Der Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung wird jährlich während der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Er wurde im Jahr 1958 als Johann-Heinrich-Voß-Preis erstmals gestiftet und „soll sowohl übersetzerische Lebenswerke als auch einzelne Leistungen von Werken der Lyrik, des Dramas, der Essayistik, ja selbst produktiver Wissenschaft […] auszeichnen“. 1977 wurde der Name des Preises zur Verdeutlichung erweitert. Ab 2002 war der Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung mit 15.000 Euro dotiert, seit 2023 beläuft sich die Dotierung auf 20.000 Euro.
Die Auszeichnung ist benannt nach dem Dichter und Altphilologen Johann Heinrich Voß, der als Erster die Ilias und die Odyssee Homers aus dem Altgriechischen ins Deutsche übersetzte. Die Jury hat eine Amtszeit von drei Jahren und besteht derzeit (2020) aus Iso Camartin, Aris Fioretos, Daniel Göske, Susanne Lange, Gabriele Leupold, Ernst Osterkamp und Anne Weber.
Der Preis sollte nicht mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Literatur und Politik verwechselt werden.
Liste der Preisträger 1958: Edwin Muir und Willa Muir 1959: Benno Geiger 1960: E. K. Rahsin (Elisabeth „Less“ Kaerrick) 1961: Jakob Hegner 1962: Rudolf Alexander Schröder 1963: Friedhelm Kemp 1964: Michael Hamburger 1965: Wolfgang Schadewaldt 1966: Eva Rechel-Mertens, Philippe Jaccottet 1967: Witold Wirpsza, Karl Dedecius 1968: Eva Hesse 1969: Hans Hennecke 1970: Janheinz Jahn 1971: Karl August Horst 1972: Elmar Tophoven 1973: Peter Gan (Richard Moering) 1974: Peter Urban 1975: Curt Meyer-Clason 1976: Hanns Grössel 1977: Edwin Maria Landau 1978: Übersetzerkollegium der Deutschen Thomas-von-Aquin-Ausgabe 1979: Gerda Scheffel und Helmut Scheffel 1980: Annemarie Schimmel 1981: Wolfgang Kasack 1982: Heinz von Sauter 1983: Rolf-Dietrich Keil 1984: Anneliese Botond 1985: Elisabeth Schnack 1986: Hanno Helbling 1987: Rudolf Wittkopf 1988: Traugott König 1989: Michael Walter 1990: Manfred Fuhrmann 1991: Fritz Vogelgsang 1992: Simon Werle 1993: Roswitha Matwin-Buschmann 1994: Werner von Koppenfels 1995: Rosemarie Tietze 1996: Joachim Kalka 1997: Hans-Horst Henschen 1998: Gustav Just 1999: Harry Rowohlt 2000: Armin Eidherr 2001: Burkhart Kroeber 2002: Gisela Perlet 2003: Hans Wolf 2004: Michael von Albrecht 2005: Elisabeth Edl 2006: Ralph Dutli 2007: Stefan Weidner 2008: Verena Reichel 2009: Susanne Lange 2010: Zsuzsanna Gahse 2011: Frank Günther 2012: Gabriele Leupold 2013: Wolfgang Kubin 2014: Sabine Stöhr 2015: Anne Birkenhauer 2016: Anne WeberPressemitteilung der Deutschen Akademie vom 18. Dezember 2015 2017: Renate SchmidgallDeutsche Akademie ehrt Übersetzer, FAZ, 25. Februar 2017, S. 13 2018: Wolfgang Schlüter 2019: Kurt Steinmann 2020: Ernest Wichner 2021: Barbara Kleiner 2022: Rainer G. Schmidt 2023: Andreas Tretner 2024: Esther Kinsky 2025: Stefan Moster 2026: Ulrich Blumenbach
Kritik Der Zeitschrift Übersetzen fiel 1988 auf, dass der Preis bis dahin 31-mal verliehen worden ist, davon jedoch nur fünfmal an Frauen. Dreimal gab es geteilte Preise zwischen einer Frau und einem Mann; insgesamt entspricht das 20 % Frauenanteil. Den Anteil von Übersetzerinnen unter allen hauptberuflichen Übersetzenden hat die Zeitschrift damals auf 60 % geschätzt. Übersetzen, Kasten S. 8 In den 33 Jahren von 1989 bis 2021 ging der Preis 13 Mal an eine Frau.
Einzelnachweise
Weblinks Johann-Heinrich-Voß-Preis auf der Homepage der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
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