Die Harfensträucher (Plectranthus) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung mini|links|Illustration aus Curtis’s Botanical Magazine, Tafel 7818 von Plectranthus elegans mini|Elektronenmikroskopische Aufnahme von einfachen Trichomen auf einem Laubblatt der Buntnessel (Plectranthus scutellarioides) mini|links|Illustration von Plectranthus parviflorus aus Nikolaus Joseph Jacquin: Fragmenta botanica, figuris coloratis illustrata, Tafel 91

Vegetative Merkmale Bei Plectranthus-Arten handelt es sich um seltener einjährige oder meist ausdauernde krautige Pflanzen bis Halbsträucher. Auch einige sukkulente Arten finden sich in dieser Gattung. Plectranthus-Arten riechen meist aromatisch, meist verströmen sie einen mehr oder weniger angenehmen, relativ intensiven Duft. Auf den oberirdischen Pflanzenteilen befinden sich einfache Haare (Trichome, Indument).

Die meist gegenständig angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die oft fleischigen Blattspreiten sind meist einfach. Die Blattränder sind gekerbt bis gesägt.

Generative Merkmale Meist viele Blüten befinden sich in zymösen, rispigen oder ährigen Blütenständen. Die Tragblätter können haltbar oder vergänglich sein. Es sind Blütenstiele vorhanden.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einem glockenförmigen, zweilippigen Blütenkelch verwachsen. Die fünf Kelchlappen sind deutlich ungleich. Die Unterlippe besteht aus einem breit-eiförmigen Kelchlappen. Die Oberlippe endet in fünf zugespitzten Kelchzähnen. Die Kelchröhre ist innen oft ringförmig. Die fünf Kronblätter sind verwachsen. Die Blütenkronen sind oft violett bis bläulich oder weiß. Die Blütenkrone ist zweilippig. Die Oberlippe ist kurz vierlappig. Die Unterlippe ist ganzrandig. Oberhalb der Kelchröhre ist die Kronröhre meist gebogen und im oberen Bereich geweitet. Es sind vier kahle Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in zwei etwas ungleichen Griffelästen.

Der Kelch vergrößert sich bis zur Fruchtreife und ist dann oft herabgebogen. Die vier kahlen Klausen sind eiförmig bis länglich.

Systematik und Verbreitung Die Erstveröffentlichung von Plectranthus erfolgte 1788 durch Charles Louis L’Héritier de Brutelle Stirpes Novae aut Minus Cognitae 84 verso. Typusart ist Plectranthus fruticosus Der Gattungsname Plectranthus leitet sich von den griechischen Wörtern plectron für Sporn, und anthos für Blüten ab.

Synonyme für Plectranthus nom. cons. sind: Ascocarydion , Briquetastrum , Burnatastrum , Calchas , Capitanya , Coleus , Englerastrum , Germanea , Holostylon , Isodictyophorus , Leocus , Majana nom. superfl., Mitsa , Neohyptis , Neomuellera , Perrierastrum , Rabdosiella , Saccostoma , Solenostemon , Symphostemon . Coleus und Solenostemon sind Synonyme zu Plectranthus, auch die Buntnessel-Arten gehören in die Gattung Plectranthus.

Die Gattung Plectranthus gehört zur Subtribus Plectranthinae aus der Tribus Ocimeae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie Lamiaceae.

Die Plectranthus-Arten sind von den Tropen bis Subtropen der Alten Welt verbreitet.

mini|Habitus und gegenständige Laubblätter von Plectranthus amboinicus mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus arabicus mini|Habitus und gegenständige Laubblätter von Plectranthus argentatus mini|Plectranthus barbatus mini|Habitus und gegenständige Laubblätter von Plectranthus bellus mini|Habitus und gegenständige, gefiederte Laubblätter von Plectranthus bipinnatus mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände des Behaarten Harfenstrauch (Plectranthus ciliatus) mini|Die Laubblätter der Sorte ‘Sasha’ des Behaarten Harfenstrauch (Plectranthus ciliatus) besitzen einen weißen Rand mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstand von Plectranthus cremnus im Habitat mini|Plectranthus decurrens mini|Die Sorte ‘Erma’ von Plectranthus ecklonii mini|Habitus und Laubblätter der sukkulenten Art Plectranthus ernstii mini|Ausschnitt eines Blütenstandes von Plectranthus esculentus mit zygomorpher, gelber Blüte im Detail mini|Gegenständige, einfache Laubblätter von Plectranthus forsteri mini|Ausschnitt eines Blütenstandes von Plectranthus fruticosus mini|Einfache Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus grallatus mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus graveolens mini|Plectranthus hilliardiae mini|Habitus von Plectranthus intraterraneus im Habitat mini|Ausschnitt eines Blütenstandes mit zygomorphen Blüten von Plectranthus lanuginosus mini|Stängel und gegenständige, einfache Laubblätter von Plectranthus madagascariensis mini|Einfaches Laubblatt und Blütenstand von Plectranthus malabaricus mini|Habitus und Blütenstände von Plectranthus mollis mini|Plectranthus neochilus mini|Blütenstände von Plectranthus ornatus mini|Plectranthus parviflorus mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus pentheri mini|Blütenstand mit zygomorphen Blüten von Plectranthus rotundifolius mini|Habitus und Laubblätter von Plectranthus saccatus mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstand von Plectranthus scutellarioides mini|Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus strigosus mini|Plectranthus verticillatus mini|Plectranthus zuluensis Plectranthus acariformis : Sie wurde 2014 aus Queensland erstbeschrieben. Plectranthus acaulis : Sie kommt in Malawi und in Sambia nur auf dem Nyika-Plateau vor. Plectranthus actites : Sie wurde 1994 aus Queensland erstbeschrieben. Plectranthus adenophorus : Sie kommt nur im südwestlichen Tansania vor. Plectranthus aegyptiacus (Syn.: Plectranthus crassifolius Vahl nom. illeg., Plectranthus zatarhendi E.A.Bruce nom. superfl., Plectranthus tenuiflorus (Vatke) Agnew): Sie ist von Eritrea und Äthiopien über Somalia, den Sudan bis Kenia, Uganda sowie Tansania verbreitet und kommt im Jemen vor. Plectranthus africanus (Syn.: Anisochilus africanus Baker, Briquetastrum africanum (Baker) Robyns & Lebrun, Coleus africanus (Baker) Roberty nom. illeg., Leocus africanus (Baker) J.K.Morton, Anisochilus engleri Briq.): Diese Neukombination erfolgte 2009. Sie ist vom tropischen Westafrika bis Uganda, Sambia und nordöstlichen Angola verbreitet. Plectranthus agnewii : Die Erstbeschreibung wurde 2000 veröffentlicht. Sie kommt im tropischen Ostafrika in Kenia, Tansania und Uganda vor. Plectranthus albicalyx : Sie wurde 2004 aus Thailand erstbeschrieben. Plectranthus alboviolaceus (Syn.: Plectranthus rhomboideus Gürke): Sie kommt in Äthiopien, Kenia, in der Demokratischen Republik Kongo, in Tansania, Malawi, Mosambik und Sambia vor. Plectranthus aliciae (Syn.: Plectranthus madagascariensis var. aliciae ): Sie hat 1997 den Rang einer Art erhalten. Sie kommt in Südafrika vor. Plectranthus alloplectus : Sie kommt in den östlichen australischen Bundesstaaten New South Wales und Queensland vor. Plectranthus alpinus (Syn.: Plectranthus assurgens (Baker) J.K.Morton): Sie ist von Äthiopien über den Sudan, Kenia, Nigeria, Ruanda bis Tansania, Uganda und Malawi verbreitet. Plectranthus ambiguus (Syn.: Plectranthus coloratus nom. illeg., Plectranthus dregei ): Sie kommt in Südafrika vor. Plectranthus amboinicus : Sie ist von Kenia bis ins südliche Afrika verbreitet und kommt auf der Arabischen Halbinsel und in Indien vor. Sie ist in vielen tropischen bis subtropischen Gebieten der Welt ein Neophyt. Plectranthus amicorum : Sie kommt in Queensland vor. Plectranthus amoenus : Sie kommt in Queensland vor. Plectranthus amplexicaulis : Sie wurde 1998 erstbeschrieben und ist nur von einem Fundort in der Provinz Fianarantsoa in Madagaskar bekannt. Plectranthus anamudianus : Sie wurde 2016 aus dem indischen Bundesstaat Kerala erstbeschrieben. Plectranthus angulatus : Sie wurde 1998 erstbeschrieben und ist nur vom Typusfundort in der Provinz Mahajanga in Madagaskar bekannt. Plectranthus annuus : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Sie kommt vom südlichen Tansania über Malawi bis Mosambik vor. Plectranthus antongilicus : Sie wurde 1998 erstbeschrieben und kommt nur an wenigen Fundorten in der Provinz Toamasina in Madagaskar vor. Plectranthus apoensis : Sie kommt nur in Mindanao vor. Plectranthus apreptus : Sie kommt in Queensland und im nordöstlichen New South Wales vor. Plectranthus apricus : Sie kommt in Queensland vor. Plectranthus arabicus (Syn.: Plectranthus villosus (Forssk.) E.A.Bruce nom. illeg.): Sie kommt in Saudi-Arabien und im Jemen vor. Plectranthus arenicola : Sie kommt in Queensland vor. Plectranthus argentatus : Sie kommt in Queensland und im nordöstlichen New South Wales vor. Plectranthus argentifolius : Sie wurde 1999 erstbeschrieben. Sie kommt im nördlichen Somalia und im Jemen vor. Plectranthus asirensis : Sie kommt in Saudi-Arabien und im Jemen vor. Plectranthus asymmetricus : Sie wurde 2013 aus Sambia erstbeschrieben. Plectranthus atroviolaceus : Sie wurde 1998 erstbeschrieben und kommt nur in den Provinzen Fianarantsoa sowie Toamasina in Madagaskar vor. Plectranthus aulihanensis ined. (Syn.: Coleus aulihanensis Schweinf. & Volkens): Diese Neukombination ist noch nicht gültig veröffentlicht. Sie kommt nur im östlichen Äthiopien vor. Plectranthus auriglandulosus : Sie wurde 2009 aus dem südöstlichen Kenia erstbeschrieben. Plectranthus autranii (Syn.: Coleus autranii Briq., Calchas autranii (Briq.) P.V.Heath, Solenostemon autranii (Briq.) J.K.Morton, Coleus silvaticus Gürke, Solenostemon silvaticus (Gürke) Agnew, Plectranthus tysonii Gürke, Coleus odoratus Gürke, Coleus latidens S.Moore, Calchas latidens (S.Moore) P.V.Heath, Coleus ostinii Chiov., Coleus darfurensis R.D.Good, Solenostemon darfurensis (R.D.Good) B.Mathew, Coleus uliginosus T.C.E.Fr.): Diese Neukombination erfolgte 2008. Sie ist von Eritrea über den Sudan, Kenia, Tansania, Burundi, Uganda, Malawi bis ins südliche Afrika verbreitet. Plectranthus barbatus : Es gibt zwei Varietäten: Plectranthus barbatus var. barbatus (Syn.: Plectranthus asper (Roth) Spreng., Plectranthus comosus Sims, Plectranthus pseudobarbatus J.K.Morton, Plectranthus coerulescens (Gürke) R.H.Willemse): Sie ist auf der Arabischen Halbinsel, in Afrika von Eritrea bis ins nördliche Tansania und vom Indischen Subkontinent über den Himalaya bis Thailand und ins südliche-zentrale China weitverbreitet. Plectranthus barbatus var. grandis (Syn.: Coleus kilimandschari Gürke, Plectranthus kilimandschari (Gürke) H.I.Maass in R.Mansfeld, Coleus grandis L.H.Cramer, Plectranthus grandis (L.H.Cramer) R.H.Willemse): Sie hat seit 2003/4 den Rang einer Varietät. Sie ist vom nordöstlichen bis ins östliche tropische Afrika und zur Demokratischen Republik Kongo verbreitet. Sie ist in einigen tropischen Gebieten ein Neophyt. Plectranthus bariensis : Sie wurde 1999 aus dem nördlichen Somalia erstbeschrieben. Plectranthus batianoffii : Sie wurde 2008 aus dem nordöstlichen Queensland erstbeschrieben. Plectranthus baumii Sie kommt vom südlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo, über Malawi, Sambia, Angola, Mosambik, Simbabwe bis Botswana vor. Plectranthus beddomei (Syn.: Plectranthus urticifolius (Benth.) Hook. f. nom. illeg.): Sie kommt im südlichen Indien vor. Plectranthus bellus : Sie wurde 2011 aus Queensland erstbeschrieben. Plectranthus betamponus : Sie wurde 1998 erstbeschrieben und kommt nur an einem Fundort in der Provinz Toamasina in Madagaskar vor. Plectranthus betonicifolius : Sie kommt in Tansania, in der Demokratischen Republik Kongo, Sambia und Angola vor. Plectranthus bifidus : Sie wurde 2013 aus Sambia erstbeschrieben. Plectranthus bipartitus : Sie wurde 2014 aus Queensland erstbeschrieben. Plectranthus bipinnatus (Syn.: Perrierastrum oreophilum ): Sie wurde 2003 aus Madagaskar erstbeschrieben. Dieser Endemit ist 2015 nur von neun Fundorten in der Provinz Fianarantsoa bekannt. Plectranthus blakei : Sie wurde 1992 aus Queensland erstbeschrieben.