mini|Siegel von Alexander III. Alexander III. (auch Alexander der Glorreiche; * 4. September 1241 in Roxburgh; † 18. oder 19. März 1286 bei Kinghorn) war König der Schotten von 1249 bis zu seinem Tod. Er war der letzte schottische König aus dem Haus Dunkeld.
Herkunft Alexander war der einzige Sohn von Alexander II. und dessen zweiter Ehefrau Marie de Coucy. Er war noch keine acht Jahre alt, als sein Vater 1249 während eines Feldzugs erkrankte und starb und er somit den schottischen Thron erbte. Am 13. Juli 1249, nur fünf Tage nach dem Tod seines Vaters, wurde er in einer traditionellen Zeremonie in Scone zum König proklamiert, auf dem Stein von Scone inthronisiert, geweiht und mit einem Mantel eingekleidet. Ein gälischer Barde besang seine Abstammung, danach huldigten ihm die schottischen Magnaten.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 8. mini|Die Inthronisation von Alexander, bei der ein Barde seine Herkunft besingt. Spätmittelalterliche Darstellung
Minderjährigkeit des Königs Dominanz von Alan Durward Es gibt keinen erhaltenen Beleg, ob Alexander II. vor seinem Tod noch Vorkehrungen für die Regentschaft traf.D. E. R. Watt: The minority of Alexander III of Scotland. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 21 (1971), S. 6. Alan Durward, das Oberhaupt einer Familie, die unter Alexander II. bereits großen Einfluss gewonnen hatte, versuchte zu Beginn der Herrschaft von Alexander, die Vorherrschaft seiner Familie in Schottland zu sichern. Er beanspruchte das Recht, den minderjährigen König vor seiner Einsetzung zum König zum Ritter zu schlagen. Dieses Recht wurde ihm verwehrt, doch zunächst dominierte Durward weitgehend die Regierung. Dies gelang ihm vielleicht dank der Unterstützung der Königinmutter Marie de Coucy, dazu konnte er sich offenbar weitgehend auf die königliche Verwaltung stützen, deren Beamte weitgehend übernommen wurden. Schon bald kam es jedoch zu Konflikten zwischen den Anhängern von Durward und der Familie Comyn. Durch diesen Machtkampf mit einer einflussreichen Adelsfamilie wurde die Regierung von Durward geschwächt.
Heirat mit Margarete von England Vermutlich die Comyns veranlassten einen Hilferuf an den englischen König Heinrich III. mit der Bitte um Unterstützung gegen die von Durward geführte Regierung. Dies gab dem englischen König die Gelegenheit, seinen alten Anspruch auf die Oberherrschaft über Schottland zu erneuern. Bereits zuvor war der schottische Versuch, vom Papst die Erlaubnis zur Krönung und Salbung der Könige nach westeuropäischem Vorbild zu erhalten, an der Ablehnung des englischen Königs gescheitert. Nach dem Hilferuf an den englischen König war die geschwächte Regierung von Durward gezwungen, dem englischen König entgegenzukommen. Sie musste der Heirat von Alexander mit Margarete, einer Tochter des englischen Königs zustimmen, die vermutlich schon im 1244 geschlossenen Vertrag von Newcastle vereinbart worden war.Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 536. Am Weihnachtstag 1251 wurden Alexander und zwanzig weitere Adlige von Heinrich III. zum Knight of the Bath geschlagen,William Arthur Shaw: The Knights of England. Band 1, Sherratt and Hughes, London 1906, S. 110. und am folgenden Tag fand die Hochzeit in York statt. Nach einem englischen Chronisten forderte der englische König von Alexander, ihm nicht nur für seine Besitzungen in England, sondern auch als König von Schottland zu huldigen. Die Huldigung für Schottland wurde entschieden zurückgewiesen, worauf der englische König dies nicht weiterverfolgte.Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 560.
Dominanz der Comyns Dennoch mischte sich Heinrich III. in den nächsten Jahren weiter in die schottische Regierung ein. Möglicherweise hatte Durward versucht, in einer Urkunde die Thronfolge für sich oder seine Nachkommen zu sichern, falls Alexander kinderlos sterben sollte. Diese Urkunde diente Heinrich III. vermutlich als Grund, um den Rücktritt aller führenden Beamten des königlichen Haushalts zu erzwingen. Stattdessen ernannte er mit Robert de Ros, Lord of Wark und John de Balliol zwei nordenglische Barone zu seinen Interessenvertretern am schottischen Hof. Heinrich III. sorgte sich vorgeblich nur um das Wohlergehen seiner Tochter und seines Schwiegersohns, doch er verfolgte mit Sicherheit noch weitergehende politische Ziele. Obwohl seine Einflussnahme nicht belegt ist, hatte Heinrich III. wohl großen Einfluss bei der Ernennung der Mitglieder des neuen schottischen Kronrats. Diesem gehörten neben Walter und Alexander Comyn hauptsächlich Unterstützer der Familie Comyn an. Entgegen den Erwartungen des englischen Königs verfolgte der neue Kronrat aber keine englandfreundliche Politik. Entweder waren die beiden englischen Vertreter am schottischen Hof machtlos oder sie arbeiteten mit den schottischen Magnaten zusammen, die auf die Versuche des englischen Königs, die Politik zu beeinflussen, wenig Rücksicht nahmen. Als Heinrich III. 1253 für seine Expedition in die zu seinem Reich gehörende Gascogne von den Schotten militärische Unterstützung forderte, ignorierten die Schotten dies völlig. Nur der zuvor von Heinrich III. verdrängte Alan Durward, der sich aber mit ihm geeinigt hatte, begleitete den englischen König nach Südwestfrankreich. Ein weiterer Konfliktpunkt war die Steuer, die die Päpste in Schottland zugunsten eines von England geführten Kreuzzugs erheben wollten. Das Ziel des Kreuzzugs sollte später nicht mehr das Heilige Land sein, sondern der Kreuzzug sollte der Eroberung des Königreichs Sizilien für den zweiten Sohn von Heinrich III. dienen. Daraufhin weigerten sich die Schotten, die Steuer zu zahlen. Im Sommer 1255 beschloss der englische König, die politische Lage in Schottland nicht mehr hinzunehmen, da die schottische Regierung und selbst die beiden von ihm eingesetzten Vertreter seine Versuche, die schottische Politik auf die englischen Interessen abzustimmen, vereitelten. Heinrich III. berief sein Feudalheer ein und zog im August 1255 an die Grenze nach Schottland. Durch Verhandlungen konnte ein offener Krieg aber verhindert werden, und der von den Comyns dominierte Kronrat trat zurück. Der neu gebildete Kronrat sollte maximal sieben Jahre, bis zur Volljährigkeit Alexanders, im Amt bleiben.
Obwohl die Comyns durch die Intervention des englischen Königs ihre Stellung im Kronrat verloren hatten, gelang es ihnen bis 1257, wieder erheblichen Einfluss am Königshof zu gewinnen. Deshalb mussten der König und die neue Regierung mit den Führern der Familie verhandeln. Der englische König wurde in diese Verhandlungen eingebunden. Die Verhandlungen brachten jedoch kein für die Comyns befriedigendes Ergebnis, worauf sich Walter Comyn im Oktober 1257 in einem Staatsstreich in Kinross des jungen Königs bemächtigte. Heinrich III. bereitete daraufhin einen bewaffneten Einfall in Schottland vor, doch aufgrund eines Kriegs in Wales und vor allem wegen eines Konflikts mit einer englischen Adelsopposition konnte er diesen Feldzug nicht umsetzen. Somit wurde der englische Einfluss in Schottland weiter eingeschränkt.Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 571.
Übernahme der Regierung durch den König Mit ihrem Staatsstreich hatten sich die Comyns des Königs bemächtigt und anscheinend ihren Einfluss zurückgewonnen, doch der inzwischen siebzehnjährige König verfolgte nun zunehmend seine eigene Politik. Er war zwar offiziell noch minderjährig, doch er war nicht mehr bereit, sich an eine der rivalisierenden politischen Gruppen zu binden. Er agierte offen gegen Unterstützer von Alan Durward, der klar seinen Einfluss verloren hatte, doch auch der Politik der Comyns stimmte er nicht mehr zu. Die Comyns hatten ein Bündnis mit den walisischen Fürsten geschlossen, die sich mit England im Krieg befanden. Die genaue Situation ist ungeklärt, doch vermutlich stimmte Alexander diesem Bündnis nicht zu und unterstützte einen Waffenstillstand in Wales, der 1258 geschlossen wurde. Im September 1258 drängte Alexander die rivalisierenden schottischen Magnaten zu einem Kompromiss, der wahrscheinlich weitgehend seinen Wünschen entsprach.D. E. R. Watt: The minority of Alexander III of Scotland. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 21 (1971), S. 18. Nach diesem Kompromiss sollte ein neuer Kronrat gebildet werden, dem sowohl Anhänger der Comyns wie auch Anhänger von Durward angehören sollten. Der englische König sicherte zu, den Kronrat mit seinem Rat zu unterstützen, dies war vielleicht die einzige Möglichkeit, wie der innenpolitisch hart von der Adelsopposition bedrängte Heinrich III. noch Einfluss auf die schottische Politik ausüben konnte. Er lud Alexander und Margaret offiziell nach England ein, dieser Einladung folgte das Königspaar im November 1260. Alexander kehrte jedoch offensichtlich überhastet nach Schottland zurück, während Margarete in England blieb, wo die Geburt ihres ersten Kindes stattfand. Die englische Regierung musste zusichern, dass im Falle eines Todes von Alexander die Königin und ihr Kind unverzüglich an die schottische Regierung übergeben werden würde. In Schottland war es während der Abwesenheit des Königs zu einem Konflikt zwischen John Comyn und Walter Stewart um Menteith gekommen. Obwohl Comyn unter den Magnaten einflussreiche Unterstützer hatte, bekräftigte Alexander seine Entscheidung, dass der Titel Earl of Menteith an Stewart fallen sollte. Comyn und seine Unterstützer akzeptierten diese Entscheidung und beugten sich der Autorität des Königs. Zu diesem Zeitpunkt war offensichtlich, dass der neunzehnjährige Alexander die Kontrolle über seine Regierung innehatte.D. E. R. Watt: The minority of Alexander III of Scotland. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 21 (1971), S. 2. Damit war die Minderjährigkeit des Königs faktisch beendet, obwohl er noch keine einundzwanzig Jahre alt war.
Die Außenpolitik des Königs Eingliederung der westschottischen Inseln Ausgangslage Nachdem Alexander die Führung der Regierung geworden war, setzte er die Politik seines Vaters fort, der versucht hatte, die westschottischen Inseln in das schottische Königreich einzugliedern. Diese Inseln waren bislang offiziell in norwegischen Besitz gewesen, wobei die norwegischen Könige die Region aufgrund der Entfernung nie fest unter ihrer Kontrolle hatten. Die Adligen der Inseln besaßen auch Besitzungen auf dem schottischen Festland, so dass sie zusammen mit den norwegischen Königen ständig die westlichen Grenzen Schottlands bedrohten. Der Versuch von Alexander, die Inseln unter seine Kontrolle zu bringen, führte natürlich unweigerlich zu Konflikten mit den Adligen der Inseln und mit dem norwegischen König. mini|Norwegen mit seinen Besitzungen 1263
Krieg mit Norwegen