The Revolution ist eine US-amerikanische Funk- und Rock-Band. Sie wurde 1983 von Prince in Minneapolis, Minnesota, gegründet und war bis 1986 seine Begleitband. In diesem Zeitraum trat er als Prince and the Revolution auf. Mit The Revolution veröffentlichte Prince die Studioalben Purple Rain, Around the World in a Day und Parade, die zu den kommerziell erfolgreichsten seiner Karriere zählen. Die Singles When Doves Cry, Let’s Go Crazy und Kiss erreichten jeweils Platz eins der US-Charts. Prince and the Revolution gewannen einen Oscar und drei Grammy Awards. 1986 löste Prince die Begleitband auf; die Mitglieder widmeten sich anschließend anderen Musikprojekten.
Nach Prince’ Tod im April 2016 vereinten sich The Revolution erneut; Leadsängerin ist Wendy Melvoin, die weiteren Mitglieder sind Bobby Z., Brown Mark, Dr. Fink und Lisa Coleman. Ein eigenes Studioalbum veröffentlichte die Band nicht; die Setlist bei Livekonzerten besteht überwiegend aus von Prince zwischen 1980 und 1986 komponierten Songs.
Bandgeschichte Entstehung (1982–1983) mini|links|hochkant=1|Der Musikklub First Avenue Den Namen „The Revolution“ verwendete Prince erstmals auf dem Cover seines Doppelalbums 1999 (Oktober 1982). Gitarrist Dez Dickerson (* 7. August 1955) gehörte damals noch zur Begleitband, verließ sie jedoch Mitte Mai 1983, um eine Solokarriere zu beginnen.Uptown (2004), S. 44. Wendy Melvoin ersetzte ihn; am 3. August 1983 gab The Revolution ihr Live-Debüt im Musikclub First Avenue in Minneapolis. Prince spielte ein Benefizkonzert für das Minnesota Dance Theatre, bei dem Melvoin erstmals live in seiner Begleitband mitwirkte. Das Konzert wurde mitgeschnitten; Prince führte erstmals die damals unveröffentlichten Songs Let’s Go Crazy, Computer Blue, I Would Die 4 U, Baby I’m a Star und Purple Rain auf. Die Songs erschienen im Juni 1984 auf dem Album Purple Rain.Uptown (2004), S. 44–45.
Die Besetzung von The Revolution entspricht 2026 jener aus den Jahren 1983 bis 1985 und umfasst fünf Mitglieder: Bobby Z. (* 9. Januar 1956 als Robert B. Rivkin in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul) – Backing Vocals und Schlagzeug Brown Mark (* 8. März 1962 als Mark Brown in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals und E-Bass Dr. Fink (* 8. Februar 1957 als Matthew Robert Fink in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul)Uptown (2004), S. 21. – Backing Vocals und Keyboard Lisa Coleman (* 17. August 1960 in San Fernando Valley, Kalifornien)Nilsen (1999), S. 256. – Backing Vocals und Keyboard Wendy Melvoin (* 26. Januar 1964 als Wendy Ann Melvoin in San Fernando Valley, Kalifornien)Nilsen (1999), S. 258. – Backing Vocals und Akustische Gitarre
Der Erfolg (1984–1985) When Doves Cry ist Prince’ kommerziell erfolgreichste Single in den USA. Der Song wurde im Mai 1984 veröffentlicht, hielt sich fünf Wochen an der Spitze der US-Singlecharts und verkaufte mehr als zwei Millionen Exemplare. Im Juni 1984 erschien das Album Purple Rain, das 24 Wochen die Spitze der US-Albumcharts belegte. Am 19. Januar 1985 wurde es von Born in the U.S.A. von Bruce Springsteen von Platz eins verdrängt. Die zweite Singleauskopplung, Let’s Go Crazy, erreichte ebenfalls Platz eins der US-Singlecharts.
Am 26. Juli 1984 fand die Premiere des Musikfilms Purple Rain im Grauman’s Chinese Theatre in Hollywood, Kalifornien, statt; einen Tag später startete der Film landesweit in 917 Kinos. In der zweiten Woche kamen 100 weitere US-Kinos hinzu. Purple Rain spielte knapp 70 Millionen US-Dollar ein und war 1984 der zehnterfolgreichste Film in den USA. Alle Mitglieder von The Revolution haben Nebenrollen und spielen sich selbst. 1985 gewannen Prince and the Revolution einen Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“.
Die dritte Singleauskopplung, Purple Rain, erschien im September 1984 und erreichte Platz zwei der US-Singlecharts. International wurde die Single in zahlreichen Ländern Prince’ erster Top-Ten-Hit. Im November erschien I Would Die 4 U als vierte Single; mit Platz acht in den US-Singlecharts war es Prince’ sechster Top-Ten-Hit innerhalb von eineinhalb Jahren.
Die Purple Rain Tour von Prince and the Revolution begann am 4. November 1984 in der Joe Louis Arena in Detroit, Michigan, und endete am 7. April 1985 im Orange Bowl Stadium in Miami, Florida. Die 98 Konzerte besuchten insgesamt 1,75 Millionen Menschen. Zuvor hatte Prince nie mehr Konzerte auf einer Tournee absolviert; die Purple Rain Tour wurde damit seine erfolgreichste Tournee. Sheila E. und ihre Begleitband spielten als Vorgruppe; sie trat während des Songs Baby I’m a Star live mit Prince auf, gehörte jedoch nie offiziell zu The Revolution. Das Konzert am 30. März 1985 im Carrier Dome in Syracuse, New York, wurde im Juli 1985 unter dem Titel Prince and the Revolution: Live weltweit auf Videokassette veröffentlicht und im Juni 2017 als Beilage des Albums Purple Rain Deluxe auf DVD herausgebracht. Seit Juni 2022 ist das Konzert zudem auf Blu-ray Disc erhältlich.
Unmittelbar nach Ende der Purple Rain Tour drehte Prince im April 1985 in Los Angeles, Kalifornien, im Studio Instrument Rentals (SIR) ein Musikvideo für den Song 4 the Tears in Your Eyes. Neben Prince wirkten im Video nur Wendy Melvoin und Lisa Coleman mit. 4 the Tears in Your Eyes erschien am 12. April 1985 auf dem Album We Are the World des Musikprojekts USA for Africa; das Musikvideo wurde am 13. Juli 1985, dem Live-Aid-Tag, uraufgeführt. 1993 wurde der Song auf der Prince-Kompilation The Hits/The B-Sides veröffentlicht.
Das zweite Album von Prince and the Revolution, Around the World in a Day, erschien am 22. April 1985. Ab dem 1. Juni 1985 erreichte es für drei Wochen Platz eins der US-Albumcharts und verdrängte No Jacket Required von Phil Collins von der Spitzenposition. In den USA wurden 2,5 Millionen Exemplare verkauft.
Die Trennung (1986) mini|hochkant=1|Wendy Melvoin, 2006 mini|Susannah Melvoin, 2020 Im Februar 1986 erschien der Song Kiss als Vorabsingle des Albums Parade und erreichte Platz eins der US-Singlecharts. Damit erzielten Prince and the Revolution nach When Doves Cry und Let’s Go Crazy ihren dritten und letzten Nummer-eins-Singlehit in den USA.
Am 3. März 1986 starteten Prince and the Revolution eine Tournee, die Prince „Hit & Run Tour“ nannte. Der Tourauftakt fand im Musikklub First Avenue in Minneapolis statt, das letzte Konzert am 3. August 1986 im Madison Square Garden in New York City. Die Hit & Run Tour bestand aus Livekonzerten, die spontan und teils erst am Tag der Aufführung angekündigt wurden. Im Jahr 1986 setzte sich The Revolution aus elf Mitgliedern zusammen:Uptown (2004), S. 67. Bobby Z. – Backing Vocals und Schlagzeug Brown Mark – Backing Vocals und E-Bass Dr. Fink – Backing Vocals und Keyboard Lisa Coleman – Backing Vocals und Keyboard Wendy Melvoin – Backing Vocals und Akustische Gitarre Atlanta Bliss (* 14. Dezember 1952 als Matthew Blistan in Pittsburgh, Pennsylvania, Schulfreund von Eric Leeds)Nilsen (1999), S. 257. – Trompete Eric Leeds (* 19. Januar 1952 als Eric Jeffrey Leeds in Milwaukee, Wisconsin) – Querflöte und Saxophon Greg Brooks (als Gregory Allen Brooks in Detroit, Michigan)Uptown (2004), S. 60. – Backing Vocals und Tänzer Jerome Benton (* 19. September 1962 in Omaha, Nebraska) – Backing Vocals und Tänzer Miko Weaver (* 11. März 1957 als Michael Weaver in Berkeley, Kalifornien) – Backing Vocals und Rhythmusgitarrist Wally Safford (* 10. November 1959 als Wallace Anthony Safford in Detroit, Michigan; † 9. September 2022 in Southfield, Michigan)Safford (2019), S. 3. – Backing Vocals und Tänzer Susannah Melvoin, Zwillingsschwester von Wendy Melvoin, trat bis April 1986 gelegentlich als Begleitsängerin während der Hit & Run Tour auf. mini|links|hochkant|Lisa Coleman, 2010 Parade, das letzte Album, das Prince gemeinsam mit The Revolution aufnahm, erschien am 31. März 1986 und fungiert als Soundtrack zu seinem Film Under the Cherry Moon. Es erreichte Platz drei der US-Albumcharts und verkaufte sich in den USA 1,6 Millionen Mal. Am 1. Juli 1986 erfolgte die Premiere von Under the Cherry Moon in Sheridan, Wyoming. Im Gegensatz zu Purple Rain sind die Mitglieder von The Revolution in Under the Cherry Moon nicht beteiligt.
Am 2. Juli 1986 erschien in den USA die dritte und letzte Single von Parade, Anotherloverholenyohead. In Europa wurde zum Auftakt der Parade Tour im August 1986 Girls & Boys als vierte und letzte Single veröffentlicht. Damit markierte Girls & Boys die letzte Singleveröffentlichung von Prince and the Revolution.
Die Parade Tour startete am 12. August 1986 in der Wembley Arena in London und endete am 31. August 1986 in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg. Während des Konzerts am 25. August im Zénith in Paris nahm Prince It’s Gonna Be A Beautiful Night live auf; der Song erschien im März 1987 auf dem Album Sign "☮" the Times. Nach dem Abschlusskonzert in Hamburg trat Prince mit The Revolution erstmals live in Japan auf.
Der Tourneeauftakt in Japan fand am 5. September 1986 in der Festival Hall in Osaka statt; Vorgruppe war erneut Sheila E. mit ihrer Begleitband. Abgeschlossen wurde die Parade Tour am 9. September 1986 im Yokohama Stadium in Yokohama. Es war das letzte Livekonzert von Prince and the Revolution; am 17. Oktober 1986 kündigte Prince’ damaliges Management die Auflösung der Band an.Uptown (2004), S. 75. 1990 gründete Prince The New Power Generation und 2012 3rdEyeGirl; in beiden Begleitbands waren keine Mitglieder von The Revolution vertreten.
Comeback (2012) Im Februar 2012 gaben The Revolution, ohne Prince, ein einmaliges Comeback. Nachdem Schlagzeuger Bobby Z. Anfang 2010 einen Myokardinfarkt erlitten hatte, trat die Band am 19. Februar 2012 im Rahmen der American Heart Association zu einem Benefizkonzert im First Avenue in Minneapolis auf. Neben den Gründungsmitgliedern traten Dez Dickerson und Saxofonist Eric Leeds (* 10. Januar 1952) als Gäste auf. Im November 2016 erlitt Bobby Z. einen zweiten Myokardinfarkt, konnte jedoch seine musikalische Karriere fortsetzen.
Neugründung (2016) Setlist von The Revolutionam 1. und 2. September 2016 Let’s Go Crazy(Leadsänger: Wendy Melvoin und Brown Mark) Computer Blue(Leadsänger: Wendy Melvoin und Brown Mark) America (Leadsänger: Wendy Melvoin und Brown Mark) Mountains(Leadsänger: Wendy Melvoin und Lisa Coleman) Do It All Night (Leadsänger: Wendy Melvoin, André Cymone und Dez Dickerson) Let’s Work (Leadsänger: Wendy Melvoin, André Cymone und Dez Dickerson) Partyup (Leadsänger: Wendy Melvoin, André Cymone und Dez Dickerson) Uptown (Leadsänger: Wendy Melvoin, André Cymone und Dez Dickerson) Little Red Corvette (Leadsänger: André Cymone) 1999 (Leadsänger: Wendy Melvoin, Brown Mark, André Cymone und Dez Dickerson) Sometimes It Snows in April(Leadsänger: Wendy Melvoin) Raspberry Beret (Leadsänger: Wendy Melvoin) The Beautiful Ones (Leadsänger: Bilal) Private Joy (Leadsänger: Bilal) When Doves Cry (Leadsänger: Bilal) Controversy (Leadsänger: Wendy Melvoin, Brown Mark, André Cymone und Dez Dickerson) Kiss (Leadsänger: Bilal) Baby I’m a Star (Leadsänger: Wendy Melvoin, Brown Mark, André Cymone und Dez Dickerson) Purple Rain (Leadsänger: Wendy Melvoin) Autor aller Songs ist Prince Nach Prince’ Tod im April 2016 kündigten The Revolution die Neugründung der Band an. Die ersten drei Konzerte fanden Anfang September 2016 im Musikklub First Avenue in Minneapolis statt und waren mit insgesamt 4.650 Zuschauern ausverkauft. Hauptorganisator war Bobby Z.; unterstützt wurde die Band von Gitarrist Dez Dickerson und Prince’ früherem Schulfreund André Cymone (* 27. Juni 1958). Darüber hinaus traten Bilal und Kimbra als Gastsänger auf; Maya Rudolph wirkte ebenfalls mit, und Apollonia Kotero hielt vor dem Song Kiss eine kurze Rede.