Montjay [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im nördlichen Drittel des Arrondissement Louhans und liegt 9,6 Kilometer südsüdwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 21 Kilometer nordnordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.

Im Norden grenzt Montjay an Torpes und im Nordosten für 1,6 Kilometer an Chapelle-Voland, das zum Département Jura gehört. Im Südosten liegt Le Planois, im Süden Bouhans, im Westen ist Serley und im Nordwesten La Chaux Nachbarorte. Zwischen die Gemeinden La Chaux und Torpes schiebt sich ein Ausläufer von La Chapelle-Saint-Sauveur bis nach Montjay und hat für 1,4 Kilometer eine gemeinsame Grenze.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa 15 % im langgestreckten Bourg, der überwiegende Teil in kleinen Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 129 Hektar bewaldete Flächen auf, was 11,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 99 % Laubwald und 1 % Rodungs- und Aufforstungsflächen. Die Gemeinde weist verhältnismäßig kleine Waldflächen auf. Westlich des Bourg liegen die größten Waldflächen – Bois de la Gigaudière. Im Südwesten des Gemeindegebiets finden sich einzelne kleine Waldflächen, so wie auch nördlich des Bourg und ganz im Nordosten der Gemeinde. Verstreut im Gemeindegebiet finden sich zudem etwa zehn Pappelplantagen.

In der Gemeinde werden 726,4 Hektar (etwa 65,9 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 5,5 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 67 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 1 % wird Raps, auf 8 % wird Weichweizen und auf rund 11 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An Stehenden Gewässern finden sich in der Gemeinde drei benannte Étangs nebst etwa vier kleineren. die noch bestehenden Biefs und Flurnamen deuten darauf hin, dass einst weitere Étangs bestanden, die heute aufgelassen sind (beispielsweise l'Étang Toulay, l'Étang du Moulin, l'Étang Moutey).

Die heute noch bestehenden Étangs liegen im Südwesten der Gemeinde, der Étang des Arbois liegt teilweise gar auf dem Gebiet der Gemeinde Serley. Nordöstlich davon liegt der Étang de Chaudenard, der in den Étang des Arbois entwässert. In diesen entwässern zudem drei kleine Étangs, die etwas nördlich liegen.

Im Norden der Gemeinde liegt noch der Étang Louis der in die Brenne entwässert.

Als wichtigstes fließendes Gewässer in der Gemeinde ist La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie kommt von Norden, aus Torpes und erreicht die Gemeinde bei Les Collines und bildet für ein kurzes Stück die Grenze. Später durchfliesst sie das Gemeindegebiet und trennt das Gebiet La Grande Vèvre ab. Bei Les Grands Prés wird sie wieder Grenzfluss zu Le Planois und nimmt gleichzeitig La DargeLa Darge, Länge 10,2 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Mouthier-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Le Planois auf ca. 184 m, La Darge auf sandre.eaufrance.fr auf, die die Grenze zwischen dem Planois und Chapelle-Voland bildet. Die Brenne bleibt Grenzfluss bis in die südöstliche Gemeindeecke, wo Le Planois, Chapelle-Voland und Bouhans zusammenstossen. Auf ihrem Weg nimmt die Brenne etliche Biefs auf, die jedoch lediglich noch der Drainage dienen. In diesem Gebiet befindet sich auch Le Gour, mit dem seit dem Mittelalter Sagen und Erzählungen verbunden sind. Es handelt sich beim Gour um einen verhältnismäßig tiefen, natürlichen Teich, der nie austrocknet und oberflächlich nicht mit der Brenne verbunden ist. Im Übrigen ist die Brenne ein unzähmbares Gewässer, sie tritt oft über die Ufer und die Verbindungsstraße zwischen Montjay und Sansenne (Gemeinde Le Planois) ist nicht befahrbar, die Gebiete beidseits der Brenne dienen bei der Gelegenheit als Polderbecken.

Ein weiteres Fließgewässer ist der Ruisseau de l’Étang de BouhansRuisseau de l’Étang de Bouhans, Länge 3,4 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Serley auf ca. 188 m, Mündung bei in Bouhans auf ca. 182 m, Ruisseau de l’Étang de Bouhans auf sandre.eaufrance.fr, der den Étang des Arbois entwässert. Er folgt ein kurzes Stück der südlichen Gemeindegrenze zwischen Montjaxy und Bouhans, um sich anschließend nach Süden zu wenden.

Verkehrswege Als einzige Départementsstraße erschliesst die D137 das Gemeindegebiet. Sie kommt von Norden, von Torpes in die Gemeinde, durchquert den langgezogenen Bourg und verlässt die Gemeinde bei La Chardenière nach Bouhans.

Im Weiteren zweigt eine Straße aus dem Bourg nach Westen ab, die als D115 bezeichnet wird. Sie endet jedoch an der Gemeindegrenze.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Arbois, La Chancelle, Les Chapuis, La Chardenière, Chaudenard, L’Étang-Touley, La Grange-Bernard, Le Haut-de-Montjay, L’Isle, Les Merlins, La Motte, Les Mouilles, Les Parets, Les Picards, Les Plateaux, Les Ponces, La Rabottière, La Reppe. Höhenprofil mini|400pxDie Gemeinde weist ein markantes Höhenprofil auf, das nicht typisch ist für die Bresse. Im Profil sichtbar ist als erster Punkt La Brenne mit der Talsohle, die oft überschwemmt ist. In der Folge steigt das Gelände leicht an, bis zu einem recht steilen Anstieg, auf dem der Bourg liegt und die Départementsstraße D137 auf 202 Metern Höhe verläuft. Anschließend folgt ein markantes Tal in dem ein ehemaliger Bief und Mühlebach auf 189 Metern fließt. Umgehend steigt das Gelände wieder an zum Westteil des Bourg. Anschließend sinkt das Gelände sackförmig gegen die Brenne, eine kleine Terrasse heißt La Petite Chancelle (vermutlich kleine Kanzel). Das Gelände steigt wieder auf die durchschnittliche Bresse-Höhe, bis es durchbrochen wird von den beiden Étangs, dem Étang de Chaudenard auf 196,5 und dem Étang des Arbois auf 191,4 Metern Höhe.

