Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe ist ein Stadtgarten mit Zoo in der Südweststadt von Karlsruhe. Ihm zugehörig ist das Außengebiet Tierpark Oberwald südöstlich der Stadt. Auf einer Fläche von rund 22 Hektar (davon neun Hektar Zoo) zuzüglich dem Tierpark Oberwald mit einer Fläche von 16 Hektar leben rund 6800 Tiere in mehr als 326 Arten. Der Stadtgarten liegt nördlich des Hauptbahnhofs und südlich des Karlsruher Kongresszentrums zwischen den Karlsruher Stadtvierteln Südstadt und Südweststadt. Der Zoologische Garten Karlsruhe wurde 1865 eröffnet und zählt damit zu den ältesten in Deutschland. Stadtgarten und Zoo bilden ein gemeinsames, umfriedetes Gelände und können nicht separat besucht werden. Das Gelände wird von zwei städtischen Behörden betreut, dem Gartenbauamt und dem Zoo. Der Zoologische Stadtgarten steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz.Begründung der Denkmaleigenschaft gemäß § 2 DSchG

Geschichte Bereits ab 1861 gab es erste Bemühungen, einen Zoo in der badischen Residenzstadt Karlsruhe zu gründen. Initiatoren waren die Mitglieder des neugegründeten Vereins für Geflügelzucht. Der Vorschlag, einen Geflügelpark einzurichten und diesen mit zusätzlichen Schaugehegen für Säugetiere zu ergänzen, wurde ab 1864 aufgegriffen und verfolgt.Rieke-Müller / Dittrich, S. 195 > vgl. Literatur Der Großherzog Friedrich I. von Baden kam einem Gesuch um Förderung nach und ließ den südlichen Teil des Sallenwäldchens zusammen mit dem Ludwigsee für einen jährlichen Pachtzins von drei Gulden zur Errichtung eines Tiergartens bereitstellen. Das notwendige Kapital zur Gründung sollte durch Schuldverschreibungen aufgebracht werden. Die Eigentümer dieser Schuldverschreibungen bildeten die Thiergartengesellschaft, die zusammen mit dem Geflügelzuchtverein den neu zu gründenden Thiergarten betreiben sollte.Rieke-Müller / Dittrich, S. 195–196 > vgl. Literatur Die Errichtung der ersten Anlagen dauerte nur wenige Monate. Der Großherzog stellte außer Geldmitteln auch einige Tiere aus seiner Sammlung zur Verfügung. Die vorgesehene Finanzierungsdecke von 50.000 Gulden konnte aber bis zur Eröffnung nicht aufgebracht werden. Es waren lediglich Anteile für insgesamt 25.000 Gulden ausgegeben worden. Die Finanzierungslücke hemmte den Ausbau des Zoos.Rieke-Müller / Dittrich, S. 196 > vgl. Literatur

Die privaten Gründer konnten die Kosten nicht mehr tragen, sodass am 30. November 1868 ein neu gegründeter Tiergartenverein den Park übernahm und eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt beantragte. Diese Unterstützung wurde mit Darlehen und Jahreszuschüssen gewährt, und der Ausbau des Zoos ging nun etwas zügiger vonstatten. 1869 besuchten 50.000 Menschen den Tiergarten, dessen Tierbestand durch Stiftungen des Großherzogs und Spenden der Bevölkerung kontinuierlich erweitert werden konnte.historischer Rückblick 1865–1894 Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe (offizielle Website), abgerufen am 16. April 2015.

1877 gingen das gesamte Inventar und die Tieranlagen in städtischen Besitz über. Zur gleichen Zeit wurde das Gelände erweitert und die erste größere Gartenanlage geschaffen. Unter der Leitung des Gartendirektors Friedrich Ries entwickelte sich der Park zu einem bekannten und beliebten Ausflugsziel. 1899 wurde der erste Rosengarten mit rund 3600 Rosenpflanzen in 800 Sorten angelegt.

1887 wurde für das Stadtgartengelände die Errichtung eines künstlichen Hügels mit eingebautem Hochreservoir zur Wasserversorgung der Stadt beschlossen. Das Projekt wurde im Juni 1893 fertiggestellt und bis November 1967 genutzt. Der entstandene Lauterberg ist mit 154 Metern die höchste Erhebung der Karlsruher Kernstadt.. Webseite zum Thema Wasser als Baumeister in Karlsruhe am Tag des offenen Denkmals 2004.

