Der Verein für Leibesübungen Klafeld-Geisweid 08 e. V. ist ein deutscher Fußballverein aus dem südwestfälischen Geisweid, einem Stadtteil der Stadt Siegen. In der Saison 2023/24 spielt die erste Herrenmannschaft in der Kreisliga A Siegen-Wittgenstein.
Die erfolgreichste Zeit hatte die Mannschaft in den Vorkriegsjahren, zum Ende der 1960er- sowie zu Beginn der 1970er-Jahre, als die sogenannten Fürsten bis in die Regionalliga, damals die zweithöchste deutsche Spielklasse, aufsteigen konnten. Aus dieser stieg der VfL jedoch nach nur einem Jahr Zugehörigkeit in der Saison 1971/72 wieder ab.
Geschichte Die Anfänge in Klafeld und Geisweid (1907 bis 1927) Von der allgemeinen Fußballbegeisterung gepackt, wurde bereits 1907 der erste Fußballverein in Klafeld gegründet. Unter dem Namen „Edelweiß“ Klafeld bestritt die Mannschaft ihr erstes Spiel gegen „Germania“ Siegen. Nach Differenzen innerhalb der Edelweiß-Elf kam es bereits nach einem Jahr zur Auflösung, was den Anlass dafür gab, „Einigkeit“ Klafeld 08 zu gründen. Fünf Jahre später bildete sich mit der Vereinigung „Spiel und Sport“ Klafeld-Geisweid ein weiterer Verein in Klafeld. Auf Betreiben des damaligen „Einigkeit“-Vereinsleiters Robert Schnautz schlossen sich dann beide Vereine zur „Spielvereinigung“ 08 Klafeld zusammen.
Auch auf Geisweider Seite wurde bereits am 28. April 1908 mit dem Sportklub „Sigambria“ Geisweid eine Fußballmannschaft gegründet. Im November 1913 beschlossen die Anwesenden auf einer Mitgliederversammlung, einen Antrag auf die Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband zu stellen, welcher ein Jahr später auch genehmigt wurde. Wegen des Ersten Weltkriegs mussten die Vereinstätigkeiten zwischen 1914 und 1918 eingestellt werden. Am 3. Mai 1919 nahm man diese nach einer Versammlung, bei der über 60 Anwesende gezählt wurden, wieder auf. Zur ersten Meisterschaftsrunde der Nachkriegszeit, die am 14. September 1919 begann, wurden die Geisweider vom Verband in die A-Klasse eingeteilt, obwohl sie in den Vorkriegsjahren noch in der C-Klasse antreten mussten. Neben der Seniorenmannschaft verfügten die „Sigambrier“ zu dieser Zeit über sechs Jugendmannschaften, wovon die A-Jugend als die beste des Bezirks galt. In der Saison 1921/22 gelang der Seniorenmannschaft ungeschlagen der Gewinn der Meisterschaft in der A-Klasse. Bei einem Torverhältnis von 87:6 verzeichnete man lediglich eine einzige Punkteteilung.
Im Jahr 1919 strebten die Geisweider Verantwortlichen erstmals an, mit der Klafelder Konkurrenz zu fusionieren, was am Misstrauen in beiden Lagern schließlich scheiterte. Deshalb schlossen sich die „Sigambrier“ zunächst mit dem Turnverein Geisweid und dem Ballspielclub 07 Siegen zusammen, was jedoch nur von kurzer Dauer sein sollte. Danach begannen erneut Gespräche zwischen den Vereinsleitungen aus Geisweid und Klafeld. Nach langen und harten Verhandlungen konnte man schließlich am 23. Januar 1927 die Fusion zum Großverein Spielvereinigung 08 Klafeld-Geisweid bekanntgeben.
Die ersten Jahre als Spielvereinigung (1927 bis 1946) Nachdem sich die beiden Vereine Anfang des Jahres 1927 zusammengeschlossen hatten, baute man eine schlagkräftige Mannschaft auf, die in der Saison 1928/29 Meister der A-Klasse wurde. Nach dem direkten Wiederabstieg dauerte es bis zur Saison 1933/34, ehe der nächste Titelgewinn gefeiert werden konnte. Am 25. Februar 1934 errang der Klub den Meistertitel der Kreisklasse. In den entscheidenden Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse wurde die SpVg Olpe mit 3:1 und 1:0 geschlagen. In den folgenden Jahren etablierte sich die Mannschaft in der Bezirksklasse.
