mini|Luftseilbahn in Zell am See mini|(Video) Luftseilbahn auf den Berg Tsukuba in Ibaraki, Japan Eine Luftseilbahn, veraltet und technisch ungenau auch als Seilschwebebahn bezeichnet, ist eine Seilbahn, deren Fahrbetriebsmittel (Kabinen, Gondeln, Sessel, Materialkörbe, Kübel, Loren, Hunte) ohne feste Führungen, sondern an einem oder mehreren Seilen – in der Regel Drahtseilen – in der Luft hängend transportiert werden. Sie kann zur Beförderung von Personen, Tieren oder Gütern dienen. In älteren Werken zur Technikgeschichte wurden solche Anlagen unter anderem auch als Schwebeseilbahn, Drahtseilschwebebahn, Bergschwebebahn, Bergseilschwebebahn, Bergschwebeseilbahn, Personenschwebebahn oder Schwebebahn bezeichnet.

Typenbezeichnungen mini|Schlepplift einer Sommerrodelbahn mini|Von einer Materialseilbahn transportierte Lore mini|Die Gondeln einer Gruppenbahn begegnen einander auf halber Strecke Zu den Luftseilbahnen werden zum Beispiel im Österreichischen Seilbahngesetz folgende Typen gezählt: Pendelseilbahnen, dabei werden deren Fahrbetriebsmittel ohne Wechsel der Fahrbahnseite zwischen den Stationen bewegt; Umlaufseilbahnen, deren Fahrbetriebsmittel auf beiden Fahrbahnseiten umlaufend bewegt werden. Dazu gehören Kabinenseilbahnen, auch Gondelbahnen genannt, deren allseits geschlossene Fahrbetriebsmittel mit dem Seil betrieblich lösbar oder nicht lösbar verbunden sind; Kombibahnen, bei diesen werden in abwechselnder Reihenfolge geschlossene Kabinen bzw. Gondeln und offene Liftsessel als Fahrbetriebsmittel eingereiht; Sesselbahnen, das sind Seilbahnen, deren nicht allseits geschlossene Fahrbetriebsmittel mit dem Seil betrieblich lösbar verbunden sind; Sessellifte, deren nicht allseits geschlossene Fahrbetriebsmittel mit dem Förderseil betrieblich nicht lösbar verbunden sind. Eine eigene Kategorie bilden die Kombilifte, Anlagen, die im Winter als Schlepplift betrieben werden und im Sommer als Sesselbahn. Zwar vom SeilbG erfasst, aber keine Luftseilbahnen sind naturgemäß die auf dem Boden fahrenden Schlepplifte, kuppelbar und fixgeklemmte Anlagen zum Transport für Wintersportler mit angeschnalltem Wintersportgerät, für zwei oder eine Person, selten auch für mehr; Schlepplifte mit niedriger Seilführung zum Anhalten am Seil oder an Bügeln. Gesondert behandelt werden Materialseilbahnen. Vom österreichischen Seilbahngesetz nicht erwähnt werden Korblifte, die am Förderseil fixgeklemmte Stehkörbe zur Beförderung von Passagieren haben – in Italien früher weit verbreitet

Das Österreichische Seilbahngesetz definiert die im allgemeinen Sprachgebrauch als 'Umlaufbahn' bezeichneten Anlagen 'Umlaufseilbahn' und die als Pendelbahn bezeichneten Anlagen 'Pendelseilbahn'.

Folgende Typenbezeichnungen sind ebenfalls in Gebrauch: 2S-Bahn, die moderne Form einer Zweiseil-Gondelbahn (ein Tragseil, ein Zugseil) 3S-Bahn, eine Dreiseil-Gondelbahn (zwei Tragseile, ein Zugseil) Gruppenbahnen (Gruppenumlaufbahnen und Gruppenpendelbahnen), dabei werden zwei bis fünf Kabinen in knappem Abstand voneinander an das Zugseil oder Förderseil geklemmt. Funitel, eine Gondelbahn mit einem als Doppelschleife verlegten Förderseil, bei dem in jeder Richtung zwei Stränge in die gleiche Richtung laufen, so dass die Kabinen mit sehr kurzen Gehängen an zwei weit auseinanderliegenden Förderseilen kuppelbar geklemmt sind. Funifor, eine einspurige Pendelbahn mit zwei weit auseinanderliegenden Tragseilen und einem in einer Doppelschleife verlegten, endlos gespleißten Zugseil

