert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden rund 7 km Forststraßen und 1,7 km Interessentenwege angelegt, die die Waldbahn schließlich überflüssig machten.

Lokomotiven mini|hochkant=1|links|Eine Zobel-Dampflok ähnlich den Waldbahnlokomotiven (Südbahnmuseum Mürzzuschlag) Lokomotive EinsatzZobel 115/10 1910–1958O&K 566/00 1918–BMMF 741/18 1918–1958BMMF 742/18 1918–1958Krauss Linz 7480/18 1918–1958Decauville 6086/26 1947–1958

Das gesamte Rollmaterial wurde nach Einstellung des Betriebes 1958 mit einer Ausnahme verschrottet, lediglich ein Waggon blieb als Wrack erhalten.

Literatur Hans Matscheko, Heimo Stadlbauer: Die Lanckoroński’sche Waldbahn Frauenwald zwischen Steinhaus am Semmering und Rettenegg (1899–1958), Railway Media Group, Wien, 2021 Manfred Hohn: Waldbahnen in Österreich, Verlag Slezak 1989, ISBN 3-85416-148-4. Bernhard A. Reismann: Geschichte der Gemeinde Spital am Semmering, eine Kulturlandschaft und ihre Menschen, Band I und II, Gemeinde Spital/Semmering 2010, S. 299. G. Zach, J. Matscheko und H. Stadlbauer: Die ehemalige Waldbahn Frauenwald (Steinhaus am Semmering – Rettenegg). Oktober 2008.

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Einzelnachweise

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