Die Eröffnung des Tierparks Hagenbeck in Stellingen bei Hamburg im Jahr 1907 mit seinen meist gitterlosen Tieranlagen beeinflusste auch die Gestaltung anderer Zoos, die jetzt alle Panoramalandschaften oder zumindest Freianlagen vorweisen wollten. 1913 zogen die ersten Seelöwen in eine Freianlage ein, die heute die älteste noch bestehende Anlage im Zoo Karlsruhe ist.

mini|Zugangsportal am Bahnhofplatz 1914 – verbunden mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Karlsruher Hauptbahnhofs – wurde der Gartenbereich des Zoos, der so genannte Stadtgarten, erheblich erweitert, unter anderem wurde ein neuer Rosengarten angelegt. An Stelle des alten wurde 1918 mit dem Bau des Japangartens begonnen.

In der Folgezeit wurde auch der Tierstand mit exotischen Tieren erweitert: 1923 erhielt der Zoo einen Königstiger und 1924 den damals dreijährigen Elefanten Molly. Die Elefantenkuh verblieb bis zu ihrem Tod 1941 im Karlsruher Zoo.

Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs war der Tierbestand beträchtlich angewachsen, und es kamen Überlegungen auf, den Zoo aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand zu verlagern. Dazu kam es nicht mehr. Im Krieg wurden die Anlagen stark beschädigt und die überlebenden Tiere an andere Zoos abgegeben. Das Gelände des Stadtgartens wurde zum Gemüseanbau für die Versorgung der hungerleidenden Bevölkerung genutzt.

Im Jahr 1945 wurde Karl Birkmann (* 1913 in Nürnberg, ab 1971 Präsident des Berufsverbandes deutscher Zoodirektoren) Zoodirektor.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 102. 1947, zwei Jahre nach Kriegsende, begann der Wiederaufbau des Zoos mit der Errichtung neuer Tiergehege. 1949 wurde der Zoo inklusive Stadtgarten neu eröffnet. Der Tierbestand wurde kontinuierlich erweitert und Anfang der 1960er Jahre hatte der Zoo den Vorkriegsstand übertroffen.

Die folgenden Jahre galten der intensiven Vorbereitung der Bundesgartenschau 1967 in Karlsruhe. 1965 entstand deshalb im nahe gelegenen Stadtwald der Tierpark Oberwald, um durch die Auslagerung von Tieren Platz für Gartenflächen zu schaffen.historischer Rückblick: 1947 bis 1967 Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe (offizielle Website), abgerufen am 16. April 2015.

Für die Bundesgartenschau wurde die Gartenanlage komplett neu gestaltet, aber auch die Tieranlagen wurden ausgebaut. Pünktlich zur Eröffnung der Gartenschau, die von über sechs Millionen Gästen besucht wurde, wurde eine neue Anlage für Eisbären eingeweiht. Mit elf Eisbären beherbergte der Zoo damals die größte Eisbärengruppe in Europa.historischer Rückblick: 1967 bis 1985 Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe (offizielle Website), abgerufen am 16. April 2015. 1968 wurde das neue Affenhaus eröffnet.

Im April 1973 brachen vier Braunbären aus ihrem vermutlich nicht richtig verschlossenen Gehege aus. Zwar wurden alle mit Narkosegewehren betäubt, aufgrund einer Unterdosierung biss jedoch der größte Bär bei seiner Verladung in eine Kiste einen Mitarbeiter ins Bein und wurde daraufhin von einem Polizisten erschossen.Der Sonntag. 14. November 2010, S. 3. 1975 wurde das Papageienhaus – das 2018 wegen Erweiterung der Elefantenanlage abgerissene Südamerikahaus15. Januar 2018: Umbau der Elefantenanlage hat im Zoo Karlsruhe begonnen – fertiggestellt. In den 1980er Jahren wurden vor allem bestandsichernde Sanierungsmaßnahmen sowie einige kleine Bauvorhaben abgeschlossen. Im Juni 1984 brannte das Zoo-Restaurant. Vermutlich handelte es sich um fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung. Der Sachschaden betrug eine Million Deutsche Mark.Felix Neubüser: Elefanten vor den Flammen gerettet. Brände in Zoos. In: Südkurier. vom 15. November 2010

