Das Gebiet Südkasachstan ( Ongtüstik Qasaqstan oblyssy; Juschno Kasachstanskaja oblast) war mit einer Bevölkerung von etwa 2,84 Millionen Einwohnern die südlichste Oblys (Gebiet) von Kasachstan. Hauptstadt war Schymkent. Zum 19. Juni 2018 wurde Schymkent ausgegliedert und zu einer Stadt mit Sonderstatus erhoben. Das verbleibende Gebiet wurde nach der neuen Hauptstadt in Türkistan umbenannt.Публичное подписание Указа «О некоторых вопросах административно-территориального устройства Республики Казахстан» (russisch), abgerufen am 1. Juli 2018.

Geografie Mit einer Fläche von etwa 117.249 km² war Südkasachstan das flächenmäßig zweitkleinste der 14 Gebiete Kasachstans. Es war jedoch die einwohnerreichste und gleichzeitig die am dichtesten besiedelte Oblys.

Die Oblast Südkasachstan wurde 1932 in der Kasachischen SSR der Sowjetunion gebildet. Von 1962 bis 1992 hieß sie nach der Hauptstadt Oblast Tschimkent.

Die Einwohnerzahl stieg von 1,8 Millionen im Jahr 1989 auf 2,6 Millionen im Jahr 2011 an. Die Bevölkerung der Provinz besteht zu knapp 70 % aus Kasachen, bedeutende Minderheiten sind Usbeken (17,5 %) und Russen (6 %). Weitere Gruppen, wie etwa Aserbaidschaner, Tadschiken, Sowjetkoreaner, Tataren, Ukrainer oder Russlanddeutsche stellen zusammen etwas mehr als 6 % der Bevölkerung.

Die Hauptstadt und zugleich auch größte Stadt der Provinz war mit etwa 643.000 Einwohnern Schymkent, eine Universitätsstadt und ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Weitere größere Städte in Südkasachstan waren Türkistan, Lenger und Schetissai. Südkasachstan grenzte im Süden direkt an das Nachbarland Usbekistan sowie an Kirgisistan. Die usbekische Hauptstadt Taschkent lag unmittelbar an der Grenze zu Südkasachstan. Die Provinz grenzte außerdem an drei andere Provinzen Kasachstans: Qaraghandy, Qysylorda und Schambyl.

Der Syrdarja durchfloss die Provinz auf seinem Weg zum Aralsee. Durch Südkasachstan lief auch eine Öl-Pipeline von Türkmenabat (Turkmenistan) nach Omsk in Russland, wo sie sich mit einer größeren, sibirischen Pipeline verband. In Schymkent wurden Erdöl, Blei und Zink veredelt. In Südkasachstan fanden sich zudem einige bedeutende Kulturstätten und Zeugnisse alter islamischer Architektur, so etwa das als UNESCO-Weltkulturerbe geltende Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi in der Stadt Türkistan.

Bevölkerung Ethnische Gruppen

Volksgruppe VZ 1989pop-stat.mashke.org: Ethnic composition: 1989 census (data for regions), abgerufen am 24. Juni 2017 (russisch). VZ 1999pop-stat.mashke.org: Ethnic composition: 1999 census (data for regions), abgerufen am 24. Juni 2017 (russisch). VZ 2009pop-stat.mashke.org: Ethnic composition: 2009 census, abgerufen am 24. Juni 2017 (russisch). Anzahl % Anzahl % Anzahl % Kasachen 1.017.470 55,80 % 1.340.889 67,78 % 1.785.992 72,33 % Usbeken 285.042 15,63 % 332.202 16,79 % 401.630 16,26 % Russen 278.473 15,27 % 162.098 8,19 % 136.538 5,52 % Tadschiken 19.593 1,07 % 21.370 1,08 % 29.742 1,20 % Aserbaidschaner 27.049 1,48 % 24.732 1,25 % 28.956 1,17 % Türken 11.051 0,61 % 18.665 0,94 % 20.995 0,85 % Tataren 34.615 1,90 % 23.672 1,20 % 19.119 0,77 % Koreaner 11.430 0,63 % 9780 0,49 % 9717 0,40 % Kurden 6306 0,35 % 6661 0,34 % 8399 0,34 % Ukrainer 33.033 1,81 % 13.039 0,66 % 7948 0,33 % Andere 99.466 5,45 % 25.231 1,28 % 20.321 0,82 % Gesamt 1.823.528 100 % 1.978.339 100 % 2.469.357 100 %

Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung des Gebietes Südkasachstan betrug zum 1. Januar 2016 rund 2,84 Millionen Einwohner, wodurch es in Kasachstan an erster Stelle, gemessen an der Einwohnerzahl, lag. Die Bevölkerungszahl stieg seit den 1970er Jahren kontinuierlich an und erreichte Anfang der 2000er Jahre zum ersten Mal die Marke von zwei Millionen Einwohnern. Mit einer Bevölkerungsdichte von 24,2 Einwohnern je km² war Südkasachstan auch das mit Abstand am dichtesten besiedelte Gebiet Kasachstans. Jahr Einwohner 1970 1.287.431 1979 1.566.794 1989 1.831.486 1999 1.978.339 2003 2.111.893 2004 2.150.256 2005 2.193.556 2006 2.233.568 2007 2.282.474 Jahr Einwohner 2008 2.331.505 2009 2.462.782 2010 2.511.698 2011 2.567.707 2012 2.621.488 2013 2.678.889 2014 2.733.279 2015 2.788.404 2016 2.840.557

Verwaltungsgliederung Das Gebiet war in 11 Kreise (kasach. Ауданы/Audany) und 4 kreisfreie Städte unterteilt. Weitere Städte im Gebiet Südkasachstan waren Lenger, Saryaghasch, Schardara und Schetissai.

AudanyFläche [km²]EinwohnerVerwaltungssitzBöidibek 7.200 55.292SchajanMaqtaaral 1.800 305.738SchetissaiOrdabassy 2.700 117.581TemirlanOtyrar 18.100 54.260SchäuildirQasyghurt 4.100 109.031QasyghurtSayram 1760 198.981AqsuSaryaghasch 7.613 321.842SaryaghaschSchardara 13.000 79.345SchardaraSosaq 41.000 60.851ScholaqqorghanTöle Bi 3.100 116.813LengerTülkibas 2.300 110.265Turar Rysqulow Einwohner Stand 2016; Quelle (rus.)

Kreisfreie Stadt Fläche [km²] EinwohnerArys 73.827Kentau 94.171Schymkent 1170 886.349Türkistan 7.400 256.961 Einwohner Stand 2016; Quelle (rus.)

Politik Liste der Gouverneure (, Äkim) des Gebietes Südkasachstan seit 1992: Nr. Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende) 1 Mars Ürkimbajew 1992 Dezember 1993 2 Sauytbek Turysbekow Dezember 1993 Dezember 1997 3 Qalyq Abdullajew Dezember 1997 Juli 1999 4 Berdibek Saparbajew Juli 1999 31. August 2002 5 Bolat Schylqyschijew 31. August 2002 September 2006 6 Ömirsaq Schökejew September 2006 28. August 2007 7 Nurghali Äschim 28. August 2007 4. März 2009 8 Asqar Myrsachmetow 4. März 2009 8. August 2015 9 Beibit Atamqulow 8. August 2015 7. Oktober 2016 10 Schansejit Tüimebajew 7. Oktober 2016 19. Juni 2018

Galerie

Weblinks

Website des Gebietes Südkasachstan

Einzelnachweise

Kategorie:Gebiet Türkistan Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit