British and Irish Lions 100pxSpitzname(n) LionsVerband Trainer (2025)Kapitän (2025)Meiste Länderspiele (17)Meiste erzielte Punkte (281)Meiste erzielte Versuche (37)Erstes Länderspiel 3:8 Lions (als Großbritannien) 20px(28. April 1888)Höchster Sieg 0:46 Lions 20px(7. August 1927)Höchste Niederlage 38:6 Lions 20px(16. Juli 1983)
Die British and Irish Lions (; kurz Lions)Name der British and Irish Lions in den anderen Sprachen der teilnehmenden Länder:
sind eine Rugby-Union-Mannschaft, bestehend aus Spielern, die für die Nationalmannschaften von England, Irland, Schottland oder Wales (den so genannten Home Nations) spielberechtigt sind. Alle vier Jahre unternehmen die Lions eine mehrwöchige Tour, die alternierend durch Australien, Neuseeland oder Südafrika führt, die drei großen Rugbynationen der Südhemisphäre. Eine Tour umfasst in der Regel mehrere Test Matches gegen die jeweiligen Nationalmannschaften sowie Spiele gegen regionale Auswahlteams.
Gemeinsame Teams des damaligen Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland unternahmen seit 1888 Touren in die südliche Hemisphäre. Die erste Fahrt war eine rein kommerzielle Unternehmung ohne offiziellen Rückhalt der Verbände. Die sechs darauf folgenden Touren (vor der Südafrika-Tour 1910) erhielten zunehmend Unterstützung seitens der Verbände, auch wenn nur ein Kader Spieler aller vier Nationen umfasste. Seit 1910 wählt ein Gremium mit Vertretern aller Home Nations die beteiligten Spieler aus. 1950 bestand die Mannschaft erstmals ausschließlich aus Spielern, die bereits internationale Erfahrung hatten.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelang es den Lions gewöhnlich nicht, eine aus mehreren Test Matches bestehende Serie für sich zu entscheiden. 1955 begann eine Art goldenes Zeitalter, als sie die Test-Match-Serie in Südafrika mit einem respektablen 2:2 abschlossen. Ihren Höhepunkt erreichten die Lions in den 1970er Jahren, als sie die Serien gegen Neuseeland und Südafrika für sich entscheiden konnten. Nach der Professionalisierung von Rugby-Union im Jahr 1995 blieben die Lions bestehen, doch die Touren sind aufgrund der geringeren Verfügbarkeit der Spieler deutlich kürzer geworden.
Touren Die Lions bilden ein Team, das aus Spielern zusammengesetzt ist, die auch für eine der vier Home Nations (England, Irland, Schottland, Wales) spielberechtigt sind und in der Regel einer dieser Nationalmannschaften angehören. Sie touren üblicherweise alle vier Jahre mehrere Wochen lang durch eine der drei führenden Rugbynationen der südlichen Hemisphäre. Es handelt sich dabei abwechselnd um Australien, Neuseeland und Südafrika. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es auch Touren nach Argentinien. Die bislang letzte Tour fand im Jahr 2021 statt und führte nach Südafrika. Die nächste soll 2025 nach Australien führen.
Ein Komitee bestehend aus Vertretern der vier beteiligten Verbände (Irish Rugby Football Union, Scottish Rugby Union, Welsh Rugby Union und die englische Rugby Football Union) ist für die Organisation der Tour verantwortlich und bestimmt mehrere Monate vor ihrem Beginn den Trainerstab. Der Cheftrainer stellt daraufhin in Absprache mit dem Komitee den Mannschaftskader zusammen. Auf Tour werden in der Mitte der Woche Spiele gegen regionale Auswahlteams und Vereine ausgetragen, am Wochenende stehen Länderspiele (Test Matches) gegen die Nationalmannschaft des Gastgeberlandes auf dem Programm. Es finden stets mindestens drei Test Matches statt; das Ziel der Lions während einer Tour ist es, mehr Siege in Test Matches zu erzielen als der Gastgeber und so die Serie für sich zu entscheiden. „Heimspiele“ der Lions sind sehr selten und dienen als Auftakt einer Tour vor der Abreise ins eigentliche Zielland. Eine Tour findet üblicherweise im Juni oder Juli statt, wenn anderswo die Mid-year Internationals ausgetragen werden. Die Aktivitäten der Home-Nations-Nationalteams sind während dieser Zeit stark reduziert und beschränken sich allenfalls auf Einsätze der Reserven oder Neulinge.
Die Spiele der Lions unter der Woche haben eher den Charakter von Schaukämpfen und dienen in erster Linie dazu, den aus vier Nationalmannschaften zusammengewürfelten Kader vor allem in taktischer Hinsicht besser abzustimmen und so die bestmögliche Aufstellung für die Test Matches zu ermitteln. Es gilt aber auch eine Balance zu wahren zwischen den Spielern, die unter der Woche zum Einsatz kommen und jenen, die für die Test Matches aufgeboten werden. Diesbezügliche Spannungen sind nicht ungewöhnlich. Auch die Anzahl der Spieler, die mit auf Tour genommen werden, wird häufig diskutiert. Zum Beispiel kritisierten bei der Neuseelandtour 2005 insbesondere schottische Medien, dass Schottland mit nur drei Spielern im ursprünglich 44 Mann starken Kader deutlich unterrepräsentiert sei. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob eine vorgeschriebene Quote für jede Nation eingeführt werden solle. Dies gilt aber als unwahrscheinlich.
Benennung und Symbole
Spitzname Die ersten Mannschaften traten unter der Bezeichnung auf. Auf ihrer Tournee durch Neuseeland und Australien im Jahr 1950 nahm das Team offiziell den Namen British Lions an. Dieser war erstmals 1924 von britischen und südafrikanischen Journalisten als Spitzname verwendet worden und bezog sich auf den Löwen, der auf dem Trikot abgebildet war. Der Löwe hatte damals vorübergehend das vierteilige Abzeichen ersetzt, auf dem die Symbole der vier beteiligten Verbände abgebildet sind.Terry Godwin; Chris Rhys: The Guinness Book of Rugby Facts & Feats. S. 231.
Als das Team gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand, war das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland noch ein einziger Staat. Die Mannschaft bestand nach der Gründung des Irischen Freistaats im Jahr 1922 unverändert weiter, war aber weiterhin als oder bekannt. Im Laufe der Jahrzehnte empfanden die Iren diese Namen zunehmend als unpassend, da sie sich nicht repräsentiert fühlten. 2001 erfolgte deshalb die offizielle Umbenennung in . Die meisten Fans bezeichnen die Mannschaft weiterhin kurz als .
Hymne Da die Lions keine Nation vertreten, besitzen sie keine nationalen Kennzeichen wie Flagge oder Nationalhymne. Auf der Tour 1989 nach Australien wurde die britische Nationalhymne gespielt, die im Sport vor allem mit England in Verbindung gebracht wird. Dies missfiel insbesondere den Spielern aus der Republik Irland, stieß aber auch in Wales und Schottland vereinzelt auf Kritik. Als Folge davon verzichtete man darauf, überhaupt eine Hymne spielen zu lassen. Für die Tour 2005 nach Neuseeland gab das Lions-Management dem Musiker Neil Myers den Auftrag, ein auf die Mannschaft abgestimmtes Lied zu komponieren. Es hieß und sollte vor den Spielen anstelle einer Nationalhymne gesungen werden. Die Uraufführung fand am 23. Mai 2005 im Millennium Stadium in Cardiff vor dem Auftaktspiel gegen Argentinien statt, gesungen durch die walisische Opernsängerin Katherine Jenkins. Bei Spielern, Fans und Medien stieß das Lied auf Ablehnung; es sei „zum Erschaudern“ und uninspierend. Seither findet es keine Verwendung mehr.
Spielkleidung Die Lions tragen seit 1950 ein rotes Trikot mit einem vierteiligen Emblem, das die vier Verbände repräsentiert. Hinzu kommen weiße Hosen und blaue Stutzen mit grünem oberem Abschluss. Auf diese Weise werden die Spielfarben aller vier Home Nations miteinbezogen (rot für Wales, weiß für England, blau für Schottland und grün für Irland). Vor 1950 durchlief die Spielkleidung mehrere signifikante Umgestaltungen.
1888 verlangte Arthur Shrewsbury, der Organisator der ersten Tour, „etwas, das ein gutes Material wäre und sie hier draußen dennoch im Sturm erobern würde“ (). Das Ergebnis war ein rot-weiß-blau gestreiftes Trikot mit weißen Hosen und dunklen Socken. Für die Südafrikatouren 1891 und 1896 behielt man die Farben bei, diesmal jedoch als rot-weiß-gestreiftes Trikot mit dunkelblauen Hosen und Socken. Für die Australientour 1899 kehrte die Mannschaft zu rot-weiß-blauen Trikots zurück, aber mit breiten blauen Streifen sowie roten und weißen dünnen Streifen. Die Hosen blieben blau, ebenso die Socken, denen man einen weißen Farbakzent hinzufügte. Bei der Südafrikatour 1903 trugen sie rot-weiß-gestreifte Trikots. Die einzigen Veränderungen waren etwas breitere rote als weiße Streifen (umgekehrt zu 1896) und der weiße Farbakzent auf den Socken von 1899 blieb teilweise erhalten.Bath: The British & Irish Lions Miscellany. Vision Sports Publishing, London 2008, S. 76. Auf der Australientour 1904 trug man dasselbe Trikot wie fünf Jahre zuvor. 1908, als die schottischen und irischen Verbände keine Spieler zur Verfügung stellten, trug die anglo-walisische Auswahl auf der Tour nach Australien und Neuseeland rote Trikots mit einem breiten weißen Streifen. Die blauen Hosen behielt man bei, die Socken waren aber erstmals rot mit einem weißen Farbakzent.
1910 beteiligten sich die Schotten wieder an der Südafrikatour. Demzufolge traten die Spieler in dunkelblauen Trikots mit weißen Hosen und den roten Socken von 1908 an. Die Trikots zierte auch ein großer Löwe. 1924 tourte die Auswahl erneut durch Südafrika und behielten die blauen Trikots bei, wobei diesmal die Hosen farblich dazu passten. Die Tour von 1924 ist die erste, bei der die Mannschaft als Lions bezeichnet wurde. Die Ironie dabei ist, dass sie auf dieser Tour das Wappen mit dem einzelnen Löwen durch den Vorläufer des Abzeichens mit den Symbolen der vier vertretenen Verbände ersetzte, das noch heute getragen wird. Zwar fehlte der Löwe auf den Trikots, doch die Spieler trugen bei ihrer Ankunft in Südafrika das Löwenmotiv auf ihren Krawatten, worauf die Presse und die Öffentlichkeit das Team als Lions bezeichnete.Bath: The British & Irish Lions Miscellany. Vision Sports Publishing, London 2008, S. 1.
Bei der Argentinien-Tour 1927 kamen dieselben Trikots und Abzeichen zur Anwendung, während die drei stilisierten Löwen 1930 als Trikotabzeichen zurückkehrten. Auf dieser Neuseelandtour sorgte das jetzt in Blau gehaltene Trikot der Gäste für einige Kontroversen. Im Rugby ist es üblich, dass die Heimmannschaft den Gästen entgegenkommt, wenn die Farben zu ähnlich sind. Die neuseeländische Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt bereits als All Blacks bekannt war, trug ein schwarzes Trikot, das schlecht zum dunklen Blau der Lions passte. Nach langem Zögern und vielen Diskussionen stimmte der neuseeländische Verband einer Änderung für die Test Matches zu, und die All Blacks spielten zum ersten Mal ganz in Weiß. Während dieser Tour drückten einige Spieler um den irischen Zweite-Reihe-Stürmer George Beamish ihren Unmut darüber aus, dass zwar das Blau von Schottland, das Weiß von England und das Rot von Wales vertreten waren, aber nicht das Grün von Irland. Daraufhin fügte man den Socken einen grünen Farbakzent hinzu, der seitdem fester Bestandteil der Spielkleidung ist.Bath: The British & Irish Lions Miscellany. Vision Sports Publishing, London 2008, S. 77. Auf der Argentinien-Tour 1936 kehrte das vierteilige Wappen auf das Trikot zurück und ist seither fester Bestandteil.
Die Einführung des roten Trikots auf der Tour 1950 ging mit dem Wunsch einher, die Kontroverse von 1930 zu vermeiden. Zusammen mit den weißen Hosen und den grün-blauen Socken ergab dies die bis heute übliche Spielkleidung. Die einzigen Veränderungen am Trikot gab es 1993, als man das Logo des Trikotausrüsters an prominenter Stelle hinzufügte. Umbro hatte 1989 darum gebeten, „die Marke so gut wie möglich zur Geltung zu bringen“, was jedoch keinen Einfluss auf die Trikotgestaltung hatte. Seitdem waren Nike, Adidas und Canterbury mit größeren Logos auf den Trikots vertreten, zusammen mit den Sponsoren Scottish Provident (1997), NTL (2001), Zurich (2005), HSBC (2009 und 2013), Standard Life Investments (2017), Vodafone (2021) und Howden (2025).
Trikotausrüster und -sponsoren Bislang traten die folgenden Trikotausrüster und -sponsoren in Erscheinung: