Castelnaud-la-Chapelle (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Bewohner werden Castelnaudéziens und Castelnaudéziennes oder Castelnaudariens und Castelnaudariennes genannt.
Castelnaud-la-Chapelle ist Mitglied der Vereinigung der schönsten Dörfer Frankreichs.
1827 wurde die bisherige Gemeinde Fayrac in die Gemeinde Castelnaud eingegliedert, die fortan den Namen Castelnaud-Fayrac trug. Am 1. Januar 1973 wurde die bisherige Gemeinde La Chapelle-Péchaud in die Gemeinde Castelnaud-Fayrac als Commune associée aufgenommen, die seitdem den Namen Castelnaud-la-Chapelle trägt.
Geografie
Castelnaud-la-Chapelle liegt etwa 53 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 10 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 52 Kilometer östlich von Bergerac am südöstlichen Rand des Départements in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Das Gemeindegebiet liegt am Südufer der Dordogne und wird außerdem entwässert von den Flüsschen Céou, Antinol, Fonbounou und Embalay sowie von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Castelnaud-la-Chapelle liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Das Gemeindegebiet befindet sich auf der Causse de Daglan, südwestlich von Daglan, zwischen Saint-Cyprien, Domme und Villefranche-du-Périgord, einem weitläufigen, zerklüfteten Gebiet mit zahlreichen Kalksteinfazies, das hauptsächlich aus Trockengrasland, Steppen und im Winter laublosen Wäldern besteht. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine teilweise bewaldete Hügellandschaft auf, die durch das breite Tal der Dordogne im Norden, vom Tal des Céou im Osten begrenzt und von den Tälern der anderen Flüsse markant eingeschnitten wird. Die Höhen der Erhebungen nehmen nach Süden hin zu. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe ist deshalb im Norden des Ortsteils La Chapelle-Péchaud an der Grenze zur Nachbargemeinde Veyrines-de-Domme zu finden, der niedrigste Punkt mit beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum an einem Hang oberhalb der Dordogne liegt auf etwa Höhe.
Etwa 54 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 43 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, etwa 3 % entfallen auf Binnengewässer.
Castelnaud-la-Chapelle wird von folgenden neun Gemeinden umgeben:
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Castelnaud-la-Chapelle Naturrisiken manifestieren sich in Castelnaud-la-Chapelle als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne und dem Flüsschen Céou Dürren Waldbrände Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1993 und 1996 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet bis auf ein kleines baumloses Gebiet im Norden besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Drittel des Gemeindegebiets, insbesondere im Süden im Ortsteil La Chapelle-Péchaud von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.
Etymologie und Geschichte Der Name der Burg erschien im 12. Jahrhundert in der Form Castellum nomine Castrum novum () (1124). Wenig später wurde das Dorf in der Schreibweise Castelnou erwähnt, das mehrmals seinen Namen wechselte: Castelnau-sur-Dordogne, dann Castelnau-de-Berbières (16. Jahrhundert) und Castelnau-des-Mirandes (1625). Castelnau ist aus zwei okzitanischen Wörtern zusammengesetzt: castèl () und nau, nòu (). Das erste ist eine Fortsetzung des lateinischen castellum (), im Mittellatein „befestigtes Dorf“, abgeleitet von castrum (). Das zweite Wort kommt vom lateinischen novum.
Der Name der ehemaligen Gemeinde Fayrac wurde im 13. Jahrhundert in der Form Afayrac erwähnt, im 14. Jahrhundert in der latinisierte Form Feyracum. Er könnte von dem Namen einer Person germanischen Ursprungs, °Fara, stammen, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Faracum, Domäne des Fara). Sein Name ist mit dem heutigen deutschen Verb „fahren“ verbunden.
La Chapelle-Péchaud hat ebenfalls oft seinen Namen geändert. Im 18. Jahrhundert erschien das Dorf in der Schreibweise La Chapelle-près-Saint-Laurent (1740). Mit Saint-Laurent ist der Name der Nachbargemeinde Saint-Laurent-la-Vallée gemeint. Der Vicomte de Gourgues führte auch La Chapelle-Castelnau an. Péchaud steht für eine geografische Bezeichnung, zusammengesetzt aus einem okzitanischen Wort pèch (), hervorgegangen aus dem lateinischen podium () und aus aut, entsprechend dem lateinischen altus ().Tanet, Hordé, Seiten 85–87
Die menschliche Besiedlung des Gebiets reicht bis in die Antike zurück. So wurden beispielsweise an der Steilwand von Comte am rechten Ufer des Céou etwa dreißig Höhlen entdeckt, die in urgeschichtlicher Zeit bewohnt waren.