In der Saison 1936/37 konnten die Spieler der Spielvereinigung dann sogar den Meistertitel in der Bezirksklasse Gruppe Arnsberg erringen, obwohl mit Wilhelm Bender, der sich im Trainingslager der Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Berlin eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte, die gesamte Saison ein wichtiger Spieler ersetzt werden musste. Trotzdem gewannen die „Fürsten“ 15 der 22 Saisonspiele und kamen auf 33:11 Punkte und 83:45 Tore. In den Aufstiegsspielen zur westfälischen Gauliga scheiterten sie mit nur einem Sieg (gegen den ostwestfälischen Vertreter Arminia Bielefeld) aus drei Spielen. Den größten Saisonerfolg feierte die Mannschaft jedoch am 16. August 1936, als der Deutsche Meister von 1933, Fortuna Düsseldorf, im Tschammerpokal, dem Vorläufer des heutigen DFB-Pokals, mit 2:1 besiegt wurde.
Genau eine Woche später, am 23. August, musste sich der VfL in der darauf folgenden Runde beim SV Waldhof Mannheim auf deren ungewohntem Rasenplatz mit 0:6 Toren geschlagen geben.
Aufgrund des Zweiten Weltkriegs wurde es nach den Erfolgen des Jahres 1936 zunächst ruhig um den Verein. Im Sommer 1945 nahm der Verein als einer der ersten in der südwestfälischen Region wieder den Spielbetrieb auf. Ein Jahr nach Kriegsende startete die Mannschaft in der Saison 1946/47 in der Siegerlandmeisterschaft. Im entscheidenden letzten Spiel wurde der SV Feudingen mit 2:1 geschlagen und mit dem Gewinn der Kreismeisterschaft die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse geschafft.
Im selben Jahr, nach einer Versammlung am 9. Januar 1946, wurde die auch heute noch in Geisweid ansässige Turngemeinde Friesen in den Verein mit aufgenommen. So entstand der Verein für Leibesübungen Klafeld-Geisweid 08 e. V. Bereits ein Jahr später trennten sich beide Parteien aber wieder. Die Turngemeinde ist heute als Turngemeinde Friesen Klafeld-Geisweid 1889 e. V. im Vereinsregister geführt. Die Fußballabteilung behielt trotz der Trennung den neuen Namen bei.
Aufstieg zur Topadresse im Siegerland (1946 bis 1971) Zu Beginn der Saison 1947/48 starteten die Klafelder wieder in der Bezirksklasse Siegerland, wo sie sich stets in den vorderen Tabellenregionen wiederfanden. So errang man im Spieljahr 1948/49 zwar die Meisterschaft in der Bezirksklasse, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen. Durch die Neugründung der Landesliga zur Saison 1950/51 stieg die Mannschaft, nach einem zweiten Tabellenplatz in der Vorsaison, in selbige auf und erreichte gleich im ersten Zugehörigkeitsjahr den zweiten Tabellenplatz. In der darauffolgenden Spielzeit reichte es nur zum siebten Platz, ehe ein weiteres Jahr später gar wieder der Weg in die Bezirksklasse angetreten werden musste, nachdem man in der Landesliga, deren Qualität sich aufgrund der Auflösung der Westfalenliga deutlich gesteigert hatte, am Ende der Saison auf einem der Abstiegsplätze gestanden hatte.
Nach nur einem Jahr in der Bezirksklasse gelang der direkte Wiederaufstieg mit 56:8 Punkten und einem Torverhältnis von 129:30. Die folgenden drei Spielzeiten verbrachte die Mannschaft unter Trainer Kurt Brosi wieder in der Landesliga, wobei in der Saison 1954/55 auf dem heimischen Schießberg ein 3:1-Sieg gegen den Lokalmatadoren und späteren Deutschen Amateurmeister Sportfreunde Siegen gelang. Die Mannschaft beendete die Saison auf dem siebten Tabellenplatz und blieb zu Hause ungeschlagen. Am Ende der Saison 1956/57 mussten die „Fürsten“ zurück in die Bezirksklasse absteigen. Es dauerte bis 1963, ehe die Zuschauer wieder Landesliga-Fußball in Geisweid sehen konnten. Als Neuling in der Landesliga gelang gleich im ersten Jahr der erneute Aufstieg, und so nahm man zum Spieljahr 1964/65 unter Trainer Joachim Jänisch, der mit Saisonbeginn Herbert Steuber abgelöst hatte, derwesten.de, 23. April 2008 erstmals den Spielbetrieb in der Verbandsliga Westfalen, der damals höchsten Spielklasse im Amateurfußball, auf. Durch den gleichzeitigen Abstieg des großen Lokalrivalen Sportfreunde Siegen aus der Regionalliga spielten nun beide Teams dort. Die Gegner in der neuen Klasse erwiesen sich für die VfLer als zu stark und so stiegen sie am Ende der Saison wieder in die Landesliga ab.