Im Juli 1984 verendeten drei Flusspferde durch Kreislaufkollaps, weil eine spielende Elefantin durch einen Schieber die Heißwasserzufuhr zum benachbarten Flusspferdbecken geöffnet hatte. Im September 1984 wurde ein Seehundjunges in ein Abflussrohr gesaugt und verstarb. In einer Oktobernacht im Jahr 1985 wurden drei Flamingos von Unbekannten getötet. Im August 1987 brachen vier Wölfe aus ihrem Gehege aus. Einer davon starb an einer Überdosis des zum Einfangen benutzten Narkosemittels.

In den 1990er Jahren wurden die Afrika-Savanne, eine neue Schimpansenanlage und neue Außengehege am Raubtierhaus fertiggestellt sowie die Außenanlage für Elefanten umgestaltet.

Während des Umbaus ihres Geheges wurden alle vier Eisbären (ein Männchen und drei Weibchen) an den Nürnberger Zoo verliehen. Nachdem im März 2000 ein Unbekannter dort die Tür des Geheges aufgebrochen hatte, rissen sie aus und bedrohten Zoobesucher. Weil eine Betäubung nicht gelang und ein Ausbruch aus dem Zoogelände befürchtet wurde, wurden alle vier Tiere erschossen. Das neue Eisbärengehege wurde im Oktober 2000 eröffnet.

In der Nacht zum 13. November 2010 kam es zu einem Brand, bei dem 26 Tiere umkamen. Das Feuer vernichtete den Streichelzoo und tötete alle darin befindlichen Tiere, ehe es auf das Elefantenhaus übergriff und den dort untergebrachten Tieren zum Teil schwere Brandwunden zufügte.Feuer im Karlsruher Zoo – war es Brandstiftung?, abgerufen am 5. April 2013Technischer Defekt hat Zoobrand verursacht. In: Südkurier vom 20. November 2010Genesung der vier Elefanten macht gute Fortschritte (offizielle Website) Bereits im Sommer 2011 konnte ein neuer, größerer Streichelzoo am Nordeingang eingeweiht werden.Neubau des Streichelzoo (offizielle Website)

Zum 150-jährigen Jubiläum 2015 erhielt der Zoo unter anderem ein neues Streichelgehege, die Bergwelt Himalaya und im Jubiläumsjahr selbst die Nasenbärenanlage sowie das Exotenhaus im ehemaligen Tullabad.Exotenhaus (offizielle Website)

Im Mai 2019 wurde die erweiterte Außenanlage der Elefantenanlage eröffnet, die im Sommer bei entsprechenden Temperaturen nachts auch von den Flusspferden genutzt wird. Der Umbau zur Altersresidenz für Elefanten ist damit abgeschlossen.Die neue Anlage für Elefanten und Flusspferde ist fast fertig

2021 wurde die neue Luchs-Anlage im Rahmen des Großprojektes „Tor zum Nationalpark Schwarzwald“ eröffnet. Perspektivisch sollen Luchse aus Karlsruhe im Schwarzwald ausgewildert werden. Im Mai 2022 wurde die letzte Löwin Safo eingeschläfert, mit 24 Jahren die älteste Zoo-Löwin Europas. Damit endete die Löwenhaltung des Zoos.Löwin Safo ist tot In den letzten Jahren wurde der Tierbestand um Tamanduas, Tieflandpakas und verschiedene südamerikanische Amphibienarten ergänzt, darunter Atelopus balios als eine der bedrohtesten Amphibienarten der Welt.

Tieranlagen mini|Die Flamingoanlage des Karlsruher Zoos im Winter mini|Ehemalige Löwenanlage, im Hintergrund das Haus der Zooverwaltung, im Jahre 2010 Der Stadtgarten Karlsruhe präsentiert seine Gehege als Tiererlebniswelten, die verschiedene zoogeographische Regionen der Erde repräsentieren sollen, so zum Beispiel die afrikanische, australische und südamerikanische Fauna.Tiererlebniswelten. Website des Zoologischen Stadtgartens.

Haupteingang Direkt am Haupteingang (Kasse Süd) befindet sich die Anlage der Kubaflamingos.

Eisbärenanlage