Für die Anzahl der Seile, die zur Bezeichnung einer Seilbahn führt, sind unterschiedliche Zählsysteme in Gebrauch. Während sich der Sprachgebrauch weitgehend durchgesetzt hat, die Zahl der Förder-, Zug- und Tragseile pro „Fahrbahn“ (also pro Fahrtrichtung) zu addieren (eine Dreiseilbahn beispielsweise weist zwei Tragseile und ein Zugseil auf, das Funitel mit einer parallel geführten Seilschleife ist demgemäß eine Zweiseilbahn), werden mitunter nur die „systembestimmenden Funktionen der Seile“ gezählt, beispielsweise „tragen und ziehen“. Ein Funitel wird dann „Doppeleinseilumlaufbahn“ genannt, eine Zweiseilbahn als „Seilschwebebahn bei dem [sic!] die Fahrzeuge durch mindestens ein Tragseil getragen und durch mindestens ein Zugseil bewegt werden“ definiert.Peter Sedivy (Lektor): Vorlesungsunterlagen „Seilbahnbau“ am Institut für Infrastruktur, Arbeitsbereich intelligente Verkehrssysteme der Universität Innsbruck, Sommersemester 2012, , zuletzt abgerufen im August 2013.

Bauarten Vergleich Bauart Transportkapazität(in Personen pro Stunde) Dreiseilumlaufbahn 3.000 bis 5.500 Zweiseilumlaufbahn 3.000 bis 5.000 Einseilumlaufbahn 3.000 bis 4.500 Pendelbahnen 2.800 Gruppenpendelbahn 600 Gruppenumlaufbahn 400

Pendelseilbahn mini|Pendelbahn Furtschellas (Schweiz)

Die Pendelseilbahn ist die „klassische“ Luftseilbahn. Bei dieser Bauart verkehren ein oder zwei Fahrzeuge, gezogen von einem Zugseil, auf einem Tragseil auf einer Fahrspur fahrend zwischen zwei Stationen im Pendelverkehr (wovon sich der Name ableitet) hin und zurück. Kleinere Anlagen und Gruppenpendelbahnen kommen oft nur mit einem einzigen Förderseil aus, welches die Fahrzeuge zugleich trägt und bewegt (Einseilpendelbahn). Da keine Stationsdurchfahrt erfolgt, wechseln die Kabinen jeweils die Fahrtrichtung und bleiben auf derselben Fahrspur.

Vorteile von Pendelbahnen liegen darin, dass die Stationen technisch einfacher als solche von Umlaufseilbahnen gestaltet werden können, weil keine Stationsdurchfahrten oder An- und Abkuppelvorgänge stattfinden. Pendelseilbahnen können große Fahrzeuge (maximal 200 Personen in einer Doppelstock-Kabine) oder schwere Lasten über weite Spannfelder mit großem Bodenabstand transportieren. Ein Nachteil ist die umgekehrt proportional zur Streckenlänge und damit zunehmender Fahrtdauer abnehmende Beförderungskapazität, Lehrstuhl Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München; 1999, Seite 45 (PDF; 10,2 MB) diese ist somit bei Pendelbahnen nicht nur von der Fahrzeuggröße und Fahrgeschwindigkeit, sondern auch vom Stationsabstand abhängig.

Je nach benötigter Transportkapazität werden einspurige oder zweispurige Pendelbahnen errichtet. Bei der überwiegenden Zahl der zweispurigen Pendelbahnen sind die Laufwerke der beiden Kabinen durch ein Zugseil miteinander verbunden, das in einer der Stationen über eine normalerweise von einem Elektromotor angetriebene Seilscheibe geführt wird. Gegen die andere Station hin bildet das Gegenseil, das über eine mit einem Spanngewicht belastete Umlenkscheibe läuft, zusammen mit dem Zugseil eine geschlossene Schleife. Der Vorteil von zweispurigen Pendelbahnen mit verbundenen Fahrzeugen liegt im geringeren Energiebedarf, siehe dazu Seilbahn#Energiebedarf.

Bei einigen zweispurigen Pendelseilbahnen, die lediglich geringe Höhenunterschiede überwinden, werden für jede Richtung getrennte Zugseilschleifen und Antriebe eingesetzt (das Zugseil läuft dabei leer zurück). Solche Anlagen können unabhängig voneinander betrieben werden; in Zeiten geringen Fahrgastaufkommens kann der Fahrbetrieb auf eine Spur reduziert werden, ebenso kann eine Kabine als Bergefahrzeug für eine womöglich stecken gebliebene Kabine der anderen Spur eingesetzt werden. Beispiele für solche Anlagen sind die Roosevelt Island Tramway seit dem Umbau im Jahre 2010 oder der Vanoise Express. Funifor-Anlagen basieren im Regelfall ebenfalls auf diesem Prinzip.

Für Beförderungsaufgaben mit geringerem Fahrgastaufkommen, kurzen Strecken oder bei Materialseilbahnen werden auch einspurige Pendelseilbahnen mit nur einer Fahrbahn und einem Fahrzeug errichtet. Sie können mit einer geschlossenen Zugseilschleife ausgeführt sein oder als sog. Windenbahn. Sofern bei der Talfahrt kein Gegenhang zu überwinden ist und die Schwerkraft als Antrieb bei der Talfahrt ausreicht, kann das Fahrzeug von einer in der Bergstation untergebrachten Seilwinde gezogen werden (Beispiel: die 2005 eröffnete Luftseilbahn Lauterbrunnen–Grütschalp).

