mini|Świętajno (2024) Świętajno ( Schwentainen) ist eine Ortschaft im Powiat Olecki der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen. Der Ort mit etwa 1100 Einwohnern ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde mit Einwohnern (Stand ).

Geographische Lage Świętajno liegt in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zwölf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Olecko (Marggrabowa, 1928 bis 1945 Treuburg), und erstreckt sich am Ostufer des Jezioro Świętajno (Schwentainer See).

Ortsname Der Name „Schwentainen“ leitet sich von dem prußischen Wort swents (= „heilig“) ab.Suleyken am Schwentainer See mit Schwentainen und Duneyken

Geschichte Im Jahre 1554 wurde das Kirchdorf Schwentainen gegründet.Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005):Schwentainen Im Jahre 1874 wurde es Sitz und namensgebend für einen Amtsbezirk,Rolf Jehke: Amtsbezirk Schwentainen der bis 1945 bestand und zum Kreis Oletzko (ab 1933 „Kreis Treuburg“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 waren in Schwentainen 682 Einwohner gemeldet. Eine Zählung im Jahre 1933 ergab 761 Einwohner, und 1939 waren es noch 689.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Schwentainen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Schwentainen stimmten 553 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 66.

In Kriegsfolge kam Schwentainen 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Świętajno“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes () und zentrales Dorf der Landgemeinde Świętajno im Powiat Olecki (Kreis Oletzko bzw. Treuburg), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Amtsbezirk Schwentainen Am 27. Mai 1874 wurde der Amtsbezirk Schwentainen errichtet. Er zählte anfangs sechs dazugehörige Orte, am Ende waren es aufgrund struktureller Veränderungen acht: Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Bemerkungen Barannen, Forst Dworatzken (ab 1934:)Herrendorf Dworackie Krzywen (ab 1934:)Bergenau Krzywe Polommen, Domäne 1928 in die Landgemeinden Duttken, Dworatzken bzw. Schwentainen eingegliedert Schwentainen Świętajno Suleyken Suleiken Sulejki ab etwa 1908: Duttken Sargensee Dudki vorher dem Amtsbezirk Orzechowken zugehörig Giesen Giże vorher: Amtsbezirk Orzechowken Orzechowken (ab 1925:)Nußdorf Orzechówko vorher: Amtsbezirk Orzechowken ab 1929: Polommen, Dorf Herzogsmühle Połom vorher dem Amtsbezirk Wessolowen zugehörig

Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Schwentainen die Dörfer: Bergenau, Giesen, Herrendorf, Herzogsmühle, Nußdorf, Sargensee, Schwentainen und Suleiken.

Kirche mini|Die Kirche „mitten im Dorf“ Świętajno (Schwentainen) Kirchengebäude

Die erste Kirche brannte 1787 nieder und wurde drei Jahre später wieder aufgebaut,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreußischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 116, Abb. 519 zunächst ohne den Turm, der erst 1909 errichtet wurde. Der Innenraum hatte eine gewölbte Holzdecke, Altar und Kanzel waren vereinigt, die Glocken stammten aus den Jahren 1803 und 1850. Die bis 1945 evangelische Pfarrkirche dient jetzt als katholisches Gotteshaus und wurde der veränderten liturgischen Nutzung baulich angepasst. Sie trägt heute den Namen der Mutter Gottes vom Berge Karmel (Kościół Matki Bożej Szkaplerznej).

Kirchengemeinde Evangelisch Ab 1555 bestand in Schwentainen ein evangelisches Kirchspiel,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 484. dessen Pfarrstelle durchgehend besetzt war. Es war Teil des Kirchenkreises Oletzko/Treuburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und zählte 1925 insgesamt 4.550 Gemeindeglieder. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ließen das kirchliche Leben um 1945 einbrechen. Heute hier lebende evangelische Kirchenglieder orientieren sich nach Wydminy (Widminnen), einer Filialkirche der Pfarrei Giżycko in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen oder zu deren entlegenen Kirchengemeinden in Ełk (Lyck) bzw. Węgorzewo (Angerburg).

Römisch-katholisch Vor 1945 war die katholische Pfarrkirche für die Schwentainer Kirchenmitglieder das Gotteshaus in Marggrabowa (1928 bis 1945 Treuburg, polnisch Olecko). Seit 1962 ist die Kirche in Świętajno die Pfarrkirche und gehört zum Dekanat Olecko – Niepokalanego Poczęcia NMP im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Landgemeinde Świętajno Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Świętajno gehören der Ort selbst und 23 weitere Dörfer mit Schulzenämtern (sołectwa). Sie umfasst eine Fläche nahezu 215 km².

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Region ist heute noch immer von der Landwirtschaft geprägt und weist eine hohe Arbeitslosigkeit auf.Merle Hilbk: Europa kommt nach Masuren. In: Die Zeit, 1. April 2004

Verkehr Świętajno liegt südlich der Woiwodschaftsstraße DW 655 und ist von ihr über eine Nebenstraße, die bei Dunajek (Duneyken, 1938 bis 1945 Duneiken) zu erreichen. Außerdem führt von der Landesstraße DK 65 (ehemalige deutsche Reichsstraße 131) eine – zum Teil unwegsame – Nebenstraße von Olecko (Marggrabowa, 1933 bis 1945 Treuburg) über Rosochackie (Rosochatzken, 1938 bis 1945 Albrechtsfelde) und Giże (Giesen) nach Świętajno, und eine weitere Nebenstraße von Połom (Polommen) über Sulejki (Suleyken, 1938 bis 1945 Suleiken).

Für Świętajno besteht heute kein Bahnanschluss mehr. Von 1911 bis 1945 war der Ort Endstation einer Kleinbahnlinie von Marggrabowa (1933 bis 1945 Treuburg, polnisch Olecko), die von den Oletzkoer Kleinbahnen (später: Treuburger Kleinbahnen) betrieben, deren Betrieb jedoch 1945 eingestellt wurde.

Persönlichkeiten Karl Heinrich von Zielinski (1772–1817), preußischer Generalmajor Hans Sieg (* 1930), Generalmajor der Nationalen Volksarmee.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Świętajno (Powiat Olecki)