Ab dem 12. Jahrhundert entwickelte sich die Gemeinde im Schatten ihrer im gleichen Jahrhundert errichteten Burg Castelnaud, die dem Katharerfürsten Seigneur Bernard de Casnac, einem Katharer und Vasall des Grafen von Toulouse gehörte. 1214, während des Albigenserkreuzzugs, wurde sie von Simon de Montfort erobert, von Bernard de Casnac nahem die Burg wieder eingenommen, aber 1215 vom Erzbischof von Bordeaux in Brand gesteckt. Die Burg wurde wiederaufgebaut und um einen Donjon und eine Kurtine erweitert.
Zu Beginn des Hundertjährigen Kriegs ging die Burg in die Hände der Familie Caumont über, unterstützt von den Engländern. Während des langen Kriegs wechselte sie bis 1442 regelmäßig den Besitzer. Der französische König Karl VII. ordnete die Belagerung der Burg an, die von Partisanen des englischen Königs gehalten wurde. Nach drei Wochen gaben die Belagerten gegen eine Zahlung von 400 Écu in Gold auf. Die Burg fiel endgültig an die französische Krone, die elf Jahre später den Hundertjährigen Krieg gewann. Der Landstrich wurde schwer von der großen Pestepidemie von 1348 getroffen. Am Ende des Mittelalters wurde das Schloss Les Milandes von der Familie Caumont erbaut, die sich einen komfortableren Wohnsitz wünschte. Architektur und Ausstattung entsprachen besser dem damaligen Geschmack. Von da an war die Burg Castelnaud nur noch von Soldaten und ihrem Hauptmann in den neuen Wohntrakten im Osten und im Süden bewohnt. Geoffroy de Vivans, ein gebürtiger Castelnaudézien, verteidigte die Festung für seinen Comte des Caumont, der die protestantische Konfession angenommen hat. Aufgrund moderner Verteidigungsanlagen, darunter Schießscharten für Kanonen und Artillerietürme, versuchte niemand, die Burg während der Hugenottenkriege anzugreifen.
Während der Französischen Revolution wurde die Burg vollständig aufgegeben und als Nationalgut verkauft. Im 19. Jahrhundert wurde es sogar als Steinbruch genutzt und verfiel immer weiter.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Die aus Beynac-et-Cazenac stammende Familie Rossilon kaufte 1965 die Burgruine Castelnaud und begann mit den Restaurierungsarbeiten. Das Kriegsmuseum des Mittelalters, das sich hauptsächlich im östlichen Hauptgebäude und im Donjon befindet, ist ab 1985 zur gleichen Zeit wie die Burg für die Öffentlichkeit eröffnet. Die Burganlage mit Ausnahme der Torburg ist seit 1980 als Monument historique klassifiziert, die Torburg seit 1980 als solche eingeschrieben. Das Schloss Fayrac stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert und ist seit 1928 als Monument historique eingeschrieben. Das Schloss Lacoste wurde im 18. und 19. Jahrhundert erbaut und ist heute ein Hotel. Sein Park ist seit 1969 eine Site classé. Fassaden und Dächer des Schlosses sind seit 1970 als Monument historique eingeschrieben. Die neogotische Schlosskapelle stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Schloss Les Milandes liegt mitten in einer terrassierten Parkanlage im nordwestlichen Teil der Gemeinde in der Nähe der Mündung des Flüsschens Embalay in die Dordogne. Der Bau der Anlage begann 1489, im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde sie restauriert. Das Schloss wurde weithin bekannt, seitdem Josephine Baker es bis Ende der 1960er Jahre bewohnte. Seit 2009 ist die Anlage als Monument historique eingeschrieben, der Park ist seit 2004 als Jardin remarquable ausgezeichnet. Die angrenzende Kirche oder Kapelle Saint-Jacques-le-Mineur ist eine Stiftskirche aus dem 15. Jahrhundert mit einem zweijochigen Langhaus, dessen Mitteljoch von zwei Kapellen flankiert wird, die ein Querschiff bilden. Sie schließt mit einer polygonalen Apsis ab, die von drei großen Fenstern erhellt wird. Über der südlichen Kapelle befindet sich eine Empore, die über eine Wendeltreppe erreichbar ist. Diese Empore war vermutlich für den örtlichen Lehnsherrn bestimmt. Die Kirche ist seit 1926 als Monument historique eingeschrieben. Kirche Saint-Eutrope in Fayrac Kirche Saint-Michel-Archange in Castelnaud Im Jahr 1996 wurde das Walnuss-Ökomuseum in einem malerischen, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Bauernhaus am Fuße des Schlosses Castelnaud gegründet, das von einem rund sieben Hektar großen Bio-Walnusshain umgeben ist. in La Chapelle-Péchaud