Mit ebenfalls nur einer Seilschleife kommen solche einspurige Bahnen aus, bei denen das rücklaufende Zugseil zugleich als Tragseil dient. Sie wurden vorwiegend als Privatbahnen zu Bergbauernhöfen errichtet. Diese kostengünstige Variante hat den Vorteil, dass weniger Seilmaterial gekauft werden muss, aber den Nachteil, dass die Gummibeläge der Rollen, mit denen die Fahrzeugkabine über das Tragseil fährt, sich doppelt so schnell wie bei einem feststehenden Tragseil abnutzen.

mini|hochkant|Seilbahn vom Bahnhof zum Park der Nationen, dem ehemaligen Ausstellungsgelände der Expo 98 in Lissabon

Umlaufseilbahn mini|hochkant|Stubnerkogelbahn-Kabine 1950, erste Umlaufseilbahn für Personentransport in Österreich, Technisches Museum Wien Die Umlaufseilbahn hat zwischen den Stationen ein endlos gespleißtes, ständig umlaufendes Zugseil oder Förderseil, an das eine Reihe von Gondeln, Sesseln oder Materialkübeln geklemmt sind, die dadurch auf einer Seite von einer Station zur anderen und auf der Gegenseite wieder zurück fahren. Die Bewegungsrichtung der Fahrzeuge ist daher immer vorwärts. Umlaufseilbahnen verkehren dadurch als Stetigförderer.Heiner Monheim, Christian Muschwitz, Wolfram Auer, Matthias Philippi: Urbane Seilbahnen – Moderne Seilbahnsysteme eröffnen neue Wege für die Mobilität in unseren Städten. kölner stadt- und verkehrsverlag, Köln 2010, ISBN 978-3-940685-98-8.

Umlaufseilbahnen, bei denen die Fahrzeuge fest (fix geklemmt) am Förderseil befestigt sind, werden meist ‑Lifte genannt (beispielsweise „Schlepplift“, „Sessellift“). Fix geklemmte Seilbahnen müssen langsamer als kuppelbare Anlagen fahren, um gefahrloses Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, außerdem sind Gondeln meistens auf eine Kapazität von zwei Personen beschränkt. Man bezeichnet diese Kabinenbahnen, je nachdem, ob die Kabinen offen oder geschlossen sind, als Korblifte (in denen die Passagiere stehen) oder Gondellifte.

mini|hochkant|Kuppelbare Umlaufseilbahn: Eine lösbare Federklemme verbindet das Betriebsmittel mit dem Seil Bei den kuppelbaren Bahnen (beispielsweise einer „Sesselbahn“) werden die Fahrbetriebsmittel mittels einer kuppelbaren Klemme in der Station vom Zugseil oder Förderseil abgekuppelt, verzögert und auf eine Hängeschiene gefahren, an der sie langsam durch die Stationskurve zur Gegenrichtung bewegt werden, wo sie beschleunigt und wieder angekuppelt werden. Da das Beschleunigen und Abbremsen innerhalb der Stationen erfolgt, sind die Stationen wegen der dazu nötigen Wegstrecken länger als bei Pendelbahnen.

Die Fahrzeuge können bei einigen Anlagen dabei auch zum Stillstand gebracht oder über Weichen auf anderen Schienen gebracht und zum bequemen Einsteigen ins Erdgeschoss abgesenkt werden (beispielsweise bei der neuen Galzigbahn).

Während Betriebsruhezeiten werden die abgekuppelten Fahrzeuge auf Abstellgleisen („Gondelgarage“, „Gondelremise“) in den Stationen geparkt („garagiert“), um die Seile zu entlasten und die Fahrzeuge vor Witterungseinflüssen (Wind, Neuschnee) zu schützen.

Bei manchen kuppelbaren Umlaufseilbahnen kann je nach Beförderungsnachfrage die Zahl der auf die Strecke geschickten Fahrzeuge vermindert werden.

Einseilumlaufbahn Bei der Einseilumlaufbahn dient das Seil gleichzeitig als Trag- und als Zugseil und wird Förderseil genannt. Sesselbahnen sind immer, Gondelbahnen in der Mehrzahl Einseilumlaufbahnen.

mini|Laufwerk einer Zweiseilumlaufbahn mit Tragseilrollen und Zugseilklemme Zweiseilumlaufbahn Bei der Zweiseilumlaufbahn rollen die Gondeln oder Materialkübel mit Laufwerken auf einem stehenden Tragseil und werden mit einer Kupplung an ein umlaufendes Zugseil geklemmt, von dem sie über die Strecke gezogen werden. Moderne Zweiseilumlaufbahnen für den Personentransport werden als 2S-Bahn bezeichnet.

mini|Laufwerk einer Dreiseilumlaufbahn Dreiseilumlaufbahn