Lechstedt ist der nördlichste Ortsteil der Stadt Bad Salzdetfurth in Niedersachsen. Im Norden, dicht am Ort, liegt der Knebelberg, der mit 243 Metern höchsten Erhebung des Vorholz.

Geschichte Erste urkundliche Erwähnung findet Lechstedt im Jahr 1175 als Lecstide. Die Schreibweise wandelte sich über Locstide, Lechstide, Lacstede, und Lexstede zu Leixsteide im Jahr 1459.

Der Ort wurde 1556 eines der ersten protestantischen Dörfer dieser Region. Kirche und Pfarrhaus von Lechstedt wurden im Jahr 1711 das Opfer eines großen Brandes und zehn Jahre später von Johann Friedrich Leopold von Stopler und seiner Ehefrau durch einen Neubau ersetzt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte Lechstedt 230 Einwohner und verfügte über eine Ziegelei und eine Molkerei.Wilhelm Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, S. 596. Leipzig 1905.

Durch die Gebietsreform wurde Lechstedt am 1. März 1974 einer von 13 Ortsteilen der Stadt Bad Salzdetfurth.

Religion Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Lechstedt wurde zum 1. Januar 2011 mit der Kirchengemeinde Heinde-Listringen zur neuen Kirchengemeinde Innerstetal in Bad Salzdetfurth zusammengelegt. Sie gehört zum Kirchenkreis Hildesheimer Land–Alfeld (Sprengel Hildesheim-Göttingen) der hannoverschen Landeskirche.Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers 1/2011, S. 66–68.

Politik

Der Ortsrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 11. September 2021 wie folgt zusammen (Veränderungen zu 2016):

Wählergruppe Initiative Lechstedt (WIL): 3 Sitze (+3) CDU: 2 Sitze (±0)

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist seit Januar 2025 Arne Zender.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|links|Kirche mini|links|Turmmühle Die Kirche zu Lechstedt wurde 1721 nach dem Brand der Vorgängerkirche, die 1418 als Wehrkirche erwähnt worden war,Reinhold Köster: Stadtführer Bad Salzdetfurth, S. 19. Bad Salzdetfurth o. J. im barocken Stil erbaut. Sie wird nach ihrem Erbauer Johann Friedrich Leopold von Stopler auch „Von-Stopler-Kirche“ genannt. Von der Innenausstattung sind unter anderem der barocke Altar und ein Taufengel mit einer Muschelschale aus dem 18. Jahrhundert beachtenswert.Gerd Weiß u. a.: Bremen, Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler), S. 835, Deutscher Kunstverlag, Berlin u. München 1992. Die weiße Turmmühle am Pfaffenstieg ist das Wahrzeichen von Lechstedt. Das „Alte Forsthaus“ wurde 1853 als Herrenhaus der Herren von Stopler errichtet. An mehreren Stellen in Lechstedt sind gut erhaltene Fachwerkhäuser sehenswert. Sie stammen teilweise noch vom Beginn des 18. Jahrhunderts, so etwa in der Ringstraße und im Goldenen Winkel.

Literatur Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 102–103.

Weblinks

Lechstedt auf der Website der Stadt Bad Salzdetfurth www.lechstedt.de (Internetauftritt der Ortschaft Lechstedt)

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hildesheim) Kategorie:Ersterwähnung 1175 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Ortschaft von Bad Salzdetfurth Kategorie:Ort im Landkreis Hildesheim