mini|Gérard Lenorman (2012) miniatur|Gérard Lenorman während eines Auftritts im niederländischen Rijnsburg, 1982 Gérard Christian Eric Lenorman (* 9. Februar 1945 in Bénouville, Frankreich) ist ein französischer Sänger und Chansonnier. Er gehörte zu einer jungen Generation von Chansonniers, die nicht mehr im klassischen Stil komponierten und sangen, sondern die Jugendkultur ihrer Zeit repräsentierten und französische Popsongs im Geist der späten 1960er/1970er Jahre darboten. Zu seinen in Deutschland bekanntesten Titeln gehören La Ballade des gens heureux aus dem Jahr 1975 sowie Voici les clés aus dem Jahr 1976.
Leben Gérard Lenormans Mutter, Madeleine Lenorman, brachte ihren Sohn im Alter von 16 Jahren unehelich auf der Geburtsstation des Château de Bénouville zur Welt, einer seit 1927 von Nonnen betriebenen Institution zur Aufnahme von minderjährigen Schwangeren. Sein Vater wurde als unbekannt eingetragen. Erst mit 35 Jahren, nachdem er einen Teil seiner Kindheit in einem Waisenhaus zugebracht und als junger Mann ein bekannter Chansonnier geworden war, erfuhr Gérard Lenorman, dass sein Vater ein Soldat der deutschen Besatzungstruppen gewesen war, der den Vornamen Erich trug und im zivilen Leben Geiger und Dirigent war. Dennoch wollte er seinen Vater nie kennenlernen. Anlässlich der späten Offenbarung der eigenen Herkunft schrieb er 1980 ein Lied mit der deutschen Titelzeile Warum mein Vater.
Seine erste Schallplatte nahm Lenorman 1967 auf. 1968 lernte er Brigitte Bardot kennen und schrieb zwei Chansons für sie (La Fille de paille und Je voudrais perdre la mémoire). 1969 trat er mit mehreren von ihm geschriebenen Liedern im Begleitprogramm der Tournee von Sylvie Vartan auf. 1970/71 übernahm er von Julien Clerc die Hauptrolle in der französischen Version des Musicals Hair. 1971 unterschrieb er einen Plattenvertrag mit der Firma CBS Disques, und in den folgenden Jahren erschienen seine größten Erfolge, darunter Il (Il parle aux oiseaux), 1971; Les Matins d’hiver, 1972; Si tu ne me laisses pas tomber, 1973; Quelque chose et moi, 1974; Je n’ai jamais rencontré Dieu, 1974; La Ballade des gens heureux, 1975; Et moi je chante, 1975; Michèle, 1976; Le Gentil Dauphin triste, 1976; L’Enfant des cathédrales, 1977; Si j’étais président, 1980. Sein erfolgreichstes Lied in Deutschland war La Ballade des gens heureux; auch Michèle wurde von deutschen Rundfunkanstalten oft gespielt.
Zu Beginn ihrer Karriere in den 1980er Jahren war Lenorman der Produzent der französischen New-Wave-Band Indochine; ihre drei ersten CDs entstanden unter seiner Leitung.
Im Jahr 1986 veröffentlichte er das Lied Les Bleu des regrets, das auf dem Erfolgssong Take My Breath Away der kalifornischen Band Berlin basierte. 1988 nahm er für Frankreich am Eurovision Song Contest teil und erreichte mit seinem Beitrag Chanteur de charme Platz 10.
Ende 2011 feierte Lenorman ein bemerkenswertes Comeback, als eine Sammlung mit Duetten, Duos de mes chansons, bis Platz zwei der französischen Album-Charts aufstieg. Das Werk beinhaltet Neuaufnahmen seiner großen Erfolge; ihm zur Seite standen dabei Kollegen wie Tina Arena, Anggun oder Patrick Fiori. Duos de mes chansons hielt sich über ein Jahr in den Charts.http://lescharts.com/showitem.asp?interpret=G%E9rard+Lenorman&titel=Duos+de+mes+chansons&cat=a
Am 8. Oktober 2021 erschien nach vielen Jahren ein Album mit völlig neuen Chansons von Lenorman, die unter Mitwirkung von älteren und jungen Musikerkollegen geschrieben wurden, darunter Serge Lama, Vianney und Bénabar. Namensgeber des Albums ist das Lied Le Goût du bonheur.
Mit seiner Ehefrau Caroline hat Lenorman vier Kinder: Mathieu (1974), Justine (1977), Clémence (1980) und Victor (1985).http://www.rfimusique.com/artiste/chanson/gerard-lenorman/biographie Die Ehe wurde 1989 geschieden.
Diskografie Alben (Auswahl) Olympia 75 (1975, FR: )Auszeichnungen für Musikverkäufe: FR CA Drôles de chansons (1976, FR: ) Nostalgies (1978, FR: ) Le soleil des tropiques (1983, FR: ) Les Grandes Chansons (1994, CA: ) Duos de mes chansons (2011, FR: )
Chansons
Autobiografie Je suis né à vingt ans. Calmann-Lévy, Paris 2007, ISBN 978-2-7021-3865-6.
Weblinks
Offizielle Website (franz.)
Diskographie auf encyclopedisque.fr
Quellen
Kategorie:Sänger Kategorie:Interpret eines französischen Beitrags beim Eurovision Song Contest Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Mann