Klima Das Klima in Montjay ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung eines Ortes in der Gemeinde betrifft Motte, der 1157 als in der Curia de Montegerio erwähnt wird, 1216 wird dann ein Guido de Montjay erwähnt. Der Ort selber wird 1422/23 La Faye genannt, 1462 wird die Kirche erwähnt als l’esglise du Fay, 1469 nennt sich der Ort Moisenant. Dieser Name bleibt, bis 1783 Montjay ou Moisenans auftaucht und in der Folge Montjay als Bezeichnung für die Gemeinde beibehalten wird. Der Name geht vermutlich auf mons gaudii (Berg der Freude) zurück. Diese Bezeichnung wurde im Jakobsbuch dem Monte do Gozo gegeben, dem Punkt auf der Pilgerreise nach Santiago de Compostela, an dem erstmals das ersehnte Ziel sichtbar wird. Ableitungen von mons gaudii oder mont de joie haben häufig zu Bezeichnungen für Ortsnamen oder Weilern in Frankreich geführt.

Geschichte Seit dem 15. Jahrhundert gehörte Moisenant der Familie Bouton, bis Jeanne Bouton 1608 heiratete und die Herrschaft damit an Ponthus de Thiard de Bissy überging. Seit 1587 gehörte die Herrschaft der Familie de Gréen, die im Weiler Plateaux ein Schloss besaßen, dessen viereckiger Turm im 18. Jahrhundert noch sichtbar war. Das Schloss selbst ist vollständig verschwunden; Beim Weiler L'Îsle befindet sich ein tiefer Weiher, genannt le Gour, in dessen Umgebung Mauerreste gefunden wurden. Angeblich stand hier das alte Schloss, von dem erzählt wird, jedes Jahr in der Weihnachtsnacht sei das Bimmeln des alten Glockenturms im Gour zu hören. Durch Heirat gelangte die Herrschaft an die Familie Raquet de Lorme. Ein Teil der Gemeinde gehörte Mitte des 18. Jahrhunderts der Familie de Scorailles.

Kirchenrechtlich war Montjay der Pfarrei von La Chaux zugehörig. 1768 entstand in Montjay eine eigene Pfarrei mit dem Bau der Kirche, die dem Heiligen Petrus geweiht ist und im 19. Jahrhundert renoviert wurde. In der heutigen Mairie war einst auch eine gemischte Schulklasse untergebracht. 1988 bestanden noch 28 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Montjay 1252 huldigte Jean, Graf von Burgund und Herr von Salins-les-Bains dem Herzog von Burgund, Hugues IV., für la Marche, Lessard, Saint-Germain-du-Bois und Montjay. Monjay gehörte zum großen Teil zu La Chaux und zu einem weiteren Teil zu Bouhans und damit zum Marquisat des Scorailles. Der Bourg selber war ein eigenes Lehen, das den Boutons gehörte und seit 1587 den de Gréen. 1766 ging das Lehen durch Erbschaft von seiner Mutter an Marie Françoise du Raquét de Lorme, nachdem ihr Bruder Alexandre de Gréen de Saint-Marsault auf der Belle Poule (französisches Kriegsschiff von 1765 mit 12 Zwölfpfünder-Kanonen) gegen die Engländer den Heldentod gefunden hatte. Die de Gréen besaßen in les Plateaux (etwa 2 Kilometer südwestlich des Bourg an der D137 Route de Saint-Germain) ein Schloss. Die de Gréen waren Gentilshommes, das heißt, sie waren adlig von Geburt.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Pierre in Montjay mini|Kirche Saint-Pierre in Montjay mit den östlichen Anbauten

mini|Blick auf das Dorf Montjay

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %199106932914,6

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Männer auf, die 53,5 % der Bevölkerung ausmachen, wobei 31 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 47 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Die Generation der unter 15-jährigen macht 9 % der Bevölkerung aus. Es besteht die Gefahr der Überalterung, da die Bautätigkeit minim ist und kein Zuzug erfolgt (Durchschnitt Arrondissement Louhans: 44 % jünger als 45, 36 % älter als 60). Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19991501473+6,3 % = 9 WE davon Hauptwohnsitz 102Zweit- oder Ferienwohnsitz42vakant6

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst der Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe2Baugewerbe2Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2Information und KommunikationFinanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen4Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige Dienstleistungen2Land- und Forstwirtschaftsbetriebe7 In der Gemeinde befinden sich eine Immobilienagentur, ein Bauhandwerksbetrieb und ein Elektriker. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Serley und in Saint-Germain-du-Bois.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Montjay Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.

Bildungseinrichtungen Die Gemeinde verfügt über keine eigenen Schulen, die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet. Öffentlicher Verkehr