mini|hochkant|Gustav Halmhuber, 1897 mini|hochkant|Gustav Halmhuber, 1902 mini|Mannheimer Wasserturm mini|Denkmal für verunglückte Bergleute in Wilhelmsglück bei Schwäbisch Hall und Grundriss der Grabkapelle der Familie Straub in Geislingen mini|Entwurf Kaiser Wilhelm Nationaldenkmal Gustav Halmhuber (* 23. März 1862 in Stuttgart; † 25. August 1936 ebenda; vollständiger Name: Gustav Friedrich Halmhuber) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben Halmhuber entstammte einer alten, ehemals aus Westpreußen stammenden Schreinerfamilie. Er studierte ab 1880 an der Technischen Hochschule Stuttgart unter Christian Friedrich Leins, zeitgleich besuchte er die Kunstakademie Stuttgart, später auch die Kunstakademien in Berlin und Karlsruhe, an letzterer lernte er bei Ferdinand Keller. Nach dem Ende seiner Ausbildung war er kurzzeitig bei dem Architekten Adolf Gnauth in Nürnberg tätig.

Am 21. Februar 1893 wurde Halmhuber „zum Freimaurer aufgenommen“, trat später der Loge Wilhelm zur deutschen Treue bei.Siegfried Schildmacher, Winfried Brinkmann, Edzard Bakker, Peter Rosenstein (Red.): Gustav Halmhuber. In: Siegfried Schildmacher (Hrsg.): Auf den Spuren der Freimaurer – ein Spaziergang durch Hannovers Straßen. Selbstverlag, Hannover 2015, S. 152.

1885 konnte sich Halmhuber mit seinem Entwurf für den Wasserturm auf dem Friedrichsplatz in Mannheim durchsetzen, dessen Bauausführung er jedoch nicht mehr beaufsichtigte, da er unterdessen bereits als Mitarbeiter von Paul Wallot an den Arbeiten zum Reichstagsgebäude in Berlin beteiligt war. Dort wurde der Bildhauer Reinhold Begas auf ihn aufmerksam, auf dessen Vermittlung hin Halmhuber 1894 mit der Planung des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals beauftragt wurde. 1895 entwarf er die Siegesallee in Berlin-Tiergarten. Er arbeitete von 1897 bis 1906 als Lehrer an der Technischen Hochschule Stuttgart, bis 1909 war er Direktor an der Kölner Kunstgewerbeschule (den späteren Kölner Werkschulen) und Lehrer an der Handelshochschule Köln (die später in der Universität zu Köln aufging). Von 1909 bis zu seiner Emeritierung 1928 war er Professor an der Technischen Hochschule Hannover. In Hannover wirkte er am Ausbau des Neuen Rathauses mit.

Halmhuber trug die Titel Oberbaurat und Geheimer Regierungsrat und war Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA). 1922 verlieh ihm die Technische Hochschule Stuttgart die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. E. h.).

Sein Nachlass befindet sich im Stadtarchiv Hannover.

Bauten (Auswahl) 1884–1894: Mitarbeit beim Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin unter Paul Wallot 1886–1889: Wasserturm auf dem Friedrichsplatz in Mannheim 1894–1897: Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal gegenüber dem Eosanderportal des Berliner Stadtschlosses in Berlin 1895–1901: architektonische Gestaltung der Siegesallee in Berlin-Tiergarten 1906: Kunstgewerbemuseum in Köln 1909–1913: Innenausbau des Neuen Rathauses in Hannover 1926: Koppentalbrunnen in Stuttgart

Veröffentlichungen Gustav Halmhuber: Architektonische Gedanken. Sammlung von 80 Blättern mit Entwurfszeichnungen. Berlin : Wasmuth, 1897. Gustav Halmhuber: Freie Studien. Mit 34 zum Teil farbigen Tafeln. Stuttgart : Selbstverlag, 1900. Gustav Halmhuber: Die zeichnerische Bildung als wichtiger Faktor im neuen Deutschland. In: Kunst und Jugend N.F. 5 (1925), S. 54–58. (Digitalisat).

Literatur Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 4, S. 353. Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Hannover 1931, S. 98.

Wolfgang Steiweg: Das Rathaus in Hannover. Von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 1988, ISBN 3-87706-287-3, S. 77–80 u.ö. Helmut Knocke, Hugo Thielen: Halmhuber, Gustav. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek (Hrsg.): Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon. Schäfer, Hannover 1994, ISBN 3-88746-313-7, passim. Gustav Jacob: Der Wasserturm und sein Architekt. In: Mannheimer Hefte. Nr. 2/1956. Helmut Knocke: Halmhuber, Gustav. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 148. Helmut Knocke: Halmhuber, Gustav. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 250.

Weblinks

Werke von Gustav Halmhuber in den Digitalen Sammlungen der Universitätsbibliothek Stuttgart

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (TH Hannover) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Stuttgart) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Stuttgart Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1862 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann