140px|Logo der Olympischen Spiele 2008 Olympische Spiele 2008Bereinigter Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 16px|Goldmedaillen 16px|Silbermedaillen 16px|Bronzemedaillen Total 1 7 10 8 25 2 5 4 6 15 3 5 4 2 11 4 5 1 4 10 5 4 2 1 7 6 2 1 3 6 7 2 - - 28 1 2 5 89 1 2 1 4 10 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 15 1 – 2 3 16 1 – 1 2 17 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 24 – 2 1 3 25 – 2 – 2 26 – 1 3 4 27 – 1 2 3 28 – 1 1 2 – 1 1 2 30 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 38 – – 2 2 39 – – 1 1 – – 1 1 Bei den XXIX. Olympischen Spielen 2008 in Peking wurden 47 Wettbewerbe in der Leichtathletik ausgetragen, 24 davon für Männer und 23 für Frauen. Austragungsort war das Nationalstadion Peking.
Teilnehmer An den Leichtathletikwettbewerben nahmen 1082 Männer und 974 Frauen, also insgesamt 2056 Sportler, teil.
In Peking wurde es im Gegensatz zu den Spielen 2000 in Sydney und 2004 Athen trotz Verhandlungen der Verbände miteinander nichts mit einem gemeinsamen Betreten des Stadions durch Süd- und Nordkorea bei der Eröffnungsfeier.Koreas 'to unify Olympics teams', BBC News 1. November 2005, news.bbc.co.uk, abgerufen am 20. März 2022 Die Verbände aus Serbien und Montenegro gingen nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Montenegros 2006 erstmals getrennt an den Start.
Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot der Leichtathletik bei diesen Spielen gab es eine Änderung. Für die Frauen wurde nun auch der 3000-Meter-Hindernislauf mit in das olympische Programm aufgenommen. Damit war die Angleichung des Angebots für Frauen so gut wie abgeschlossen. Es gab und gibt im Frauenbereich nur noch eine im Vergleich zum Männerangebot fehlende Disziplin: im Gehen wird nur eine Distanz im Gegensatz zu zwei Strecken bei den Männern ausgetragen. Weitere Unterschiede finden sich in der Hürdenhöhe auf den beiden Hürdendistanzen sowie der Länge der kürzeren Hürdenstrecke, die bei den Männern 110 und bei den Frauen 100 Meter beträgt, um den unterschiedlichen Schrittlängen der Geschlechter Rechnung zu tragen. Außerdem wurde und wird bei den Frauen als Mehrkampf ein Siebenkampf, bei den Männern ein Zehnkampf ausgetragen. Darüber hinaus sind die Geräte in den Wurf- und Stoßdisziplinen bei den Frauen etwas leichter als bei den Männern.
Um den olympischen Kurs für den Marathonläufe für Frauen und Männer zu testen, wurde am 20. April 2008 der Good Luck Beijing Marathon durchgeführt.Mongolia and China take marathon honours – Beijing Olympic test events continue 20. April 2008, iaaf.org, abgerufen am 20. März 2022
Stadion und Sportstätten mini|hochkant=1.9| Das Olympiastadion von Peking wurde für die Spiele nach einem Entwurf der Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron neu erbaut. Als die Planungen bereits auf dem Tisch lagen, wurde in den chinesischen Medien die Bezeichnung Vogelnest geboren, die mit dazu beitrug, dass der Zuschlag für den Bau der Anlage an die Schweizer Architekten erfolgte.Vogelnest-Architekt Herzog kontert Kritik «Wir Schweizer machen gute Geschäfte mit China», blick.ch, 3. Februar 2022, abgerufen am 20. März 2022 Die ungewöhnliche Konstruktion erhielt viel Lob, aber natürlich gab es wie bei solch großen Projekten nicht unüblich auch Kritik – hier vor allem durch den am Projekt beteiligten Künstler Ai Weiwei, der den in seinen Augen entstandenen Gigantismus ablehnt.So geht Widerstand. In: Die Zeit, 20. März 2014, abgerufen am 20. März 2022 Die Kosten betrugen 325 Millionen Euro, die Zuschauerkapazität war mit einem Wert von 91.000 sehr groß bemessen.Was kosten die Spiele in Peking?, dw.com, abgerufen am 20. März 2022 Für die Austragung der leichtathletischen Wettkämpfe war die Anlage auf dem modernsten Stand der Technik.
Qualifikationsnormen Zu den Einzelwettbewerben durfte jedes Nationale Olympische Komitee (NOK) einen Sportler entsenden, der die niedrigere B-Norm erfüllt, oder bis zu drei Sportler, die die höhere A-Norm erreicht hatten.
Bei den Staffelläufen war höchstens eine Mannschaft bestehend aus maximal sechs Sportlern je NOK startberechtigt. Nationale Olympische Komitees, von denen sich keine Athleten für einen Wettbewerb qualifiziert hatten, waren berechtigt, einen männlichen Sportler und eine weibliche Sportlerin für einen Wettbewerb aufzustellen. Ausgenommen waren davon der 10.000-Meter-Lauf, der 3000-Meter-Hindernislauf und die Mehrkämpfe (Siebenkampf, Zehnkampf).
Für die Erfüllung Qualifikationsnormen anerkannt wurden Leistungen ab dem 1. Januar 2007, im Marathonlauf ab dem 1. September 2006.
Teilnehmer an den Marathonläufen und am Wettbewerb im 50-km-Gehen mussten am 31. Dezember 2008 mindestens zwanzig Jahre alt sein. Olympiaqualifikationsnormen 2008Disziplin Männer Frauen B-Norm A-Norm B-Norm A-Norm 100 m 10,28 s 10,21 s 11,42 s 11,32 s 200 m 20,75 s 20,59 s 23,20 s 23,00 s 400 m 45,95 s 45,55 s 52,35 s 51,55 s 800 m 1:47,60 min 1:46,00 min 2:01,30 min 2:00,00 min 1500 m 3:39,00 min 3:36,60 min 4:08,00 min 4:07,00 min 5000 m 13:28,00 min 13:21,50 min 15:24 min 15:09 min 10.000 m 28:10,00 min 27:50,00 min 32:20,00 min 31:45,00 min Marathonlauf 2:18:00 h 2:15:00 h 2:42:00 h 2:37:00 h 20 km Gehen 1:24:30 h 1:23:00 h 1:38:00 h 1:33:30 h 50 km Gehen 4:07:00 h 4:00:00 h 100 m Hürden 13,11 s 12,96 s 110 m Hürden 13,72 s 13,55 s 400 m Hürden 49,50 s 49,20 s 56,60 s 55,60 s 3000 m Hindernis 8:24,60 min 8:32:00 min 9:55,00 min 9:46,00 min 4 × 100 m Platz 16 oder besser in derWeltbestenliste des Qualifikationszeitraums 4 × 400 m Hochsprung 2,27 m 2,30 m 1,91 m 1,95 m Stabhochsprung 5,55 m 5,70 m 4,30 m 4,45 m Weitsprung 8,05 m 8,20 m 6,60 m 6,72 m Dreisprung 16,80 m 17,10 m 14,00 m 14,20 m Kugelstoßen 19,80 m 20,30 m 17,20 m 18,35 m Diskuswurf 62,50 m 64,50 m 59,00 m 61,00 m Hammerwurf 74,00 m 78,50 m 67,00 m 69,50 m Speerwurf 77,80 m 81,80 m 56,00 m 60,50 m Siebenkampf 5800 Punkte 6000 Punkte Zehnkampf 7700 Punkte 8000 Punkte
Doping Die Zahl der Dopingfälle bei diesen Spielen überstieg eigentlich jedes Maß. Davon war auch die Leichtathletik in nicht akzeptabler Weise betroffen. Einige betroffene Sportler wurden zeitnah im Anschluss an ihren Wettkampf überführt, andere durften wegen positiver Dopingproben, deren Ergebnis vor Beginn der Spiele offiziell wurde, gar nicht erst antreten und zahlreiche weitere Sportler wurden erst viele Jahre später bei Nachkontrollen der konservierten Proben mittels neuer Überprüfungsmethoden erwischt. Das hatte für die Betreffenden in der Regel die Aberkennung ihres Resultats und eine Rückgabeforderung eventuell erhaltener Medaillen zur Folge. In dem in diesem Artikel aufgeführten Medaillenspiegel sind die entsprechend veränderten Ergebnisse in den einzelnen Disziplinen komplett berücksichtigt. Der Sumpf, in den die Leichtathletik geraten war, setzte sich weiter fort, ein Ende war nicht absehbar. Die Dummen waren und sind die ehrlichen Sportler, die erst Jahre später ihre Medaillen erhielten, denen die Teilnahme an Finalkämpfen durch die Dopingbetrüger verwehrt wurden und denen eigentlich zustehende Fördergelder entgingen, weil die wahren Platzierungen erst lange Zeit nach den Wettbewerben verifiziert wurden.
Die Liste der Dopingsünder umfasst folgende 29 Athleten: Rashid Ramzi, Bahrain – 1500-Meter-Lauf (zunächst Erster). Er wurde positiv auf das Dopingpräparat CERA getestet, sein Olympiasieg wurde am 17. November 2009 vom IOC annulliert.IOC Executive Board decision regarding Rashid Ramzi, olympic.org, 17. November 2009 (PDF; 54 kB), abgerufen am 20. März 2022 Nesta Carter, Jamaika – 4-mal-100-Meter-Staffel (zunächst Erster mit der Staffel Jamaikas). Carter war positiv auf das Dopingmittel Methylhexanamin getestet worden und so wurde dem jamaikanischen Team am 25. Januar 2017 die Goldmedaille aberkannt.IOC sanctions two athletes for failing anti-doping tests at Beijing 2008, olympics.com 1. September 2016, abgerufen am 20. März 2022 Denis Alexejew, Russland – 4-mal-400-Meter-Staffel (zunächst Dritter mit der Staffel Russlands). Alexejews Dopingprobe von September 2016 war positiv, so erfolgte die Disqualifikation der kompletten Staffel durch das IOC.Obergföll bekommt Silber zugesprochen. In: Der Spiegel 13. September 2016, spiegel.de, abgerufen am 20. März 2022 Denys Jurtschenko, Ukraine – Stabhochsprung (zunächst Dritter). Ihm wurde die Bronzemedaille am 20. August 2014 wegen Dopings aberkannt.Canada’s Dylan Armstrong finally gets 2008 Beijing Olympics bronze medal after doping DQ thestar.com (englisch), abgerufen am 20. März 2022 Wilfredo Martínez, Kuba – Weitsprung (zunächst Fünfter). Er wurde in Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 und 2012 gemeinsam mit sechzehn weiteren Athleten des Dopings überführt. Bei ihm wurde die Substanz Acetazolamid gefunden. Sein Weitsprung-Resultat hier in Peking wurde annulliert.Cubano Wilfredo Martínez es descalificado por doping en Juegos Olímpicos de Pekín 2008, cibercuba.com 26. Oktober 2016 (spanisch), abgerufen am 20. März 202217 nachträgliche Disqualifikationen wegen Doping, netzathleten.de 26. Oktober 2016, abgerufen am 20. März 2022 Andrej Michnewitsch, Belarus – Kugelstoßen (zunächst Dritter). Ihm wurde die Bronzemedaille am 20. August 2014 wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen aberkannt. Pawel Lyschyn, Belarus – Kugelstoßen (zunächst Fünfter). Der Athlet wurde 2016 des Dopingmissbrauchs überführt, sein Resultat annulliert.IOC SANCTIONS SEVEN ATHLETES FOR FAILING ANTI-DOPING TESTS AT BEIJING 2008 AND LONDON 2012, olympic.org 25. November 2016, abgerufen am 20. März 2022 Iwan Juschkow, Russland – Kugelstoßen (zunächst Elfter). Der Athlet wurde im August 2016 des Dopingmissbrauchs überführt, sein Resultat annulliert.Drei russische Leichtathleten nachträglich disqualifiziert. In: Rheinische Post 19. August 2016, rp-online.de, abgerufen am 20. März 2022 Aleksandr Pogorelov, Russland – Zehnkampf (zunächst Vierter). Bei einem Nachtest am 2. Juni 2016 wurde in seiner B-Probe Turinabol nachgewiesen. Auf alle Anfragen der Disziplinarkommission reagierte er nicht. Am 15. August wurde sein Ergebnis annulliert, sein vierter Platz wurde aberkannt.IOC DISCIPLINARY COMMISSION, DECISION REGARDING ALEXANDER POGORELOV, stillmed.olympic.org 15. August 2018 (englisch), PDF; 49 KB, abgerufen am 20. März 2022 Anastassija Kapatschinskaja, Russland – 400-Meter-Lauf (zunächst Fünfte) und 4-mal-400-Meter-Staffel (zunächst Zweite mit der Staffel Russlands). Sie wurde als Wiederholungstäterin am 19. August 2016 nachträglich disqualifiziert, ihre Einzel-Platzierung sowie das Resultat der Staffel wurden annulliert.Olympia Kompakt, Abschnitt: +++ 20. August: "Schlechteste Spiele, die wir je hatten" +++. In: Stern 20. August 2016, stern.de; abgerufen am 20. März 2022 Tatjana Firowa, Russland – 400-Meter-Lauf (zunächst Sechste) und 4-mal-400-Meter-Staffel (zunächst Zweite mit der Staffel Russlands). Sie wurde nachträglich als Dopingsünderin überführt, ihre Einzel-Platzierung sowie das Resultat der Staffel wurden annulliert.Medaillengewinner von 2008 werden disqualifiziert. Peking-Nachtests: IOC greift durch, sport1.de, 31. August 2016; abgerufen am 20. März 2022 Elvan Abeylegesse, Türkei – 5000- und 10.000-Meter-Lauf (in beiden Rennen zunächst Zweite). Ihre Medaillen wurden wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.1.500-m-Läuferin Bulut verliert Olympiagold von 2012, Abeylegesses Vergehen und Konsequenzen im letzten Abschnitt des Artikels benannt, sport.orf.at, 29. März 2017, abgerufen am 20. März 2022 Inga Abitowa, Russland – 10.000-Meter-Lauf (zunächst Sechste). Sie wurde im September 2016 vom IOC wegen der Einnahme von unerlaubten Dopingmitteln disqualifiziert. Jekaterina Wolkowa, Russland – 3000-Meter-Hindernislauf (zunächst Dritte). Sie wurde bei einem Nachtest des Dopingmissbrauchs überführt. Ihre Bronzemedaille wurde ihr aberkannt.Doping-Nachtests: Hindernisläuferin Volkova verliert Bronze, leichtathletik.de 27. Oktober 2016, abgerufen am 20. März 2022