mini|Rammellzee 2009 in Paris. Rammellzee [Ræ.meɫ.ziː] (* 15. Dezember 1960 in New York; † 27. Juni 2010 ebendaRammellzee, Graffiti Artist, Dies at 49 – Artikel bei nytimes.com, abgerufen am 4. Juli 2010) war ein US-amerikanischer Graffiti-Künstler und Hip-Hop-Musiker.

Leben Rammellzee wurde Ende 1960 in Far Rockaway im New Yorker Stadtbezirk Queens geboren. Seinen Geburtsnamen änderte er bereits in jungen Jahren in den Künstlernamen Rammellzee.

Er kann als Schlüsselfigur des Graffiti in den Vereinigten Staaten bezeichnet werden. Bereits in den 1970er Jahren war Rammellzee in der New Yorker Writer-Szene aktiv. Im Film Wild Style von 1982 sind Rammellzee und seine bis dahin entstandenen Arbeiten zu sehen. Aus den anfänglich einfachen Schriftzeichen entwickelte er im Laufe der Jahre eine aerodynamische Schriftweise. Sie ist Teil einer komplexen Theorie, die er mit den Begriffen Gothic Futurism und Iconoclast Panzerism umschrieb. Bei seinen Leinwandbildern handelt es sich meist um abstrakte Kompositionen mit buchstabenähnlichen Elementen.

Zusammen mit Jean-Michel Basquiat und Keith Haring sowie mit Künstlern, die eher unter den Namen ihrer Tags wie LEE, Zephyr, Lady Pink, oder Futura 2000 bekannt sind, gehörte Rammellzee zu denjenigen der Graffiti-Szene, die mit dem Sprung von ihren illegalen Sprühaktivitäten an U-Bahnzügen zu öffentlichen Galerieausstellungen in Kunstkreisen Anerkennung erlangten.

Er gehörte aufgrund seiner frühen Zugehörigkeit zur Writer-Szene auch zu den ursprünglichen Hip-Hop-Künstlern, die den New Yorker Stil der 1970er und frühen 1980er weitgehend prägten, und beeinflusste mit seinem Vokalstil spätere Bands wie die Beastie Boys. Die Hip-Hop-Dokumentation Style Wars aus dem Jahr 1983 enthielt mit Beat Bop eines seiner bekanntesten Musikstücke, das er zusammen mit K. Rob produziert hatte.Artikel zum Tod bei Mixery Raw Deluxe, abgerufen am 30. Juni 2010 Das Stück entstand ursprünglich in Zusammenarbeit mit dem Künstler Jean-Michel Basquiat. Da Rammellzee und K. Rob dessen Text aber nicht gefiel, rappten beide einen eigenen Text und nahmen das Stück ohne den Künstler auf. Basquiat kreierte jedoch das Cover der limitierten Maxisingle. Die Single wurde später mehrfach wiederveröffentlicht, zuletzt im Jahr 2018.

Rammellzee tauchte außerdem in Jim Jarmuschs Film Stranger than Paradise aus dem Jahr 1984 gegen Ende als der Mann mit dem Geld auf.

Mehrfach arbeitete er mit dem Bassisten und Produzenten Bill Laswell zusammen, teils als Sänger (u. a. bei Material und Praxis), mal als Coverdesigner (Method of Defiance). Für das Video Animal Behavior von Praxis entwarf er die Kostüme. Ab 2003 veröffentlichte Rammellzee wieder verstärkt eigene Platten, unter anderem auf dem Münchener Label Gomma.

Rammellzee starb am 27. Juni 2010 in New York City nach langer Krankheit. Er hinterließ seine Frau, Carmela Zagari Rammellzee.

Einzelausstellungen Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Rammellzees künstlerische Beiträge zunehmend durch internationale Einzelausstellungen gewürdigt. Im Mai 2018 eröffnete die New Yorker Red Bull Arts Galerie in ihrer Überblicksausstellung RAMMΣLLZΣΣ: Racing for Thunder die bis dahin größte Übersicht seines Werkes. In einer Pressemitteilung erklärte die Kuratoren der Ausstellung Rammellzee zu „einem der einflussreichsten aber am meisten unterschätzten Künstlern des 20. Jahrhunderts.“. Abgerufen 2021-04-19.

2020 - RAMM:ELL:ZEE „1985“ in memory of RAMMELLZEE (1960-2010) - Galerie Ziegler - Zurich - Switzerland 2018 - RAMMΣLLZΣΣ: A Roll of Dice - Lazinc Gallery - London - England 2018 - Rammellzee - Racing for Thunder - Red Bull Arts - New York - USA 2016 - La Velocità delle immagini (Collection Speerstra) - Institut Suisse de Rome, Italien 2012 - Letter Racers - The Museum of Modern Art - New York - USA 2012 - Letter Racers - The Suzanne Geiss Company - New York - USA 2012 - The Rammellzee Galaxseum - Children’s Museum of Art - New York - USA 2012 - Art in the Streets - The Geffen Contemporary at MOCA - Los Angeles - USA 2011 - L'Art du Graffiti : 40 ans de Pressionnisme (Curateur A.D. Gallizia) - Grimaldi Forum - Monaco 2011 - The Rudolf and Ute Scharpff Collection - Kunstmuseum Stuttgart - Deutschland 2010 - Rammellzee: The Equation - Suzanne Geiss's Gallery - New York - USA 2009 - RAMM:ELL:ZEE / GOTHIC FUTURISM - Galerie Renée Ziegler - Zürich - Schweiz 2005 - Bi-Conicals of Rammellzee Tour - Venice Biennale - Italien 1990 - Rammellzee - Galerie B5/Speerstra Gallery - Monaco 1987 - The Equation - Lidia Carrieri Gallery - Rom - Italien 1985 - RAMMΣLLZΣΣ: Three aspects of „IKONOKLAST PANZERISM“ - METROPPOSTTISSIZER, LUXTURNOMERE, TOWERS OF PANZERISM - Galerie Renée Ziegler - Zürich - Schweiz

Diskographie Alben 2003: This Is What You Made Me (Tri-Eight Recordings) 2004: Bi-Conicals Of The Rammellzee (Gomma) 2004: This Is What You Made Me (Instrumentals) (Tri-Eight Recordings)

Singles und EPs 1983: Beat Bop (Tartown) 1987: Death Command (4th & Broadway) 1988: Gangster Lean (Island Records) 2003: Cheesy Lipstick (Gomma) 2004: Pay the Rent (Gomma) 2007: This Is (Re)Phop Pt.1 (Delic Records)

Weblinks

Rammellzee: The Ikonoklast Samurai bei thewire.co.uk Interview mit Rammellzee und Show-Mitschnitt Rammellzee (RIP) bei at149st.com ziegler gallery presents RAMMELLZEE / zurich april 11 – 15 – 13 – 12 – 14 l985 / a film by andreas honegger and rolf waeber

Belege

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