Nachdem der direkte Wiederaufstieg zunächst verpasst wurde, gelang im Spieljahr 1966/67 unter der Regie von Trainer Herbert Schäfer der erneute Aufstieg in die Verbandsliga, wo man erneut auf die Siegener Sportfreunde traf. Im darauffolgenden Jahr waren die Schäfer-Schützlinge, nach dem Abstieg der Sportfreunde im Vorjahr, der einzige und ranghöchste Vertreter aus dem heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein in der höchsten Amateurklasse. Die Klafelder Mannschaft belegte im ersten Jahr nach dem Aufstieg am Saisonende den elften Tabellenplatz.„Den Toten ein ehrendes Gedenken“. In: Siegerländer Heimatkalender, 1999, 74. Ausgabe. Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V., Verlag für Heimatliteratur, S. 40 Am 21. September 1968 besuchte der ehemalige Bundestrainer Sepp Herberger die Klafelder beim Heimspiel gegen den STV Horst-Emscher, welches mit 4:0 gewonnen werden konnte. Zudem bestritt man Freundschaftsspiele gegen den damaligen Regionalliga-West-Meister Bayer 04 Leverkusen (Endstand: 2:0) und den Bundesligisten FC Schalke 04 (1:3).
Vor Beginn der vierten Verbandsliga-Saison in Folge wurde am 1. August 1970 der Tennenplatz des Hofbachstadions eingeweiht. Gegen den amtierenden Regionalliga-West-Meister VfL Bochum gelang ein 2:1-Sieg. Gleich im ersten Jahr auf neuem Terrain konnte am Ende der Verbandsliga-Saison 1970/71 der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte verbucht werden. Man stieg auf in die Regionalliga, damals die zweithöchste deutsche Spielklasse. Zwar ging das unabhängig von der Aufstiegsrunde ausgetragene Entscheidungsspiel um den Titel des Westfalenmeisters am 9. Mai 1971 vor 2.023 Zuschauer im Hagener Ischelandstadion gegen die SVA Gütersloh, den Sieger der Verbandsliga Staffel 1, mit 0:1 verloren, doch mit dem zweiten Tabellenplatz in der Aufstiegsrunde hinter der SVA Gütersloh, gegen die man auswärts 0:2 verlor und daheim ein 1:1-Unentschieden erreichte, und vor Bayer 05 Uerdingen, gegen die man vor eigenem Publikum mit 2:1 gewann und in der Grotenburg-Kampfbahn 2:2 unentschieden spielte, wurde der Aufstieg schließlich perfekt gemacht.
Aufstiegsrunde zur Regionalliga West
Die Regionalliga-Saison (1971/72) In der Regionalliga-Saison konnte trotz der Gründung des VfL-Förderkreises, namhafter Neuverpflichtungen wie Mohammad Reza Adelkhani, Horst Stockhausen und Hans Grieger und einem Schnitt von 3818 Zuschauern,Karl-Heinz Hof: Siegerländer Sportgeschichten. Verlag Vorlände, 1997 der für damalige Verhältnisse in dieser Klasse sehr hoch war, nicht an die Erfolge der Vorjahre angeknüpft werden. Vor allem großes Verletzungspech führte dazu, dass lediglich vier Heimsiege (1:0 gegen Bayer 04 Leverkusen, 1:0 gegen den VfR Neuss, 2:0 gegen den SC Viktoria Köln und 2:0 gegen Preußen Münster) sowie ein Auswärtssieg bei der SpVgg Erkenschwick (4:1) gelangen. Auch die Entlassung von Trainer Werner Schumacher am 18. November 1971 und die damit verbundene Neuverpflichtung von Hennes Hoffmann konnten nichts daran ändern, dass die „Fürsten“ am Ende der Saison mit einer Bilanz von 14:54 Punkten (5 Siege, 4 Unentschieden, 25 Niederlagen) und einem Torverhältnis von 24:71 wieder abstiegen.
Kader der Regionalliga-Mannschaft Mohammad Reza Adelkhani Jürgen Bingener Bernd Brodbek Gerd vom Bruch Norbert Dörr Otto Gräbener Hans Grieger Dieter Henrichs Wolfgang Janke Fritz Knebel Gunter Ostehr Uwe Ostehr Willy Reese Wolfgang Schröder Joachim Schwarz Peter Sichmann Horst Stockhausen Günter Thielmann Wolfgang Vetter Erich Weber Martin Wegner Helmfried Wien Wolfgang Wittemund
Der Erfolg am Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre war vor allem ein Verdienst des damaligen 1. Vorsitzenden − von 1965 bis 1980 und 1983 − und späteren Ehrenvorsitzenden Hans Elbracht († 25. Oktober 1997), der zugleich Prokurist bei der in Geisweid auch heute noch ansässigen „Deutsche Edelstahlwerke Specialty Steel“ war und den Spielern auch die ein oder andere Arbeitsstelle vermitteln konnte.
Zwischen Ober-, Verbands- und Landesliga (1972 bis 1985)